Pesachim 21

Kapitel 21

א שלא ברצון חכמים (הן עושין) דברי ר"מ רבי יהודה אומר ברצון חכמים היו עושין ולא קא גזר ר' יהודה דילמא אתי למיכל מיניה אמר רבא שאני חדש מתוך שלא התרת לו אלא על ידי קטוף הוא זכור
1 diesgeschah ohne Billigung der Weisen – so R. Meír; R. Jehuda sagt, esgeschah mit Billigung der Weisen. R. Jehuda berücksichtigt also nicht, man könnte davon zu essen verleitet werden!? Raba erwiderte: Anders ist es bei den neuen Früchten, denn da esnur durch Pflücken erlaubt ist, so denkt man daran.
ב א"ל אביי תינח בשעת קטיפה טחינה והרקדה מאי איכא למימר הא לא קשיא טחינה ברחיא דיד הרקדה ע"ג נפה
2 Abajje sprach zu ihm: Allerdings beim Pflücken, wie ist es aber vom Mahlen und Beuteln zu erklären!? – Das ist kein Einwand; das Mahlen erfolgte mit einer Handmühle und das Beuteln mit der Rückseite des Siebes. –
ג אלא הא דתנן קוצרין בית השלחים ושבעמקים אבל לא גודשין ואוקימנא כרבי יהודה מאי איכא למימר
3 Wir haben gelernt, daß man auf künstlich bewässerten Feldern und in Tälern mähen, jedoch nicht aufschobern dürfe, und dies addizierten wir R. Jehuda; wie ist es nun zu erklären!?
ד אלא אמר אביי חדש בדיל מיניה חמץ לא בדיל מיניה
4 Vielmehr, erklärte Abajje, von neuen Früchten pflegt man sich zurückzuziehen, nicht aber pflegt man sich von Gesäuertem zurückzuziehen.
ה אמר רבא דרבי יהודה אדרבי יהודה קשיא דרבנן אדרבנן לא קשיא
5 Raba wandte ein: Befindet sich denn nur R. Jehuda mit sich selbst in Widerspruch und nicht auch die Rabbanan!? –
ו דר' יהודה אדר' יהודה לא קשיא כדשנינן דרבנן אדרבנן נמי לא קשיא הוא עצמו מחזר עליו לשורפו מיכל קאכיל מיניה
6 R. Jehuda befindet sich nicht mit sich selbst in Widerspruch, wie wir bereits erklärt haben, und die Rabbanan befinden sich ebenfalls nicht mit sich selbst in Widerspruch, denn wie sollte man davon essen, wo man damit beschäftigt ist, es zu verbrennen!?
ז רב אשי אמר דר' יהודה אדר' יהודה לא קשיא קמח וקלי תנן
7 R. Aši erklärte: R. Jehuda befindet sich nicht mit sich selbst in einem Widersprüche, denn [die angezogene Lehre] spricht von Mehl und Rostähren.
ח הא דרב אשי בדותא היא התינח מקלי ואילך מעיקרא עד קלי מאי איכא למימר
8 Die Erklärung R. Ašis ist aber nur Gerede; allerdings nach dem Rösten der Ähren, wie ist es aber hinsichtlich [der Zeit] bis dahinzu erklären!?
ט וכ"ת על ידי קיטוף כדרבא אלא קוצרין בית השלחין ושבעמקים ואוקימנא כרבי יהודה מא"ל אלא דרב אשי בדותא היא
9 Wolltest du sagen, nur Pflücken [sei erlaubt], nach der Erklärung Rabas, so [wird ja gelehrt], daß man auf künstlich bewässerten Feldern und in Tälern mähen dürfe, was wir R. Jehuda addizierten: wie ist dies zu erklären!? Vielmehr ist die Erklärung R. Ašis nur Gerede. –
י וכל היכא דלא בדיל מיניה מי גזר רבי יהודה
10 Berücksichtigt denn R. Jehuda [eine Übertretung] in dem Falle, wo man sich davon nicht zurückzieht,
יא והתנן לא יקוב אדם שפופרת של ביצה וימלאנה שמן ויתננה בצד הנר בשביל שתהא מנטפת ואפי' היא של חרס
11 wir haben ja gelernt: Man darf nicht eine Eierschale durchlochen, sie mit Öl füllen und über eine Lampe setzen, damit [das Öl] herabtriefe, auch keine Ton [schale];
יב ור' יהודה מתיר התם משום חומרא דשבת מבדל בדילי
12 R. Jehuda erlaubt dies. – Auch hierbei zieht man sich [vom Öl] zurück, wegen der Strenge des Šabbathgesetzes. –
יג ורמי דשבת אשבת דתניא חבל דלי שנפסק לא יהא קושרו אלא עונבו רבי יהודה אומר כורך עליו פונדא או פסקיא ובלבד שלא יענבנו
13 Aber auch beim Šabbathgesetze selbst besteht ja ein Widerspruch!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn der Strick eines Eimers zerreißt, so darf man ihn nicht mit einem Knoten zusammenbinden, sondern nur mit einer Schleife; R. Jehuda sagt, man umwickle ihn mit Band oder einem Gurte, nur mache man keine Schleife.
יד קשיא דרבי יהודה אדרבי יהודה קשיא דרבנן אדרבנן
14 Somit befinden sich ja sowohl R. Jehuda als auch die Rabbanan mit sich selbst in Widerspruch!? –
טו דרבנן אדרבנן לא קשיא שמן בשמן מיחלף עניבה בקשירה לא מיחלף
15 Die Rabbanan befinden sich in keinem Widersprüche mit sich selbst, denn man kann wohl Öl mit Öl verwechseln, nicht aber eine Schleife mit einem Knoten;
טז דרבי יהודה אדר' יהודה לא קשיא טעמא דרבי יהודה לאו משום דגזר עניבה אטו קשירה אלא משום דקסבר עניבה גופה קשירה היא
16 R. Jehuda befindet sich ebenfalls in keinem Widersprüche mit sich selbst, denn R. Jehuda [verbietet] die Schleife nicht wegen des Knotens, vielmehr ist er der Ansicht, die Schleife selbst gelte als Knoten. –
יז ורמי רבנן אדרבנן דתנן קושרין דלי בפסקיא אבל לא בחבל ורבי יהודה מתיר חבל דמאי אילימא חבל דעלמא ורבי יהודה מתיר קשר של קיימא הוא דודאי אתי לבטולי
17 Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, in welchem die Rabbanan sich befinden. Wir haben gelernt: Man darf einen Eimer mit einem Gurte festbinden, nicht aber mit einem Stricke; R. Jehuda erlaubt dies. Was für ein Strick: wollte man sagen, mit einem gewöhnlichen, wieso erlaubt es R. Jehuda, einen solchen gibt man auf, somit ist es ja ein bleibender Knoten;
יח אלא פשיטא דגרדי
18 doch wohl mit einem Weberstricke,
יט וגזרו רבנן חבל דגרדי אטו חבל דעלמא אין חבל בחבל מיחלף עניבה בקשירה לא מיחלפא
19 und die Rabbanan haben es mit einem Weberstricke mit Rücksicht auf einen gewöhnlichen verboten!? – Allerdings; wohl verwechselt man Stricke miteinander, nicht aber eine Schleife mit einem Knoten. –
כ וכל היכא דבדיל מיניה לא גזר רבי יהוד' והתניא בכור שאחזו דם אפי' הוא מת אין מקיזין לו דם דברי ר' יהודה
20 Berücksichtigt denn R. Jehuda nichts in einem Falle, wenn man sich davon zurückzieht, es wird ja gelehrt: Wenn ein erstgeborenes TierBlutandrang hat, so darf man ihm nicht zur Ader lassen, selbst wenn es verendet – so R. Jehuda;
כא וחכ"א יקיז ובלבד שלא יטיל בו מום התם מתוך שאדם בהול
21 die Weisen sagen, man lasse ihm zur Ader, nur darf man ihm kein Gebrechen beibringen!? – Hierbei deshalb, weil man