Pesachim 6

Kapitel 6

א משום בניו אורחא הוא
1 wegen der Kinder der nötig. –
ב והכתיב (שמואל א כה, כ) והיא רוכבת על החמור התם משום ביעתותא דליליא אורחא הוא ואיבעית אימא משום ביעתותא דליליא ליכא משום ביעתותא דדוד איכא ואיבעית אימא ביעתותא דדוד נמי ליכא משום ביעתותא דהר איכא
2 Es heißt ja aber:<i>sie ritt auf einem Esel</i>!? – Da geschah es wegen ihrer Angst vor der Nacht. Wenn du willst, sage ich: da war es nicht die Angst vor der Nacht, sondern die Angst vor David. Wenn du aber willst, sage ich: auch nicht die Angst vor David, sondern die Angst vor dem Berge. –
ג ובאורייתא מי לא כתיב טמא אלא כל היכא דכי הדדי נינהו משתעי בלשון נקיה כל היכא דנפישין מילי משתעי בלשון קצרה כדאמר רב הונא אמר רב ואמרי לה אמר רב הונא אמר רב משום ר"מ לעולם ישנה אדם לתלמידו דרך קצרה
3 Kommt denn in der Tora nicht [das Wort] ‘unrein’ vor!? – Vielmehr, wenn sieeinander gleichen, wird ein euphemistischer Ausdruck gebraucht, wenn aber viele Worte erforderlich sind, wird [auch] der kürzere gebraucht. So sagte R. Hona im Namen Rabhs, und wie manche sagen, R. Hona im Namen Rabhs im Namen R. Meírs, daß man seinen Schüler stets in kürzester Fassung lehre. –
ד וכל היכא דכי הדדי נינהו משתעי בלשון כבוד והא רוכבת ויושבת דכי הדדי נינהו וקאמר רוכבת רכבת כתיב
4 Wieso wählt er einen euphemistischen Ausdruck, wenn sie einander gleichen, auch ‘reiten’ und ‘sitzen’ gleichen ja einander, dennoch wird ‘reiten’ gebraucht!? – Es heißt <i>r i t t</i>.
ה הנהו תרי תלמידי דהוו יתבי קמיה דרב חד אמר שויתינן האי שמעתא כדבר אחר מסנקן וחד אמר שויתינן האי שמעתא כגדי מסנקן ולא אישתעי רב בהדי דהאיך
5 Einst saßen zwei Jünger vor Rabh, und der eine sprach: Du machtest uns diese Lehre wie ein gespicktesSchwein. Da sprach der andere: Du machtest uns diese Lehre wie ein gespicktes Böckchen. Darauf sprach Rabh nicht mehr mit jenem.
ו הנהו תרי תלמידי דהוו יתבי קמיה דהלל וחד מינייהו רבן יוחנן בן זכאי ואמרי לה קמיה דרבי וחד מינייהו רבי יוחנן חד אמר מפני מה בוצרין בטהרה ואין מוסקין בטהרה וחד אמר מפני מה בוצרין בטהרה ומוסקין בטומאה אמר מובטח אני בזה שמורה הוראה בישראל ולא היה ימים מועטים עד שהורה הוראה בישראל
6 Einst saßen zwei Jünger vor Hillel, von denen einer R. Joḥanan b. Zakkaj war, und manche sagen, vor Rabbi, von denen einer R. Joḥanan war. Da trug einer vor: Weshalb muß das Winzern in Reinheiterfolgen und braucht das Olivenpflücken nicht in Reinheitzu erfolgen? Hierauf trug der andere vor: Weshalb muß das Winzern in Reinheit erfolgen und darf das Olivenpflücken auch in Unreinheit erfolgen? Da sprach jener: Ich bin dessen sicher, daß dieser Rechtsentscheidungen in Jisraél treffen wird. Kaum waren wenige Tage verstrichen, als er Rechtsentscheidungen in Jisraél traf.
ז הנהו תלתא כהני חד אמר להו הגיעני כפול וחד אמר הגיעני כזית וחד אמר הגיעני כזנב הלטאה בדקו אחריו ומצאו בו שמץ פסול
7 Einst trafen drei Priester zusammen, da sagte der eine: Ich bekam [vom Schaubrote] soviel, wie eine Bohne. Der andere sagte: Ich bekam davon soviel, wie eine Olive. Der dritte sagte: Ich bekam davon soviel, wie ein Eidechsenschwanz. Als man hierauf über ihn Untersuchungen anstellte, fand man an ihm den Makel der Illegitimität. –
ח והא (תניא) אין בודקין מן המזבח ולמעלה
8 Wir haben ja aber gelernt, man untersuche nicht über den Altarhinaus!? –
ט לא תימא שמץ פסול אלא אימא שחץ פסול ואי בעית אימא שאני התם דאיהו דארע נפשיה
9 Sage nicht: Makel der Illegitimität, sondern: Makel der Frivolität. Wenn du willst, sage ich: anders war es bei diesem, da er selbst es verschuldet hatte.
י ההוא ארמאה דהוה סליק ואכיל פסחים בירושלים אמר כתיב (שמות יב, מג) כל בן נכר לא יאכל בו (שמות יב, מח) כל ערל לא יאכל בו ואנא הא קאכילנא משופרי שופרי
10 Einst sprach ein Nichtjude, der nach Jerušalem zu gehen und da vom Pesaḥopfer zu essen pflegte, es heißt:<i>kein Fremdling darf davon essen</i>, ferner: <i>kein Unbeschnittener darf davon essen</i>, und ich esse vom Allerschönsten.
יא אמר ליה רבי יהודה בן בתירא מי קא ספו לך מאליה אמר ליה לא כי סלקת להתם אימא להו ספו לי מאליה כי סליק אמר להו מאליה ספו לי אמרו ליה אליה לגבוה סלקא
11 Da sprach R. Jehuda b.Bethera zu ihm: Geben sie dir auch vom Fettschwanze!? Dieser erwiderte: Nein. – Wenn du hingehst, sage ihnen, daß sie dir vom Fettschwanze geben. Als er da hinkam und von ihnen vom Fettschwanze verlangte, erwiderten sie ihm: Der Fettschwanz wird dem Höchsten geopfert.
יב אמרו ליה מאן אמר לך הכי אמר להו רבי יהודה בן בתירא אמרו מאי האי דקמן בדקו בתריה ואשכחוהו דארמאה הוא וקטלוהו שלחו ליה לרבי יהודה בן בתירא שלם לך ר' יהודה בן בתירא דאת בנציבין ומצודתך פרוסה בירושלים
12 Hierauf fragten sie ihn, wer ihm davon gesagt habe, und er erwiderte ihnen: R. Jehuda b.Bethera. Da sprachen sie: Welches Bewenden hat es damit? Hierauf stellten sie über ihn eine Untersuchung an, und als sich herausstellte, daß er Nichtjude war, töteten sie ihn. Alsdann ließen sie R. Jehuda b. Bethera sagen: Friede mit dir, R. Jehuda b.Bethera; du weilst in Nezibis und in Jerušalem ist dein Netz ausgebreitet.
יג רב כהנא חלש שדרוה רבנן לר' יהושע בריה דרב אידי אמרו ליה זיל בדוק מאי דיניה אתא אשכחיה דנח נפשיה קרעיה ללבושיה ואהדריה לקרעיה לאחוריה ובכי ואתי אמרו ליה נח נפשיה אמר להו אנא לא קאמינא (משלי י, יח) ומוציא דבה הוא כסיל
13 Als R. Kahana erkrankte, sandten die Rabbanan R. Jehošua͑, den Sohn des R. Idi, indem sie zu ihm sprachen: Geh und untersuche, wie es mit ihm steht. Als er zu ihm kam, war seine Seele zur Ruhe eingekehrt. Da zerriß er sein Gewand, wandte den Riß nach hinten und kehrte weinend zurück. Da fragten sie ihn: Ist seine Seele zur Ruhe eingekehrt? Dieser erwiderte: Ich habe nichts gesagt.<i>Wer üble Rede verbreitet, ist ein Tor</i>.
יד יוחנן חקוקאה נפק לקרייתא כי אתא אמרו ליה חיטין נעשו יפות אמר להם שעורים נעשו יפות אמרו ליה צא ובשר לסוסים ולחמורים דכתיב (מלכים א ה, ח) השעורים והתבן לסוסים ולרכש מאי הוי ליה למימר אשתקד נעשו חיטין יפות אי נמי עדשים נעשו יפות:
14 Joḥanan aus Ḥiqoq ging einst auf die Dörfer hinaus, und als er zurückkam, fragten sie ihn, ob der Weizen gut geraten sei. Dieser erwiderte: Die Gerste ist gut geraten. Da sprachen sie zu ihm: Geh, verkünde dies den Pferden und den Eseln, denn es heißt:<i>die Gerste und das Stroh für die Pferde und die Rennpferde</i>. – Was sollte er ihnen erwiderthaben? – Im Vorjahre war der Weizen besser. Oder: Linsen sind gut geraten.