Shabbat 232

Kapitel 232

א דהוה שקיל שמא דלא מקבל שוחדא בעו לאחוכי ביה אעיילא ליה שרגא דדהבא ואזול לקמיה אמרה ליה בעינא דניפלגי לי בנכסי דבי נשי אמר להו פלוגו א"ל כתיב לן במקום ברא ברתא לא תירות א"ל מן יומא דגליתון מארעכון איתנטלית אורייתא דמשה ואיתיהיבת ספרא אחריתי וכתיב ביה ברא וברתא כחדא ירתון
1 der im Rufe stand, keine Bestechung zu nehmen, und sie wollten sich über ihn lustig machen. Da brachte sie ihm eine goldene Lampe, trat vor ihn und sprach: Ich möchte einen Anteil an der Erbschaft des Fürsten erhalten. Da sprach dieser: So teilet unter euch. Darauf sprach jener: Bei uns heißt es: Wenn ein Sohn vorhanden ist, erbe die Tochter nicht mit. Dieser erwiderte: Seit dem Tage, an dem ihr aus euerem Lande vertrieben worden seid, wurde das Gesetz Mošes aufgehoben und das Evangelium gegeben, und in diesem heißt es: Sohn und Tochter sollen gleichmäßig erben.
ב למחר הדר עייל ליה איהו חמרא לובא אמר להו שפילית לסיפיה דספרא וכתב ביה אנא לא למיפחת מן אורייתא דמשה אתיתי [ולא] לאוספי על אורייתא דמשה אתיתי וכתיב ביה במקום ברא ברתא לא תירות אמרה ליה נהור נהוריך כשרגא א"ל רבן גמליאל אתא חמרא ובטש לשרגא:
2 Am nächsten Tage schenkte er ihm einen libyschen Esel. Da sprach dieser: Sehet die Fortsetzung im Evangelium, und da heißt es:Ich (Evangelium) bin nicht das Gesetz (Mošes) vermindern gekommen, sondern ergänzen. In diesem aber heißt es: Wenn ein Sohn vorhanden ist, erbe die Tochter nicht mit. Hierauf sprach sie: Lasse doch dein Licht gleich einer Lampe leuchten. Da sprach R. Gamliél: Der Esel kam und stieß die Lampe um.
ג ומפני מה אין קורין כו': אמר רב לא שנו אלא בזמן בית המדרש אבל שלא בזמן בהמ"ד קורין ושמואל אמר אפילו שלא בזמן בית המדרש אין קורין איני והא נהרדעא אתריה דשמואל הוה ובנהרדעא פסקי סידרא בכתובים במנחתא דשבתא אלא אי איתמר הכי איתמר אמר רב לא שנו אלא במקום בהמ"ד אבל שלא במקום בהמ"ד קורין ושמואל אמר
3 W<small>ESHALB DARF MAN AUS MANCHEN NICHT LESEN</small> &amp;<small>C</small>. Rabh sagte: Dies wurde nur von der Zeit des Vortrages gelehrt, außerhalb der Vortragszeit aber darf man sie wohl lesen. Šemuél sagte: Auch außerhalb der Vortragszeit darf man sie nicht lesen. – Dem ist ja aber nicht so, Nehardea͑ war ja die Ortschaft Šemuéls, und in Nehardea͑ las man ja beim Vespergebete am Šabbath Abschnitte aus den Hagiographen!? – Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: Rabh sagte: Dies wurde nur vom Orte des Vortrages gelehrt, außerhalb des Vortragsortes aber darf man sie lesen.
ד בין במקום בהמ"ד בין שלא במקום בהמ"ד בזמן בהמ"ד אין קורין שלא בזמן בית המדרש קורין ואזדא שמואל לטעמיה דבנהרדעא פסקי סידרא דכתובים במנחתא דשבתא
4 Šemuél aber sagte: Sowohl am Vortragsorte als auch außerhalb des Vortragsortes darf man sie zur Vortragszeit nicht lesen und außerhalb der Vortragszeit wohl lesen. Šemuél vertritt hierbei seine Ansicht, denn in Nehardea͑ las man beim Vespergebete am Šabbath Abschnitte aus den Hagiographen.
ה רב אשי אמר לעולם כדאמרן מעיקרא ושמואל כרבי נחמיה דתניא אע"פ שאמרו כתבי הקדש אין קורין בהן אבל שונין בהן ודורשין בהן נצרך לפסוק מביא ורואה בו א"ר נחמיה מפני מה אמרו כתבי הקדש אין קורין בהן כדי שיאמרו בכתבי הקדש אין קורין וכ"ש בשטרי הדיוטות:
5 R. Aši erwiderte: Tatsächlich, wie wir zuerst gelesen haben, Šemuél aber vertritt die Ansicht R. Neḥemjas. Es wird nämlich gelehrt: Obgleich sie gesagt haben, man dürfe die heiligen Schriften nicht lesen, so darf man sie dennoch studieren und auslegen; braucht man einen Vers, so hole man sie und sehe ein. R. Neḥemja sagte: Sie sagten deshalb, man dürfe die heiligen Schriften nicht lesen, damit man sage: Wenn man heilige Schriften nicht lesen darf, um wieviel weniger profane Schriften.
ו <big><strong>מתני׳</strong></big> מצילין תיק הספר עם הספר ותיק התפילין עם התפילין ואע"פ שיש בתוכן מעות ולהיכן מצילין אותן למבוי שאינו מפולש בן בתירא אומר אף למפולש:
6 <b>M</b><small>AN DARF DAS</small> F<small>UTTERAL DES</small> B<small>UCHES MIT DEM</small> B<small>UCHE</small>, <small>UND DAS</small> F<small>UTTERAL DER</small> T<small>EPHILLIN MIT DEN</small> T<small>EPHILLIN RETTEN</small>, <small>AUCH WENN DARIN SICH</small> G<small>ELD BEFINDET</small>. W<small>OHIN DARF MAN SIE RETTEN</small>? N<small>ACH EINER NICHT OFFENEN</small> D<small>URCHGANGSHALLE</small>. B<small>EN</small> B<small>ETHERA SAGT</small>, <small>AUCH NACH EINER OFFENEN</small>.
ז <big><strong>גמ׳</strong></big> ת"ר ארבעה עשר שחל להיות בשבת מפשיטין את הפסח עד החזה דברי רבי ישמעאל בנו של רבי יוחנן בן ברוקה וחכ"א מפשיטין את כולו בשלמא לרבי ישמעאל בנו של ר' יוחנן בן ברוקה דהא איתעביד ליה צורך גבוה אלא לרבנן מ"ט אמר רבה בר בר חנה א"ר יוחנן דאמר קרא (משלי טז, ד) כל פעל ה' למענהו והכא מאי למענהו איכא רב יוסף אמר שלא יסריח רבא אמר שלא יהו קדשי שמים מוטלין כנבלה
7 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn der vierzehnte auf einen Šabbath fällt, so häute man das Pesaḥopfer bis zur Brust ab – so R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa; die Weisen sagen, man häute es ganz ab. – Einleuchtend ist die Ansicht R. Jišma͑éls, des Sohnes des R. Joḥanan b. Beroqa, denn es erfolgt des Höchsten wegen, was ist aber der Grund der Rabbanan? Rabba b. Bar Ḥana erwiderte im Namen R. Joḥanans: Die Schrift sagt: <i>Alles hat der Herr um seinetwillen geschaffen</i>. – Wieso geschieht dies um seinetwillen? R. Joseph erwiderte: Damit es nicht [durch die Haut] verderbe. Raba erwiderte: Damit die Heiligtümer Gottes nicht wie Aas daliegen. –
ח מאי בינייהו איכא בינייהו דמנח אפתורא דדהבא אי נמי יומא דאסתנא ורבי ישמעאל בנו של רבי יוחנן בן ברוקה האי פעל ה' למענהו מאי עביד ליה שלא יוציא את האימורין קודם הפשטת העור מ"ט אמר רב הונא בריה דרב נתן משום נימין
8 Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, wenn es auf einem goldenen Tische liegt, oder an einem Nordwindtage. – Was folgert R. Jišma͑él, der Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, aus dem Schriftverse: <i>alles hat der Herr um seinetwillen geschaffen</i>? – Daß man nicht die Opferteile vor dem Abziehen der Haut herausnehme. – Aus welchem Grunde? R. Hona, Sohn des R. Nathan, erwiderte: Wegen der Haare.
ט אמר רב חסדא אמר מר עוקבא מאי אהדרו ליה חברייא לרבי ישמעאל בנו של רבי יוחנן בן ברוקה הכי קאמרי ליה אם מצילין תיק הספר עם הספר לא נפשיט את הפסח מעורו מי דמי התם טלטול הכא מלאכה אמר רב אשי בתרתי פליגי פליגי בטלטול ופליגי במלאכה והכי קאמרי ליה אם מצילין תיק הספר עם הספר לא נטלטל עור אגב בשר
9 R. Ḥisda sagte im Namen Mar U͑qabas: Was erwiderten die Genossen dem R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa? – Sie sprachen zu ihm, wie folgt: Wenn man sogar mit dem Buche auch das Futteral des Buches retten darf, wie sollte man nicht vom Pesaḥopfer die Haut abziehen dürfen!? – Es ist ja nicht gleich, da ist es ja nur eine Fortbewegung, hierbei aber eine Arbeit!? R. Aši erwiderte: Sie streiten über beides; sie streiten über die Fortbewegung und sie streiten über die Arbeit. Jene sprachen zu ihm, wie folgt: Wenn man mit dem Buche auch das Futteral retten darf, wie sollte man nicht wegen des Fleisches auch die Haut fortbewegen dürfen!? –