Pesachim 43

Kapitel 43

א אותו אתה משליך לכלב ואי אתה משליך לכלב כל איסורין שבתורה ור' מאיר אותו אתה משליך לכלב ואי אתה משליך לכלב חולין שנשחטו בעזרה
1 dies dürft ihr den Hunden vorwerfen, nicht aber alle anderen in der Tora verbotenen Dinge. – Und R. Meír!? – Dies darfst du den Hunden vorwerfen, nicht aber Profanes, das im Tempelhofe geschlachtet wordenlist. –
ב ואידך חולין שנשחטו בעזרה לאו דאורייתא היא
2 Und jener!? – Das Verbot der Nutznießung von Profanem, das im Tempelhofe geschlachtet worden ist, ist nicht aus der Tora.
ג מתיב רבי יצחק נפחא והרי גיד הנשה דרחמנא אמר (בראשית לב, לג) על כן לא יאכלו בני ישראל את גיד הנשה ותנן שולח אדם ירך לנכרי וגיד הנשה בתוכו מפני שמקומו ניכר
3 R. Jiçḥaq der Schmied wandte ein: Auch von der Spannader heißt es ja:<i>darum sollen die Kinder Jisraél die Spannader nicht essen</i>, dennoch haben wir gelernt, man dürfe einem Nichtjuden eine Keule mit der Spannader senden, weil die Stelle kenntlichist!? –
ד קסבר ר' אבהו כשהותרה נבילה היא וחלבה וגידה הותרה הניחא למאן דאמר יש בגידין בנותן טעם אלא למאן דאמר אין בגידין בנותן טעם מאי איכא למימר
4 R. Abahu ist der Ansicht, ist das Aas [zur Nutznießung] erlaubt worden, so ist dieses selbst, dessen Talg und dessen Spannader erlaubt. – Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, bei den Adern gebe es eine Geschmacksübertragung, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, bei den Adern gebe es keine Geschmacksübertragung!? –
ה מאן שמעת ליה דאמר אין בגידין בנותן טעם רבי שמעון דתניא האוכל מגיד הנשה של בהמה טמאה רבי יהודה מחייב שתים ורבי שמעון פוטר
5 Derjenige, welcher sagt, bei den Adern gebe es keine Geschmacksübertragung, ist ja R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt, wer von der Spannader eines unreinen Tieres ißt, sei nach R. Jehuda zweifach schuldig und nach R. Šimo͑n frei,
ו רבי שמעון הכי נמי דאסר בהנאה דתניא גיד הנשה מותר בהנאה דברי רבי יהודה ורבי שמעון אוסר
6 und nach R. Šimo͑n ist sie tatsächlich zur Nutznießung verboten, wie gelehrt wird: Die Spannader ist zur Nutznießung erlaubt – so R. Jehuda; R. Šimo͑n verbietet es. –
ז והרי דם דרחמנא אמר (ויקרא יז, יב) כל נפש מכם לא תאכל דם ותנן אלו ואלו מתערבין באמה ויוצאין לנחל קדרון ונמכרין לגננין לזבל ומועלין בו
7 Aber vom Blute sagt ja der Allbarmherzige:<i>niemand von euch darf Blut essen</i>, dennoch haben wir gelernt: Diese auch jene vermischten sich im Kanal und gelangten in den Qidronbach, sodann wurden sie den Gärtnern zum Düngen verkauft, und dabei gilt [das Gesetz von der] Veruntreuung!? –
ח שאני דם דאיתקש למים דכתיב (דברים יב, כד) לא תאכלנו על הארץ תשפכנו כמים מה מים מותרין אף דם מותר
8 Anders ist es beim Blute, das mit dem Wasser verglichen wird, wie es heißt:<i>du darfst es nicht essen, auf die Erde gieße es, wie Wasser</i>; wie das Wasser erlaubt ist, so ist auch das Blut zur Nutznießung erlaubt. –
ט ואימא כמים המתנסכים על גבי המזבח אמר רבי אבהו כמים רוב מים מידי רוב מים כתיב אלא אמר רב אשי כמים הנשפכין ולא כמים הניסכין
9 Vielleicht wie das Wasser, das als Gußopfer auf den Altar gegossenwird!? – R. Abahu erwiderte: <i>Wie Wasser</i>, wie gewöhnliches Wasser. – Heißt es denn: wie gewöhnliches Wasser!? Vielmehr erklärte R. Aši, wie Wasser, das fortgegossen wird, und nicht wie Wasser, das [auf den Altar] gegossen wird. –
י ואימא כמים הנשפכין לפני ע"ז התם נמי ניסוך איקרי דכתיב (דברים לב, לח) ישתו יין נסיכם
10 Vielleicht wie Wasser, das für die Götzen gegossen wird!? – Auch dieses heißt Gußopfer, denn es heißt:<i>die den Wein ihrer Gußopfer tranken</i>. –