Sanhedrin 111

Kapitel 111

א בכל יום דנין את העדים בכינוי יכה יוסי את יוסי
1 W<small>ÄHREND</small> <small>DER GANZEN</small> V<small>ERNEHMUNG</small><small>DER</small> Z<small>EUGEN LÄSST MAN SIE</small> [<small>DEN</small> G<small>OTTESNAMEN</small>] <small>NUR DURCH EINE</small> U<small>MSCHREIBUNG AUSSPRECHEN</small>, [<small>ZUM</small> B<small>EISPIEL</small>] «J<small>OSE</small><small>SCHLAGE DEN</small> J<small>OSE</small>»;
ב נגמר הדין לא הורגין בכינוי אלא מוציאין כל אדם לחוץ שואלין את הגדול שביניהן ואומר לו אמור מה ששמעת בפירוש והוא אומר והדיינין עומדין על רגליהן וקורעין ולא מאחין
2 <small>IST DIE</small> V<small>ERHANDLUNG BEENDET, SO WIRD DAS</small> T<small>ODESURTEIL NICHT AUF DIE</small> U<small>MSCHREIBUNG HIN AUSGESPROCHEN, VIELMEHR ENTFERNT MAN JEDEN</small> [<small>AUS DEM</small> G<small>ERICHTSSAALE</small>] <small>UND MAN BEFRAGT DEN GRÖSSTEN</small> [<small>DER</small> Z<small>EUGEN</small>]<small>, INDEM MAN ZU IHM SAGT:</small> S<small>PRICH WÖRTLICH NACH, WAS DU GEHÖRT HAST</small>. E<small>R SPRICHT DIES</small>. D<small>ARAUF ERHEBEN SICH DIE</small> R<small>ICHTER (AUF IHRE</small> F<small>ÜSSE) UND REISSEN IHRE</small> G<small>EWÄNDER EIN, OHNE SIE JE ZUSAMMENZUNÄHEN</small>.
ג והשני אומר אף אני כמוהו והשלישי אומר אף אני כמוהו:
3 A<small>LSDANN SPRICHT DER ZWEITE: ICH</small> [<small>HÖRTE ES</small>] <small>EBENFALLS, UND DER DRITTE: ICH EBENFALLS</small>.
ד <big><strong>גמ׳</strong></big> תנא עד שיברך שם בשם
4 GEMARA. Es wird gelehrt: Nur wenn er einem Namen durch einen anderen geflucht hat. —
ה מנהני מילי אמר שמואל דאמר קרא (ויקרא כד, טז) ונוקב שם וגו' בנקבו שם יומת
5 Woher dies? Šemuél erwiderte: Die Schrift sagt: <i>wer dem Namen flucht &amp;c., wenn er dem [göttlichen] Namen flucht, soll er getötet werden</i>. —
ו ממאי דהאי נוקב לישנא דברוכי הוא דכתיב (במדבר כג, ח) מה אקב לא קבה אל ואזהרתיה מהכא (שמות כב, כז) אלהים לא תקלל
6 Daß <i>noqeb</i> die Bedeutung ‘fluchen’ hat, ist wohl zu entnehmen aus dem Schriftverse: <i>wie soll ich verfluchen [eqob], den Gott nicht verflucht</i>, und das Verbot aus folgendem: <i>Gott sollst du nicht lästern</i>;
ז ואימא מיברז הוא דכתיב (מלכים ב יב, י) ויקב חור בדלתו ואזהרתיה מהכא (דברים יב, ג) ואבדתם את שמם לא תעשון כן לה' אלהיכם
7 vielleicht aber ist darunter das Durchstechen zu verstehen, denn es heißt: <i>er bohrte [vajiqob] ein Loch in die Tür</i>, und das Verbot entnehme man aus: <i>zertrümmert ihre Mahlsteine; so dürft ihr aber nicht mit dem Herrn, eurem Gott, verfahren</i>!? —
ח בעינא שם בשם וליכא
8 Es muß ja mit einem Gottesnamen durch einen Gottesnamen erfolgen,
ט ואימא דמנח שני שמות אהדדי ובזע להו ההוא נוקב וחוזר ונוקב הוא ואימא דחייק שם אפומא דסכינא ובזע בה ההוא חורפא דסכינא הוא דקא בזע
9 was hierbei nicht der Fall ist. — Vielleicht, wenn man zwei [geschriebene] Gottesnamen auf einander legt und sie durchsticht!? — Dies wäre ja nur ein wiederholtes Durchstechen. — Vielleicht wenn man einen Gottesnamen auf die Klinge eines Messers eingräbt und mit diesem [einen geschriebenen Gottesnamen] durchsticht!? — In diesem Falle ist es ja die Schneide des Messers, die ihn durchsticht. —
י אימא פרושי שמיה הוא דכתיב (במדבר א, יז) ויקח משה ואהרן את האנשים האלה אשר נקבו בשמות ואזהרתיה מהכא (דברים ו, יג) את ה' אלהיך תירא
10 Vielleicht ist darunter die buchstäbliche Aussprechung des Gottesnamens zu verstehen, denn es heißt: <i>da nahmen Moše und Ahron die Männer, die bei ihrem Namen genannt [niqbu] wurden</i>, und das Verbot entnehme man aus folgendem: <i>den Namen des Herrn, deines Gottes, sollst du fürchten</i>!? —
יא חדא דבעינא שם בשם וליכא ועוד הויא ליה אזהרת עשה ואזהרת עשה לא שמה אזהרה
11 Erstens muß [die Gotteslästerung] mit einem Gottesnamen durch einen Gottesnamen erfolgen, was hierbei nicht der Fall ist, ferner ist dies ein Gebot und das Gebot ist kein Verbot.
יב ואיבעית אימא אמר קרא (ויקרא כד, יא) ויקב ויקלל למימרא דנוקב קללה הוא
12 Wenn du aber willst, sage ich: der Schriftvers lautet: <i>er lästerte und er fluchte</i>. — Sollte dies denn besagen, daß <i>noqeb</i> ‘fluchen’ heißt,
יג ודילמא עד דעבד תרוייהו לא סלקא דעתך דכתיב (ויקרא כד, יד) הוצא את המקלל ולא כתיב הוצא את הנוקב והמקלל שמע מינה חדא היא
13 vielleicht hatte er beides getan!? — Dies ist nicht anzunehmen, denn es heißt: <i>führe den Flucher hinaus</i>, es heißt aber nicht: führe den noqeb und den Flucher hinaus. Schließe hieraus, daß sie eine Bedeutung haben.
יד תנו רבנן איש מה ת"ל איש איש לרבות את העובדי כוכבים שמוזהרין על ברכת השם כישראל ואינן נהרגין אלא בסייף שכל מיתה האמורה בבני נח אינה אלא בסייף
14 Die Rabbanan lehrten: <i>Jeder</i>, wozu heißt es: <i>jeder Mann</i>? Dies schließt die Nichtjuden ein, daß nämlich auch ihnen, gleich den Jisraéliten, die Gotteslästerung verboten wurde. Diese werden nur durch das Schwert hingerichtet, denn überall, wo bezüglich der Noaḥiden von der Todesstrafe gesprochen wird, ist nur [der Tod durch] das Schwert zu verstehen. —
טו והא מהכא נפקא מהתם נפקא ה' זו ברכת השם
15 Ist dies denn hieraus zu entnehmen, dies wird ja aus folgendem entnommen: <i>der Herr</i>, dies deutet auf [das Verbot der] Gotteslästerung!?
טז אמר ר' יצחק נפחא לא נצרכא אלא לרבותא הכינויין ואליבא דרבי מאיר
16 R. Jiçḥtaq der Schmied erwiderte: Dies deutet darauf, daß auch die Umnennungen einbegriffen sind, und zwar nach R. Meír,
יז דתניא (ויקרא כד, טו) איש איש כי יקלל אלהיו ונשא חטאו מה תלמוד לומר והלא כבר נאמר (ויקרא כד, טז) ונוקב שם ה' מות יומת לפי שנאמר ונוקב שם מות יומת יכול לא יהא חייב אלא על שם המיוחד בלבד מניין לרבות כל הכינויין תלמוד לומר איש כי יקלל אלהיו מכל מקום דברי רבי מאיר
17 denn es wird gelehrt: <i>Jeder Mann, der seinem Gott flucht, der soll seine Sünde tragen</i>, was lehrt dies, es heißt ja bereits: <i>wer den Namen Gottes lästert, soll getötet werden</i>? Aus den Worten: <i>wer den Namen Gottes lästert, soll getötet werden</i>, könnte man entnehmen, man sei nur wegen des einzigen Gottesnamens strafbar, woher nun, daß alle Umnennungen einbegriffen sind? Es heißt: <i>wer seinem Gott flucht</i>, in jedem Falle — so R. Meír.
יח וחכמים אומרים על שם המיוחד במיתה ועל הכינויין באזהרה
18 Die Weisen sagen, auf den einzigen Gottesnamen sei die Todesstrafe gesetzt, auf die Umnennungen nur ein Verbot.
יט ופליגא דרבי מיישא דאמר רבי מיישא בן נח שבירך את השם בכינויים לרבנן חייב
19 Er streitet somit gegen R. Mejaša, denn R. Mejaša sagte, wenn ein Noaḥide dem Gottesnamen bei einer Umnennung flucht, sei er nach den Weisen strafbar. —
כ מאי טעמא דאמר קרא (ויקרא כד, טז) כגר כאזרח גר ואזרח הוא דבעינן בנקבו שם אבל עובד כוכבים אפילו בכינוי
20 Aus welchem Grunde? — Die Schrift sagt: <i>ein Fremder oder ein Eingeborener</i>, ein Fremder oder ein Eingeborener, nur wenn er den Gottesnamen selbst lästert, Nichtjuden aber auch wegen einer Umnennung. —
כא ורבי מאיר האי כגר כאזרח מאי עביד ליה גר ואזרח בסקילה אבל עובד כוכבים בסייף סלקא דעתך אמינא הואיל ואיתרבו איתרבו קמ"ל
21 Wofür verwendet R. Meír [die Worte:] <i>ein Fremder oder ein Eingeborener</i>? — Ein Fremder oder ein Eingeborener durch Steinigung, ein Nichtjude aber durch das Schwert. Man könnte nämlich glauben, daß sie, da sie einbegriffen wurden, es in jeder Hinsicht sind, so lehrt er uns. —
כב ורבי יצחק נפחא אליבא דרבנן האי כגר כאזרח מאי עביד ליה גר ואזרח הוא דבעינן שם בשם אבל עובד כוכבים לא בעינן שם בשם
22 Wofür verwendet R. Jiçḥaq der Schmied nach den Rabbanan [die Worte:] <i>ein Fremder oder ein Eingeborener</i>? — Bei einem Fremden oder einem Eingeborenen muß es mit einem Gottesnamen durch einen Gottesnamen erfolgt sein, bei Nichtjuden aber braucht es nicht mit einem Gottesnamen durch einen Gottesnamen erfolgt zu sein. —
כג איש איש למה לי דיברה תורה כלשון בני אדם
23 Wozu heißt es: <i>jeder Mann</i>!? — Die Tora gebraucht die übliche Redeweise der Menschen.
כד תנו רבנן שבע מצות נצטוו בני נח דינין וברכת השם ע"ז גילוי עריות ושפיכות דמים וגזל ואבר מן החי
24 Die Rabbanan lehrten: Sieben Gesetze wurden den Noaḥiden auferlegt: die Rechtspflege, [das Verbot der] Gotteslästerung, des Götzendienstes, der Unzucht, des Blutvergießens, des Raubes und [des Genusses] eines Gliedes von einem lebenden Tiere.