Shabbat 221

Kapitel 221

א הכל מודים במחמץ אחר מחמץ שהוא חייב שנאמר (ויקרא ו, י) לא תאפה חמץ (ויקרא ב, יא) לא תעשה חמץ במסרס אחר מסרס שהוא חייב שנאמר (ויקרא כב, כד) ומעוך וכתות ונתוק וכרות אם על כרות חייב על נתוק לא כל שכן אלא להביא נותק אחר כורת שהוא חייב ואלא בזקן
1 Alle stimmen überein, daß man schuldig sei, wenn man die gesäuerte [Opfergabe] säuert, denn es heißt einmal: <i>sie darf nicht aus Gesäuertem gebacken werden</i>, und wiederum: <i>sie darf nicht aus Gesäuertem bereitet werden</i>. Daß man ferner schuldig sei, wenn man ein Kastriertes abermals kastriert, denn es heißt: <i>auch ein solches, dem die Hoden zerquetscht, zerschlagen, abgerissen oder durchgeschnitten sind</i>; und da man, wenn man schuldig ist, wenn durchgeschnitten, erst recht schuldig ist, wenn ganz abgerissen, so lehrt dies vielmehr, daß man schuldig ist, wenn man nach dem Durchreißen ganz abreißt!? Wolltest du sagen, dies gelte von einem Greise,
ב והאמר ר' יוחנן הן הן החזירוני לנערותי אלא באשה ולר' יוחנן בן ברוקא דאמר על שניהם הוא אומר (בראשית א, כח) ויברך אותם אלהים ויאמר להם פרו ורבו מאי איכא למימר בזקינה אי נמי בעקרה:
2 so sagte ja R. Joḥanan: Diese [Mittel] gaben mir meine Jugend wieder!? – Vielmehr, dies gilt von einer Frau. – Wie ist dies aber nach R. Joḥanan b. Beroqa zu erklären, welcher sagt, von beiden heiße es: <i>und Gott segnete sie, indem er sprach: Seid fruchtbar und mehret euch</i>!? – Dies gilt von einer Greisin oder einer Sterilen.
ג <big><strong>מתני׳</strong></big> החושש בשיניו לא יגמע בהן את החומץ אבל מטבל הוא כדרכו ואם נתרפא נתרפא החושש במתניו לא יסוך יין וחומץ אבל סך הוא את השמן ולא שמן וורד בני מלכים סכין שמן ורד על מכותיהן שכן דרכן לסוך בחול ר"ש אומר כל ישראל בני מלכים הם:
3 <b>W</b><small>ER</small> Z<small>AHNSCHMERZEN HAT</small>, <small>DARF KEINEN</small> E<small>SSIG DURCH</small> [<small>DIE</small> Z<small>ÄHNE</small>] <small>SCHLÜRFEN</small>, <small>WOHL ABER DARF ER WIE GEWÖHNLICH</small> [S<small>PEISEN IN</small> E<small>SSIG</small>] <small>TUNKEN</small>, <small>UND WENN ER DADURCH GESUND WIRD</small>, <small>SO IST NICHTS DABEI</small>. W<small>ER</small> L<small>ENDENSCHMERZEN HAT</small>, <small>DARF SICH NICHT MIT</small> W<small>EIN UND</small> E<small>SSIG EINREIBEN</small>, <small>WOHL ABER DARF ER SICH MIT</small> Ö<small>L SCHMIEREN</small>, <small>NUR NICHT MIT</small> R<small>OSENÖL</small>. F<small>ÜRSTENKINDER DÜRFEN SICH EINE</small> W<small>UNDE MIT</small> R<small>OSENÖL BESTREICHEN</small>, <small>DENN DIESE PFLEGEN SICH DAMIT AUCH AM</small> W<small>OCHENTAGE ZU SCHMIEREN</small>. R. Š<small>IMO͑N SAGT</small>, <small>ALLE</small> J<small>ISRAÉLITEN SEIEN</small> F<small>ÜRSTENKINDER</small>.
ד <big><strong>גמ׳</strong></big> רמי ליה רב אחא אריכא דהוא רב אחא בר פפא לר' אבהו תנן החושש בשיניו לא יגמע בהן את החומץ למימרא דחומץ מעלי לשינים והכתיב (משלי י, כו) כחומץ לשינים וכעשן לעינים לא קשיא הא בקיוהא דפרי הא בחלא ואיבעית אימא הא והא בחלא הא דאיכא מכה הא דליכא מכה איכא מכה מסי ליכא מכה מרפי:
4 GEMARA. Der hohe R. Aḥa, das ist R. Aḥa b. Papa, wies R. Abahu auf einen Widerspruch hin: Wir haben gelernt, wer Zahnschmerzen hat, dürfe durch [die Zähne] keinen Essig schlürfen, wonach Essig gut für die Zähne ist, und dem widersprechend heißt es: <i>wie Essig für die Zähne und Rauch für die Augen</i>!? – Das ist kein Widerspruch; das eine gilt von Kahmessig, das andere gilt von gegorenem Essig. Wenn du aber willst, sage ich: beide gelten von gegorenem Essig, jedoch gilt das eine von dem Falle, wenn man eine Wunde hat, und das andere von dem Falle, wenn man keine Wunde hat; hat man eine Wunde, so heilt er, hat man keine Wunde, so ist er schädlich.
ה לא יגמע בהן את החומץ: והתניא לא יגמע ופולט אבל מגמע ובולע אמר אביי כי תנן נמי מתני' מגמע ופולט תנן רבא אמר אפי' תימא מגמע ובולע כאן לפני טיבול כאן לאחר טיבול
5 D<small>ARF KEINEN</small> E<small>SSIG DURCH</small> [<small>DIE</small> Z<small>ÄHNE</small>] <small>SCHLÜRFEN</small>. Es wird ja aber gelehrt, man dürfe nicht schlürfen und ausspeien, wohl aber dürfe man schlürfen und herunterschlucken!? Abajje erwiderte: Unsere Mišna spricht eben von dem Falle, wenn man ihn schlürft und ausspeit. Raba erwiderte: Du kannst sogar sagen, wenn man ihn schlürft und herunterschluckt, nur gilt das eine vor dem Eintunken, das andere aber nach dem Eintunken. –
ו ונימא מדלפני טיבול שרי לאחר טיבול נמי שרי דשמעינן ליה לרבא דאית ליה הואיל
6 Man sollte aber sagen, da es vor dem Eintunken erlaubt ist, sei es auch nach dem Eintunken erlaubt!? Wir wissen nämlich von Raba, daß er der Ansicht ist, man wende [die Begründung] ‘da’ an.
ז דאמר רבא ליכא מידי דבשבת שרי וביום הכפורים אסור הואיל דבשבת שרי ביוה"כ נמי שרי
7 Raba sagte nämlich: Es gibt nichts, was am Šabbath erlaubt und am Versöhnungstage verboten ist; da es am Šabbath erlaubt ist, so ist es auch am Versöhnungstage erlaubt. –
ח הדר ביה רבא מהך ממאי דמהך הדר ביה דילמא מההיא הדר ביה לא ס"ד דתניא כל חייבי טבילות טובלין כדרכן בין בט' באב בין ביוה"כ:
8 Raba ist von jener [Erklärung] abgekommen. – Woher, daß er von jener abgekommen ist, vielleicht ist er von dieser [Lehre] abgekommen!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es wird gelehrt: alle, die ein Reinigungsbad nehmen müssen, baden wie gewöhnlich, sowohl am neunten Ab, als auch am Versöhnungstage.
ט החושש במתניו כו': אמר ר' אבא בר זבדא אמר רב הלכה כר' שמעון למימרא דרב כר' שמעון סבירא ליה והאמר רב שימי בר חייא משמיה דרב האי מסוכרייא דנזייתא
9 W<small>ER</small> L<small>ENDENSCHMERZEN HAT</small> &amp;<small>C</small>. R. Abba b. Zabhda sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n. – Demnach ist Rabh der Ansicht R. Šimo͑ns; dem widersprechend sagte ja R. Šimi b. Ḥija im Namen Rabhs, es sei verboten,