Shabbat 107

Kapitel 107

א שית זונה ונצורת לב:
1 <i>im Hurenkleide</i> <i>und mit heimtückischem Sinne</i>.
ב הרחלים יוצאות כבולות: מאי כבולות שמכבלין אליה שלהן למטה כדי שלא יעלו עליהן הזכרים מאי משמע דהאי כבול לישנא דלא עביד פירי הוא דכתיב (מלכים א ט, יג) מה הערים [האלה] אשר נתת לי אחי ויקרא (להן) ארץ כבול עד היום הזה
2 S<small>CHAFE DÜRFEN MIT NACH UNTEN GEBUNDENEN</small> S<small>CHWÄNZEN AUSGETRIEBEN WERDEN</small>. Was heißt nach unten gebunden? — Man bindet ihnen den Schwanz nach unten, damit die Männchen sie nicht bespringen sollen. — Woher ist dies erwiesen, daß <i>kabul</i> die Bedeutung <i>keine Früchte tragen</i> hat? — Es heißt: <i>was sind das für Städte, die du mir abgetreten hast, mein Bruder? Und man nannte sie bis heute die Landschaft Kebul</i>. —
ג מאי ארץ כבול א"ר הונא שהיו בה בני אדם שמכובלין בכסף ובזהב אמר ליה רבא אי הכי היינו דכתיב ((מלכים א ט, יב) כי לא) ישרו בעיניו מפני שמכובלין בכסף ובזהב לא ישרו בעיניו אמר ליה אין כיון דעתירי ומפנקי לא עבדי עבידתא
3 Weshalb heißt es Landschaft Kebul? — Weil da Leute wohnten, die mit Silber und Gold beladen [mekubalim] waren. Raba sprach zu ihm: Wieso heißt es demnach: <i>denn sie hatten kein Wohlgefallen in seinen Augen</i>, hatten sie denn deshalb kein Wohlgefallen in seinen Augen, weil sie mit Silber und Gold beladen waren!? Dieser erwiderte: Freilich, da sie reich und verwöhnt waren, so leisteten sie keine Fronarbeit.
ד רב נחמן בר יצחק אמר ארץ חומטון היתה ואמאי קרי לה כבול דמשתרגא בה כרעא עד כבלא ואמרי אינשי ארעא מכבלא דלא עבד פירי:
4 R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: Sie hatte einen salzigen Boden und man nannte sie deshalb Landschaft Kebul, weil da der Fuß bis zu den Knöcheln [kabla] versinkt. Ferner sagen die Leute: Ein dürres [mekabla] Land, das keine Früchte hervorbringt.
ה כבונות: מאי כבונות שמכבנין אותו למילת כדתנן שאת כצמר לבן מאי צמר לבן אמר רב ביבי בר אביי כצמר נקי בן יומו שמכבנין אותו למילת:
5 U<small>MHÜLLT</small>. Was heißt umhüllt? — Man umhüllt sie, um feine Wolle zu gewinnen. Denn wir haben gelernt: Der Hochfleck, wie weiße Wolle. — Was heißt: wie weiße Wolle? R. Bebaj b. Abajje erwiderte: Wie reine Wolle [eines Schafes], das man einen Tag alt umhüllt, um feine Wolle zu gewinnen.
ו והעזים יוצאות צרורות: איתמר רב אמר הלכה כר' יהודה ושמואל אמר הלכה כר' יוסי
6 Z<small>IEGEN DÜRFEN MIT VERBUNDENEN</small> E<small>UTERN AUSGETRIEBEN WERDEN</small>. Es wurde gelehrt: Rabh sagt, die Halakha sei wie R. Jehuda, und Šemuél sagt, die Halakha sei wie R. Jose.
ז ואיכא דמתני להא שמעתא באפי נפשיה רב אמר ליבש מותר ולא לחלב ושמואל אמר אחד זה ואחד זה אסור
7 Manche lehren dies als besondere Lehre: Rabh sagt, damit die Milch versiege, sei es erlaubt, nicht aber um die Milch zu erhalten, und Šemuél sagt, ob so oder so, sei es verboten.
ח ואיכא דמתני לה אהא עזים יוצאות צרורות ליבש אבל לא לחלב משום ר' יהודה בן בתירא אמרו כך הלכה אבל מי מפיס איזו ליבש ואיזו לחלב ומתוך שאין מכירים אחד זה ואחד זה אסור אמר שמואל ואמרי לה אמר רב יהודה אמר שמואל הלכה כר' יהודה בן בתירא כי אתא רבין אמר ר"י הלכה כת"ק:
8 Manche beziehen dies auf folgende Lehre: Ziegen dürfen mit verbundenen Eutern ausgetrieben werden, damit die Milch versiege, nicht aber, um die Milch zu erhalten. Im Namen des R. Jehuda b. Bethera sagten sie: So ist zwar die Halakha, wer aber entscheidet, welche zum Versiegen der Milch und welche zur Erhaltung der Milch. Und da dies nicht zu erkennen ist, so ist es, ob so oder so, verboten. Hierzu sagte Šemuél, manche sagen, dies sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Jehuda b. Bethera. Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans, die Halakha sei wie der erste Tanna.
ט <big><strong>מתני׳</strong></big> ובמה אינה יוצאה לא יצא גמל במטולטלת לא עקוד ולא רגול וכן שאר כל הבהמות
9 <b>U</b><small>ND WOMIT ES NICHT AUSGETRIEBEN WERDEN DARF</small>. D<small>AS</small> K<small>AMEL DARF NICHT MIT EINER</small> S<small>ATTELDECKE, AUCH NICHT GEFESSELT UND NICHT GEBUNDEN AUSGETRIEBEN WERDEN, EBENSO ALLE ANDEREN</small> T<small>IERE</small>.
י לא יקשור גמלים זה בזה וימשוך אבל מכניס חבלים לתוך ידו וימשוך ובלבד שלא יכרוך:
10 M<small>AN DARF NICHT</small> K<small>AMELE ANEINANDERBINDEN UND</small> [<small>DAS EINE</small>]<small> FÜHREN, WOHL ABER DARF MAN MEHRERE</small> S<small>TRICKE IN DIE</small> H<small>AND NEHMEN UND SIE FÜHREN, NUR DARF MAN</small> [<small>DIE</small> S<small>TRICKE</small>]<small> NICHT ZUSAMMENDREHEN</small>.
יא <big><strong>גמ׳</strong></big> תנא לא יצא הגמל במטולטלת הקשורה לו בזנבו אבל יוצא הוא במטולטלת הקשורה בזנבו ובחוטרתו אמר רבה בר רב הונא יוצא הגמל במטולטלת הקשורה לה בשילייתה:
11 GEMARA. Es wird gelehrt: Das Kamel darf nicht mit einer Satteldecke ausgetrieben werden, die am Schwänze befestigt ist, wohl aber darf es mit einer Satteldecke ausgetrieben werden, die am Schwänze und am Höcker befestigt ist. Rabba b. R. Hona sagte: Das Kamel darf mit einem Lappen ausgetrieben werden, den man ihm auf die Scham legt.
יב לא עקוד ולא רגול: א"ר יהודה עקוד עקידת יד ורגל כיצחק בן אברהם רגול שלא יכוף ידו על גבי זרועו ויקשור
12 A<small>UCH NICHT GEFESSELT UND NICHT GEBUNDEN</small>. R. Jehuda sagte: ‘Gefesselt’ heißt, Hand und Fuß zusammenbinden, wie bei Jiçḥaq, dem Sohne Abrahams; ‘gebunden’, daß man nicht den Unterschenkel zum Oberschenkel biege und zusammenbinde.
יג מיתיבי עקוד שתי ידים ושתי רגלים רגול שלא יכוף ידו על גבי זרועו ויקשור הוא דאמר כי האי תנא דתניא עקוד עקידת יד ורגל או שתי ידים ושתי רגלים רגול שלא יכוף ידו ע"ג זרועו ויקשור
13 Man wandte ein: ‘Gefesselt’, heißt das Zusammenbinden beider Hände oder beider Füße; ‘Gebunden’, daß man nicht den Unterschenkel zum Oberschenkel biege und zusammenbinde. — Er ist der Ansicht des Tanna der folgenden Lehre: ‘Gefesselt’ heißt, Hand und Fuß oder beide Hände oder beide Füße zusammenbinden; ‘gebunden’, daß man nicht den Unterschenkel zum Oberschenkel biege und zusammenbinde. —
יד ואכתי לא דמי בשלמא רישא וסיפא ניחא מציעתא קשיא
14 Aber dies ist doch noch immer nicht gleich; allerdings stimmt dies bezüglich des Anfangssatzes und des Schlußsatzes, der Mittelsatz aber ist ja widersprechend!? —
טו אלא הוא דאמר כי האי תנא עקוד עקידת יד ורגל כיצחק בן אברהם רגול שלא יכוף ידו על גבי זרועו ויקשור:
15 Vielmehr, er ist der Ansicht des folgenden Tanna: ‘Gefesselt’ heißt, Hand und Fuß zusammenbinden, wie bei Jiçḥaq, dem Sohne Abrahams; ‘gebunden’, daß man nicht den Unterschenkel zum Oberschenkel biege und zusammenbinde.
טז ולא יקשור גמלים: מאי טעמא אמר רב אשי משום דמיחזי כמאן דאזיל לחינגא:
16 M<small>AN DARF NICHT</small> K<small>AMELE ANEINANDERBINDEN</small>. Aus welchem Grunde? R. Aši erwiderte: Weil dies den Anschein hat, als ginge man zum Markte.
יז אבל מכניס: אמר רב אשי לא שנו אלא לענין כלאים כלאים דמאי אילימא כלאים דאדם והתנן אדם מותר עם כולם לחרוש ולמשוך
17 W<small>OHL ABER DARF MAN &amp;C. NEHMEN</small>. R. Aši sagte: Dies ist nur wegen [des Verbotes] der Mischung gelehrt worden. — Welcher Mischung: wollte man sagen, des Menschen [mit einem Tiere], so haben wir ja gelernt, der Mensch dürfe mit allen [Tieren] zusammen pflügen und ziehen,
יח אלא כלאים דחבלים והתניא התוכף תכיפה אחת אינה חיבור
18 und wenn die Mischung der Stricke, so wird ja gelehrt, daß, wenn jemand einen Nadelstich macht, dies keine Verbindung heiße!? —
יט לעולם כלאים דחבלים והכי קאמר ובלבד שלא יכרוך ויקשור
19 Tatsächlich wegen des Mischgewebes der Stricke, und dies ist wie folgt zu verstehen: nur darf man sie nicht zusammendrehen und zusammenknüpfen.
כ אמר שמואל ובלבד שלא יצא [חבל] מתחת ידו טפח והא תנא דבי שמואל טפחיים
20 Šemuél sagte: Auch darf der Strick keine Handbreite aus seiner Hand nachhängen. — In der Schule Šemuéls wurde ja aber gelehrt: zwei Handbreiten!?
כא אמר אביי השתא דאמר שמואל טפח ותנא דבי שמואל טפחיים שמואל הלכה למעשה אתא לאשמעינן
21 Abajje erwiderte: Da nun Šemuél eine Handbreite sagte und in seiner Schule zwei Handbreiten gelehrt wurde, so wollte er uns damit eine Lehre für die Praxis hören lassen. —