Sanhedrin 72

Kapitel 72

א כי קאמר רב כגון רב כהנא ורב אסי דלגמריה דרב הוו צריכי ולסבריה דרב לא הוו צריכי
1 Rabh sagte dies von solchen [Schülern] wie R Kahana und R. Aši, die zwar der Lehre Rabhs bedurften, nicht aber seiner Erörterung.
ב א"ר אבהו עשרה דברים יש בין דיני ממונות לדיני נפשות וכולן אין נוהגין בשור הנסקל חוץ מעשרים ושלשה
2 R. Abahu sagte: Durch zehnerlei unterscheiden sich Geldsachen von Todesstrafsachen; diese alle haben beim zu steinigenden Ochsen keine Geltung, nur sind bei diesem dreiundzwanzig [Richter] erforderlich. –
ג מנא הני מילי אמר רב אחא בר פפא דאמר קרא (שמות כג, ו) לא תטה משפט אביונך בריבו משפט אביונך אי אתה מטה אבל אתה מטה משפט של שור הנסקל
3 Woher dies? R. Aḥa b. Papa erwiderte: Die Schrift sagt: <i>du sollst das Recht des Armen nicht beugen, wenn er eine Streitsache hat,</i> das Urteil des Armen darfst du nicht hinneigen lassen, wohl aber darfst du das Urteil des zu steinigenden Ochsen hinneigen lassen. –
ד עשרה הא ט' הוו הא עשרה קתני משום דאין הכל כשרין ועשרים ושלשה חדא היא
4 Wieso zehn, es sind ja neun!? – Es werden ja aber zehn aufgezählt!? – Die Nichtzulassung eines jeden und die Erforderlichkeit von dreiundzwanzig [Richtern] sind eins und dasselbe. –
ה הא איכא אחריתי דתניא אין מושיבין בסנהדרין זקן וסריס ומי שאין לו בנים ר' יהודה מוסיף אף אכזרי וחילופיהן במסית דרחמנא אמר (דברים יג, ט) לא תחמול ולא תכסה עליו:
5 Es gibt noch einen anderen [Unterschied], denn es wird gelehrt: Man wähle in das Synedrium weder einen Greis noch einen Kastraten noch einen, der keine Kinder hat; R. Jehuda fügt noch hinzu: einen Hartherzigen. Entgegengesetzt aber verfahre man beim Verführer, denn der Allbarmherzige sagt: <i>du sollst seiner nicht schonen noch seine Schuld verheimlichen.</i>
ו הכל כשרין לדון דיני ממונות: הכל לאתויי מאי אמר רב יהודה לאתויי ממזר
6 J<small>EDER IST ZULÄSSIG IN</small> G<small>ELDSACHEN ZU RICHTEN.</small> Was schließt das ‘jeder’ ein? R. Jehuda erwiderte: Dies schließt das Hurenkind ein. –
ז הא תנינא חדא זימנא כל הראוי לדון דיני נפשות ראוי לדון דיני ממונות ויש ראוי לדון דיני ממונות ואין ראוי לדון דיני נפשות והוינן בה לאתויי מאי ואמר רב יהודה לאתויי ממזר חדא לאתויי גר וחדא לאתויי ממזר
7 Dies wurde ja bereits einmal gelehrt: Wer zulässig ist, in Todesstrafsachen zu richten, ist auch zulässig, in Geldsachen zu richten, mancher aber ist zulässig in Geldsachen zu richten, nicht aber in Todesstrafsachen. Und auf unsere Frage, was dies einschließe, erwiderte R. Jehuda, dies schließe das Hurenkind ein!? –
ח וצריכ' דאי אשמעינן גר דראוי לבא בקהל אבל ממזר אימא לא ואי אשמעינן ממזר דבא מטיפה כשרה אבל גר דלא בא מטיפה כשרה אימא לא צריכא:
8 Eines schließt den Proselyten ein und eines schließt das Hurenkind ein. Und beides ist nötig. Würde er es nur vom Proselyten gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er in die Gemeinde aufgenommen werden darf, nicht aber das Hurenkind; und würde er es nur vom Hurenkinde gelehrt haben, so könnte man glauben, weil es von einem reinen Samentropfen kommt, nicht aber der Proselyt, der nicht von einem reinen Samentropfen kommt. Daher ist beides nötig.
ט ואין הכל כשרין לדון דיני נפשות: מאי טעמא דתני רב יוסף כשם שב"ד מנוקין בצדק כך מנוקין מכל מום אמר אמימר מאי קרא (שיר השירים ד, ז) כולך יפה רעיתי ומום אין בך
9 N<small>ICHT ABER IST JEDER ZULÄSSIG, IN</small> T<small>ODESSTRAFSACHEN ZU RICHTEN.</small> Aus welchem Grunde? – R. Joseph lehrte: Wie das Gerichtskollegium in der Gerechtigkeit rein sein muß, ebenso muß es auch von jedem Makel rein sein. Amemar sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers: <i>alles ist schön an dir, meine Freundin, und kein Makel ist an dir.</i> –
י ודילמא מום ממש אמר רב אחא בר יעקב אמר קרא (במדבר יא, טז) והתיצבו שם עמך עמך בדומין לך
10 Vielleicht ein wirkliches Gebrechen!? R. Aḥa b. Ja͑qob erklärte: Die Schrift sagt: <i>sie sollen sich mit dir aufstellen,</i> mit dir, die dir gleichen. –
יא ודילמא התם משום שכינה אלא אמר רב נחמן בר יצחק אמר קרא (שמות יח, כב) ונשאו אתך אתך בדומין לך ליהוי:
11 Vielleicht nur da, wegen der Göttlichkeit!? Vielmehr, erklärte R. Naḥman b. Jiçḥaq, die Schrift sagt: <i>sie werden mit dir tragen,</i> mit dir, sie müssen dir gleichen.
יב <big><strong>מתני'</strong></big> סנהדרין היתה כחצי גורן עגולה כדי שיהו רואין זה את זה ושני סופרי הדיינין עומדים לפניהם אחד מימין ואחד משמאל וכותבין דברי (מחייבין ודברי מזכין) ר' יהודה אומר שלשה אחד כותב דברי המזכין ואחד כותב דברי המחייבין והשלישי כותב דברי המזכין ודברי המחייבין
12 <b>D</b><small>AS</small> S<small>YNEDRIUM SASS IN DER</small> A<small>RT EINES</small> H<small>ALBKREISES</small>, <small>UM EINANDER SEHEN ZU KÖNNEN.</small> Z<small>WEI</small> G<small>ERICHTSSCHREIBER STANDEN VOR IHNEN, EINER RECHTS UND DER ANDERE LINKS, UND SCHRIEBEN DIE</small> W<small>ORTE DER</small> S<small>CHULDIGSPRECHENDEN UND DER</small> F<small>REISPRECHENDEN NIEDER</small>. R. J<small>EHUDA SAGT, DREI, EINER SCHRIEB DIE</small> W<small>ORTE DER</small> F<small>REISPRECHENDEN, DER ANDERE SCHRIEB DIE</small> W<small>ORTE DER</small> S<small>CHULDIGSPRECHENDEN UND DER DRITTE SCHRIEB DIE</small> W<small>ORTE</small> <small>DER</small> F<small>REISPRECHENDEN UND DER</small> S<small>CHULDIGSPRECHENDEN</small>