Sanhedrin 21

Kapitel 21

א במזומנין לה מעשה ברבן גמליאל שאמר השכימו לי שבעה לעלייה השכים ומצא שמונה אמר מי הוא שעלה שלא ברשות ירד
1 die dafür bestimmt wurden. Einst verordnete R. Šimo͑n b. Gamliél, daß man ihm am nächsten Morgen sieben [Richter] nach dem Söller hinaufschicke, und als er am nächsten Morgen acht fand, sprach er: Wer ist da unbefugt heraufgekommen? Er gehe hinunter!
ב עמד שמואל הקטן ואמר אני הוא שעליתי שלא ברשות ולא לעבר השנה עליתי אלא ללמוד הלכה למעשה הוצרכתי אמר לו שב בני שב ראויות כל השנים כולן להתעבר על ידך אלא אמרו חכמים אין מעברין את השנה אלא במזומנין לה ולא שמואל הקטן הוה אלא איניש אחרינא ומחמת כיסופא הוא דעבד
2 Da stand Šemuél der Kleine auf und sprach: Ich bin es, der unbefugt heraufgekommen ist, jedoch nicht, um mich an der Interkalation (des Jahres) zu beteiligen, sondern nur um die Halakha für die Praxis zu lernen. Da sprach jener zu ihm: Setz dich, mein Sohn, setz dich; du bist würdig, daß jede Interkalation des Jahres durch dich erfolge, die Weisen sagten aber, daß nur die dafür bestimmten das Jahr interkalieren dürfen. Es war aber nicht Šemuél der Kleine, sondern ein anderer, und nur um diesen der Beschämung [nicht auszusetzen] sagte er es.
ג כי הא דיתיב רבי וקא דריש והריח ריח שום אמר מי שאכל שום יצא עמד רבי חייא ויצא עמדו כולן ויצאו בשחר מצאו רבי שמעון בר' לרבי חייא אמר ליה אתה הוא שציערת לאבא אמר לו לא תהא כזאת בישראל
3 So ereignete es sich, daß Rabbi einst bei seinem Vortrage Knoblauchgeruch wahrnahm und sprach: Wer Knoblauch gegossen hat, soll hinausgehen. Da stand R. Ḥija auf und ging hinaus. Hierauf standen auch alle anderen auf und gingen hinaus. Als R. Šimo͑n, der Sohn Rabbis, am nächsten Morgen R. Ḥija traf, sprach er zu ihm: Du warst es also, der meinen Vater gekränkt hat!? Dieser erwiderte: So etwas komme in Jisraél nicht vor! –
ד ורבי חייא מהיכא גמיר לה מרבי מאיר דתניא מעשה באשה אחת שבאתה לבית מדרשו של ר"מ אמרה לו רבי אחד מכם קדשני בביאה עמד רבי מאיר וכתב לה גט כריתות ונתן לה עמדו כתבו כולם ונתנו לה
4 Von wem lernte es R. Ḥija? – Von R. Meír, denn es wird gelehrt: Einst kam eine Frau in das Lehrhaus R. Meírs und sprach zu ihm: Einer aus eurer Mitte hat mich durch Beiwohnung geehelicht. Da stand R. Meír auf, schrieb ihr einen Scheidebrief und überreichte ihn ihr. Hierauf standen auch alle anderen auf, schrieben ihr Scheidebriefe und überreichten sie ihr. –
ה ור"מ מהיכא גמיר לה משמואל הקטן ושמואל הקטן מהיכא גמיר לה משכניה בן יחיאל דכתיב (עזרא י, ב) ויען שכניה בן יחיאל מבני עילם ויאמר לעזרא אנחנו מעלנו באלהינו ונושב נשים נכריות מעמי הארץ ועתה יש מקוה לישראל על זאת
5 Von wem lernte es R. Meír? – Von Šemuél dem Kleinen. – Von wem lernte es Šemuél der Kleine? – Von Šekhanja, dem Sohne Jeḥiéls, denn es heißt: <i>Da hob Šekhanja, der Sohn Jeḥiéls, von den Nachkommen E͑lams, an und sprach zu E͑zra: Wir haben uns vergangen gegen unseren Gott, daß wir fremde Frauen von den Bewohnern des Landes heimgeführt haben; doch ist dieserhalb jetzt noch Hoffnung für Jisraél</i>. –
ו ושכניה בן יחיאל מהיכא גמר לה מיהושע דכתיב (יהושע ז, י) ויאמר ה' אל יהושע קום לך למה זה אתה נופל על פניך חטא ישראל אמר לפניו רבש"ע מי חטא אמר לו וכי דילטור אני לך הטל גורלות ואיבעית אימא ממשה דכתיב (שמות טז, כח) עד אנה מאנתם
6 Von wem lernte es Šekhanja, der Sohn Jeḥiéls? – Von Jehošua͑, denn es heißt: <i>Da sprach der Herr zu Jehošua͑: Steh auf, wozu liegst du doch auf deinem Angesichte; Jisraél hat sich versündigt!</i> Darauf sprach er vor ihm: Herr der Welt, wer hat die Sünde begangen? Er erwiderte ihm: Bin ich etwa ein Angeber, geh. wirf Lose aus. Wenn du willst, sage ich: von Moše, denn es heißt: <i>wie lange wollt ihr euch</i> <i>weigern?</i>
ז ת"ר משמתו נביאים האחרונים חגי זכריה ומלאכי נסתלקה רוח הקודש מישראל ואף על פי כן היו משתמשין בבת קול פעם אחת היו מסובין בעליית בית גוריה ביריחו ונתנה עליהם בת קול מן השמים יש כאן אחד שראוי שתשרה עליו שכינה (כמשה רבינו) אלא שאין דורו זכאי לכך נתנו חכמים את עיניהם בהלל הזקן וכשמת אמרו עליו הי חסיד הי עניו תלמידו של עזרא
7 Die Rabbanan lehrten: Seitdem die letzten Propheten, Ḥaggaj, Zekharja und Maleakhi, gestorben sind, wich der heilige Geist von Jisraél, dennoch bedienten sie sich noch der Hallstimme. Einst waren sie im Söller des Hauses des Gorja in Jeriḥo versammelt, da ertönte über ihnen eine Hallstimme aus dem Himmel: Einer ist unter euch, der würdig ist, daß die Göttlichkeit auf ihm ruhe, wie auf unserem Meister Moše, nur ist sein Zeitalter dazu nicht würdig. Da richteten die Weisen ihre Augen auf Hillel den Älteren. Als er starb, sprachen sie über ihn: O Frommer, o Sanftmütiger, Schüler des E͑zra!
ח שוב פעם אחת היו מסובין בעליה ביבנה ונתנה עליהם בת קול מן השמים יש כאן אחד שראוי שתשרה עליו שכינה אלא שאין דורו זכאי לכך נתנו חכמים את עיניהם בשמואל הקטן וכשמת אמרו עליו הי חסיד הי עניו תלמידו של הלל אף הוא אמר בשעת מיתתו שמעון וישמעאל לחרבא וחברוהי לקטלא ושאר עמא לביזא ועקן סגיאן עתידן למיתי על עלמא
8 Ferner waren sie einst in einem Söller in Jabne versammelt, da ertönte über ihnen eine Hallstimme aus dem Himmel: Einer ist unter euch, der würdig ist, daß die Göttlichkeit auf ihm ruhe, nur ist sein Zeitalter dazu nicht würdig. Da richteten die Weisen ihre Augen auf Šemuél den Kleinen. Als er starb, sprachen sie über ihn: O Frommer, o Sanftmütiger, Schüler des Hillel! Er sprach auch bei seinem Sterben: Šimo͑n und Jišma͑él werden dem Schwerte [verfallen], ihre Genossen der Hinrichtung, das übrige Volk der Plünderung, und viele Leiden werden über die Welt kommen.
ט ועל יהודה בן בבא בקשו לומר כן אלא שנטרפה שעה שאין מספידין על הרוגי מלכות
9 Auch über Jehuda b. Baba wollten sie dasselbe sprechen, nur war es eine Unglückszeit, denn man durfte über die von der Regierung Hingerichteten keine Trauerrede halten.
י ת"ר אין מעברין את השנה אלא אם כן ירצה נשיא ומעשה ברבן גמליאל שהלך ליטול רשות אצל שלטון אחד שבסוריא ושהה לבא ועיברו את השנה על מנת שירצה רבן גמליאל וכשבא ר"ג ואמר רוצה אני נמצאת שנה מעוברת
10 Die Rabbanan lehrten: Man darf das Jahr nur mit Zustimmung des Fürsten interkalieren. Einst ging R. Gamliél fort, um bei einem Hegemon in Syrien Erlaubnis einzuholen, und verspätete sich mit seiner Rückkehr; da interkalierten sie das Jahr unter der Bedingung, daß R. Gamliél einverstanden sein werde. Als R. Gamliél zurückkam und einverstanden war, war also das Jahr interkaliert.
יא תנו רבנן אין מעברין את השנה אלא אם כן היתה צריכה מפני הדרכים ומפני הגשרים ומפני תנורי פסחים ומפני גליות ישראל שנעקרו ממקומן ועדיין לא הגיעו אבל לא מפני השלג ולא מפני הצינה ולא מפני גליות ישראל שלא עקרו ממקומן
11 Die Rabbanan lehrten: Man interkaliere das Jahr nur dann, wenn dies nötig ist; wegen der Wege, wegen der Brücken, wegen der Pesaḥöfen und wegen der Pilger Jisraéls, die ihre Heimat verlassen haben, aber noch nicht eingetroffen sind; nicht aber wegen des Schnees, noch wegen der Kälte, noch wegen Pilger Jisraéls, die ihre Heimat noch nicht verlassen haben.
יב ת"ר אין מעברין את השנה לא מפני הגדיים ולא מפני הטלאים ולא מפני הגוזלות שלא פירחו אבל עושין אותן סעד לשנה כיצד רבי ינאי אומר משום רבן שמעון בן גמליאל מהודעין אנחנא לכון דגוזליא רכיכין ואימריא דערקין וזימנא דאביבא לא מטא ושפרת מילתא באנפאי ואוסיפית על שתא דא תלתין יומין
12 Die Rabbanan lehrten: Man interkaliere das Jahr weder wegen der Böckchen, noch wegen der Schafe, noch wegen der jungen Tauben, die noch nicht flügge sind, wohl aber wird bei der Interkalation darauf Rücksicht genommen. – Inwiefern? – R. Jannaj erzählte im Namen des R. Šimo͑n b. Gamliél: wir tun euch kund, daß ich in anbetracht dessen, daß die jungen Tauben noch zart und die Lämmer noch jung sind, daß die Kornreife noch nicht eingetreten ist, es für richtig gefunden habe, diesem Jahre noch dreißig Tage hinzuzufügen.
יג מיתיבי כמה עיבור השנה שלשים יום רבן שמעון בן גמליאל אומר חדש אמר רב פפא רצו חדש רצו שלשים יום
13 Man wandte ein: Wieviel beträgt die Interkalation des Jahres? Dreißig Tage; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, einen Monat!? R. Papa erwiderte: Wenn sie wollen, einen Monat, wenn sie wollen, dreißig Tage.
יד תא חזי מאי איכא בין
14 Komm und sieh den Unterschied zwischen den