Shabbat 123

Kapitel 123

א והתניא רבי אושעיא אומר ובלבד שלא יאחזנו בידו ויעבירנו ארבע אמות ברשות הרבים
1 Es wird ja aber gelehrt: R. Oša͑ja sagt, nur dürfe man es nicht in der Hand halten und vier Ellen auf öffentlichem Gebiete tragen!? –
ב [אלא] הכא במאי עסקינן במחופה עור
2 Vielmehr, hier handelt es sich um ein mit Leder überzogenes. –
ג והרי תפילין דמחופה עור ותניא הנכנס לבית הכסא חולץ תפילין ברחוק ארבע אמות ונכנס
3 Aber auch die Tephillin sind ja mit Leder überzogen, dennoch wird gelehrt, wer in einen Abort geht, lege in einer Entfernung von vier Ellen die Tephillin ab und trete ein!? –
ד התם משום שי"ן דאמר אביי שי"ן של תפילין הלכה למשה מסיני ואמר אביי ד' של תפילין הלכה למשה מסיני ואמר אביי יו"ד של תפילין הלכה למשה מסיני:
4 Diese wegen des Šin. Abajje sagte nämlich, das Šin der Tephillin sei eine Moše am Sinaj überlieferte Halakha. Ferner sagte Abajje, das Daleth der Tephillin sei eine Moše am Sinaj überlieferte Halakha. Ferner sagte Abajje, das Jod der Tephillin sei eine Moše am Sinaj überlieferte Halakha.
ה ולא בשריון ולא בקסדא ולא במגפיים:
5 N<small>OCH MIT EINEM</small> P<small>ANZER, NOCH MIT EINEM</small> H<small>ELM, NOCH MIT EINEM</small> B<small>EINPANZER</small>.
ו שריון זרדא קסדא אמר רב סנוארתא מגפיים אמר רב פזמקי:
6 Panzer, ein Panzerhemd. Helm. Rabh erklärte: Eine Helmkappe. Beinpanzer. Rabh erklärte: Panzerstiefel.
ז <big><strong>מתני׳</strong></big> לא תצא אשה במחט הנקובה ולא בטבעת שיש עליה חותם ולא בכוליאר ולא בכובלת ולא בצלוחית של פלייטון
7 <b>E</b><small>INE</small> F<small>RAU DARF WEDER MIT EINER GEÖHRTEN</small> N<small>ADEL, NOCH MIT EINEM</small> F<small>INGERRINGE, DER EIN</small> P<small>ETSCHAFT HAT, NOCH MIT EINER</small> S<small>CHNECKENSPANGE, NOCH MIT EINER</small> S<small>CHMINKBÜCHSE, NOCH MIT EINEM</small> R<small>IECHFLÄSCHCHEN AUSGEHEN</small>.
ח ואם יצתה חייבת חטאת דברי ר' מאיר וחכמים פוטרין בכובלת ובצלוחית של פלייטון:
8 I<small>ST SIE DAMIT AUSGEGANGEN, SO IST SIE EIN</small> S<small>ÜNDOPFER SCHULDIG – SO</small> R. M<small>EÍR; DIE</small> W<small>EISEN BEFREIEN DAVON BEI DER</small> S<small>CHMINKBÜCHSE UND BEIM</small> R<small>IECHFLÄSCHCHEN</small>.
ט <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר עולא וחילופיהן באיש אלמא קסבר עולא כל מידי דחזי לאיש לא חזי לאשה ומידי דחזי לאשה לא חזי לאיש
9 GEMARA. U͑la sagte: Umgekehrt bei einem Manne. U͑la ist somit der Ansicht, was sich für den Mann eignet, eigne sich nicht für die Frau, und was sich für die Frau eignet, eigne sich nicht für den Mann.
י מתיב רב יוסף הרועים יוצאין בשקין ולא הרועים בלבד אמרו אלא כל אדם אלא שדרכן של הרועים לצאת בשקין
10 R. Joseph wandte ein: Hirten dürfen mit einem Sackmantel ausgehen. Sie lehrten dies nicht nur für die Hirten, sondern auch für jeden anderen Menschen, nur pflegen Hirten mit Sackmänteln auszugehen!?
יא [אלא] אמר רב יוסף קסבר עולא נשים עם בפני עצמן הן
11 Vielmehr, sagte R. Joseph, U͑la ist der Ansicht, Frauen seien ein Volk für sich,
יב איתיביה אביי המוצא תפילין מכניסן זוג זוג אחד האיש ואחד האשה ואי אמרת נשים עם בפני עצמן הן והא מצות עשה שהזמן גרמא הוא וכל מצות עשה שהזמן גרמא נשים פטורות
12 Abajje wandte gegen ihn ein: Wer Tephillin findet, bringe sie paarweise heim, einerlei ob ein Mann oder eine Frau. Wenn du nun sagst, Frauen seien ein Volk für sich – die [Tephillin] sind ja ein von der Zeit abhängiges Gebot, und von Geboten, die von der Zeit abhängen, sind Frauen ja befreit!? –
יג התם קסבר ר"מ לילה זמן תפילין הוא ושבת זמן תפילין הוא הוה ליה מצות עשה שלא הזמן גרמא וכל מצות עשה שלא הזמן גרמא נשים חייבות
13 R. Meír vertritt hier die Ansicht, die Tephillin seien nachts anzulegen, und die Tephillin seien am Šabbath anzulegen, somit gehören sie zu den Geboten, die von der Zeit nicht abhängig sind, und zu Geboten, die von der Zeit nicht abhängig sind, sind Frauen verpflichtet. –
יד והא הוצאה כלאחר יד היא
14 Das ist ja aber ein wie unbeabsichtigtes Tragen!?
טו אמר רבי ירמיה באשה גזברית עסקינן אמר רבה (בר בר חנה אמר רבי יוחנן) תרצת אשה איש מאי איכא למימר
15 R. Jirmeja erwiderte: Hier handelt es sich um eine Frau, die Verwalterin ist. (Rabba b. Bar Ḥana sprach im Namen R. Joḥanans:) Du hast es wohl bezüglich der Frau erklärt, wie ist es aber bezüglich des Mannes zu erklären!?
טז אלא אמר רבא פעמים שאדם נותן לאשתו טבעת שיש עליה חותם להוליכה לקופסא ומניחתה בידה עד שמגעת לקופסא ופעמים שהאשה נותנת לבעלה טבעת שאין עליה חותם להוליכה אצל אומן לתקן ומניחה בידו עד שמגיע אצל אומן:
16 Vielmehr, erklärte Raba, zuweilen gibt der Mann seiner Frau einen Ring mit Petschaft, um ihn in die Schatulle zu legen, und bis sie zur Schatulle kommt, legt sie ihn an die Hand, und zuweilen gibt die Frau ihrem Manne einen Ring ohne Petschaft, um ihn zur Reparatur zum Handwerker zu bringen, und bis er zum Handwerker kommt, legt er ihn an die Hand.
יז ולא בכוליאר ולא בכובלת: מאי כוליאר א"ר מכבנתא כובלת אמר רב חומרתא דפילון וכן אמר רב אסי חומרתא דפילון
17 N<small>OCH MIT EINER</small> S<small>CHNECKENSPANGE, NOCH MIT EINER</small> S<small>CHMINKBÜCHSE</small>, Was heißt Schneckenspange? Rabh erklärte: Eine Haarspange. Was heißt Schminkbüchse. Rabh erklärte: Eine Gewürzkapsel. Ebenso erklärte R. Aši, eine Gewürzkapsel.
יח ת"ר לא תצא בכובלת ואם יצתה חייבת חטאת דברי ר"מ וחכמים אומרים לא תצא ואם יצתה פטורה רבי אליעזר אומר יוצאה אשה בכובלת לכתחלה
18 Die Rabbanan lehrten: Die Frau darf nicht mit einer Schminkbüchse ausgehen, ist sie ausgegangen, so ist sie ein Sündopfer schuldig – so R. Meír. Die Weisen sagen, sie dürfe nicht ausgehen, ist sie ausgegangen, sei sie frei. R. Elie͑zer sagt, die Frau dürfe von vornherein mit einer Schminkbüchse ausgehen. –
יט במאי קמיפלגי רבי מאיר סבר משאוי הוא ורבנן סברי תכשיט הוא ודילמא שלפא ומחויא ואתיא לאיתוייה ורבי אליעזר סבר מאן דרכה למירמיה אשה שריחה רע אשה שריחה רע לא שלפא ומחויא ולא אתיא לאתוייה ארבע אמות ברשות הרבים
19 Worin besteht ihr Streit? – R. Meír ist der Ansicht, sie gelte als Last; die Rabbanan sind der Ansicht, sie gelte als Schmuck, und sie könnte sie abnehmen und zeigen, sodann zum Tragen veranlaßt werden; R. Elie͑zer aber sagt, eine solche trägt nur eine Frau, die einen üblen Geruch hat, und eine Frau, die einen üblen Geruch hat, nimmt sie nicht ab, um zu zeigen, und wird auch nicht veranlaßt, sie vier Ellen auf öffentlichem Gebiete zu tragen. –
כ והתניא ר' אליעזר פוטר בכובלת ובצלוחית של פלייטון
20 Es wird ja aber gelehrt, R. Elie͑zer befreie davon bei der Schminkbüchse und beim Riechfläschchen!? –
כא לא קשיא הא כי קאי אדרבי מאיר הא כי קאי אדרבנן כי קאי אדרבי מאיר דאמר חייב חטאת אמר ליה פטור כי קאי אדרבנן דאמרי פטור אבל אסור אמר איהו מותר לכתחלה
21 Das ist kein Widerspruch; das eine, wo er sich auf R. Meír bezieht, das andere, wo er sich auf die Rabbanan bezieht. Wenn er gegen R. Meír streitet, der sagt, man sei ein Sündopfer schuldig, sagt er, man sei frei; wenn er gegen die Rabbanan streitet, die sagen, man sei zwar frei, jedoch sei es verboten, sagt er, es sei von vornherein erlaubt. –