Pesachim 203

Kapitel 203

א מאן תנא עקירות
1 Der Tanna, der vom Fortbewegen der Füße lehrt,
ב רבי יהודה דתניא חברים שהיו מסובין ועקרו רגליהם לילך לבית הכנסת או לבית המדרש כשהן יוצאין אין טעונין ברכה למפרע וכשהן חוזרין אין טעונין ברכה לכתחלה אמר רבי יהודה במה דברים אמורים בזמן שהניחו. שם מקצת חברים אבל לא הניחו שם מקצת חברים כשהן יוצאין טעונין ברכה למפרע וכשהן חוזרין טעונין ברכה לכתחלה
2 ist R. Jehuda. Es wird nämlich gelehrt: Wenn Genossen bei Tisch sitzen und die Füße in Bewegung setzen, um ins Bet- oder ins Lehrhaus zu gehen, so brauchen sie, wenn sie fortgehen, keinen Segen nachher, und wenn sie zurückkehren, keinen Segen vorher [abermals] zu sprechen. R. Jehuda sagte: Diese Worte gelten nur, wenn sie einige Genossen zurücklassen, wenn sie aber nicht einige Genossen zurücklassen, müssen sie, wenn sie fortgehen, den Segen nachher, und wenn sie zurückkehren, den Segen vorher [abermals] sprechen.
ג אלא טעמא דבדברים הטעונין ברכה לאחריהן במקומן דכשהן יוצאין אין טעונין ברכה למפרע וכשהן חוזרין אין טעונין ברכה לכתחלה אבל דברים שאין טעונין ברכה לאחריהן במקומן אפילו לרבנן כשהן יוצאין טעונין ברכה למפרע וכשהן חוזרין טעונין ברכה לכתחילה
3 Nur bei Dingen, die auf derselben Stelle eines Segens nachher benötigen, brauchen sie, wenn sie fortgehen, keinen Segen nachher, und wenn sie zurückkehren, keinen Segen vorher [abermals] zu sprechen, bei Dingen aber, die des Segens nachher auf derselben Stelle nicht benötigen, müssen sie auch nach den Rabbanan, wenn sie hinausgehen, den Segen nachher, und wenn sie zurückkehren, den Segen vorher [abermals] sprechen.
ד לימא תיהוי תיובתא דר' יוחנן ולאו מי אותביניה חדא זימנא נימא מהא נמי תיהוי תיובתא
4 Dies wäre also eine Widerlegung R. Joḥanans. – Wir haben ihn ja bereits einmalwiderlegt, so ist auch hieraus eine Widerlegung zu entnehmen. –
ה אמר לך ר' יוחנן הוא הדין דאפילו דברים שאין טעונין ברכה לאחריהם במקומן נמי אין צריכין לברך והא דקתני עקרו רגליהן להודיעך כחו דר' יהודה
5 R. Joḥanan kann dir erwidern: auch über Dinge, die keines Segens nachher auf derselben Stelle benötigen, braucht man keinen Segen [abermals] zu sprechen, und nur deshalb lehrt er es vom Fortbewegen der Füße, um dir die weitestgehende Ansicht R. Jehudas hervorzuheben,
ו דאפילו דברים שטעונין ברכה לאחריהן במקומן טעמא דהניחו מקצת חברים אבל לא הניחו מקצת חברים כשהן יוצאין טעונין ברכה למפרע וכשהן חוזרין טעונין ברכה לכתחלה
6 daß sogar bei Dingen, die des Segens nachher auf derselben Stelle benötigen, dies nur dann der Fall sei, wenn sie einige Genossen zurücklassen, wenn sie aber nicht einige Genossen zurücklassen, müssen sie, wenn sie hinausgehen, den Segen nachher, und wenn sie zurückkehren, den Segen vorher [abermals] sprechen.
ז תניא כוותיה דרב חסדא חברים שהיו מסובין לשתות יין ועקרו רגליהן וחזרו אין צריכין לברך
7 Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Ḥisda: Wenn Genossen bei Tisch sitzen und Wein trinken und die Füße in Bewegung setzen, so brauchen sie, wenn sie zurückkehren, nicht den Segen [abermals] zu sprechen.
ח תנו רבנן בני חבורה שהיו מסובין וקדש עליהן היום מביאין לו כוס של יין ואומר עליו קדושת היום ושני אומר עליו ברכת המזון דברי רבי יהודה ר' יוסי אומר אוכל והולך עד שתחשך
8 Die Rabbanan lehrten: Wenn eine Gesellschaft bei Tisch sitzt und die Heiligkeit des Tages beginnt, so hole man einen Becher Wein und spreche über ihn den Segen zur Weihe des Tages, und einen zweiten, über den man den Tischsegen spreche –so R. Jehuda; R. Jose sagt, sie dürfen die Mahlzeit bis zur Dunkelheit fortsetzen,