Shabbat 154

Kapitel 154

א גראינין או גרעינין אמר רבא בר עולא (ויקרא כז, יח) ונגרע מערכך
1 <i>Garínin</i> [Kerne] oder <i>Gari͑nin</i>? Raba b. U͑la erwiderte: <i>Vom Schätzungswerte abzuziehen</i> <i>[venigra͑]</i>.
ב איבעיא להו אוממות או עוממות אמר רב יצחק בר אבדימי (יחזקאל לא, ח) ארזים לא עממוהו בגן אלהים
2 Sie fragten ferner: Heißt es <i>Ómemoth [verglimmende]</i> oder <i>O͑memoth</i>? R. Jiçḥaq b. Evdämi erwiderte: <i>Zedern verdunkeln [a͑mamuhu] ihn nicht im Garten Gottes</i>.
ג איבעיא להו מאמצין תנן או מעמצין א"ר חייא בר אבא אמר רבי יוחנן (ישעיהו לג, טו) ועוצם עיניו מראות ברע
3 Sie fragten ferner: Heißt es <i>meámçin</i> [die Augen schließen] oder <i>mea͑mcin</i>? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: <i>Er schließt [o͑çem] seine Augen, um das Böse nicht zu schauen</i>.
ד ת"ר המוציא חלב של בהמה כדי גמיאה חלב של אשה ולובן של ביצה כדי ליתן במשיפא של קילור [קילור] כדי לשוף במים בעי רב אשי כדי שיפה או כדי אחיזה ושיפה תיקו:
4 Die Rabbanan lehrten: Wenn man Milch von einem Vieh im Quantum eines Schluckes hinausträgt, Frauenmilch oder Eiweiß, als für eine Einreibung erforderlich ist, Augensalbe, als man [für die Augen] mit Wasser einrührt. R. Aši fragte: Soviel man einreiht, oder soviel [an den Fingern] kleben bleibt und man einreibt? – Dies bleibt unentschieden.
ה דבש כדי ליתן על הכתית: תנא כדי ליתן על פי כתית בעי רב אשי על כתית אפומא דכולה כתית או דילמא אמורשא קמא דכתית לאפוקי הודרנא דלא תיקו:
5 H<small>ONIG, ALS MAN AUF EINE</small> W<small>UNDE LEGT</small>. Es wird gelehrt: Soviel man auf die Öffnung einer Wunde legt. R. Aši fragte: Ist unter Öffnung der Wunde die ganze Ausdehnung der Wunde zu verstehen, oder nur die oberste Spitze der Wunde, mit Ausschluß der ganzen Schwellung. Dies bleibt unentschieden.
ו אמר רב יהודה אמר רב כל מה שברא הקב"ה בעולמו לא ברא דבר אחד לבטלה ברא שבלול לכתית ברא זבוב לצירעה יתוש לנחש ונחש לחפפית וסממית לעקרב היכי עביד ליה מייתי חדא אוכמא וחדא חיורא ושלקי להו ושייפי ליה
6 R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Von allem, was der Heilige, gepriesen sei er, in seiner Welt erschaffen hat. hat er nichts unnötig erschaffen. Er erschuf die Schnecke gegen die Wunde; die Fliege gegen die Wespe; die Mücke gegen die Schlange; die Schlange gegen Krätze; die Spinne gegen den Skorpion. – Wie verfahre man dabei? – Man hole eine schwarze und eine weiße, koche sie zusammen ein und bestreiche damit.
ז ת"ר חמשה אימות הן אימת חלש על גבור אימת מפגיע על ארי אימת יתוש על הפיל אימת סממית על העקרב אימת סנונית על הנשר אימת כילבית על לויתן א"ר יהודה אמר רב מאי קרא (עמוס ה, ט) המבליג שוד על עז:
7 Die Rabbanan lehrten: Es gibt fünf Fälle von Furcht des Stärkeren vor dem Schwächeren: die Furcht des Löwen vor dem Maphgia͑, die Furcht des Elefanten vor der Mücke, die Furcht des Skorpions vor der Spinne, die Furcht des Adlers vor der Schwalbe und die Furcht des Levjathan vor dem Stichling. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Hierauf deutet folgender Schriftvers: <i>Der Verwüstung aufblitzen läßt den Starken</i>.
ח רבי זירא אשכח לרב יהודה דהוה קאי אפיתחא דבי חמוה וחזייה דהוה בדיחא דעתיה ואי בעי מיניה כל חללי עלמא הוה אמר ליה א"ל מ"ט עיזי מסגן ברישא והדר אימרי א"ל כברייתו של עולם דברישא חשוכא והדר נהורא מ"ט הני מכסיין והני מגליין הני דמכסינן מינייהו מכסיין והני דלא מכסינן מינייהו מגליין מ"ט גמלא זוטר גנובתיה משום דאכל כיסי מ"ט תורא אריכא גנובתיה משום דדייר באגמי ובעי לכרכושי בקי
8 R. Zera traf R. Jehuda vor der Tür seines Schwiegervaters stehen und bemerkte, daß er heiteren Sinnes war, und wenn man ihn bezüglich aller Dinge der Welt gefragt hätte, würde er geantwortet haben. Da fragte er ihn: Weshalb gehen die Ziegen voran und die Lämmer hinterher? Dieser erwiderte: Wie bei der Weltschöpfung: vorher dunkel und nachher hell. – Weshalb sind diese bedeckt und jene entblößt? – Von denen wir Bedeckung erhalten, sind bedeckt, von denen wir keine Bedeckung erhalten, sind entblößt. – Weshalb hat das Kamel einen kurzen Schwanz? – Weil es Dornen frißt. – Weshalb hat der Ochse einen langen Schwanz? – Weil er sich auf den Wiesen aufhält und die Mücken verscheuchen muß. –
ט מ"ט קרנא דקמצא רכיכא משום דדיירא בחילפי ואי קשיא גדיא ומתעוורא דאמר שמואל האי מאן דבעי דליסמיה לקמצא לשלופינהו לקרני' מ"ט האי תימרא דתרנגולתא מדלי לעילא דדיירי אדפי ואי עייל קטרא מתעוורא דשא דרך שם דרגא דרך גג מתכוליתא מתי תכלה דא ביתא בא ואיתיב בה ביקתא בי עקתא
9 Weshalb ist das Fühlhorn der Ameise weich? – Weil sie zwischen Weiden wohnt; wenn es hart wäre, könnte es abbrechen, und sie würde erblinden. Šemuél sagte nämlich: Wer eine Ameise blenden will, reiße ihr die Fühlhörner ab. – Weshalb ragt das [untere] Augenlid des Huhnes nach oben über? – Weil es sich in der Höhe aufhält, und wenn ihm der Rauch [in das Auge] dringen würde, könnte es erblinden. – Dasa [Tür]? – Durch dort. – Darga [Treppe]? – Nach dem Dache. – Metukhlita [Tunke]? – Wann ist diese zu Ende? – Beta [Haus]? – Komm, setz dich hinein. – Biqta [Zelle]? – Ort der Enge. –
י כופתא כוף ותיב לבני לבני בני הוצא חציצה חצבא שחוצב מים מן הנהר כוזה כזה שוטיתא שטותא משיכלא מאשי כולה משכילתא משיא כלתא אסיתא חסירתא בוכנה בוא ואכנה
10 Kuphta [Korb]? – Stülpe ihn um und setze dich. – Libne [Backsteine]? – [Dauerhaft] für Kindeskinder. – Huça [Zaun]? – Scheidewand. Haçaba [Krug]? – Der Wasser aus dem Flusse schöpft. – Kuza [Krüglein]? – Unbedeutendes. – Šoṭitha [Myrtenzweig ]? – Narrheit – Mešikhla [Becken]? – Wäscht alles. – Mešikhlata [kleines Becken]? – Worin die Braut sich wäscht. – Asitha [Mörser]? – Ausgehöhltes. – Bukhna [Mörserkeule]? – Komm, ich will damit schlagen. –
יא לבושה לא בושה גלימא שנעשה בו כגלם גולתא גלי ואיתיב פוריא שפרין ורבין עליה בור זינקא בור זה נקי סודרא סוד ה' ליראיו אפדנא אפיתחא דין ת"ר שלשה כל זמן שמזקינין מוסיפין גבורה ואלו הן דג ונחש וחזיר:
11 Lebuša [Kleid]? – Keine Blöße. – Gelima [Mantel]? – Worin man formlos aussieht. – Goltha [Oberkleid]? – Lege ab und setze dich. – Porja [Bett]? – Auf dem man sich fortpflanzt. – Borzinka [leere Grube]? – Diese Grube ist rein. – Sudara [Hülle]? – <i>Der Rat des Herrn ist seinen Frommen zuteil</i>. – Apadna [Landhaus]? – An dieser Tür wird Recht gepflegt. Die Rabbanan lehrten: Drei nehmen an Kraft zu, je älter sie werden, und zwar: der Fisch, die Schlange und das Schwein.
יב שמן כדי לסוך אבר קטן: אמרי דבי ר' ינאי שמן כדי לסוך אבר קטן של קטן בן יומו מיתיבי שמן כדי לסוך אבר קטן וקטן בן יומו מאי לאו אבר קטן דגדול ואבר גדול של קטן בן יומו אמרי לך דבי ר' ינאי לא ה"ק שמן כדי לסוך אבר קטן של קטן בן יומו
12 Ö<small>L, ALS MAN DAMIT EIN KLEINES</small> G<small>LIED SALBEN KANN</small>. In der Schule R. Jannajs sagten sie: Öl, als man damit ein kleines Glied eines einen Tag alten Kindes salben kann. Man wandte ein: Öl, als man damit ein kleines Glied und das eines einen Tag alten Kindes salben kann. Doch wohl ein kleines Glied eines Erwachsenen oder ein großes Glied eines einen Tag alten Kindes!? – R. Jannaj kann dir erwidern: nein, er meint es wie folgt: Öl, als man damit ein kleines Glied eines einen Tag alten Kindes salben kann. –
יג לימא כתנאי שמן כדי לסוך אבר קטן וקטן בן יומו דברי ר' שמעון בן אלעזר ר' נתן אומר כדי לסוך אבר קטן מאי לאו בהא קמיפלגי דר"ש בן אלעזר סבר אבר קטן של קטן ור' נתן סבר אבר קטן דגדול או אבר גדול דקטן אבל אבר קטן של קטן בן יומו לא לא דכולי עלמא אבר קטן דקטן בן יומו לא
13 Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten: Öl, als man damit ein kleines Glied und das eines einen Tag alten Kindes salben kann – so R. Šimo͑n b. Elea͑zar. R. Nathan sagt, als man damit ein kleines Glied salben kann. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: R. Šimo͑n b. Elea͑zar ist der Ansicht: ein kleines Glied eines Kindes, und R. Nathan ist der Ansicht: ein kleines Glied eines Erwachsenen oder ein großes Glied eines Kindes, nicht aber ein kleines Glied eines einen Tag alten Kindes. – Nein, alle stimmen überein, daß ein kleines Glied eines einen Tag alten Kindes nicht ausreiche,