Sanhedrin 23

Kapitel 23

א בשני רעבון
1 der Hungersnot.
ב תניא רבי אומר (מלכים ב ד, מב) ואיש בא מבעל שלישה ויבא לאיש האלהים לחם בכורים עשרים לחם שעורים וגו'
2 Es wird gelehrt: Rabbi sagte: <i>Es erschien ein Mann von Baa͑l Šališa und brachte dem Manne Gottes Erstlingsbrot &amp;c.</i>, nämlich Brot von neuem Getreide.
ג ואין לך קלה בכל ארץ ישראל לבשל פירותיה יותר מבעל שלישה ואף על פי כן לא בכרה אלא מין אחד שמא תאמר חטים תלמוד לומר שעורים שמא תאמר לפני העומר תלמוד לומר (מלכים ב ד, מב) תן לעם ויאכלו אחר העומר היה
3 Du hast ja im ganzen Jisraéllande keine [Ortschaft], in der die Früchte besser reifen, als in Baa͑l Šališa, dennoch war nur eine Art herangereift. Vielleicht glaubst du, es sei Weizen gewesen, so heißt es: <i>Gerste</i>; vielleicht glaubst du, es sei vor [der Darbringung] der Schwingegarbe gewesen, so heißt es: <i>gib den Leuten, daß sie essen</i>, es war also nach [der Darbringung] der Schwingegarbe.
ד אמור מעתה ראויה היתה אותה שנה שתתעבר ומפני מה לא עיברה אלישע ששנת בצורת היתה והיו הכל רצין לבית הגרנות
4 Hieraus folgt also, daß dieses Jahr interkaliert werden sollte. nur hat es Eliša͑ deshalb nicht interkaliert, weil es ein Hungersjahr war und alle zu den Tennen eilten.
ה ת"ר אין מעברין את השנה לפני ראש השנה ואם עיברוה אינה מעוברת אבל מפני הדחק מעברין אותה אחר ראש השנה מיד ואעפ"כ אין מעברין אלא אדר
5 Die Rabbanan lehrten: Man interkaliere das Jahr nicht vor dem Neujahrsfeste; hat man es interkaliert, so ist es ungültig. In einem dringenden Falle darf man es sofort nach dem Neujahrsfeste interkalieren, jedoch interkaliere man nur den Adar. –
ו איני והא שלחו ליה לרבא זוג בא מרקת ותפשו נשר ובידם דברים הנעשה בלוז ומאי ניהו תכלת בזכות הרחמים ובזכותם יצאו בשלום
6 Dem ist ja aber nicht so!? Einst sandte man ja an Raba: Ein [Gelehrten-]Paar, das der Adler zurückgehalten hatte, kam aus Raqqath und in ihren Händen befinden sich Dinge, die in Luz gefertigt werden, das sind nämlich die Purpurfäden. Durch die Barmherzigkeit [Gottes] und wegen ihres Verdienstes sind sie in Frieden entkommen.
ז ועמוסי יריכי נחשון בקשו לקבוע נציב אחד ולא הניחן אדומי הלז אבל בעלי אסופות נאספו וקבעו לו נציב אחד בירח שמת בו אהרן הכהן חשובי מחשבי גלויי לא מגלו
7 Die Nachkommen aus den Hüften Naḥšons wollten einen Statthalter einsetzen, was aber jener Edomite nicht zuließ. Jedoch traten die Männer des Kollegiums zusammen und setzten einen Statthalter ein, in dem Monate, in dem der Priester Aḥron starb!? – Sie hatten es nur beschlossen, jedoch noch nicht bekannt gemacht. –
ח מאי משמע דהאי נציב לישנא דירחא הוא דכתיב (מלכים א ד, ז) ולשלמה שנים עשר נציבים על כל ישראל וכלכלו את המלך ואת (אנשיו) חדש בשנה והכתיב (מלכים א ד, יט) ונציב אחד [אשר] בארץ רב יהודה ורב נחמן חד אמר אחד ממונה על כולם וחד אמר כנגד חדש העיבור
8 Wieso ist unter ‘Statthalter’ ein Monat zu verstehen? – Es heißt: <i>und Šelomo hatte zwölf Statthalter über ganz Jisraél [gesetzt]; sie versorgten den König und seine Leute je einen Monat im Jahre</i>. – Es heißt ja aber: <i>und ein Statthalter im Lande</i>!? – R. Jehuda und R. Naḥman [erklärten es]; einer erklärte: einer war über alle gesetzt, und einer erklärte: entsprechend dem Schaltmonate.
ט ת"ר אין מעברין את השנה לא משנה לחברתה ולא שלש שנים זו אחר זו אמר רבי שמעון מעשה ברבי עקיבא שהיה חבוש בבית האסורים ועיבר שלש שנים זו אחר זו אמרו לו משם ראיה ב"ד ישבו וקבעו אחת אחת בזמנה
9 Die Rabbanan lehrten: Man darf nicht im laufenden Jahre das folgende interkalieren, auch nicht drei Jahre hintereinander. R. Šimo͑n sprach: Einst interkalierte R. A͑qiba, als er im Gefängnisse eingesperrt war, drei Jahre hintereinander. Man entgegnete ihm: Soll dies ein Beweis sein!? [Das Gericht] trat zusammen und setzte die Interkalation für jedes [Jahr] zur richtigen Zeit fest.
י תנו רבנן אין מעברין את השנה לא בשביעית ולא במוצאי שביעית אימתי רגילין לעבר ערב שביעית של בית רבן גמליאל היו מעברין במוצאי שביעית
10 Die Rabbanan lehrten: Man interkaliere weder das Siebentjahr noch das diesem folgende Jahr; man pflegt das dem Siebentjahre vorangehende Jahr zu interkalieren. Im Hause R. Gamliéls interkalierten sie auch das dem Siebentjahre folgende Jahr.
יא ובפלוגתא דהני תנאי דתניא אין מביאין ירק מחוצה לארץ ורבותינו התירו מאי בינייהו אמר רבי ירמיה חוששין לגושיהן איכא בינייהו
11 Hierüber besteht ein Streit der Tannaím der folgenden Lehre: Man darf keine Kräuter aus dem Auslande nach dem Jisraéllande bringen; unsere Meister aber erlaubten dies. – Worin besteht ihr Streit? R. Jirmeja erwiderte: Sie streiten, ob [das Mitbringen von] Erdschollen zu berücksichtigen sei.
יב תנו רבנן אין מעברין את השנה מפני הטומאה
12 Die Rabbanan lehrten: Man interkaliere nicht das Jahr wegen der Unreinheit;
יג רבי יהודה אומר מעברין אמר רבי יהודה מעשה בחזקיה מלך יהודה שעיבר את השנה מפני הטומאה ובקש רחמים על עצמו דכתיב (דברי הימים ב ל, יח) כי מרבית העם רבת מאפרים ומנשה יששכר וזבולון לא הטהרו
13 R. Jehuda sagt, man interkaliere wohl. R. Jehuda sprach: Ḥizqijahu, der König von Jehuda, interkalierte einst das Jahr wegen der Unreinheit und flehte dann für sich um Erbarmen, denn es heißt: <i>Denn die große Menge des Volkes, viele aus Ephrajim, Menase, Jisakhar und Zehulun, hatten sich nicht gereinigt, </i>