Sanhedrin 143

Kapitel 143

א <big><strong>גמ׳</strong></big> תניא רבי יוסי הגלילי אומר וכי מפני שאכל זה תרטימר בשר ושתה חצי לוג יין האיטלקי אמרה תורה יצא לבית דין ליסקל אלא הגיעה תורה לסוף דעתו של בן סורר ומורה שסוף מגמר נכסי אביו ומבקש למודו ואינו מוצא ויוצא לפרשת דרכים ומלסטם את הבריות
1 GEMARA. Es wird gelehrt: R. Jose der Galiläer sagte: Sollte etwa die Tora bestimmt haben, daß dieser, weil er ein Tritemor Fleisch gegessen und ein halbes Log italischen Wein getrunken hat, durch das Gericht zur Steinigung hinausgeführt werde? Vielmehr hat die Tora das Ende des mißratenen und widerspenstigen Sohns berücksichtigt; sein Ende ist, daß er das Vermögen seines Vaters durchbringt, und da er seine Lebensweise fortsetzen will und dies nicht kann, begibt er sich auf die Scheidewege und plündert die Menschen aus.
ב אמרה תורה ימות זכאי ואל ימות חייב שמיתתן של רשעים הנאה להם והנאה לעולם ולצדיקים רע להם ורע לעולם שינה ויין לרשעים הנאה להם והנאה לעולם לצדיקים רע להם ורע לעולם שקט לרשעים רע להם ורע לעולם ולצדיקים הנאה להם והנאה לעולם פיזור לרשעים הנאה להם והנאה לעולם ולצדיקים רע להם ורע לעולם:
2 Die Tora sagt daher, daß er lieber unbelastet sterbe, als [mit Sünden] belastet. Der Tod der Frevler ist eine Wohltat für sie selber und eine Wohltat für die Welt; der der Frommen ist ein Unglück für sie selber und ein Unglück für die Welt. Schlaf und Wein für die Frevler ist eine Wohltat für sie selber und eine Wohltat für die Welt; für die Frommen sind sie ein Unglück für sie selber und ein Unglück für die Welt. Die Behaglichkeit der Frevler ist ein Unglück für sie selber und ein Unglück für die Welt; die der Frommen ist eine Wohltat für sie selber und eine Wohltat für die Welt. Die Zerstreuung der Frevler ist eine Wohltat für sie selber und eine Wohltat für die Welt; die der Frommen ist ein Unglück für sie selber und ein Unglück für die Welt.
ג <big><strong>מתני׳</strong></big> הבא במחתרת נידון על שם סופו היה בא במחתרת ושבר את החבית אם יש לו דמים חייב אם אין לו דמים פטור:
3 <b>D</b><small>ER</small> E<small>INBRECHER</small><small>WIRD WEGEN SEINES</small> E<small>NDES GERICHTET</small>. W<small>ER BEI EINEM</small> E<small>INBRUCHE EIN</small> F<small>ASS ZERBRICHT, IST, WENN MAN SEINETWEGEN</small> B<small>LUTSCHULD</small> <small>AUF SICH LÄDT, ERSATZPFLICHTIG, WENN ABER NICHT, SO IST ER FREI</small>.
ד <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר רבא מאי טעמא דמחתרת חזקה אין אדם מעמיד עצמו על ממונו והאי מימר אמר אי אזילנא קאי לאפאי ולא שביק לי ואי קאי לאפאי קטילנא ליה והתורה אמרה אם בא להורגך השכם להורגו
4 GEMARA. Raba sagte: Was ist der Grund [der Lehre vom] Einbrüche? Es ist feststehend, daß niemand sich bei [der Rettung] seines Geldes zurückhält, somit denkt [der Einbrecher wie folgt:] gehe ich, so stellt er sich mir entgegen und läßt mich nicht [stehlen], und wenn er sich mir entgegenstellt, töte ich ihn; die Tora aber sagt: will jemand dich töten, so komme ihm zuvor und töte ihn.
ה אמר רב הבא במחתרת ונטל כלים ויצא פטור מאי טעמא בדמים קננהו אמר רבא מסתברא מילתיה דרב בששיבר דליתנהו אבל נטל לא
5 Rabh sagte: Wer einen Einbruch verübt, Geräte mitnimmt und entkommt, ist ersatzfrei, weil er sie durch die Einsetzung seines Lebens geeignet hat. Raba sagte: Einleuchtend sind die Worte Rabhs in dem Falle, wenn er sie zerschlagen hat und sie nicht mehr vorhanden sind, nicht aber, wenn er sie mitgenommen hat;
ו והאלהים אמר רב אפילו נטל דהא יש לו דמים ונאנסו חייב אלמא ברשותיה קיימי הכא נמי ברשותיה קיימי
6 aber, bei Gott, Rabh sagte es auch von dem Falle, wenn er sie mitgenommen hat. Wenn man seinetwegen Blutschuld auf sich lädt, ist er ja ersatzpflichtig, auch wenn [die Sache nachher] unverschuldet abhanden kommt, wonach sie in seinen Besitz übergeht, ebenso sind sie auch in diesem Falle in seinen Besitz übergegangen. —
ז ולא היא כי אוקמינא רחמנא ברשותיה לענין אונסין אבל לענין מקנא ברשותיה דמרייהו קיימי מידי דהוה אשואל
7 Dies ist aber nichts; der Allbarmherzige ließ sie nur hinsichtlich des unverschuldeten Abhandenkommens in seinen Besitz übergehen, hinsichtlich der Aneignung aber befinden sie sich im Besitze des Eigentümers. Ebenso verhält es sich nämlich auch beim Entleiher. —
ח תנן בא במחתרת ושיבר את החבית יש לו דמים חייב אין לו דמים פטור טעמא דשיבר דכי אין לו דמים פטור הא נטל לא
8 Wir haben gelernt: Wer bei einem Einbrüche ein Faß zerbricht, ist, wenn man seinetwegen Blutschuld auf sich lädt, ersatzpflichtig, wenn aber nicht, so ist er frei. Nur wenn er es zerbrochen hat, ist er, wenn man seinetwegen keine Blutschuld auf sich lädt, frei, nicht aber wenn er es mitgenommen hat!? —
ט הוא הדין דאפילו נטל נמי והא דקא תני שבר את החבית קמ"ל דכי יש לו דמים אע"ג דשיבר נמי חייב
9 Nein, dasselbe gilt auch von dem Falle, wenn er es mitgenommen hat, und nur deshalb lehrt er es von dem Falle, wenn er es zerbrochen hat, um uns zu lehren, daß, wenn man seinetwegen Blutschuld auf sich lädt, er ersatzpflichtig sei, auch wenn er es zerbrochen hat. —
י פשיטא מזיק הוא הא קמ"ל דאפילו שלא בכוונה מאי קמ"ל אדם מועד לעולם תנינא אדם מועד לעולם בין בשוגג בין במזיד בין באונס בין ברצון קשיא
10 Selbstverständlich, er hat ja einen Schaden angerichtet!? — Folgendes lehrt er uns: selbst ohne Absicht. — Er lehrt uns somit, daß ein Mensch stets als gewarnt gelte, und dies wurde ja bereits gelehrt: ein Mensch gilt stets als gewarnt, einerlei ob versehentlich oder vorsätzlich, ob unverschuldet oder willig!? — Dies ist ein Einwand.
יא מתיב רב ביבי בר אביי הגונב כיס בשבת חייב שהרי נתחייב בגניבה קודם שיבא לידי איסור שבת
11 R. Bebaj b. Abajje wandte ein: Wer einen Geldbeutel am Šabbath gestohlen hat, ist [ersatz]pflichtig, denn bevor er noch das Šabbathgesetz übertreten hatte, war er bereits wegen des Diebstahls schuldig;
יב היה מגרר ויוצא פטור שהרי איסור גנבה ואיסור סקילה באין כאחד
12 hat er ihn allmählich herangezogen, so ist er [ersatz]frei, weil der Diebstahl und das mit der Steinigung belegte Verbot gleichzeitig ausgeübt worden sind!? —
יג והלכתא דשדנהו בנהרא
13 Diese Lehre bezieht sich auf den Fall, wenn er ihn in einen Fluß geworfen hat.
יד רבא איגנבו ליה דיכרי במחתרתא אהדרינהו ניהליה ולא קבלינהו אמר הואיל ונפק מפומיה דרב
14 Einst wurden Raba bei einem Einbrüche Widder gestohlen, und als [später die Diebe] sie ihm zurückgeben wollten, nahm er sie nicht, indem er sagte: Weil dies aus dem Munde Rabhs hervorgegangen ist.
טו ת"ר (שמות כב, א) אין לו דמים אם זרחה השמש עליו וכי השמש עליו בלבד זרחה אלא אם ברור לך הדבר כשמש שאין לו שלום עמך הרגהו ואם לאו אל תהרגהו
15 Die Rabbanan lehrten: <i>So erwächst seinetwegen keine Blutschuld; wenn aber die Sonne auf ihn schien</i>. Schien denn die Sonne nur auf ihn allein? Vielmehr, ist es dir sonnenklar, daß er dir nicht friedfertig gesinnt ist, so töte ihn, wenn aber nicht, so töte ihn nicht.
טז תניא אידך אם זרחה השמש עליו דמים לו וכי השמש עליו בלבד זרחה אלא אם ברור לך כשמש שיש לו שלום עמך אל תהרגהו ואם לאו הרגהו קשיא סתמא אסתמא
16 Ein Anderes lehrt: <i>Wenn aber die Sonne auf ihn schien, so erwächst seinetwegen Blutschuld</i>. Schien denn die Sonne nur auf ihn allein? Vielmehr, ist es dir sonnenklar, daß er dir friedfertig gesinnt ist, so töte ihn nicht, wenn aber nicht, so töte ihn. — Die anonymen Lehren widersprechen ja einander!? —
יז לא קשיא
17 Das ist kein Widerspruch;