Pesachim 175

Kapitel 175

א תמרים ויעסקו בתורה עולא איקלע לפומבדיתא קריבו ליה טירינא דתמרי אמר להו כמה כי הני בזוזא אמרו ליה תלת בזוזא אמר מלא צנא דדובשא בזוזא ובבלאי לא עסקי באורייתא
1 und sich mit der Tora befassen. Einst kam U͑la nach Pumbeditha, und man reichte ihm da einen Korb Datteln. Da fragte er: Wieviel solcher gibt es für einen Zuz? Man erwiderte ihm: Drei für einen Zuz. Darauf sprach er: Einen Korb voll Honig um einen Zuz [in Babylonien], und die Babylonier befassen sich nicht mit der Tora!
ב בליליא צערוהו אמר מלא צנא סמא דמותא בזוזא בבבל ובבלאי עסקי באורייתא
2 Als er aber nachts Leibschmerzen bekam, sprach er: Einen Korb voll des Todes um einen Zuz in Babylonien, und dennoch befassen sich die Babylonier mit der Tora.
ג ואמר ר' אלעזר מאי דכתיב (ישעיהו ב, ג) והלכו עמים רבים ואמרו לכו ונעלה אל הר ה' אל בית אלהי יעקב וגו' אלהי יעקב ולא אלהי אברהם ויצחק
3 Ferner sagte R. Elea͑zar: Es heißt:<i>und viele Völker werden sich aufmachen und sprechen: Auf, laßt uns zum Berge des Herrn, zum Tempel des Gottes Ja͑qobs hinaufsteigen &amp;c</i>. Ist er denn der Gott Ja͑qobs und nicht der Gott Abrahams und Jiçḥaqs?
ד אלא לא כאברהם שכתוב בו הר שנאמר (בראשית כב, יד) אשר יאמר היום בהר ה' יראה ולא כיצחק שכתוב בו שדה שנאמר (בראשית כד, סג) ויצא יצחק לשוח בשדה אלא כיעקב שקראו בית שנאמר (בראשית כח, יט) ויקרא את שם המקום ההוא בית אל
4 Vielmehr, nicht wie Abraham, bei dem [das Wort] <i>Berg</i> gebraucht wird, wie es heißt:<i>daher man noch heutigen Tages sagt: auf dem Berge, wo der Herr erscheint</i>, auch nicht wie Jiçḥaq, bei dem [das Wort] <i>Feld</i> gebraucht wird, wie es heißt:<i>Jiçḥaq war ausgegangen, um auf dem Felde zu beten</i>, sondern wie Ja͑qob, der ihn Haus nannte, wie es heißt:<i>er nannte diese Stätte Bethel [Haus Gottes]</i>.
ה א"ר יוחנן גדול קבוץ גליות כיום שנבראו בו שמים וארץ שנאמר (הושע ב, ב) ונקבצו בני יהודה ובני ישראל יחדו ושמו להם ראש אחד ועלו מן הארץ כי גדול יום יזרעאל וכתיב (בראשית א, ה) ויהי ערב ויהי בוקר יום אחד:
5 R. Joḥanan sagte: Der Tag der Exulanteneinsammlung ist so bedeutend wie der Tag, an dem Himmel und Erde erschaffen worden sind, denn es heißt:<i>die Judäer und die Jisraéliten werden sich einsammeln und sich ein Oberhaupt wählen und aus dem Lande herausziehen; denn gewaltig ist der Tag von Jizre͑él,</i> und es heißt:es <i>wurde Abend und es wurde Morgen, ein Tag</i>.
ו יתום ששחטו עליו אפוטרופסין וכו': שמעת מינה יש ברירה א"ר זירא (שמות יב, ג) שה לבית מ"מ
6 E<small>INE</small> W<small>AISE</small> [<small>ESSE</small>], <small>WENN</small> [<small>MEHRERE</small>] V<small>ORMÜNDER FÜR SIE</small> [<small>DAS</small> P<small>ESAḤOPFER</small>] <small>GESCHLACHTET HABEN &amp;C</small>. Hieraus wäre also zu entnehmen, daß es eine fiktive Feststellunggebe? R. Zera erwiderte:<i>Ein Schaf für jedes Haus</i>, in jedem Falle.
ז ת"ר שה לבית מלמד שאדם מביא ושוחט על ידי בנו ובתו הקטנים ועל ידי עבדו ושפחתו הכנענים בין מדעתן בין שלא מדעתן אבל אינו שוחט על ידי בנו ובתו הגדולים ועל ידי עבדו ושפחתו העברים ועל יד אשתו אלא מדעתן
7 Desgleichen wird gelehrt: <i>Ein Schaf für jedes Haus</i>, dies lehrt, daß man es holen und für seinen minderjährigen Sohn, seine minderjährige Tochter, seinen kenaa͑nitischen Sklaven und seine kenaa͑nitische Magd, sowohl mit ihrem Wissen als auch ohne ihr Wissen, schlachten dürfe; für seinen erwachsenen Sohn, seine erwachsene Tochter, seinen jüdischen Sklaven, seine jüdische Magd und seine Frau darf man es nur mit ihrem Wissen schlachten.
ח תניא אידך לא ישחוט אדם לא על ידי בנו ובתו הגדולים ועל ידי עבדו ושפחתו העברים ועל יד אשתו אלא מדעתן אבל שוחט הוא על ידי בנו ובתו הקטנים ועל ידי עבדו ושפחתו הכנענים בין מדעתן ובין שלא מדעתן וכולן ששחטו ושחט רבן עליהן יוצאין בשל רבן ואין יוצאין בשל עצמן
8 Ein Anderes lehrt: Man darf [das Pesaḥopfer] für seinen erwachsenen Sohn, seine erwachsene Tochter, seinen jüdischen Sklaven, seine jüdische Magd und seine Frau nur mit ihrem Wissen schlachten; für seinen minderjährigen Sohn, seine minderjährige Tochter, seinen kenaa͑nitischen Sklaven und seine kenaa͑nitische Magd darf man es sowohl mit ihrem Wissen als auch ohne ihr Wissen schlachten. Wenn diese es für sich geschlachtet haben und ihr Herr ebenfalls für sie geschlachtet hat, so genügen sie ihrer Pflicht mit dem ihres Herrn, nicht aber mit dem ihrigen,
ט חוץ מן האשה שיכולה למחות
9 ausgenommen die Frau, weil sie es ablehnen kann. —
י מאי שנא אשה אמר רבא אשה וכל דדמי לה
10 Womit ist die Frau anders? Raba erwiderte: Die Frau und die ihr [in ihrer Selbständigkeit] gleichen. —
יא הא גופא קשיא אמרת חוץ מן האשה שיכולה למחות טעמא דמחי הא לא מחי נפקא בשל בעלה והא קתני רישא ולא על ידי אשתו אלא מדעתן הא סתמא לא נפקא
11 Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, ausgenommen die Frau, weil sie es ablehnen kann, nur wenn sie es ablehnt, wenn sie es aber nicht ablehnt, genügt sie ihrer Pflicht mit dem [Pesaḥopfer] ihres Mannes, dagegen lehrt er im Anfangssatze, für seine Frau nur mit ihrem Wissen, wonach sie ihrer Pflicht nicht genügt, wenn sie nichts sagt!? —
יב מאי אלא מדעתן לאו דאמרי אין אלא בסתמא לאפוקי היכא דאמור לא
12 ‘Mit ihrem Wissen’ heißt nicht: wenn sie zustimmen, sondern: wenn sie nichts sagen, ausgenommen der Fall, wenn sie es ablehnen. —
יג והא כולם ששחטו ושחט רבן עליהן יוצאין בשל רבן דבסתמא וקתני חוץ מן האשה מפני שיכולה למחות
13 Es heißt ja aber, daß, wenn diese es für sich selbst geschlachtet haben und ihr Herr ebenfalls für sie geschlachtet hat, sie mit dem ihres Herrn ihrer Pflicht genügen, auch wenn sie nichts gesagt haben, dennoch lehrt er, ausgenommen die Frau, weil sie es ablehnen kann!?
יד אמר רבא כיון ששחטו אין לך מיחוי גדול מזה:
14 Raba erwiderte: Wenn sie selber es schlachtet, gibt es ja keine größere Ablehnung als dies.
טו עבד של שני שותפין וכו': רמי ליה רב עינא סבא לר"נ תנן עבד של שני שותפין לא יאכל משל שניהן והתניא רצה מזה אוכל רצה מזה אוכל
15 E<small>IN</small> S<small>KLAVE ZWEIER</small> T<small>EILHABER &amp;C</small>. R. E͑na der Greis wies R. Naḥman auf einen Widerspruch hin: Es wird gelehrt, ein Sklave zweier Teilhaber dürfe vom [Pesaḥopfer] beider nicht essen, und [dem widersprechend] wird gelehrt, er dürfe nach Belieben entweder von diesem oder von jenem essen!?
טז א"ל עינא סבא ואמרי לה פתיא אוכמא מיני ומינך תסתיים שמעתתא מתניתין בדקפדי אהדדי ברייתא דלא קפדי אהדדי:
16 Dieser erwiderte: Greiser E͑na, manche sagen: Schwarzer Topf, durch uns beide wird ja die Lehre aufgeklärt; unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn sie es miteinander genau nehmen, und die Barajtha von dem Falle, wenn sie es miteinander nicht genau nehmen.
יז מי שחציו עבד וחציו בן חורין לא יאכל משל רבו וכו': משל רבו הוא דלא יאכל אבל משל עצמו יאכל והא תניא לא יאכל לא משלו ולא משל רבו
17 W<small>ER ZUR</small> H<small>ÄLFTE</small> S<small>KLAVE UND ZUR</small> H<small>ÄLFTE</small> F<small>REIER IST, DARF VON DEM SEINES</small> H<small>ERRN NICHT ESSEN</small>. Also nur nicht von dem seines Herrn, wohl aber von seinem eigenen, dagegen wird ja gelehrt, daß er weder von seinem eigenen, noch von dem seines Herrn esse!? —
יח לא קשיא כאן כמשנה ראשונה כאן כמשנה אחרונה דתנן מי שחציו עבד וחציו בן חורין עובד את רבו יום אחד ואת עצמו יום אחד דברי בית הלל בית שמאי אומרים
18 Das ist kein Widerspruch; eines nach der ersteren Lehre und eines nach der späteren Lehre. Wir haben nämlich gelernt: Wer zur Hälfte Sklave und zur Hälfte Freier ist, diene einen Tag seinem Herrn und einen Tag sich selbst — so die Schule Hillels. Die Schule Šammajs sprach: