Sanhedrin 119

Kapitel 119

א (שמות כב, יז) מכשפה לא תחיה וכתיב (שמות כב, יח) כל שוכב עם בהמה מות יומת כל שישנו בכלל כל שוכב עם בהמה ישנו בכלל מכשפה לא תחיה:
1 <i>eine Zauberin sollst du nicht leben lassen</i>, und darauf folgt: <i>jeder, der ein Tier beschläft, soll getötet werden</i>, die dem Verbote, ein Tier zu beschlafen, unterworfen sind, sind auch dem Verbote, eine Zauberin leben zu lassen, unterworfen.
ב ר"א אומר אף הכלאים: מנה"מ אמר שמואל דאמר קרא (ויקרא יט, יט) את חקתי תשמרו חוקים שחקקתי לך כבר (ויקרא יט, יט) בהמתך לא תרביע כלאים ושדך לא תזרע כלאים
2 «R. Elea͑zar sagt, auch die Mischung.» Woher dies? Šemuél erwiderte: Die Schrift sagt: <i>meine Satzungen sollt ihr beobachten</i>, die Satzungen, die ich dir bereits früher auferlegt habe. <i>Du darfst nicht zweierlei Arten deines Viehes sich begatten lassen noch dein Feld mit zweierlei Arten [von Samen] besäen</i>.
ג מה בהמתך בהרבעה אף שדך בהרכבה מה בהמתך בין בארץ בין בחוצה לארץ אף שדך בין בארץ בין בחוצה לארץ
3 Wie nun beim Vieh nur die Begattung verboten ist, ebenso ist auch beim Felde nur das Pfropfen verboten, und wie [das Gesetz hinsichtlich des] Viehs sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes gilt, ebenso gilt auch [das Gesetz hinsichtlich des] Feldes sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes. —
ד אלא מעתה (ויקרא יח, ה) ושמרתם את חקתי ואת משפטי חקים שחקקתי לך כבר
4 Es heißt ja aber auch: <i>ihr sollt beobachten meine Satzungen und meine Rechte</i>, demnach [wäre zu erklären:] meine Satzungen, die ich dir bereits früher auferlegt habe!? —
ה התם ושמרתם את חקותי דהשתא הכא את חקותי תשמרו חקים דמעיקרא תשמרו:
5 Hier heißt es: <i>ihr sollt beobachten meine Satzungen</i>, also die jetzigen, dort aber heißt es: <i>meine Satzungen sollt ihr beobachten</i>, also die Satzungen von früher sollt ihr beobachten.
ו א"ר יהושע בן קרחה כו':
6 R. J<small>EHOŠUA͑ B</small>. Q<small>ORḤA SAGTE &amp;C</small>.
ז אמר רב אחא בר יעקב אינו חייב עד שיברך שם בן ארבע אותיות לאפוקי בן שתי אותיות דלא
7 Aḥa b. Jáqob sagte: Er ist nur dann strafbar, wenn er den vierbuchstabigen Gottesnamen gelästert hat, nicht aber wegen des zweibuchstabigen Gottesnamens. —
ח פשיטא יכה יוסי את יוסי תנן מהו דתימא מילתא בעלמא הוא דנקט קמ"ל
8 Selbstverständlich, wir haben ja gelernt: ‘Jose schlage den Jose’!? — Man könnte glauben, dies sei nur als Beispiel angeführt, so lehrt er uns.
ט איכא דאמרי אמר רב אחא בר יעקב ש"מ שם בן ארבע אותיות נמי שם הוא
9 Manche lesen: R. Aḥa b. Ja͑qob sagte. Hieraus zu entnehmen, daß auch der vierbuchstabige Gottesname als Gottesname gilt. —
י פשיטא יכה יוסי את יוסי תנן מהו דתימא עד דאיכא שם רבה ומילתא בעלמא הוא דנקט קמ"ל:
10 Selbstverständlich, wir haben ja gelernt: ‘Jose schlage den Jose’!? — Man könnte glauben, nur wegen des großen Gottesnamens, und dies sei nur als Beispiel angeführt, so lehrt er uns.
יא נגמר הדין כו':
11 N<small>ACH</small> S<small>CHLUSS DER</small> V<small>ERHANDLUNG ABER &amp;C</small>.
יב עומדין מנלן א"ר יצחק בר אמי דאמר קרא (שופטים ג, כ) ואהוד בא אליו והוא יושב בעליית המקרה אשר לו לבדו ויאמר אהוד דבר אלהים לי אליך ויקם מעל הכסא והלא דברים קל וחומר ומה עגלון מלך מואב שהוא נכרי ולא ידע אלא בכינוי עמד ישראל ושם המפורש על אחת כמה וכמה
12 Woher, daß sie aufstehen müssen? R. Jiçḥaq b. Ami erwiderte: Die Schrift sagt: <i>als nun Ehud zu ihm eingetreten war, während er allein in seinem kühlen Obergemache saß, sprach Ehud: Ich habe einen Gottesspruch an dich. Da erhob er sich von seinem Sitze</i>. Nun ist ja [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn E͑glon, König von Moab, der ein Nichtjude war und nur eine Umschreibung [des Gottesnamens] gekannt hatte, aufgestanden war, um wieviel mehr muß dies ein Jisraélit, wenn er den wirklichen Gottesnamen hört. —
יג קורעין מנלן דכתיב (מלכים ב יח, לז) ויבא אליקים בן חלקיהו [וגו'] ושבנא הסופר ויואח בן אסף המזכיר אל חזקיהו קרועי בגדים ויגידו לו את דברי רבשקה:
13 Woher, daß man dieserhalb das Gewand einreißen muß? — Es heißt: <i>darauf kamen Eljaqim, der Sohn Ḥilqijas &amp;c., und Šebhna, der Schreiber, und Joaḥ, der Sohn Asaphs, der Kanzler, mit zerrissenen Kleidern zu Ḥizqijahu und berichteten ihm, was Rabšaqe gesagt hatte</i>.
יד לא מאחין: מנלן
14 O<small>HNE SIE JE ZUSAMMENZUNÄHEN</small>.
טו א"ר אבהו אתיא קריעה קריעה כתיב הכא קרועי בגדים וכתיב התם (מלכים ב ב, יב) ואלישע רואה והוא מצעק אבי אבי רכב ישראל ופרשיו ולא ראהו עוד ויחזק בבגדיו ויקרעם לשנים קרעים ממשמע שנאמר ויקרעם לשנים איני יודע שהן קרעים ומה ת"ל קרעים מלמד שהן קרועים לעולם
15 Woher dies? R. Abahu erwiderte: Es ist aus [dem Ausdrucke] ‘reißen’ zu entnehmen: hierbei heißt es: <i>mit zerrissenen Kleidern</i>, und dort heißt es: <i>als Eliša es sah, schrie er: Mein Vater, mein Vater, Jisraéls Wagen und Reiter, dann aber sah er ihn nicht mehr. Da erfaßte er sein Gewand und zerriß es in zwei Stücke</i>; schon die Worte ‘zerriß es’ besagen ja, daß er es in Stücke zerriß, wozu heißt es ‘Stücke’? Dies lehrt, daß es für immer zerrissen geblieben war.
טז ת"ר אחד השומע ואחד שומע מפי שומע חייב לקרוע והעדים אין חייבין לקרוע שכבר קרעו בשעה ששמעו
16 Die Rabbanan lehrten: Sowohl der Hörende als auch der von diesem Hörende muß das Gewand einreißen, die Zeugen aber nicht, da sie dies bereits beim Hören getan haben. —
יז וכי קרעו בשעה ששמעו מאי הוי הא קא שמעי השתא לא ס"ד דכתיב (מלכים ב יט, א) ויהי כשמוע המלך חזקיהו (את דברי רבשקה) ויקרע את בגדיו המלך חזקיהו קרע והם לא קרעו
17 Wieso genügt das Einreißen beim Hören, sie hören es ja jetzt wiederum!? — Es leuchtet nicht ein, denn es heißt: <i>und als der König Ḥizqijahu die Worte des Rabšaqe hörte, da zerriß er seine Kleider</i>; nur der König zerriß sie, jene aber nicht.
יח אמר רב יהודה אמר שמואל השומע אזכרה מפי העובד כוכבים אינו חייב לקרוע וא"ת רבשקה ישראל מומר היה
18 R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wenn jemand einen Nichtjuden den Gottesnamen [lästern] hört, so braucht er nicht das Gewand einzureißen; wollte man aber von Rabšaqe entgegnen, [so geschah es nur deshalb,] weil er ein abtrünniger Jisraélit war.
יט ואמר רב יהודה אמר שמואל אין קורעין אלא על שם המיוחד בלבד לאפוקי כינוי דלא
19 Ferner sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls: Man reiße das Gewand ein nur wegen des wirklichen Gottesnamens, nicht aber wegen einer Umschreibung.
כ ופליגי דרבי חייא בתרוייהו דאמר רבי חייא השומע אזכרה בזמן הזה אינו חייב לקרוע שאם אי אתה אומר כן נתמלא כל הבגד קרעים
20 Er streitet also in beiden Lehren gegen R. Ḥija, denn R. Ḥija sagte: Wer in der Jetztzeit den Gottesnamen lästern hört, braucht das Gewand nicht einzureißen, denn wäre dies der Fall, so würde die ganze Kleidung nur aus Rissen bestehen.
כא ממאן אילימא מישראל מי פקירי כולי האי אלא פשיטא מעובד כוכבים ואי שם המיוחד מי גמירי אלא לאו בכינוי
21 Von wem nun, wollte man sagen, von einem Jisraéliten, so sind sie ja nicht so sehr entartet, selbstverständlich also von einem Nichtjuden. Wenn nun den wirklichen Gottesnamen, so ist ihnen ja dieser nicht so sehr geläufig, doch wohl eine Umschreibung.
כב ושמע מינה בזמן הזה הוא דלא הא מעיקרא חייב שמע מינה:
22 Schließe hieraus, daß man nur in der Jetztzeit dazu nicht verpflichtet sei, wohl aber war man es früher. Schließe hieraus.
כג השני אומר אף אני כמוהו: אמר ר"ל שמע מינה אף אני כמוהו כשר בדיני ממונות ובדיני נפשות ומעלה הוא דעביד רבנן והכא כיון דלא אפשר אוקמוה רבנן אדאורייתא
23 S<small>PRICHT DER ZWEITE: ICH</small> [<small>HÖRE ES</small>] <small>EBENFALLS</small>. Reš Laqiš sagte: Hieraus zu entnehmen, daß [die Bekundung:] ‘ich ebenfalls’ sowohl bei Geldsachen als auch bei Todesstrafsachen ausreichend sei, nur haben die Weisen es verschärft; hierbei aber, wo dies nicht angängig ist, haben die Weisen es bei [der Bestimmung] der Tora belassen.
כד דאי ס"ד פסול הכא משום דלא אפשר קטלינן לגברא:
24 Wieso könnte man, wenn man sagen wollte, dies sei nicht genügend, jemand daraufhin hinrichten.
כה והשלישי אומר אף אני כמוהו: סתמא כר"ע דמקיש ג' לשנים:
25 U<small>ND DER DRITTE: ICH EBENFALLS</small>. Eine anonyme Lehre vertritt also die Ansicht R. A͑qibas, daß nämlich drei [Zeugen] zweien gleichen.