Sanhedrin 19

Kapitel 19

א פלוני בא על אשתי הוא ואחר מצטרפין להורגו אבל לא להורגה
1 [Bekundet jemand,] jener habe seine Frau beschlafen, so wird er mit noch einem [Zeugen] vereinigt, jenen hinzurichten, nicht aber sie hinzurichten. –
ב מאי קא משמע לן דמפלגינן בדיבורא היינו הך מהו דתימא אדם קרוב אצל עצמו אמרינן אצל אשתו לא אמרינן קא משמע לן
2 Er lehrt uns somit, daß man seine Aussage teile, und dies ist ja dasselbe!? – Man könnte glauben, wir sagen allerdings, ein Mensch stehe sich selber nahe, nicht aber seiner Frau, so lehrt er uns.
ג ואמר רבא פלוני בא על נערה המאורסה והוזמו נהרגין ואין משלמין ממון בתו של פלוני והוזמו נהרגין ומשלמין ממון ממון לזה ונפשות לזה
3 Ferner sagte Raba: [Wenn Zeugen bekunden,] jemand habe eine Verlobte beschlafen, und sie als Falschzeugen überführt werden, so werden sie hingerichtet und zahlen keine Geldentschädigung, wenn aber: die Tochter von jenem, und werden als Falschzeugen überführt, so werden sie hingerichtet und zahlen auch eine Geldentschädigung; Geldentschädigung wegen des einen und Todesstrafe wegen des anderen.
ד ואמר רבא פלוני רבע השור והוזמו נהרגין ואין משלמין ממון שורו של פלוני והוזמו נהרגין ומשלמין ממון ממון לזה ונפשות לזה
4 Ferner sagte Raba: [Wenn Zeugen bekunden,] jener habe ein Rind beschlafen, und als Falschzeugen überführt werden, so werden sie hingerichtet und zahlen keine Geldentschädigung; wenn aber: das Rind von jenem, und als Falschzeugen überführt werden, so werden sie hingerichtet und zahlen eine Geldentschädigung; Geldentschädigung wegen des einen und Todesstrafe wegen des anderen. –
ה הא תו למה לי היינו הך משום דקא בעי בעיא עלויה דבעי רבא פלוני רבע שורי מהו מי אמרינן אדם קרוב אצל עצמו ואין אדם קרוב אצל ממונו או דילמא אמרינן אדם קרוב אצל ממונו בתר דבעיא הדר פשטה אדם קרוב אצל עצמו ואין אדם קרוב אצל ממונו:
5 Wozu ist dies wiederum nötig, das ist ja dasselbe!? – Weil hierzu eine Frage zu stellen ist, denn Raba fragte; Wie ist es, [wenn jemand bekundet,] jener habe sein Rind beschlafen; sagen wir, ein Mensch stehe nur sich selber nahe, nicht aber seinem Gelde, oder aber sagen wir, ein Mensch stehe auch seinem Gelde nahe? Nachdem er es gefragt hatte, entschied er es auch: ein Mensch steht sich selber nahe, nicht aber seinem Gelde.
ו מכות בשלשה כו': מנהני מילי אמר רב הונא אמר קרא (דברים כה, א) ושפטום שנים ואין בית דין שקול מוסיפין עליהם עוד אחד הרי כאן שלשה
6 G<small>EISSELUNG VOR DREI &amp;C</small>. Woher dies? R. Hona erwiderte: Die Schrift sagt: <i>und sie sollen richten</i>, zwei, und da das Gericht nicht aus einer geraden Zahl bestehen soll, so nehme man noch einen hinzu, das sind also drei. –
ז אלא מעתה (דברים כה, א) והצדיקו שנים והרשיעו שנים הרי כאן שבעה ההוא מיבעי ליה כדעולא דאמר עולא רמז לעדים זוממין מן התורה מניין
7 Es heißt ja auch: <i>sie sollen freisprechen</i>, und: <i>sie sollen schuldigsprechen</i>, demnach sollten es sieben sein!? – Dies ist wegen einer Lehre U͑las nötig, denn U͑la sagte: Wo findet sich in der Tora eine Andeutung auf die überführten Falschzeugen? –
ח רמז לעדים זוממין והא כתיב (דברים יט, יט) כאשר זמם אלא רמז לעדים זוממין שלוקין מניין דכתיב (דברים כה, א) והצדיקו את הצדיק והרשיעו את הרשע
8 ‘Wo findet sich eine Andeutung’, es heißt ja: <i>wie er gedachte</i>!? – Vielmehr, wo findet sich eine Andeutung, daß überführte Falschzeugen zu geißeln sind?
ט משום דהצדיקו את הצדיק והרשיעו את הרשע והיה אם בן הכות הרשע אלא עדים שהרשיעו את הצדיק ואתו עדי אחריני והצדיקו את הצדיק דמעיקרא ושוינהו להנך רשעים והיה אם בן הכות הרשע
9 Es heißt: <i>sie sollen den Unschuldigen freisprechen und den Schuldigen schuldigsprechen</i>; sollten sie etwa deshalb den Schuldigen schuldigsprechen und ihn geißeln, weil sie den Unschuldigen freisprechen? Vielmehr, wenn Zeugen einen Unschuldigen beschuldigen und darauf andere Zeugen ihn entlasten und jene Zeugen beschuldigen, so sind die Schuldigen zu geißeln. –
י ותיפוק ליה (שמות כ, יב) מלא תענה משום דהוה ליה לאו שאין בו מעשה וכל לאו שאין בו מעשה אין לוקין עליו:
10 Dies geht ja hervor aus: <i>du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen</i>. – Dies ist ein Verbot, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, und wegen eines Verbotes, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, ist nicht zu geißeln.
יא משום ר' ישמעאל אמרו בעשרים ושלשה: מ"ט דרבי ישמעאל אמר אביי אתיא רשע רשע מחייבי מיתות כתיב הכא (דברים כה, ב) והיה אם בן הכות הרשע וכתיב התם (במדבר לה, לא) אשר הוא רשע למות מה להלן בעשרים ושלשה אף כאן בעשרים ושלשה
11 I<small>M</small> N<small>AMEN</small> R. J<small>IŠMA͑ÉLS SAGTEN SIE, VOR DREIUNDZWANZIG</small>. Was ist der Grund R. Jišma͑éls? Abajje erwiderte: Dies ist aus [dem Worte] <i>Schuldiger</i> zu entnehmen, das auch bei der Todesstrafe gebraucht wird; hier heißt es: <i>wenn der Schuldige Geißelhiebe verdient</i>, und dort heißt es: <i>der Schuldige, der hingerichtet werden soll</i>; wie dort durch dreiundzwanzig, ebenso auch hierbei durch dreiundzwanzig.
יב רבא אמר מלקות במקום מיתה עומדת אמר רב אחא בריה דרבא לרב אשי אי הכי אומדנא למה לי למחייה ואי מאית לימות
12 Raba erwiderte: Die Geißelung tritt an Stelle der Todesstrafe. R. Aḥa, Sohn des Raba, sprach zu R. Aši: Wozu ist demnach die Schätzung nötig; mag man ihn doch geißeln, und wenn er stirbt, so ist ja nichts dabei!?
יג א"ל אמר קרא (דברים כה, ג) ונקלה אחיך לעיניך כי מחית אגבא דחיי מחית אלא הא דתניא אמדוהו לקבל עשרים אין מכין אותו אלא מכות הראויות להשתלש וכמה הן תמני סרי
13 Dieser erwiderte: Der Schriftvers lautet: <i>daß dein Bruder vor deinen Augen entehrt wird</i>, man muß also auf den Rücken eines Lebenden schlagen. – Es wird ja aber gelehrt, daß, wenn man ihn auf zwanzig Streiche geschätzt hat, man ihm nur soviel verabreiche, wie sie sich durch drei Teile teilen lassen, das sind nämlich achtzehn.