Pesachim 215

Kapitel 215

א בין הכוסות הללו אם רצה לשתות ישתה בין שלישי לרביעי לא ישתה ואי אמרת מסעד סעיד אמאי ישתה הא קא אכיל למצה אכילה גסה אלא שמע מינה מגרר גריר
1 Zwischen diesenBechern darf man, wenn man will, [noch außerdem] trinken, nicht aber zwischen dem dritten und dem vierten. Wieso dürfte man trinken, wenn du sagen wolltest, [der Wein] sättige, man ißt ja dann das Ungesäuerte übersättigt? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, [der Wein] mache Appetit.
ב רב ששת הוה יתיב בתעניתא כל מעלי יומא דפסחא נימא קא סבר רב ששת סמוך למנחה גדולה תנן ומשום פסחא הוא דילמא מימשך ואתי לאימנועי מלמעבד פיסחא הוא
2 R. Šešeth pflegte den ganzen Vorabend des Pesaḥfestes im Fasten zu verbringen. Demnach ist R. Šešeth der Ansicht, unsere Mišna spreche vom großen Vespergebete, wegen des Pesaḥopfers, weil man [die Mahlzeit] ausdehnen und die Herrichtung des Pesaḥopfers unterlassen könnte,
ג וסבר לה כי הא דאמר רבי אושעיא אמר ר"א מכשיר היה בן בתירא בפסח ששחטו שחרית בארבעה עשר לשמו ומצפרא זמן פסחא הוא דכולי יומא חזי לפסחא
3 und er hält es mit dem, was R. Oša͑ja im Namen R. Elea͑zars gesagt hat, nach Ben Bethera sei das am Morgen des vierzehnten [Nisan] auf seinen Namen geschlachtete Pesaḥopfer tauglich, weil die Zeit des Pesaḥopfers morgens beginnt und der ganze Tag dafür bestimmt ist,
ד דסבר (שמות יב, ו) בין הערבים בין ערב דאתמול לערב דהאידנא
4 denn er ist der Ansicht,<i>zwischen den Abenden</i> heiße: zwischen dem vorangehenden und kommenden Abend. –
ה אמרי לא שאני רב ששת דאיסתניס הוה דאי טעים בצפרא מידי לאורת' לא הוה מהני ליה מיכלא:
5 Nein, anders R. Šešeth, der verweichlicht war; wenn er morgens gegessen hätte, würde er abends keinen Appetit zum Essen gehabt haben.
ו ואפילו עני שבישראל לא יאכל עד שיסב: איתמר מצה צריך הסיבה מרור אין צריך הסיבה יין איתמר משמיה דרב נחמן צריך הסיבה ואיתמר משמיה דרב נחמן אין צריך הסיבה
6 S<small>ELBST DER</small> Ä<small>RMSTE IN</small> J<small>ISRAÉL</small> &amp;<small>C</small>. E<small>S</small> wurde gelehrt: Das Ungesäuerte benötigt des Anlehnens, das Bitterkraut benötigt nicht des Anlehnens; vom Weine wurde im Namen R. Naḥmans gelehrt, er benötige des Anlehnens, und [dagegen] wurde im Namen R. Naḥmans gelehrt, er benötige des Anlehnens nicht.
ז ולא פליגי הא בתרתי כסי קמאי הא בתרתי כסי בתראי אמרי לה להאי גיסא ואמרי לה להאי גיסא אמרי לה להאי גיסא תרי כסי קמאי בעו הסיבה דהשתא הוא דקא מתחלא לה חירות תרי כסי בתראי לא בעו הסיבה מאי דהוה הוה
7 Sie streiten aber nicht, denn eines gilt von den ersten zwei Bechern und eines gilt von den letzten zwei Bechern. Manche erklären es auf die eine Weise, und manche erklären es auf die andere Weise. Manche erklären es auf die eine Weise, daß nämlich die ersten zwei Becher des Anlehnens benötigen, weil bei diesen die Freiheit beginnt, die letzten zwei aber benötigen nicht des Anlehnens, weil diese schon vorüber ist.
ח ואמרי לה להאי גיסא אדרבה תרי כסי בתראי בעו הסיבה ההיא שעתא דקא הויא חירות תרי כסי קמאי לא בעו הסיבה דאכתי עבדים היינו קאמר השתא דאיתמר הכי ואיתמר הכי אידי ואידי בעו הסיבה
8 Manche erklären es auf die andere Weise, daß nämlich im Gegenteil die letzten zwei Becher des Anlehnens benötigen, weil bei diesen die Freiheit schon begonnen hat, die ersten zwei aber benötigen nicht des Anlehnens, weil man bei diesen noch [den Abschnitt] ‘Sklaven waren wir’liest. Da nun so gelehrt wird und anders gelehrt wird, so benötigen diese und jene des Anlehnens.
ט פרקדן לא שמיה הסיבה הסיבה ימין לא שמה הסיבה ולא עוד אלא שמא יקדים קנה לוושט ויבא לידי סכנה
9 Das Liegen auf dem Rücken heißt nicht angelehnt; das Anlehnen nach rechts heißt nicht angelehnt, außerdem ist dies gefährlich, da [die Speisen] eher in die Luftröhre als in die Speiseröhre gelangen könnten.
י אשה אצל בעלה לא בעיא הסיבה ואם אשה חשובה היא צריכה הסיבה בן אצל אביו בעי הסיבה איבעיא להו תלמיד אצל רבו מאי
10 Eine Frau bei ihrem Manne benötigt nicht des Anlehnens; ist sie eine vornehme Frau, so benötigt sie des Anlehnens. Ein Sohn bei seinem Vater benötigt des Anlehnens. Sie fragten: Wie verhält es sich mit einem Schüler bei seinem Lehrer? –
יא ת"ש (אמר) אביי כי הוינן בי מר זגינן אבירכי דהדדי כי אתינן לבי רב יוסף אמר לן לא צריכתו מורא רבך כמורא שמים
11 Komm und höre: Abajje erzählte: Als wir beim Meister weilten, lehnten wir uns jeder auf die Kniee des anderen an; als wir aber zu R. Joseph kamen, sprach er zu uns: Ihr habt dies nicht nötig; die Ehrfurcht vor deinem Lehrer gleicht der Ehrfurcht vor dem Himmel.
יב מיתיבי עם הכל אדם מיסב ואפילו תלמיד אצל רבו כי תניא ההיא בשוליא דנגרי
12 Man wandte ein: Man muß sich in jeder Gesellschaft anlehnen, auch ein Schüler in Gesellschaft seines Lehrers!? – Diese Lehre gilt vom Lehrling eines Handwerkers.
יג איבעיא להו שמש מאי תא שמע דאמר ריב"ל השמש שאכל כזית מצה כשהוא מיסב יצא מיסב אין לא מיסב לא שמע מינה בעי הסיבה שמע מינה
13 Sie fragten: Wie verhält es sich mit einem Tischdiener? – Komm und höre: R. Jehošua͑ b.Levi sagte: Wenn der Tischdiener ein olivengroßes Stück Ungesäuertes gegessen hat, so hat er, falls er sich angelehnt hat, seiner Pflicht genügt. Nur wenn er sich angelehnt hat, sonst aber nicht.
יד ואמר ר' יהושע בן לוי נשים חייבות בארבעה כוסות הללו
14 Schließe hieraus, daß er des Anlehnens benötigt. Schließe hieraus. Ferner sagte R. Jehošua͑ b.Levi: Auch Frauen sind zu den vier Bechern verpflichtet,