Shabbat 105

Kapitel 105

א <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר שמואל והוא שקשורה לו מע"ש אמר רב נחמן מתני' נמי דיקא דקתני אין החמור יוצא במרדעת בזמן שאינה קשורה לו
1 GEMARA. Šemuél sagte: Dies nur, wenn sie bereits am Vorabend des Šabbaths befestigt war. R. Naḥman sagte: Dies geht auch aus der Mišna hervor, denn diese lehrt, der Esel dürfe nicht mit seiner Decke ausgetrieben werden, wenn sie nicht befestigt ist.
ב היכי דמי אילימא שאינה קשורה לו כלל פשיטא דילמא נפלה ליה ואתי לאתויי אלא לאו שאינה קשורה מע"ש מכלל דרישא שקשורה לו מע"ש ש"מ
2 In welchem Falle: wollte man sagen, wenn sie überhaupt nicht befestigt ist, so ist dies ja selbstverständlich, da sie herunterfallen und man sie zu tragen verleitet werden könnte!? Wahrscheinlich also, wenn sie nicht vom Vorabend des Šabbaths her befestigt ist; demnach spricht die vorhergehende [Mišna] von dem Falle, wenn sie bereits am Vorabend des Šabbaths befestigt war. Schließe hieraus.
ג תניא נמי הכי חמור יוצא במרדעת בזמן שקשורה לו מע"ש ולא באוכף אע"פ שקשורה לו מע"ש רבן שמעון בן גמליאל אומר אף באוכף בזמן שקשורה לו מע"ש ובלבד שלא יקשור לו מסריכן ובלבד שלא יפשול לו רצועה תחת זנבו
3 Desgleichen wird gelehrt: Der Esel darf mit seiner Decke ausgetrieben werden, wenn sie bereits am Vorabend des Šabbaths befestigt war, nicht aber mit einem Sattel, auch wenn er bereits am Vorabend des Šabbaths befestigt war. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, auch mit einem Sattel, wenn er bereits am Vorabend des Šabbaths befestigt war, nur dürfe man ihm keinen Bauchgurt umbinden, auch keinen Hinterriemen unter dem Schwänze anhängen.
ד בעא מיניה רב אסי בר נתן מר' חייא בר רב אשי מהו ליתן מרדעת על גבי חמור בשבת אמר ליה מותר א"ל וכי מה בין זה לאוכף אישתיק
4 R. Asi b. Nathan fragte R. Ḥija b. Aši: Darf man am Šabbath eine Decke auf den Esel legen? Dieser erwiderte: Es ist erlaubt. Jener sprach: Welchen Unterschied gibt es zwischen dieser und einem Sattel? Dieser schwieg.
ה איתיביה אוכף שעל גבי חמור לא יטלטלנה בידו אלא מוליכה ומביאה בחצר והוא נופל מאיליו השתא ליטול אמרת לא להניח מיבעיא
5 Jener wandte ein: Man darf den Sattel nicht mit der Hand vom Esel herabnehmen, vielmehr führe man ihn auf dem Hofe umher, bis er von selber herabfällt. Wenn es nun heißt, daß man ihn sogar nicht herabnehmen darf, um wieviel weniger darf man ihn auflegen!?
ו אמר ליה ר' זירא שבקיה כרביה סבירא ליה דאמר רב חייא בר אשי אמר רב תולין טרסקל לבהמה בשבת וקל וחומר למרדעת ומה התם דמשום תענוג שרי הכא דמשום צער לא כל שכן
6 Da sprach R. Zera zu ihm: Laß ihn, er ist der Ansicht seines Lehrers. R. Ḥija b. Aši sagte nämlich im Namen Rabhs: Man darf am Šabbath dem Vieh einen Futterkorb anhängen. Man folgere nun [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere bezüglich einer Decke: wenn jenes, das ihm nur eine Bequemlichkeit gewährt, erlaubt ist, um wieviel mehr dies, was ihm Schutz (vor Qual) gewährt.
ז שמואל אמר מרדעת מותר טרסקל אסור אזל ר' חייא בר יוסף אמרה לשמעתא דרב קמיה דשמואל א"ל אי הכי אמר אבא לא ידע במילי דשבתא ולא כלום
7 Šemuél sagt, eine Decke [aufzulegen] sei erlaubt, einen Futterkorb [anzuhängen] sei verboten. Als R. Ḥija b. Joseph zu Šemuél kam und ihm die Lehre Rabhs vortrug, sprach er zu ihm: Wenn Abba dies gesagt hat, so versteht er nichts von den Šabbathgesetzen.
ח כי סליק ר' זירא אשכחיה לר' בנימין בר יפת דיתיב וקאמר ליה משמיה דר' יוחנן נותנין מרדעת על גבי חמור בשבת א"ל יישר וכן תרגמה אריוך בבבל
8 Als R. Zera hinaufkam, fand er R. Binjamin b. Jepheth sitzen und folgendes im Namen R. Joḥanans lehren: Man darf am Šabbath einem Esel die Decke auflegen. Da sprach er zu ihm: Recht so, so lehrte es auch Arjokh in Babylonien. —
ט אריוך מנו שמואל והא רב נמי אמרה אלא שמעיה דהוה מסיים ביה ואין תולין טרסקל בשבת א"ל יישר וכן תרגמה אריוך בבבל
9 Wer ist Arjokh? — Das ist Šemuél. — Rabh sagte dies ja ebenfalls!? — Vielmehr, er hörte ihn auch fortfahren: man darf ihm aber am Šabbath keinen Futterkorb anhängen. Da sprach er zu ihm: Recht so, so lehrte es auch Arjokh in Babylonien. —
י דכולי עלמא מיהת מרדעת מותר מאי שנא מאוכף שאני התם דאפשר דנפיל ממילא
10 Alle stimmen also überein, daß eine Decke erlaubt sei; womit ist dies anders als ein Sattel!? — Dieser ist anders, es ist auch in einer Weise möglich, daß er von selbst herunterfällt.
יא רב פפא אמר כאן לחממה כאן לצננה לחממה אית לה צערא לצננה לית לה צערא והיינו דאמרי אינשי חמרא אפי' בתקופת תמוז קרירא לה
11 R. Papa erwiderte: Dies geschieht, um ihn zu wärmen, jenes aber, um ihn abzukühlen. Wohl um ihn zu wärmen, weil er sonst leidet, nicht aber abzukühlen, weil er dabei nicht leidet. Das ist es, was die Leute sagen: Der Esel friert auch in der Jahreszeit des Tamuz.
יב מיתיבי לא יצא הסוס בזנב שועל ולא בזהרורית שבין עיניו לא יצא הזב בכיס שלו ולא עזים בכיס שבדדיהן ולא פרה בחסום שבפיה ולא סייחים בטרסקלין שבפיהם לרה"ר ולא בהמה בסנדל שברגליה ולא בקמיע אע"פ שהוא מומחה וזו חומר בבהמה מבאדם
12 Man wandte ein: Das Pferd darf nicht mit einem Fuchsschwanze oder einem Stirnschmucke zwischen den Augen ausgetrieben werden; der Flußbehaftete darf nicht mit seinem Schutzbeutel ausgehen; ferner dürfen nicht Ziegen mit einem Eutersacke, eine Kuh mit einem Zaume am Maule, oder Füllen mit einem Futtersacke am Maule auf öffentliches Gebiet ausgetrieben werden; ferner nicht ein Vieh mit Hufschuhen an den Füßen, auch nicht mit einem Amulett, selbst wenn es von einem Bewährten herrührt. Hierin ist es beim Vieh strenger als beim Menschen.
יג אבל יוצא הוא באגד שעל גבי המכה ובקשישין שעל גבי השבר ובשיליא המדולדלת בה . ופוקקין לה זוג בצוארה ומטיילת עמו בחצר
13 Man darf es aber mit einem Verbände auf der Wunde, mit Schienen auf dem Bruche oder mit nachhängender Nachgeburt austreiben. Ferner darf man ihm die Glocke am Halse verstopfen und es damit im Hofe umhergehen lassen.
יד קתני מיהת ולא סייחין בטרסקלים שבפיהם לרה"ר לרה"ר הוא דלא הא בחצר שפיר דמי מאי לאו בגדולים ומשום תענוג
14 Hier wird gelehrt, daß man nicht Füllen mit dem Futterkorbe am Maule auf öffentliches Gebiet austreiben darf; nur auf öffentliches Gebiet nicht, wohl aber im Hofe. Dies gilt wohl von großen, bei denen es zu ihrer Bequemlichkeit geschieht!? —
טו לא בקטנים ומשום צער דיקא נמי דקתני
15 Nein, von kleinen, wegen der Qual. — Dies ist auch zu erhärten; er lehrt ja davon gleichlautend,