Pesachim 223

Kapitel 223

א דמסוכר ולא משי ידיה מפחיד שבעה יומי דשקיל מזייה ולא משי ידיה מפחיד תלתא יומי דשקיל טופריה ולא משי ידיה מפחיד חד יומא ולא ידע מאי קא מפחיד ידא אאוסיא דרגא לפחדא ידא אפותא דרגא לשינתא
1 Wer sich zur Ader läßt und die Hände nicht wäscht, fürchtet sieben Tage. Wer sich das Haar schneidet und die Hände nicht wäscht, fürchtet drei Tage. Wer sich die Nägel schneidet und die Hände nicht wäscht, fürchtet einen Tag, ohne zu wissen, weshalb er sich fürchtet. Die Hand auf dem Munde ist eine Leiter zur Ängstigung. Die Hand auf der Stirn ist eine Leiter zum Schlafe.
ב תנא אוכלין ומשקין תחת המטה אפילו מחופין בכלי ברזל רוח רעה שורה עליהן ת"ר לא ישתה אדם מים לא בלילי רביעיות ולא בלילי שבתות ואם שתה דמו בראשו מפני סכנה מאי סכנה רוח רעה
2 Es wird gelehrt: Auf Speisen und Getränken, die sich unter dem Bette befinden, selbst in einem eisernen Gefäße eingeschlossen, ruht ein böser Geist. Die Rabbanan lehrten: In den Nächten des Mittwochs und Šabbaths darf man kein Wasser trinken, wegen der Gefahr; hat man getrunken, so kommt sein Blut über sein eigenes Haupt. – Wegen welcher Gefahr? – Eines bösen Geistes. –
ג ואם צחי מאי תקנתיה (נימא) שבעה קולות שאמר דוד על המים והדר נישתי שנאמר (תהלים כט, ג) קול ה' על המים אל הכבוד הרעים ה' על מים רבים קול ה' בכח קול ה' בהדר קול ה' שובר ארזים וישבר ה' את ארזי הלבנון קול ה' חוצב להבות אש קול ה' יחיל מדבר יחיל ה' מדבר קדש קול ה' יחולל אילות ויחשוף יערות ובהיכלו כולו אומר כבוד
3 Was mache man, wenn man Durst hat? – Man spreche die sieben ‘Stimmen’, die David über das Wasser gesprochen hat, und trinke nachher. Denn es heißt:<i>Die Stimme des Herrn [erschallt] über dem Wasser; der Gott der Herrlichkeit donnert über großen Wassern. Die Stimme des Herrn [erschallt] mit Macht, die Stimme des Herrn [erschallt] mit Majestät. Die Stimme des Herrn zerschmettert Zedern, der Herr zerschmettert die Zedern des Lebanon. Die Stimme des Herrn spaltet Feuerflammen. Die Stimme des Herrn macht die Wüste erzittern, der Herr macht erzittern die Wüste Qadeš. Die Stimme des Herrn macht Hirschkühe kreißen und schält die Wälder ab; und in seinem Pafoste ruft alles: Herrlichkeit</i>.
ד ואי לא (נימא) הכי לול שפן אניגרון אנירדפין בין כוכבי יתיבנא בין בליעי שמיני אזילנא ואי לא אי איכא איניש בהדיה ניתעריה ולימא ליה פלניא בר פלנתא צחינא מיא והדר נישתי ואי לא מקרקש נכתמא אחצבא והדר נישתי ואי לא נישדי בה מידי והדר נישתי
4 Wenn nicht dies, so spreche man wie folgt: Lui, Šaphan, Anigron und Anirdaphon, ich sitze zwischen den Sternen, ich wandle zwischen Mageren und Fetten. Wenn nicht dies, so wecke man jemand, falls jemand anwesend ist, und spreche zu ihm: N., Sohn der N., ich habe Durst. Alsdann trinke man. Wenn nicht dies, klappere man mit dem Deckel auf die Mündung des Kruges und trinke dann. Wenn nicht dies, werfe man etwas hinein und trinke dann.
ה ת"ר לא ישתה אדם מים לא מן הנהרות ולא מן האגמים בלילה ואם שתה דמו בראשו מפני הסכנה מאי סכנה סכנת שברירי ואי צחי מאי תקנתיה אי איכא איניש בהדיה לימא ליה פלניא בר פלנתא צחינא מיא ואי לא (נימא) איהו לנפשיה פלניא אמרה לי אימי איזדהר משברירי שברירי ברירי רירי ירי רי צחינא מיא בכסי חיורי:
5 Die Rabbanan lehrten: Man darf nachts kein Wasser aus Flüssen und Teichen trinken; hat man getrunken, so kommt sein Blut über sein eigenes Haupt, wegen der Gefahr. – Wegen welcher Gefahr? – Wegen der Gefahr der Blendung. – Was mache man, wenn man Durst hat? – Ist jemand anwesend, so spreche man: N., Sohn der N., ich habe Durst. Wenn aber nicht, so spreche man zu sich selbst: Meine Mutter sagte mir: Hüte dich vor Blendung (Šabriri); Š<small>ABRIRI</small>, B<small>RIRI</small>, R<small>IRI</small>, I<small>RI</small>, R<small>I</small>; (ich habe Durst,) in weißen Bechern.
ו ואפילו מן התמחוי וכו': פשיטא
6 S<small>ELBST AUS DER</small> A<small>RMENSCHÜSSEL</small>. Selbstverständlich!? –
ז לא נצרכא אלא אפילו לר"ע דאמר עשה שבתך חול ואל תצטרך לבריות הכא משום פרסומי ניסא (מודי)
7 Dies ist nach R. A͑qiba nötig, welcher sagt, man mache lieber den Šabbath alltäglich, nur nicht der Mitmenschen bedürftig sein; hier pflichtet er bei, wegen der Bekanntmachung des Wunders.
ח תנא דבי אליהו אע"פ שאמר ר"ע עשה שבתך חול ואל תצטרך לבריות אבל עושה הוא דבר מועט בתוך ביתו מאי נינהו אמר רב פפא כסא דהרסנא כדתנן ר' יהודה בן תימא אומר הוי עז כנמר וקל כנשר רץ כצבי וגבור כארי לעשות רצון אביך שבשמים
8 In der Schule des Elijahu wurde gelehrt: Obgleich R. A͑qiba gesagt hat, man mache lieber den Šabbath all-täglich, nur nicht der Mitmenschen bedürftig sein, dennoch besorge man in seinem Hause eine Kleinigkeit. – Was ist dies? R. Papa erwiderte: Eine Fischspeise. So haben wir gelernt: R. Jehuda b. Tema sagte: Sei mutig wie ein Leopard, behend wie ein Adler, laufe wie ein Hirsch und sei kühn wie ein Löwe, den Willen deines Herrn im Himmel zu vollbringen.
ט ת"ר שבעה דברים צוה ר"ע את רבי יהושע בנו בני אל תשב בגובהה של עיר ותשנה ואל תדור בעיר שראשיה תלמידי חכמים
9 Die Rabbanan lehrten: Sieben Dinge gebot R. A͑qiba seinem Sohne R. Jehošua͑: Wohne nicht in der Höhe der Stadt, wegen des Studiums. Wohne nicht in einer Stadt, deren Führer Schriftgelehrtesind.
י ואל תכנס לביתך פתאום כ"ש לבית חבירך ואל תמנע מנעלים מרגליך השכם ואכול בקיץ מפני החמה ובחורף מפני הצינה ועשה שבתך חול ואל תצטרך לבריות והוי משתדל עם אדם שהשעה משחקת לו
10 Tritt nicht plötzlich in dein Haus ein, und um so weniger in das Haus deines Nächsten. Unterlasse es nicht, Schuhe auf deinen Füßen anzuhaben. Iß morgens ganz früh, im Sommer wegen der Hitze und im Winter wegen der Kälte. Mache deinen Šabbath alltäglich, nur nicht der Mitmenschen bedürftig sein. Schlage dich zu einem Menschen, dem die Stunde lächelt.
יא אמר רב פפא לא למיזבן מיניה ולא לזבוני ליה אלא למעבד שותפות בהדיה והשתא דאמר רב שמואל בר יצחק מאי דכתיב (איוב א, י) מעשה ידיו ברכת כל הנוטל פרוטה מאיוב מתברך אפילו למיזבן מיניה ולזבוני ליה שפיר דמי
11 R. Papa sagte: Nicht etwa, daß man mit ihm Geschäftemache, sondern daß man sich mit ihm assoziiere. Da aber R. Šemuél b. Jiçḥaq gesagt hat, der Schriftvers: <i>seiner Hände Arbeit hast du gesegnet,</i> deute darauf, daß, wer eine Peruṭa von Ijob erhielt, gesegnet wurde, ist es auch tunlich, mit ihm Geschäfte zu machen.
יב חמשה דברים צוה ר"ע את רבי שמעון בן יוחי כשהיה חבוש בבית האסורין אמר לו רבי למדני תורה אמר איני מלמדך אמר לו אם אין אתה מלמדני אני אומר ליוחי אבא ומוסרך למלכות אמר לו בני יותר ממה שהעגל רוצה לינק פרה רוצה להניק אמר לו ומי בסכנה והלא עגל בסכנה
12 Fünf Dinge gebot R. A͑qiba, als er im Gefängnis eingesperrt war, R. Šimo͑n b.Joḥaj. Dieser sprach nämlich zu ihm: Meister, lehre mich die Tora. Jener erwiderte: Ich lehredich nicht. Dieser sprach: Wenn du mich nicht lehrst, erzähle ich dies meinem Vater Joḥaj, und er liefert dich der Regierung aus. Jener erwiderte: Mein Sohn, mehr als das Kalb saugen will, will die Kuh säugen. Dieser sprach: Das Kalb ist es ja, das sich der Gefahr aussetzt.
יג אמר לו אם בקשת ליחנק היתלה באילן גדול וכשאתה מלמד את בנך למדהו בספר מוגה מאי היא אמר רבא ואיתימא רב משרשיא בחדתא שבשתא כיון דעל על
13 Hierauf sprach jener: Willst du dich aufhängen, so hänge dich an einen großen Baum. Wenn du deinen Sohn unterrichtest, unterrichte ihn aus einem korrekten Buche. – Weshalb dies? Raba, nach anderen R. Mešaršeja, erwiderte: Beim Beginn, denn ein Fehler, der sich einschleicht, bleibt bestehen.
יד לא תבשל בקדירה שבישל בה חבירך מאי ניהו גרושה בחיי בעלה דאמר מר גרוש שנשא גרושה ארבע דעות במטה ואי בעית אימא אפילו באלמנה לפי
14 Koche nicht in einem Topfe, in dem dein Genösse gekocht hat. – Was heißt dies? – Eine Geschiedene bei Lebzeiten ihres Mannes heiraten. Der Meister sagte nämlich: Wenn ein Geschiedener eine Geschiedene heiratet, so sind vier Sinne im Bette. Wenn du willst sage ich, dies gelte auch von einer Witwe,