Pesachim 72

Kapitel 72

א אוציא חיטין ושעורין שיש במינן ביכורים ת"ל מצות מצות ריבה אי מצות מצות ריבה אפילו ביכורים נמי הדר ביה רע"ק
1 wonach Weizen und Gerste auszuschließen sind, da bei diesen Arten das Gesetz von den Erstlingen Geltung hat!? – Es heißt wiederholt <i>Ungesäuertes,</i> und dies ist einschließend. – Wenn die Wiederholung [des Wortes] <i>Ungesäuertes</i> einschließend ist, so sollte dies auch von den Erstlingen gelten!? – R. A͑qiba ist davon abgekommen,
ב דתניא יכול יצא אדם ידי חובתו בביכורים ת"ל (שמות יב, כ) בכל מושבותיכם תאכלו מצות מצה הנאכלת בכל מושבות יצאו ביכורים שאינן נאכלין בכל מושבות אלא בירושלים יכול שאני מוציא אף מעשר שני תלמוד לומר מצות מצות ריבה
2 denn es wird gelehrt: Man könnte glauben, man genüge seiner Pflicht mit [Ungesäuertem von] den Erstlingen, so heißt es: <i>in all eueren Wohnorten sollt ihr Ungesäuertes essen</i>, nur Ungesäuertes, das in allen Wohnorten gegessen werden darf, ausgenommen die Erstlinge, die nicht in allen Wohnorten, sondern nur in Jerušalem gegessen werden dürfen. Man könnte glauben, auch der zweite Zehnt sei auszuschließen, so heißt es wiederholt <i>Ungesäuertes</i>, und dies ist einschließend.
ג ומה ראית לרבות מעשר שני ולהוציא ביכורים מרבה אני מעשר שני שיש לו היתר בכל מושבות כדר' (אליעזר) ומוציא אני ביכורים שאין להן היתר בכל מושבות
3 Was veranlaßt dich, den zweiten Zehnten einzuschließen und die Erstlinge auszuschließen? Ich schließe den zweiten Zehnten ein, für den es nach R. Elea͑zar ein Mittel gibt, ihn in allen Wohnorten [essen zu dürfen], und schließe die Erstlinge aus, für die es kein Mittel gibt, sie in allen Wohnorten [essen zu dürfen].
ד דא"ר (אליעזר) מנין למעשר שני שנטמא שפודין אותו אפי' בירושלים ת"ל (דברים יד, כד) כי לא תוכל שאתו
4 R. Elea͑zar sagte nämlich: Woher, daß man den zweiten Zehnten, wenn er unrein wird, sogar in Jerušalem auslösen dürfe? Es heißt:<i>wenn du es nicht tragen kannst,</i>
ה ואין שאת אלא אכילה שנאמר (בראשית מג, לד) וישא משאת מאת פניו
5 und ‘tragen’ bedeutet ‘essen’, denn es heißt:<i>er ließ ihnen Tischgaben auf tragen</i>.
ו מאן שמעת ליה דאמר במעשר שני נפיק ביה רבי עקיבא וקממעיט להו לביכורים מבכל מושבותיכם שמע מינה הדר ביה
6 R. A͑qiba ist es ja, der der Ansicht ist, man genüge seiner Pflicht mit [Ungesäuertem vom] zweiten Zehnten und durch [die Worte:] <i>in all eueren Wohnorten</i>, schließt er die Erstlinge aus. Schließe hieraus, daß er davon abgekommen ist. –
ז ור' יוסי הגלילי תיפוק לי' מלחם עוני מי שנאכל באוני יצא זה שאין נאכל אלא בשמחה
7 Sollte R. Jose der Galiläer esaus [den Worten] <i>Brot des Elends</i> entnehmen: das in Trauer gegessen werden darf, ausgeschlossen diese, die nur in Freude gegessen werden dürfen!? –
ח סבר ליה כרבי שמעון דתניא ביכורים אסורין לאונן ור' שמעון מתיר
8 Er ist der Ansicht R. Šimo͑ns, denn es wird gelehrt: Die Erstlinge sind dem Trauernden verboten; nach R. Šimo͑n erlaubt.–
ט מאי טעמא דרבנן דכתיב (דברים יב, יז) לא תוכל לאכול בשעריך ואמר מר תרומת ידך אלו ביכורים דאיתקש ביכורים למעשר מה מעשר אסור לאונן אף ביכורים אסור לאונן
9 Was ist der Grund der Rabbanan? – Es heißt:<i>du darfst nicht in deinen Ortschaften verzehren,</i> und hierzu sagte der Meister:<i>deiner Hand Hebe</i>, das sind die Erstlinge; die Erstlinge gleichen somit dem Zehnten, wie der Zehnt einem Trauernden verboten ist, ebenso sind die Erstlinge einem Trauernden verboten. –
י ורבי שמעון תרומה קרינהו רחמנא כתרומה מה תרומה מותרת לאונן אף ביכורים מותר לאונן
10 Und R. Šimo͑n!? – Der Allbarmherzige nennt sie ‘Hebe’; wie die Hebe einem Trauernden erlaubt ist, ebenso sind auch die Erstlinge einem Trauernden erlaubt. –
יא ורבי שמעון נהי דהיקיש לית ליה שמחה מיהא מיכתב כתיבא בהו דכתי' (דברים כו, יא) ושמחת בכל הטוב
11 Zugegeben, daß R. Šimo͑n vom Vergleiche nichts hält, aber die Freude ist ja bei diesen vorgeschrieben, denn es heißt:<i>du sollst dich an all dem Guten freuen</i>!?
יב ההוא לזמן שמחה הוא דאתא דתנן מעצרת ועד החג מביא וקורא מהחג ועד חנוכה מביא ואינו קורא
12 Dies bedeutet, daß es in der festlichen Zeit erfolgen müsse. Wir haben nämlich gelernt: Bringt man [die Erstlinge in der Zeit] vom Wochenfeste bis zum [Hütten]feste, so leseman, wenn vom [Hütten]feste bis Hanuka, so lese man nicht.
יג תנו רבנן לחם עוני פרט לחלוט ולאשישה יכול לא יצא אדם ידי חובתו אלא בפת הדראה ת"ל מצות מצות ריבה ואפילו כמצות של שלמה א"כ מה ת"ל לחם עוני פרט לחלוט ולאשישה
13 Die Rabbanan lehrten: <i>Brot des Elends</i>, ausgenommen Puddingund Kuchen; man könnte nun glauben, daß man seiner Pflicht nur mit Schrotbrotgenüge, so heißt es wiederholt Ungesäuertes, und dies ist einschließend, auch wie das Ungesäuerte des Königs Šelomo. Weshalb heißt es demnach <i>Brot des Elends</i>? Dies schließt Pudding und Kuchen aus. –
יד ומאי משמע דהאי אשישה לישנא דחשיבותא דכתיב (שמואל ב ו, יט) ויחלק לכל העם לכל המון ישראל למאיש ועד אשה לאיש חלת לחם אחת ואשפר אחד ואשישה אחת וגו'
14 Wieso ist es erwiesen, daß <i>ašiša [Kuchen]</i> ‘geschätztes’ heiße? Es heißt:<i>er verteilte an das ganze Volk, an die ganze Menge Jisraéls, an Mann und Weib jedem ein Brot, ein Stück Fleisch [ašpar] und einen Kuchen [ašiša] &amp;c</i>.,
טו ואמר רב חנן בר אבא אשפר אחד מששה בפר אשישה אחד מששה באיפה ופליגא דשמואל דאמר שמואל אשישה גרבא דחמרא דכתיב (הושע ג, א) ואהבי אשישי ענבים
15 und hierzu sagte R. Ḥanan b. Abba: Ašpar, sechs aus dem Rinde [šiša bepar]; ašiša, sechs aus der Epha[šiša beépha]. Er streitet somit gegen Šemuél, denn Šemuél erklärte, ašiša heiße ein Krug Wein, wie es heißt:<i>die die Weinkrüge [asise] lieben</i>.
טז ת"ר אין אופין פת עבה (ביום טוב) בפסח דברי בית שמאי
16 Die Rabbanan lehrten: Man darf am Pesaḥfeste kein dickes Brot backen – so die Schule Šammajs;