Pesachim 226

Kapitel 226

א תני תנא קמיה דרבא ורב ספרא צהבו פניו דרב ספרא אמר לו רבא לאו כגון מר אלא כגון רב חנינא ורב אושעיא דהוו אושכפי בארעא דישראל והוו יתבי בשוקא דזונות ועבדי להו מסאני לזונות ועיילי להו אינהו מסתכלי בהו ואינהו לא מדלן עינייהו לאיסתכולי בהו ומומתייהו הכי בחייהן רבנן קדישי דבארעא דישראל:
1 Einst rezitierte ein Jünger diese Lehre vor Raba und R. Saphra, und das Gesicht R. Saphras erglänzte. Da sprach Raba zu ihm: Nicht etwa einer wie der Meister, sondern wie R. Ḥanina und R. Oša͑ja. Diese waren Schuster und wohnten im Jisraélland in einer Hurengasse; sie fertigten Schuhe für die Huren und brachten sie ihnen nach Hause, und während diese sie anschauten, erhoben sie ihre Augen nicht, um sie zu betrachten. Wenn jemand schwor, schwor er wie folgt: Beim Leben der heiligen Rabbanan im Jisraélland.
ב שלשה הקדוש ברוך הוא אוהבן מי שאינו כועס ומי שאינו משתכר ומי שאינו מעמיד על מדותיו שלשה הקדוש ברוך הוא שונאן המדבר א' בפה ואחד בלב והיודע עדות בחבירו ואינו מעיד לו והרואה דבר ערוה בחבירו ומעיד בו יחידי
2 Drei liebt der Heilige, gepriesen sei er: wer nicht in Zorn gerät, wer sich nicht betrinkt, und wer nicht auf seinem Rechte besteht. Drei haßt der Heilige, gepriesen sei er: wer anders mit dem Munde spricht, als er im Herzen denkt, wer für einen Zeugnis ablegen kann und dies unterläßt, und wer an seinem Nächsten Schändliches gesehen hat, und allein als Zeuge gegen ihn auftritt.
ג כי הא דטוביה חטא ואתא זיגוד לחודיה ואסהיד ביה קמיה דרב פפא נגדיה לזיגוד א"ל טוביה חטא וזיגוד מינגד אמר ליה אין דכתיב (דברים יט, טו) לא יקום עד אחד באיש ואת לחודך אסהדת ביה שם רע בעלמא קא מפקת ביה
3 So geschah es einst, daß Ṭobija eine Sünde beging, worauf Zigod zu R. Papa kam und allein gegen ihn Zeugnis ablegte. Da ließ R. Papa Zigod prügeln. Dieser sprach: Ṭobija hat eine Sünde begangen und Zigod erhält Prügel! Jener erwiderte: Freilich, es heißt:<i>durch zwei Zeugen &amp;c.</i>, und wenn du allein gegen ihn Zeugnis ablegst, bringst du ihn nur in üblenRuf.
ד אמר רבי שמואל בר רב יצחק אמר רב מותר לשנאתו שנאמר (שמות כג, ה) כי תראה חמור שנאך רובץ תחת משאו מאי שונא אילימא שונא נכרי והא תניא שונא שאמרו שונא ישראל ולא שונא נכרי
4 R. Šemuél b. R. Jiçḥaq sagte im Namen Rabhs: Jedoch darf er ihn hassen. Es heißt nämlich: <i>wenn du siehst, daß der Esel deines Feindes unter seiner Last liegt;</i> welcher Feind: wollte man sagen, ein nichtjüdischer Feind, so wird ja gelehrt, daß unter Feind, von dem sie sprechen, ein jisraélitischer Feind zu verstehen sei, nicht aber ein Feind von den weltlichen Völkern!?
ה אלא פשיטא שונא ישראל ומי שריא למסניה והכתיב (ויקרא יט, יז) לא תשנא את אחיך בלבבך אלא דאיכא סהדי דעביד איסורא כולי עלמא נמי מיסני סני ליה מאי שנא האי אלא לאו כי האי גוונא דחזיא ביה איהו דבר ערוה
5 Also ein jisraélitischer Feind. Wieso aber darf man einen hassen, es heißt ja:<i>du sollst nicht deinen Bruder im Herzen hassen</i>!? Wollte man sagen, wenn Zeugen vorhanden sind, daß er Verbotenes begangen hat, so haßt ihn ja jeder, wieso nur dieser!? Doch wohl in dem Falle, wenn er an ihm Schändliches gesehen hat.
ו רב נחמן בר יצחק אמר מצוה לשנאתו שנאמר (משלי ח, יג) יראת ה' (שונאי) רע אמר רב אחא בריה דרבא לרב אשי מהו למימרא ליה לרביה למשנייה אמר ליה אי ידע דמהימן לרביה כבי תרי לימא ליה ואי לא לא לימא ליה
6 R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Es ist sogar Gebot, ihn zu hassen, denn es heißt:<i>den Herrn fürchten ist hassen des Bösen</i>. R. Aḥa, der Sohn Rabas, fragte R. Aši: Darf man es seinem Lehrer sagen, damit er ihn hasse? Dieser erwiderte: Wenn man weiß, daß man seinem Lehrer glaubwürdig wie zwei [Zeugen] ist, sage man es ihm, sonst aber sage man es ihm nicht.
ז תנו רבנן שלשה חייהן אינם חיים הרחמנין והרתחנין ואניני הדעת ואמר רב יוסף כולהו איתנהו בי
7 Die Rabbanan lehrten: Drei sind es, deren Leben kein Leben ist: die Mitleidigen, die Jähzornigen und die Empfindlichen. R. Joseph sprach: Dies alles ist bei mir vereinigt.
ח תנו רבנן שלשה שונאין זה את זה אלו הן הכלבים והתרנגולין והחברין וי"א אף הזונות וי"א אף תלמידי חכמים שבבבל
8 Die Rabbanan lehrten: Drei hassen einander, und zwar: Hunde, Hähne und Geber. Manche sagen, auch die Huren, und manche sagen, auch die babylonischen Schriftgelehrten.
ט ת"ר שלשה אוהבין זה את זה אלו הן הגרים ועבדים ועורבין
9 Die Rabbanan lehrten: Drei lieben einander, und zwar:Proselyten, Sklaven und Raben.
י ארבעה אין הדעת סובלתן אלו הן דל גאה ועשיר מכחש וזקן מנאף ופרנס מתגאה על הציבור בחנם ויש אומרים אף המגרש את אשתו פעם ראשונה ושניה ומחזירה
10 Vier verträgt der Verstand nicht, und zwar: den hochmütigen Armen, den unterschlagenden Reichen, den buhlerischen Greis und den grundlos über die Gemeinde sich erhebenden Verwalter, Manche sagen, auch den, der sich einmal und zweimal von seiner Frau scheiden ließ und sie wieder heiratet. –
יא ותנא קמא זימנא דכתובתה מרובה אי נמי יש לו בנים הימנה ולא מצי מגרש לה
11 Und der erste Tanna!? – Zuweilen kommt es vor, daß ihre Morgengabe sehr groß ist, oder daß er von ihr Kinder hat, sodaß es bei der Scheidung nicht bleiben kann.
יב חמשה דברים צוה כנען את בניו אהבו זה את זה ואהבו את הגזל ואהבו את הזמה ושנאו את אדוניכם ואל תדברו אמת
12 Fünf Dinge gebot Kenaa͑n seinen Kindern: Liebet einander, liebet den Raub, liebet die Unzucht, hasset eueren Herrn und sprechet nie die Wahrheit.
יג ששה דברים נאמרים בסוס אוהב את הזנות ואוהב את המלחמה ורוחו גסה ומואס את השינה ואוכל הרבה ומוציא קמעה וי"א אף מבקש להרוג בעליו במלחמה
13 Sechs Eigenschaften werden dem Pferde nachgesagt: es liebt die Unzucht, es liebt den Krieg, es ist hochmütig, es verachtet den Schlaf, es ißt viel und scheidet wenig aus, und manche sagen, es will auch seinen Herrn im Kriege töten.
יד שבעה מנודין לשמים אלו הן יהודי שאין לו אשה ושיש לו אשה ואין לו בנים ומי שיש לו בנים ואין מגדלן לתלמוד תורה ומי שאין לו תפילין בראשו ותפילין בזרועו וציצית בבגדו ומזוזה בפתחו והמונע מנעלים מרגליו וי"א אף מי שאין מיסב בחבורה של מצוה
14 Sieben sind vom Himmel mit dem Banne belegt, und zwar: wer keine Frau hat, wer eine Frau und keine Kinder hat, wer Kinder hat, sie aber nicht für das Studium der Tora erzieht, wer keine Tephillin am Kopfe und am Arme hat, wer keine Çiçith am Gewande hat, wer keine Mezuza an der Tür hat, und wer keine Schuhe an den Füßen hat. Manche sagen, auch wer an einem Gastmahle gelegentlich einer gottgefälligen Handlung nicht Anteil nimmt.
טו אמר רבה בר בר חנה אמר רבי שמואל בר מרתא אמר רב משום רבי יוסי איש הוצל מניין שאין שואלין בכלדיים שנאמר (דברים יח, יג) תמים תהיה עם ה' אלהיך
15 Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen des R. Šemuél b. Martha im Namen Rabhs im Namen des R. Jose aus Huçal: Woher, daß man die Chaldäer nicht befragen darf? Es heißt: <i>du sollst dich ganz an den Herrn, deinen Gott, halten</i>.
טז ומניין היודע בחבירו שהוא גדול ממנו אפילו בדבר אחד שחייב לנהוג בו כבוד שנאמר (דניאל ו, ד) כל קבל די רוח יתירא ביה [ומלכא עשית להקמותיה על כל מלכותא]
16 Woher, daß man seinem Genossen, von dem man weiß, daß er in nur einer Sache bedeutender ist, Ehren erweisen muß? Es heißt:<i>weil er von ausnehmendem Geiste erfüllt war &amp;c</i>.
יז והיושבת על דם טהור אסורה לשמש עד כמה אמר רב עונה
17 [Eine Wöchnerin,] die schon Reinheit erlangthat, darf dennoch den Beischlaf noch nicht ausüben. – Wie lange? Rabh erwiderte: einen Halbtag.
יח תנא הוא יוסף איש הוצל הוא יוסף הבבלי הוא איסי בן גור אריה הוא איסי בן יהודה הוא איסי בן גמליאל הוא איסי בן מהללאל ומה שמו איסי בן עקביה שמו הוא רבי יצחק בן טבלא הוא רבי יצחק בן חקלא הוא רבי יצחק בן אלעא הוא
18 Es wird gelehrt: Joseph aus Huçal und Joseph aus Çereda sind identisch. Isib. Gur Arje, Isi b. Jehuda, Isi b. Gamliél und Isi b. Mahalalél sind identisch. – Wie ist sein richtiger Name? – Sein richtiger Name ist Isi b.A͑qabja. R. Jiçḥaq b. Ṭabla, R. Jiçḥaq b. Ḥaqla und R. Jiçḥaq b. Elea͑ sind identisch.