Pesachim 70

Kapitel 70

א ומי פירות אין מחמיצין:
1 und Fruchtsaft säuert nicht.
ב יוצא בדמאי ובמעשר וכו': דמאי הא לא חזי ליה כיון דאי בעי מפקר לנכסיה הוי עני ואוכל דמאי השתא נמי חזי ליה
2 F<small>ERNER GENÜGT MAN SEINER</small> P<small>FLICHT MIT</small> D<small>EMAJ</small>, [<small>ERSTEM</small>] Z<small>EHNTEN &amp;C.</small> Demaj ist ja für ihn nicht verwendbar!? – Da er, wenn er sein Vermögen preisgeben und Armer sein wollte, Demaj essen dürfte, so ist es auch jetzt für ihn verwendbar.
ג דתנן מאכילין את העניים דמאי ואת אכסניא דמאי ואמר רב הונא תנא בית שמאי אומרים אין מאכילין את העניים דמאי ואת האכסניא דמאי ובית הלל אומרים מאכילין:
3 Wir haben nämlich gelernt: Man darf den Armen und den einquartierten Truppen Demaj zu essen gehen. Auch sagte R. Hona: Es wird gelehrt: Die Schule Šammajs sagt, man dürfe den Armen und den einquartierten Truppen kein Demaj zu essen geben, und die Schule Hillels sagt, man dürfe es ihnen zu essen geben.
ד מעשר ראשון שנטלה תרומתו וכו': פשיטא דכיון שנטלה תרומתו חולין הוי
4 E<small>RSTEM</small> Z<small>EHNTEN, VON DEM DIE</small> H<small>EBE ABGESONDERT WURDE</small>. Selbstverständlich, wenn die Hebe abgesondert wurde, ist es ja profan!? –
ה לא צריכא שהקדימו בשיבלים ונטלה הימנו תרומת מעשר ולא נטלה הימנו תרומה גדולה וכדרבי אבהו
5 Dies ist für den Fall nötig, wenn er bereits von den Halmen entrichtet und davon nur die Zehnthebe und nicht die große Hebe entrichtet worden ist. Dies nach R. Abahu,
ו דאמר ר' אבהו אמר רבי שמעון בן לקיש מעשר ראשון שהקדימו בשיבלים פטור מתרומה גדולה שנאמר (במדבר יח, כו) והרמותם ממנו תרומת ה' מעשר מן המעשר מעשר מן המעשר אמרתי לך ולא תרומה גדולה ותרומת מעשר מן המעשר
6 denn R. Abahu sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš: Der erste Zehnt, den man vorher von den Halmen entrichtet hat, ist von der großen Hebe frei, denn es heißt:<i>ihr sollt davon eine Hebe für den Herrn abheben</i>, <i>einen Zehnten vom Zehnten</i>; einen Zehnten vom Zehnten habe ich dir geboten, nicht aber die große Hebe und die Zehnthebe vom Zehnten.
ז אמר ליה רב פפא לאביי אלא מעתה אפילו הקדימו בכרי נמי ליפטר א"ל עליך אמר קרא (במדבר יח, כט) מכל מתנותיכם תרימו את כל תרומת ה'
7 R. Papa sprach zu Abajje: Demnach sollte er davon frei sein, auch wenn er ihmbeim Getreidehaufen zuvorgekommen ist!? Dieser erwiderte: Deinetwegen sagt die Schrift:<i>von all eueren Zehnten sollt ihr eine Hebe für den Herrn absondern. –</i>
ח ומה ראית האי אידגן והאי לא אידגן:
8 Was veranlaßt dich dazu? – Dieses ist bereits Getreide, jenes ist kein Getreide.
ט מעשר שני והקדש שנפדו וכו': פשיטא הכא במאי עסקינן שנתן את הקרן ולא נתן את החומש וקא משמע לן דאין חומש מעכב:
9 U<small>ND ZWEITEM</small> Z<small>EHNTEN UND</small> H<small>EILIGENGUT, DIE AUSGELÖST WURDEN &amp;C</small>. Selbstverständlich!? – Hier handelt es sich um den Fall, wenn man den Grundwert, nicht aber das Fünftel entrichtet hat; er lehrt uns, daß es vom Fünftel nicht abhängig sei.
י והכהנים בחלה ובתרומה וכו': פשיטא מהו דתימא מצה שוה לכל אדם בעינן קמ"ל מצות מצות ריבה:
10 P<small>RIESTER AUCH MIT</small> H<small>EBE UND</small> T<small>EIGHEBE &amp;C.</small> Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, das Ungesäuerte müsse für jeden gleich sein, so lehrt er uns, daß die Wiederholung [des Wortes] <i>Ungesäuertes</i> einschließend sei.
יא אבל לא בטבל וכו': פשיטא לא צריכא בטבל טבול מדרבנן שזרעו בעציץ שאינו נקוב:
11 N<small>ICHT ABER MIT</small> U<small>NVERZEHNTETEM &amp;C</small>. Selbstverständlich!? – Dies ist wegen des rabbanitisch Unverzehnteten nötig, zum Beispiel in einem undurchlochten Pflanzentopfe gezogen.
יב ולא במעשר ראשון שלא נטלה תרומתו: פשיטא לא צריכא שהקדימו בכרי
12 M<small>IT ERSTEM</small> Z<small>EHNTEN, VON DEM DIE</small> H<small>EBE NICHT ABGESONDERT WURDE</small>. Selbstverständlich!? – Dies ist wegen des Falles nötig, wenn er ihm beim Getreidehaufen zuvorgekommen ist.
יג מהו דתימא כדאמר ליה רב פפא לאביי קא משמע לן כדשני ליה:
13 Man könnte glauben, es verhalte sich so, wie R. Papa zu Abajje gesagt hat, so lehrt er uns, daß es sich so verhalte, wie dieser ihm erwidert hat.
יד ולא במעשר שני והקדש שלא נפדו וכו': פשיטא
14 U<small>ND ZWEITEM</small> Z<small>EHNTEN UND</small> H<small>EILIGENGUT, DIE NICHT AUSGELÖST WURDEN</small>. Selbstverständlich!? –
טו לעולם דנפדו ומאי לא נפדו שלא נפדו כהלכתן מעשר שני שפדאו על גב אסימון דרחמנא אמר (דברים יד, כה) וצרת הכסף דבר שיש לו צורה
15 Wenn man sie zwar ausgelöst hat, jedoch nicht nach Vorschrift; wenn man den zweiten Zehnten durch ein umgemünztes Silberstück ausgelöst hat, während der Allbarmherzige sagt:<i>du sollst das Geld binden</i>, eine Sache, worauf eine Figursich befindet.
טז והקדש שחיללו על גבי קרקע דרחמנא אמר (ויקרא כז, יט) ונתן הכסף וקם לו
16 Oder wenn man Heiligengut durch ein Grundstück ausgeweiht hat, während der Allbarmherzige sagt:<i>er gebe das Geld und erstehe es.</i>
יז תנו רבנן יכול יוצא אדם ידי חובתו בטבל שלא נתקן כל טבל נמי הא לא נתקן
17 Die Rabbanan lehrten: Man könnte glauben, man genüge seiner Pflicht mit Unverzehntetem, das nicht fertigist. – Unverzehntetes ist ja überhaupt nicht fertig!? –
יח אלא בטבל שלא נתקן כל צורכו שנטלה ממנו תרומה גדולה ולא נטלה ממנו תרומת מעשר [מעשר] ראשון ולא מעשר שני ואפילו מעשר עני מנין
18 Vielmehr: mit Unverzehntetem, das nicht ganz fertig ist, wenn davon die große Hebe abgesondert wurde, nicht aber die Zehnthebe, der erste Zehnt, der zweite Zehnt oder gar nur der Armenzehnt. – Wohernun?
יט תלמוד לומר (דברים טז, ג) לא תאכל עליו חמץ מי שאיסורו משום בל תאכל עליו חמץ יצא זה שאין איסורו משום בל תאכל חמץ אלא משום בל תאכל טבל
19 Es heißt: <i>du darfst dazu nichts Gesäuertes essen</i>, nur das, was als Gesäuertes verboten sein könnte, ausgenommen dieses, das nicht als Gesäuertes, sondern als Unverzehntetes verboten ist. –
כ ואיסורא דחמץ להיכן אזלא אמר רב ששת הא מני ר' שמעון היא דאמר אין איסור חל על איסור דתניא ר' שמעון אומר
20 Wo kommt das Verbot des Gesäuerten hin!? R. Šešeth erwiderte: Dies nach R. Šimo͑n, welcher sagt, ein Verbot erstrecke sich nicht auf Verbotenes. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagte: