Pesachim 14

Kapitel 14

א כי פליגי בעל ביעור מר סבר מעיקרא משמע ומ"ס להבא משמע
1 sie streiten nur über [die Formel] ‘die Fortschaffung’: einer ist der Ansicht, sie beziehe sich auf das vergangene, und einer ist der Ansicht, sie beziehe sich auf das folgende.
ב מיתיבי ברוך אשר קדשנו במצותיו וצונו על המילה
2 Man wandte ein: ‘Gepriesen sei er, der uns durch seine Gebote geheiligt und uns die Beschneidung geboten hat’!? –
ג התם היכי נימא נימא למול לא סגיא דלאו איהו מהיל אבי הבן מאי איכא למימר אין הכי נמי
3 Wie sollte man da [anders] sprechen: man kann ja nicht ‘zu beschneiden’ sagen, da nicht [dem Beschneidenden] die Beschneidung obliegt. – Wie ist es zu erklären, wenn der Vater des Kindes [selber beschneidet]!? – Dann spreche er auch so. –
ד מיתיבי ברוך אשר קדשנו במצותיו וצונו על השחיטה התם נמי היכי נימא נימא לשחוט לא סגיא דלאו איהו שחט
4 Man wandte ein: ‘Gepriesen sei er, der uns durch seine Gebote geheiligt und uns das Schächten befohlen hat’!? – Wie sollte man da anders sprechen: man kann ja nicht ‘zu schächten’ sagen, da nicht ihm selber das Schächten obliegt. –
ה פסח וקדשים מאי איכא למימר אין הכי נמי
5 Wie ist es beim Pesaḥopfer und bei Geheiligtemzu erklären!? – Dann spreche man auch so. –
ו מיתיבי העושה לולב לעצמו מברך שהחיינו וקימנו והגיענו לזמן הזה נטלו לצאת בו אומר אשר קדשנו במצותיו וצונו על נטילת לולב שאני התם דבעידנא דאגבהה נפק ביה
6 Man wandte ein: Wer den Feststrauß für sich selber bereitet, spreche: ‘Der du uns leben, bestehen und diese Zeit erreichen lassen hast’. Nimmt er ihn, um seiner Pflicht zu genügen, so spreche er: ‘Der uns durch seine Gebote geheiligt und uns das Nehmen des Feststraußes geboten hat’!? – Anders ist es da, wo man schon mit dem Hochheben seiner Pflicht genügt. –
ז אי הכי לצאת בו יצא בו מיבעי ליה אין הכי נמי ומשום דקא בעי למיתנא סיפא לישב בסוכה תנא רישא נמי לצאת בו
7 Wieso heißt es demnach: um seiner Pflicht zu genügen, es sollte ja heißen: und seiner Pflicht genügt!? – Dem ist auch so, da er aber im Schlußsatze lehren will: um in der Festhütte zu sitzen, lehrt er im Anfangssatze: um seiner Pflicht zu genügen.
ח דקתני סיפא העושה סוכה לעצמו אומר ברוך אתה ה' שהחיינו וקימנו והגיענו לזמן הזה נכנס לישב בה אומר ברוך אשר קדשנו במצותיו וצונו לישב בסוכה והלכתא על ביעור חמץ
8 Im Schlußsatze lehrt er nämlich: Wer eine Festhütte für sich macht, spreche: ‘Gepriesen seiest du, o Herr, der du uns leben, bestehen und diese Zeit erreichen lassen hast’. Tritt er in diese ein, um da zu sitzen, so spreche er. ‘Gepriesen seiest du, der du uns durch deine Gebote geheiligt und uns in der Festhütte zu sitzen geboten hast’. Die Halakha ist: [Man spreche:] ‘Die Fortschaffung des Gesäuerten’.
ט דכולי עלמא מיהא מעיקרא בעינן לברוכי מנלן דאמר רב יהודה אמר שמואל כל המצות מברך עליהן עובר לעשייתן
9 Alle stimmen also überein, man müsse den Segen vorher sprechen; woher dies? – R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, bei allen Geboten spreche man den Segen vor [o͑ber] der Ausübung. –
י מאי משמע דהאי עובר לישנא דאקדומי הוא אמר ר"נ בר יצחק דאמר קרא (שמואל ב יח, כג) וירץ אחימעץ דרך הככר ויעבר את הכושי אביי אמר מהכא (בראשית לג, ג) והוא עבר לפניהם ואבע"א מהכא (מיכה ב, יג) ויעבר מלכם לפניהם וה' בראשם
10 Wieso ist es erwiesen, daß o͑ber die Bedeutung ‘vor’ hat? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Die Schrift sagt:<i>da lief Aḥimaa͑ç durch die Aue und kam vor [vajae͑bor] dem Mohren</i>. Abajje entnimmt es hieraus:<i>er ging vor [a͑bar] ihnen</i>. Wenn du willst, hieraus:<i>vor ihnen schreitet [vajaa͑bor] ihr König, der Herr an ihrer Spitze</i>.
יא בי רב אמרי חוץ מן הטבילה ושופר בשלמא טבילה דאכתי גברא לא חזי אלא שופר מ"ט וכי תימא משום דילמא מיקלקלא תקיעה אי הכי אפילו שחיטה ומילה נמי
11 In der Schule Rabhs sagten sie: Ausgenommen ist das Tauchbad und das Posaunen [blasen]. – Allerdings das Tauchbad, weil die Person dann noch ungeeignetist, weshalb aber das Posaunen [blasen]: wolltest du sagen, weil das Blasen mißlingen könnte, so ist dies ja auch beim Schächten und bei der Beschneidung [zu befürchten]!?
יב אלא אמר רב חסדא חוץ מן הטבילה בלבד איתמר תניא נמי הכי טבל ועלה בעלייתו אומר ברוך אשר קדשנו במצותיו וצונו על הטבילה:
12 Vielmehr, sagte R. Ḥisda, ausgenommen ist nur das Tauchbad. Ebenso wird auch gelehrt: Wer untergetaucht ist und heraufsteigt, spreche beim Heraufsteigen: ‘Gepriesen sei er, daß er uns durch seine Gebote geheiligt und uns das Untertauchen geboten hat’.
יג לאור הנר וכו': מנא הני מילי אמר רב חסדא למדנו מציאה ממציאה ומציאה מחיפוש וחיפוש מחיפוש וחיפוש מנרות ונרות מנר
13 B<small>EIM</small> S<small>CHEINE EINER</small> L<small>EUCHTE</small> &amp;<small>C.</small> Woher dies? R. Ḥisda erwiderte: Wir folgern <i>finden</i> von <i>finden</i>,<i> finden</i> von <i>suchen</i>, <i>suchen</i> von <i>Leuchten</i> und <i>Leuchten</i> von <i>Leuchte</i>.
יד מציאה ממציאה כתיב הכא (שמות יב, יט) שבעת ימים שאור לא ימצא בבתיכם וכתיב התם (בראשית מד, יב) ויחפש בגדול החל ובקטן כלה וימצא ומציאה מחיפוש דידיה
14 <i>Finden</i> von <i>finden</i>, denn hierbei heißt es:<i>sieben Tage soll kein Sauerteig in eueren Wohnungen zu finden sein</i>, und dortheißt es: <i>er suchte</i>, <i>beim Ältesten hob er an, und beim Jüngsten hörte er auf, da fand es sich</i>. <i>Finden</i> von <i>suchen</i>, wie hierbei.
טו וחיפוש מנרות דכתיב (צפניה א, יב) בעת ההיא אחפש את ירושלים בנרות ונרות מנר דכתיב (משלי כ, כז) נר (אלהים) [ה'] נשמת אדם חופש כל חדרי בטן
15 <i>Suchen</i> von <i>Leuchten</i>, denn es heißt:<i>siehe, ich werde Jerušalem mit Leuchten durchsuchen</i>.<i> Leuchten</i> von <i>Leuchte</i>, denn es heißt:<i>eine Leuchte Gottes ist des Menschen Geist, die alle Kammern des Leibes durchsucht</i>.
טז תנא דבי ר' ישמעאל לילי י"ד בודקים את החמץ לאור הנר אף על פי שאין ראיה לדבר זכר לדבר שנאמר שבעת ימים שאור לא ימצא ואומר ויחפש בגדול החל ובקטן כלה ואומר בעת ההיא אחפש את ירושלים בנרות ואומר נר (אלהים) [ה'] נשמת אדם חופש
16 In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: In der Nacht zum vierzehnten suchte man beim Scheine einer Leuchte das Gesäuerte zusammen, und obgleich es dafür keinen Beweis gibt, so gibt es immerhin eine Andeutung, denn es heißt: <i>sieben Tage soll kein Sauerteig [in eueren Wohnungen] zu finden sein</i>; ferner heißt es: <i>er suchte, beim Ältesten hob er an, und beim Jüngsten hörte er auf, [da fand es sich]</i>; ferner heißt es: <i>in dieser Zeit werde ich Jerušalem mit Leuchten durchsuchen</i>; und ferner heißt es: <i>eine Leuchte Gottes ist des Menschen Geist, die &amp;c</i>. <i>durchsucht</i>. –
יז מאי ואומר
17 Wozu das ‘ferner’? –
יח וכי תימא האי בעת ההיא קולא הוא דקאמר רחמנא לא בדיקנא לה בירושלים בנהורא דאבוקה דנפיש נהורא טובא אלא בנהורא דשרגא דזוטר נהורא טפי דעון רבה משתכח ועון זוטר לא משתכח תא שמע נר ה' נשמת אדם:
18 Man könnte einwenden, [der Vers:] <i>in dieser Zeit</i>, sei eine Erleichterung, der Allbarmherzige sage nämlich, er werde Jerušalem nicht beim Lichte einer Fackel durchsuchen, deren Licht sehr stark ist, sondern beim Lichte einer Leuchte, deren Licht sehr schwach ist, damit nur die großen Sünden und nicht die kleinen zu finden seien, so komm und höre: <i>eine Leuchte Gottes ist des Menschen Geist</i>.
יט תנו רבנן אין בודקין לא לאור החמה ולא לאור הלבנה ולא לאור האבוקה אלא לאור הנר
19 Die Rabbanan lehrten: Man darf nicht vor dem Lichte der Sonne noch vor dem Lichte des Mondes noch vor dem Lichte einer Fackel durchsuchen, sondern vor dem Lichte einer Leuchte,