Pesachim 156

Kapitel 156

א הא אמרת בציבור אפילו רבי יהושע מודה
1 du sagtest ja, bei einem Gemeindeopfer pflichte auch R. Jehošua͑ bei!? —
ב אלא רואה אני דברי ר"א בדיעבד ודברי ר' יהושע לכתחלה דיעבד אפילו רבי יהושע נמי מודה הוא דקתני מודה רבי יהושע שאם זרק הורצה
2 Vielmehr: die Ansicht R. Elie͑zers leuchtet mir ein, wenn bereits geschehen, und die Ansicht R. Jehošua͑s, wenn von vornherein. — Wenn bereits geschehen, pflichtet ja auch R. Jehošua͑ bei, denn er lehrt, R. Jehošua͑ pflichte bei, daß, wenn das Blut bereits gesprengt worden ist, [das Opfer] wohlgefällig sei!? —
ג הא בטומאה הא באבוד ושרוף כי קתני מודה רבי יהושע שאם זרק הורצה בנטמא אבל באבוד ושרוף לא כי קאמר ר' יוסי רואה אני את דברי ר"א בדיעבד באבוד ושרוף:
3 Das eine, wenn es unrein geworden ist, das andere, wenn es abhanden gekommen oder verbrannt worden ist. Was gelehrt wird, R. Jehošua͑ pflichte bei, daß, wenn das Blut bereits gesprengt worden ist, [das Opfer] wohlgefällig sei, bezieht sich auf den Fall, wenn es unrein geworden ist, nicht aber, wenn es abhanden gekommen oder verbrannt worden ist; und was R. Jose sagt, ihm leuchte die Ansicht R. Elie͑zers ein, wenn bereits geschehen, bezieht sich [auch] auf den Fall, wenn es abhanden gekommen oder verbrannt worden ist.
ד <big><strong>מתני׳</strong></big> נטמא בשר וחלב קיים אינו זורק את הדם נטמא החלב והבשר קיים זורק את הדם ובמוקדשים אינו כן אלא אע"פ שנטמא הבשר והחלב קיים זורק את הדם:
4 <b>W</b><small>ENN</small> F<small>LEISCHunrein geworden und das</small> F<small>ETT ERHALTEN IST, SO SPRENGE MAN DAS</small> B<small>LUT NICHT; WENN ABER DAS</small> F<small>ETT UNREIN GEWORDEN UND DAS</small> F<small>LEISCH ERHALTEN IST, SO SPRENGE MAN DAS</small> B<small>LUT WOHL</small>. B<small>EI ANDEREN GEḤEILIGTEN</small> [O<small>PFERN</small>] <small>IST ES NICHT SO, VIELMEHR SPRENGE MAN DAS</small> B<small>LUT, AUCH WENN DAS</small> F<small>LEISCH UNREIN GEWORDEN UND DAS</small> F<small>ETT ERHALTEN IST</small>.
ה <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר רב גידל אמר רב אם זרק הורצה והא בעינן אכילה אכילה לא מעכבא
5 GEMARA. R. Gidel sagte im Namen Rabhs: Hat man [das Blut] bereits gesprengt, so ist es wohlgefällig. — Es muß ja aber gegessen werden!? — Das Essen ist nicht unerläßlich. —
ו והא כתיב (שמות יב, ד) איש לפי אכלו למצוה
6 Es heißt ja aber:<i>jeder gemäß seinem Essen</i>!?—Nur als Gebot. —
ז ולעכב לא והתניא (שמות יב, ד) במכסת מלמד שאין הפסח נשחט אלא למנויו יכול שחטו שלא למנויו יהא כעובר על המצוה וכשר ת"ל איש לפי אכלו תכוסו הכתוב שנה עליו לעכב
7 Ist es denn nicht unerläßlich, es wird ja gelehrt:<i>Nach der Zahl</i>, dies lehrt, daß das Pesaḥopfer nur für die Beteiligten geschlachtet werden darf. Man könnte glauben, wenn man es für die Unbeteiligten geschlachtet hat, habe man nur das Gebot übertreten, [das Opfer] aber sei tauglich, so heißt es:<i>jeder gemäß seinem Essen sollt ihr zählen</i>, die Schrift hat dies wiederholt, daß es nämlich unerläßlich ist,
ח ואיתקש אוכלין למנויין
8 und die Essenden gleichen den Beteiligten!? — Vielmehr,
ט אלא רב דאמר כרבי נתן דאמר אכילת פסחים לא מעכבא
9 Rabh ist der Ansicht R. Nathans, welcher sagt, das Essen des Pesaḥopfers sei nicht unerläßlich. —
י הי רבי נתן אילימא הא רבי נתן דתניא רבי נתן אומר מנין שכל ישראל יוצאין בפסח אחד ת"ל (שמות יב, ו) ושחטו אותו כל קהל עדת ישראל בין הערבים וכי כל הקהל שוחטין והלא אין שוחט אלא אחד אלא מלמד שכל ישראל יוצאין בפסח אחד
10 Welcher [Lehre] R. Nathans, wollte man sagen der folgenden: R. Nathan sagte: Woher, daß ganz Jisraél seiner Pflicht mit einem Pesaḥopfer genügen könne? Es heißt:<i>die ganze Gemeinde Jisraél soll es zwischen den Abenden schlachten</i>; schlachtet es denn die ganze Gemeinde, einer tut es ja!? Dies lehrt vielmehr, daß ganz Jisraél seiner Pflicht mit einem Pesaḥopfer genügenkönne.
יא דילמא שאני התם דאי ממשכי הני חזי להני ואי ממשכי הני חזי להני
11 Vielleicht aber ist es hierbei anders, denn wenn die einen sich zurückziehen, reicht es für die anderen!? —
יב אלא הא ר' נתן דתניא נמנו עליו חבורה אחת וחזרו ונמנו עליו חבורה אחרת ראשונים שיש להן כזית אוכלין ופטורין מלעשות פסח שני אחרונים שאין להם כזית אין אוכלין וחייבין לעשות פסח שני
12 Vielmehr, folgender Lehre R. Nathans: Hat sich für [das Pesaḥopfer] zuerst eine Gesellschaft und später noch eine zweite Gesellschaft zusammengetan, so essen [die Mitglieder] der ersten, die an diesem je ein olivengroßes Stück haben, davon und brauchen kein zweites Pesaḥopfer herzurichten, die der zweiten aber, die an diesem kein olivengroßes Stück haben, dürfen davon nicht essen, vielmehr sind sie ein zweites Pesaḥopfer herzurichten verpflichtet;
יג רבי נתן אומר אלו ואלו פטורין מלעשות פסח שני שכבר נזרק הדם
13 R. Nathan sagt, weder diese noch jene brauchen ein zweites Pesaḥopfer herzurichten, weil das Blut bereits gesprengt worden ist. —
יד אכתי דילמא שאני התם דאי ממשכי הני חזי להו א"כ ליתני הואיל וראויים לימשך מאי שכבר נזרק הדם ש"מ בדם תליא מילתא אבל אכילה לא מעכבא
14 Vielleicht aber ist es auch hierbei anders, denn, wenn jene sich zurückziehen, reicht es für diese!? — Demnach sollte er begründen: weil sich jene zurückziehen können; wenn er aber begründet: weil das Blut bereits gesprengt worden ist, so ist zu entnehmen, daß es auf das Blut [sprengen] ankommt, das Essen aber ist nicht unerläßlich. —
טו מאי דוחקיה דרב דמוקים לה מתני' לכתחלה ור' נתן נוקמה כרבנן ואפילו דיעבד נמי לא רב מתני' קשיתיה אמאי (תני) אין זורק את הדם ליתני פסול אלא שמע מינה אין זורק לכתחלה אבל דיעבד שפיר דמי
15 Was veranlaßt Rabh, unsere Mišna R. Nathan zu addizieren, von vornherein, sollte er sie doch den Rabbanan addizieren, auch wenn bereits geschehen!? — Rabh war die Mišna auffallend: weshalb lehrt er, man dürfe das Blut nicht sprengen, sollte er lehren, es sei untauglich!? Hieraus ist also zu entnehmen, man dürfe es von vornherein nicht sprengen, jedoch ist es tauglich, wenn bereits geschehen. —
טז ולר' נתן איש לפי אכלו למה לי דבעינן גברא דחזי לאכילה
16 Wozu heißt es nach R. Nathan: <i>jeder gemäß seinem Essen</i>!? — Daß es eine Person sein muß, die zum Essen geeignet ist. —
יז מאן תנא להא דתנו רבנן שחטו לאוכליו וזרקו דמו שלא לאוכליו הפסח עצמו כשר ואדם יוצא בו ידי חובתו כמאן נימא רבי נתן היא ולא רבנן
17 Wer ist der Autor folgender Lehre der Rabbanan: Hat man es für Essende geschlachtet und das Blut gesprengt für solche, die davon nicht essen können, so ist das Pesaḥopfer selbst tauglich, auch genügt man damit seiner Pflicht. Wer, wohl R. Nathan und nicht die Rabbanan? —
יח אפילו תימא רבנן אין מחשבת אוכלין בזריקה
18 Du kannst auch sagen, die Rabbanan, denn beim Sprengen ist die Absicht hinsichtlich der Essenden belanglos. —
יט מאן תנא להא דתנו רבנן הרי שהיה חולה בשעת שחיטה וחלים בשעת זריקה חלים בשעת שחיטה וחולה בשעת זריקה אין שוחטין וזורקין עליו עד שיהא חלים משעת שחיטה עד שעת זריקה כמאן נימא רבנן היא ולא רבי נתן אפילו תימא רבי נתן גברא דחזי לאכילה בעינן
19 Wer ist der Autor folgender Lehre der Rabbanan: War er krank beim Schlachtenund gesund beim Sprengen oder gesund beim Schlachten und krank beim Sprengen, — man darf für einen nur dann schlachten und sprengen, wenn er vom Schlachten bis zum Sprengen gesund ist. Wer, wohl die Rabbanan und nicht R. Nathan? — Du kannst auch sagen, R. Nathan, denn die Person muß zum Essen geeignetsein. —
כ מאן תנא להא דתנו רבנן שחטו בטהרה ואחר כך נטמאו הבעלים יזרק הדם בטהרה ואל יאכל בשר בטומאה כמאן
20 Wer ist der Autor folgender Lehre der Rabbanan: Wenn man es in Reinheit geschlachtet hat und der Eigentümer unrein geworden ist, so ist das Blut in Reinheit zu sprengen und das Fleisch nicht in Unreinheit zu essen. Wer?
כא אמר רבי (אליעזר) במחלוקת שנויה ורבי נתן היא ורבי יוחנן אמר אפילו תימא רבנן היא הכא במאי עסקינן בציבור דאפילו בטומאה נמי עבדי
21 R. Elea͑zar erwiderte: Hierüber besteht ein Streit, und zwar ist hier die Ansicht R. Nathansvertreten. R. Joḥanan erwiderte: Du kannst auch sagen, die der Rabbanan, denn hier wird von einer Gemeinde gesprochen, die es auch in Unreinheit herrichten darf. —
כב אי בציבור אמאי אין הבשר נאכל בטומאה גזירה שמא יטמאו הבעלים לאחר זריקה ויאמרו אשתקד לא נטמאנו ואכלנו השתא נמי ניכול ולא ידעי דאשתקד כי איזדריק דם בעלים טמאים הוו השתא בעלים טהורין הוו
22 Weshalb darf, wenn hier von einer Gemeinde gesprochen wird, das Fleisch nicht in Unreinheit gegessen werden!? — Mit Rücksicht darauf, die Eigentümer könnten [im nächsten Jahre] nach dem Sprengen unrein werden und sagen: im Vorjahre waren wir unrein und aßen [vom Pesaḥopfer], ebenso wollen wir auch jetzt essen; sie würden nicht bedenken, daß im Vorjahre die Eigentümer beim Sprengen des Blutes unreinwaren, in diesem Jahre aber rein waren.