Sanhedrin 29

Kapitel 29

א האומר ערך כלי זה עלי נותן דמיו מ"ט אדם יודע שאין ערך לכלי וגמר ואמר לשום דמים משום הכי נותן דמיו האי ערכין המטלטלין ערכין של מטלטלין מיבעיא ליה תני ערכין של מטלטלין
1 Sagt jemand, er spende den Schätzungswert eines Gerätes, so muß er seinen Geldwert spenden. – Weshalb? – Jeder weiß, daß es bei einem Geräte kein Schätzungsgelübde gebe, somit denkt er an den Geldwert desselben, und er muß seinen Geldwert spenden. – Wieso heißt es demnach Schätzgelübde beweglicher Sachen, es sollte ja heißen: Schätzgelübde von beweglichen Sachen!? – Lies: Schätzgelübde von beweglichen Sachen.
ב רב חסדא אמר אבימי במתפיס מטלטלין לערכין האי ערכין המטלטלין מטלטלין של ערכין מיבעי ליה תני מטלטלין של ערכין
2 R. Ḥisda erklärte im Namen Abimis: Wenn jemand für sein Schätzgelübde bewegliche Dinge verpfändet. – Wieso heißt es demnach Schätzgelübde beweglicher Sachen, es sollte ja heißen: bewegliche Sachen für Schätzgelübde!? – Lies: bewegliche Sachen für Schätzgelübde.
ג רבי אבהו אמר באומר ערכי עלי בא כהן לגבות ממנו מטלטלין בשלשה קרקעות בעשרה אמר ליה רב אחא מדיפתי לרבינא בשלמא לאפוקי מהקדש בעינן שלשה אלא לעיולי להקדש שלשה למה לי
3 R. Abahu erklärte: Wenn jemand seinen Wert gespendet hat und der Priester ihn pfänden kommt; sind es bewegliche Sachen, so sind drei [Personen] erforderlich, sind es Grundstücke, so sind zehn erforderlich. R. Aḥa aus Diphti sprach zu Rabina: Allerdings sind, wenn etwas aus dem Besitze des Heiligtums kommen soll, drei [Personen] erforderlich, wozu aber sind drei [Personen] erforderlich, wenn etwas in den Besitz des Heiligtums kommen soll!?
ד א"ל סברא הוא מה לי עיולי מה לי אפוקי אפוקי מ"ט דילמא טעי עיולי נמי דילמא טעי:
4 Dieser erwiderte: Dies ist einleuchtend; was ist denn der Unterschied, ob es in den Besitz oder aus dem Besitze kommt; beim Abgang wohl deshalb, weil man sich irren kann, und auch beim Zugang kann man irren.
ה רבי יהודה אומר כו': א"ל רב פפא לאביי בשלמא לר' יהודה היינו דכתיב כהן אלא לרבנן כהן למה להו קשיא:
5 R. J<small>EHUDA SAGT &amp;C</small>. R. Papa sprach zu Abajje: Erklärlich ist es nach R. Jehuda, weshalb es hierbei <i>Priester</i> heißt, wozu aber heißt hierbei <i>Priester</i> nach den Rabbanan!? – Ein Einwand.
ו הקרקעות תשעה וכהן: מנהני מילי אמר שמואל עשרה כהנים כתובין בפרשה חד לגופיה הנך הוי מיעוט אחר מיעוט ואין מיעוט אחר מיעוט אלא לרבות דאפילו ט' ישראל ואחד כהן
6 G<small>RUNDSTÜCKE VOR NEUN UND EINEM</small> P<small>RIESTER</small>. Woher dies? Šemuél erwiderte: Zehnmal kommt [das Wort] <i>Priester</i> im Abschnitte vor, einmal ist es nötig und die übrigen sind eine Ausschließung hinter einer Ausschließung, und eine Ausschließung hinter einer Ausschließung ist einschließend, daß nämlich auch neun Jisraéliten und ein Priester ausreichend sind.
ז מתקיף לה רב הונא בריה דרב נתן אימא חמשה כהנים וחמשה ישראלים קשיא:
7 R. Hona, Sohn des R. Nathan, wandte ein: Vielleicht fünf Priester und fünf Jisraéliten!? – Ein Einwand.
ח ואדם כיוצא בהן: אדם מי קדוש אמר ר' אבהו באומר דמי עלי דתניא האומר דמי עלי שמין אותו כעבד הנמכר בשוק ועבד אתקש לקרקעות
8 D<small>ASSELBE GILT AUCH VON EINEM</small> M<small>ENSCHEN</small>. Kann ein Mensch denn dem Heiligtume gespendet werden!? R. Abahu erwiderte: Wenn jemand seinen Wert spendet. Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand sagt, er spende seinen Wert, so schätze man ihn wie einen Sklaven, der auf dem Markte verkauft wird, und ein Sklave gleicht Grundstücken.
ט בעי רבי אבין שער העומד ליגזוז בכמה כגזוז דמי ובשלשה או כמחובר דמי ובעשרה
9 R. Abin fragte: Wieviel sind für das zum Abschneiden bestimmte Haar erforderlich; gilt es als abgeschnitten, somit sind drei, oder gilt es als haftend, somit sind zehn erforderlich? –
י ת"ש המקדיש את עבדו אין מועלין בו רשב"ג אומר מועלין בשערו וקיימא לן דבשערו העומד ליגזוז פליגי ש"מ
10 Komm und höre: Wenn jemand seinen Sklaven dem Heiligtume weiht, so hat bei diesem das Gesetz von der Veruntreuung keine Geltung. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, es habe Geltung bei seinem Haare. Und uns ist es bekannt, daß sie über das zum Abschneiden bestimmte Haar streiten. Schließe hieraus. –
יא נימא הני תנאי כהני תנאי דתנן ר"מ אומר יש דברים שהן כקרקע ואינן כקרקע ואין חכמים מודים לו כיצד עשר גפנים טעונות מסרתי לך והלה אומר אינן אלא חמש ר' מאיר מחייב וחכ"א כל המחובר לקרקע הרי הוא כקרקע
11 Es ist anzunehmen, daß diese Tannaím denselben Streit führen, wie die Tannaím der folgenden Lehre: R. Meír sagt, es gebe Dinge, die Grundstücken gleichen, und dennoch diesen nicht gleich sind; die Weisen aber pflichten ihm nicht bei. Wenn beispielsweise [der eine sagt:] ich habe dir zehn beladene Weinstöcke übergeben, und der andere ihm erwidert: es waren nur fünf, so ist er nach R. Meír [zu schwören] verpflichtet, die Weisen aber sagen, was am Boden haftet, gleiche dem Boden.
יב ואמר רבי יוסי בר חנינא בענבים העומדות ליבצר עסקינן מר סבר כבצורות דמיין ומר סבר לאו כבצורות דמיין לא אפילו תימא ר' מאיר עד כאן לא קאמר רבי מאיר התם כל כמה דשבקה להו מיכחש כחשי אבל שערו כל כמה דשבקה להו אשבוחי משבח:
12 Hierzu sagte R. Jose b. Ḥanina: Sie streiten über Trauben, die reif zum Ablösen sind; einer ist der Ansicht, sie gelten als abgelesen, und einer ist der Ansicht, sie gelten nicht als abgelesen. – Nein, da werden sie ja, je länger sie haften bleiben, desto schlechter, das Haar aber wird, je länger man es läßt, desto besser.
יג דיני נפשות כו': קא פסיק ותני ל"ש רובע זכר ול"ש רובע נקבה בשלמא רובע נקבה דכתיב (ויקרא כ, טז) והרגת את האשה ואת הבהמה אלא רובע זכר מנא לן
13 T<small>ODESSTRAFSACHEN &amp;C</small>. Er lehrt dies allgemein, einerlei ob [das Tier] einen Mann oder eine Frau beschläft. Allerdings wenn es eine Frau beschläft, denn es heißt: <i>du sollst das Weib und das Vieh töten</i>; woher dies aber von dem Falle, wenn es einen Mann beschläft? –
יד דכתיב (שמות כב, יח) כל שוכב עם בהמה מות יומת אם אינו ענין לשוכב תניהו ענין לנשכב ואפקיה רחמנא בלשון שוכב לאקושי נשכב לשוכב מה שוכב הוא ובהמתו בעשרי' ושלשה אף נשכב הוא ובהמתו בעשרים ושלשה:
14 Es heißt: <i>wer ein Tier beschläft, soll getötet werden</i>, und da dies nicht auf einen Beschlafenden zu beziehen ist, so beziehe man dies auf einen Beschlafenen, und der Allbarmherzige gebraucht nur deshalb den Ausdruck <i>beschläft</i>, um den Beschlafenen mit dem Beschlafenden zu vergleichen: wie der Beschlafende samt dem Tiere durch dreiundzwanzig [Richter abzuurteilen ist], ebenso auch der Beschlafene samt dem Tiere durch dreiundzwanzig.
טו שור הנסקל בעשרים ושלשה: שנא' (שמות כא, כט) השור יסקל וגם בעליו יומת כמיתת הבעלים כך מיתת השור: א"ל אביי לרבא ממאי דהאי וגם בעליו יומת לכמיתת בעלים כך מיתת השור הוא דאתא
15 Ü<small>BER DEN ZU STEINIGENDEN</small> O<small>CHSEN VOR DREIUNDZWANZIG, DENN ES HEISST</small>: <i>der Ochs werde gesteinigt und auch dessen Eigentümer soll sterben</i>, die Aburteilung des Ochsen gleicht der Aburteilung des Eigentümers. – Abajje sprach zu Raba: Woher, daß [die Worte:] <i>und auch der Eigentümer soll sterben</i>, darauf hindeuten, daß die Aburteilung des Ochsen der Aburteilung des Eigentümers gleiche, vielleicht besagen sie, daß [der Eigentümer] hinzurichten sei!? –