Pesachim 50

Kapitel 50

א ושפיכות דמים
1 und Mord.
ב ע"ז הא דאמרן גילוי עריות ושפיכות דמים דתניא ר' אומר (דברים כב, כו) כי כאשר יקום איש על רעהו ורצחו נפש כן הדבר הזה וכי מה ענין רוצח אצל נערה המאורסה
2 Hinsichtlich des Götzendienstes haben wir es bereits erklärt, woher dies von der Unzucht und dem Morde? – Es wird gelehrt: Rabbi sagte: <i>Dies ist ebenso, wie wenn einer seinen Nächsten überfällt und ermordet</i>; was soll bei der [Notzucht einer] Verlobten [der Vergleich] mit dem Morde?
ג הרי זה בא ללמד ונמצא למד מקיש רוצח לנערה המאורסה מה נערה המאורסה ניתן להצילה בנפשו אף רוצח ניתן להצילו בנפשו ונערה המאורסה מרוצח מה רוצח יהרג ואל יעבור אף נערה המאורסה תהרג ואל תעבור
3 Was lehren sollte, lernt auch. Man vergleiche den Mord mit der [Notzucht einer] Verlobten: wie man die Verlobte mit dem Leben [des Notzüchters]rette, ebenso rette man [den Überfallenen] mit dem Leben des Mörders. Ferner vergleiche man [die Notzucht] einer Verlobten mit dem Morde: wie man sich eher töten lasse, als [einen Mord] zu begehen, ebenso lasse sich die Verlobte eher töten, als sich [der Notzucht] preiszugeben. –
ד ושפיכות דמים גופיה מנלן סברא הוא כי ההוא דאתא לקמיה דרבא א"ל מרי דוראי אמר לי זיל קטליה לפלני' ואי לא קטלינא לך א"ל ליקטלוך ולא תיקטול מאי חזית דדמא דידך סומק טפי דילמא דמא דההוא גברא סומק טפי
4 Woher dies vom Morde selbst? – Dies ist einleuchtend. So kam einst jemand vor Raba und erzählte ihm: Der Befehlshaber meines Wohnortes befahl mir, jenen zu töten, sonst tötet er mich. Dieser erwiderte: Mag er dich töten, du aber begehe keinen Mord; wieso glaubst du, daß dein Blut röter ist, vielleicht ist das Blut jenes Menschen röter.
ה מר בר רב אשי אשכחיה לרבינא דשייף לה לברתיה בגוהרקי דערלה אמר ליה אימור דאמור רבנן בשעת הסכנה שלא בשעת הסכנה מי אמור
5 Einst traf Mar b.R. Aši den Rabina, wie er seine Tochter mit unreifen Oliven von Ungeweihtem einschmierte; da sprach er zu ihm: Die Rabbanan haben es allerdings in dem Falle erlaubt, wenn Gefahr vorliegt, haben sie es auch in dem Falle erlaubt, wenn keine Gefahr vorliegt!?
ו א"ל האי אישתא צמירתא נמי כשעת הסכנה דמיא איכא דאמרי א"ל מידי דרך הנאה קא עבידנא
6 Dieser erwiderte: Heftiges Fieber gleicht einem Falle der Gefahr. Manche sagen, er habe erwidert: Verwende ich sie denn in üblicherWeise!?
ז איתמר הנאה הבאה לו לאדם בעל כרחו אביי אמר מותרת ורבא אמר אסורה
7 Es wurde gelehrt: Der [verbotene] Genuß, den einer ungewollt hat, ist, wie Abajje sagt, erlaubt, und wie Raba sagt, verboten.
ח אפשר וקא מיכוין לא אפשר וקמיכוין כולי עלמא לא פליגי דאסור לא אפשר ולא מיכוין כולי עלמא לא פליגי דשרי כי פליגי דאפשר ולא מיכוין
8 Wenn [die Abwehr] möglich ist und man ihn wünscht, oder wenn sie auch nicht möglich ist und man ihn wünscht, stimmen alle überein, daß er verboten sei; wenn [die Abwehr] nicht möglich ist und man ihn nicht wünscht, stimmen alle überein, daß er erlaubt sei; sie streiten nur über den Fall, wenn [die Abwehr] möglich ist und man ihn nicht wünscht.
ט ואליבא דר' יהודה דאמר דבר שאין מתכוין אסור כולי עלמא לא פליגי דאסור כי פליגי אליבא דר"ש דאמר דבר שאין מתכוין מותר אביי כרבי שמעון ורבא אמר עד כאן לא קא א"ר שמעון אלא היכא דלא אפשר אבל היכא דאפשר לא
9 Ferner stimmen alle überein, daß er nach R. Jehuda, welcher sagt, die unbeabsichtigte [verbotene] Tätigkeit sei verboten, verboten sei; sie streiten nur nach R. Šimo͑n, welcher sagt, die unbeabsichtigte Tätigkeit sei erlaubt. Abajje ist entschieden der Ansicht R. Šimo͑ns, aber auch Raba kann dir erwidern: R. Šimo͑n ist dieser Ansicht nur in dem Falle, wo [die Abwehr] nicht möglich ist, nicht aber, wo dies möglich ist.
י איכא דאמרי אפשר ולא מיכוין היינו פלוגתייהו דר' יהודה ור' שמעון לא אפשר ולא קא מיכוין כולי עלמא לא פליגי דשרי כי פליגי דלא אפשר וקא מיכוין ואליבא דר' שמעון דאזיל בתר כוונה כולי עלמא לא פליגי דאסור כי פליגי אליבא דר' יהודה דאמר לא שנא מתכוין ולא שנא שאין מתכוין אפשר אסור
10 Manche lesen: Über den Fall, wenn [die Abwehr] möglich ist und man ihn nicht wünscht, streiten R. Jehuda und R. Šimo͑n; wenn sie nicht möglich ist und man ihn nicht wünscht, stimmen alle überein, daß er erlaubt sei, sie streiten nur über den Fall, wenn [die Abwehr] nicht möglich ist und man ihn wünscht. Ferner stimmen alle überein, daß er nach R. Šimo͑n, der sich nach der Absicht richtet, verboten sei; sie streiten nur nach R. Jehuda, welcher sagt, es sei, wenn [die Abwehr] möglich ist, verboten, einerlei ob man es beabsichtigt oder nicht.
יא אביי כרבי יהודה
11 Abbaje ist entschieden der Ansicht R. Jehudas,