Pesachim 67

Kapitel 67

א בשליקתא ומאיסתא הכא נמי בשליקתא ומאיסתא והיכא איתמר דרב אשי אהא דאמר רבי אבין בר רב אחא א"ר יצחק אבא שאול גבל של בית רבי היה והיו מחמין לו חמין בחיטין של תרומה טמאה ללוש בהן עיסה בטהרה אמאי ניחוש דילמא אתי בהו לידי תקלה א"ר אשי בשליקתא ומאיסתא
1 dies gelte von gekochtem und schmutzigem, ebenso auch hierbei von gekochtem und schmutzigem. – Worauf bezieht sich die Erklärung R. Ašis? – Auf das folgende: R. Abin b. R. Aḥa erzählte im Namen R. Jiçḥaqs, daß man Wasser für Abba Šaúl, den Kneter im Hause Rabbis, mit Weizen von unreiner Hebeaufzuwärmen pflegte, um Teig in Reinheit zu kneten. Wieso [durfte man es], man könnte ja zu einem Verstoße kommen!? R. Aši erwiderte: Mit gekochtem und schmutzigem.
ב אביי בר אבין ורב חנניא בר אבין תנו תרומות בי רבה פגע בהו רבא בר מתנה אמר להו מאי אמריתו בתרומות דבי מר אמרו ליה ומאי קשיא לך אמר להו תנן שתילי תרומות שנטמאו ושתלן טהורים מלטמא ואסורין מלאכול (בתרומה) וכי מאחר דטהורין מלטמא אמאי אסורין מלאכול
2 Abajje b.Abin und R. Ḥananja b.Abin studierten bei Rabba [den Traktat] von der Hebe, da begegnete ihnen Raba b. Mathna und fragte sie: Was habt ihr beim Meister im [Traktate von] der Hebe gelernt? Diese erwiderten ihm: Was ist dir fraglich? Jener sprach: Wir haben gelernt, daß, wenn Setzlinge von Hebe unrein geworden sind und man sie wieder gepflanzt hat, sie insofern rein seien, indem sie [anderes] nicht unrein machen, [mit Hebe] essen aber dürfe man sie nicht. Weshalb darf man sie nicht essen, wenn sie hinsichtlich der Unreinheitsübertragung rein sind!?
ג אמרו ליה הכי אמר רבה מאי אסורין אסורין לזרים ומאי קמ"ל גידולי תרומה תרומה תנינא גידולי תרומה תרומה
3 Diese erwiderten ihm: Folgendes sagte Rabba: unter verboten ist zu verstehen, sie sind Gemeinenverboten. – Demnach lehrt er uns also, daß der Ertrag der Hebe Hebe sei, und dies haben wir ja bereits gelernt: der Ertrag der Hebe ist Hebe!?
ד וכי תימא גידולי גידולין ומאי קמ"ל בדבר שאין זרעו כלה הא נמי תנינא הטבל גידוליו מותרין בדבר שזרעו כלה אבל בדבר שאין זרעו כלה אפי' גידולי גידולין אסורין באכילה אישתיקו
4 Wolltest du erwidern, er spreche vom Ertrage des Ertrages, und zwar lehre er uns von Saaten, die sich [in der Erde] nicht auflösen, so haben wir ja auch dies gelernt: der Ertrag des Unverzehnteten ist nur bei Dingen erlaubt, die sich [in der Erde] auflösen, bei Dingen aber, die sich [in der Erde] nicht auflösen, ist sogar der Ertrag des Ertrages (zum Essen) verboten!? Da schwiegen sie.
ה א"ל מידי שמיע לך בהא אמר להו הכי אמר רב ששת מאי אסורין אסורין לכהנים הואיל ואיפסילו להו בהיסח הדעת
5 Hierauf fragten sie ihn: Hast du etwas darüber gehört? Dieser erwiderte ihnen: Folgendes sagte R. Šešeth: unter verboten ist zu verstehen, sie sind Priestern verboten, weil sie durch die Abwendung der Aufmerksamkeituntauglich geworden sind. –
ו הניחא למ"ד היסח הדעת פסול הגוף הוי שפיר אלא למ"ד היסח הדעת פסול טומאה הוי מאי איכא למימר
6 Erklärlich ist dies nach demjenigen, welcher sagt, durch die Abwendung der Aufmerksamkeit erfolge eine Untauglichkeitder Sache, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, durch die Abwendung der Aufmerksamkeit sei Unreinheit zu befürchten!?
ז דאתמר היסח הדעת רבי יוחנן אמר פסול טומאה הוי ורבי שמעון בן לקיש אמר פסול הגוף הוי
7 Es wird nämlich gelehrt: Durch die Abwendung der Aufmerksamkeit ist, wie R. Joḥanan sagt, Unreinheit zu befürchten; R. Šimo͑n b. Laqiš sagt, dadurch erfolge die Untauglichkeit der Sache.
ח רבי יוחנן אמר פסול טומאה הוי שאם יבא אליהו ויטהרנה שומעין לו רבי שמעון בן לקיש אומר פסול הגוף הוי שאם יבא אליהו ויטהרנה אין שומעין לו
8 R. Joḥanan sagt, dadurch sei Unreinheit zu befürchten; wenn aber Elijahu kommt und ihre Reinheit bekundet, höre man auf ihn. R. Šimo͑n b. Laqiš sagt, dadurch erfolge die Untauglichkeit der Sache, und auch wenn Elijahu kommt und ihre Reinheit bekundet, höre man auf ihn nicht.
ט איתיביה רבי יוחנן לרשב"ל ר' ישמעאל בנו של רבי יוחנן בן ברוקא אומר לול קטן היה בין כבש למזבח במערבו של כבש ששם היו זורקין פסולי חטאת העוף ותעובר צורתן ויוצאין לבית השריפה אי אמרת בשלמא פסול טומאה הוי משום הכי בעי עיבור צורה שמא יבא אליהו ויטהרנה אלא אי אמרת פסול הגוף למה לי עיבור צורה והתנן זה הכלל
9 R. Joḥanan wandte gegen R. Šimo͑n b. Laqiš ein: R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte: Zwischen der Rampe und dem Altar an der Westseite der Rampe, befand sich ein kleiner Zwischenraum, wohin man die untauglich gewordenen Geflügel-Sündopfer zu werfen pflegte, bis sie ihre Frische verloren, sodann brachte man sie in den Verbrennungsraum. Allerdings war ein Verlieren der Frische erforderlich, wenn du sagst, wegen Befürchtung der Unreinheit, da Elijahu kommen und ihre Reinheit bekunden könnte, wozu aber war, wenn du sagst, dadurch erfolge die Untauglichkeit der Sache, das Verlieren der Frische erforderlich, wir haben ja gelernt: Die Regel ist: