Shabbat 247

Kapitel 247

א ידו על כתף חבירו ויד חבירו על כתיפו ותולה ומפשיט
1 der eine seine Hand auf die Schulter seines Nächsten, ebenso legt dieser seine Hand auf die Schulter des ersten, und jeder hängt es an und häutet es ab.
ב גלוסטרא דתנן נגר שיש בראשו גלוסטרא ר' יהושע אומר שומטה מן פתח זה ותולה בחבירו בשבת ר' טרפון אומר הרי הוא ככל הכלים ומיטלטל בחצר
2 Vom Riegelgriffe, denn wir haben gelernt: Einen Riegelgriff darf man, wie R. Jehošua͑ sagt, am Šabbath von der einen Tür fortschieben und an der anderen hängen lassen; R. Tryphon sagt, er gleiche jedem anderen Geräte und darf im Hofe fortbewegt werden.
ג מדוכה הא דאמרן אמר רבה ממאי דילמא לעולם אימא לך לאחר התרת כלים נשנו קנים טעמא מאי משום איעפושי בהאי פורתא לא מיעפש מקלות אפשר כר' אלעזר
3 Vom Mörser, wie wir vorangehend gesagt haben. Rabba sprach: Wieso denn, vielleicht sind sie tatsächlich gelehrt worden, nachdem sie [das Fortbewegen von] Geräten erlaubt haben. Die Stäbe sind dazu da, damit die [Schaubrote] nicht schimmeln, und in dieser kurzen Zeit schimmeln sie nicht. Bei den Stöcken kann man nach R. Elea͑zar verfahren.
ד גלוסטרא כדרבי ינאי דאמר רבי ינאי בחצר שאינה מעורבת עסקינן רבי יהושע סבר תוך הפתח כלפנים דמי וקמטלטל מנא דבתים בחצר ור' טרפון סבר תוך הפתח כלחוץ דמי ומנא דחצר בחצר קא מטלטל
4 [Die Lehre vom] Riegelgriffe ist nach R. Jannaj zu erklären, denn R. Jannaj sagte, dies gelte von einem Hofe, der nicht durch einen E͑rub verbunden ist; R. Jehošua͑ ist der Ansicht, die Türöffnung gehöre zum Innenraume, somit bewegt man ein Stubengerät im Hofe, und R. Tryphon ist der Ansicht, die Türöffnung gehöre zum Aussenraume, somit bewegt man ein Hofgerät im Hofe.
ה מדוכה ר' נחמיה היא:
5 [Die Lehre vom] Mörser ist nach R. Neḥemja.
ו <big><strong>מתני׳</strong></big> כל הכלים ניטלין לצורך ושלא לצורך ר' נחמיה אומר אין ניטלין אלא לצורך:
6 <b>J</b><small>EDES</small> G<small>ERÄT DARF SOWOHL ZUM</small> G<small>EBRAUCHE ALS AUCH NICHT ZUM</small> G<small>EBRAUCHE FORTBEWEGT WERDEN</small>; R. N<small>EḤEMJA SAGT, ES DÜRFE NUR ZUM</small> G<small>EBRAUCHE FORTBEWEGT WERDEN.</small>
ז <big><strong>גמ׳</strong></big> מאי לצורך ומאי שלא לצורך
7 GEMARA. Was heißt zum Gebrauche und was heißt nicht zum Gebrauche?
ח אמר רבה לצורך דבר שמלאכתו להיתר לצורך גופו שלא לצורך דבר שמלאכתו להיתר לצורך מקומו ודבר שמלאכתו לאיסור לצורך גופו אין לצורך מקומו לא ואתא רבי נחמיה למימר ואפילו דבר שמלאכתו להיתר לצורך גופו אין לצורך מקומו לא אמר ליה רבא לצורך מקומו שלא לצורך קרית ליה
8 Rabba erwiderte: Zum Gebrauche heißt die Fortbewegung eines Gerätes, das zu einer erlaubten Arbeit verwendet wird, um seiner selbst willen, nicht zum Gebrauche heißt die Fortbewegung eines Gerätes, das zu einer erlaubten Arbeit verwendet wird, seines Platzes wegen; ein Gerät aber, das zu einer verbotenen Arbeit verwendet wird, darf man nur um seiner selbst willen fortbewegen, nicht aber des Platzes wegen. Hierzu sagt R. Neḥemja, auch ein Gerät, das zu einer erlaubten Arbeit verwendet wird, dürfe man nur um seiner selbst willen fortbewegen, nicht aber seines Platzes wegen. Raba sprach zu ihm: Wenn des Platzes wegen, wieso heißt es: nicht zum Gebrauche!?
ט אלא אמר רבא לצורך דבר שמלאכתו להיתר בין לצורך גופו בין לצורך מקומו שלא לצורך ואפ' מחמה לצל ודבר שמלאכתו לאיסור לצורך גופו ולצורך מקומו אין מחמה לצל לא ואתא רבי נחמיה למימר ואפילו דבר שמלאכתו להיתר לצורך גופו ולצורך מקומו אין מחמה לצל לא
9 Vielmehr, erklärte Raba, zum Gebrauche heißt die Fortbewegung eines Gerätes, das zu einer erlaubten Arbeit verwendet wird, sowohl um seiner selbst willen, als auch des Platzes wegen; nicht zum Gebrauche, auch aus der Sonne in den Schatten; ein Gerät aber, das zu einer verbotenen Arbeit verwendet wird, darf man um seiner selbst willen und des Platzes wegen fortbewegen, nicht aber aus der Sonne in den Schatten. Hierzu sagt R. Neḥemja, auch ein Gerät, das zu einer erlaubten Arbeit verwendet wird, dürfe man nur um seiner selbst willen und seines Platzes wegen fortbewegen, nicht aber aus der Sonne in den Schatten.
י יתיב רב ספרא ורב אחא בר הונא ורב הונא בר חנינא ויתבי וקאמרי לרבה אליבא דרבי נחמיה הני קערות היכי מטלטלינן אמר להו רב ספרא מידי דהוה אגרף של רעי
10 R. Saphra saß, und mit ihm saßen auch R. Aḥa b. Hona und R. Hona b. Ḥanina, und sie sprachen: Wieso darf man nach der Erklärung Rabbas nach R. Neḥiemja Teller [nach der Benutzung] fortnehmen!? Da sprach R. Saphra zu ihnen: Hierbei ist es ebenso wie beim Kotbecken.
יא אמר ליה אביי לרבה למר אליבא דרבי נחמיה הני קערות היכי מטלטלינן להו אמר ליה רב ספרא חברין תרגמה מידי דהוה אגרף של רעי
11 Abajje sprach zu Rabba: Wieso darf man nach der Erklärung des Meisters nach R. Neḥemja Teller [nach der Benutzung] fortnehmen!? Dieser erwiderte: Unser Genosse R. Saphra erklärte bereits, hierbei sei es ebenso wie bei einem Kotbecken.
יב איתיביה אביי לרבא מדוכה אם יש בה שום מטלטלין אותה ואם לאו אין מטלטלין אותה הכא במאי עסקינן מחמה לצל איתיביה ושוין שאם קיצב עליו בשר שאסור לטלטלו הכא נמי מחמה לצל
12 Abajje wandte gegen Raba ein: Man darf einen Mörser fortbewegen, wenn Knoblauch darin ist, sonst aber nicht!? – In dem Falle, wenn aus der Sonne in den Schatten. Er wandte ferner gegen ihn ein: Sie stimmen überein, daß man [den Reibeblock] nicht mehr fortbewegen darf, wenn man darauf das Fleisch bereits zerhackt hat!? – Ebenfalls in dem Falle, wenn aus der Sonne in den Schatten. –
יג והא דתנן אין סומכין את הקדירה בבקעת וכן בדלת והא בקעת דביום טוב דבר שמלאכתו להיתר הוא אלמא דבר שמלאכתו להיתר בין לצורך גופו בין לצורך מקומו אסור התם מאי טעמא כיון דבשבת דבר שמלאכתו לאיסור הוא גזירה יו"ט אטו שבת
13 Wir haben gelernt: Man darf [am Feste] nicht einen Topf mit einem Spane stützen, ebensowenig eine Tür. Ein Span ist ja eine Sache, die am Feste zu einer erlaubten Arbeit verwendet wird, demnach ist bei einem Geräte, das zu einer erlaubten Arbeit verwendet wird, [die Fortbewegung] sowohl um seiner selbst willen als auch des Platzes wegen verboten!? – Da aus dem Grunde, weil es am Šabbath eine Sache ist, die zu einer verbotenen Arbeit verwendet wird, und wegen des Šabbaths ist es auch am Feste verboten.
יד וכי תימא שבת גופיה תישתרי דהא דבר שמלאכתו לאיסור לצורך גופו ולצורך מקומו שרי הני מילי היכא דאיכא תורת כלי עליו היכא דליכא תורת כלי עליו לא
14 Wenn du aber einwendest, dies sollte auch am Šabbath erlaubt sein, da es auch bei einem Geräte, das zu einer verbotenen Arbeit verwendet wird, um seiner selbst willen und des Platzes wegen erlaubt ist, so gilt dies nur von einer Sache, die den Charakter eines Gerätes hat, nicht aber von einer Sache, die nicht den Charakter eines Gerätes hat. –
טו ומי גזרינן והתנן משילין פירות דרך ארובה ביום טוב אבל לא בשבת
15 Aber ist es denn [am Feste mit Rücksicht auf den Šabbath] verboten, wir haben ja gelernt: Man darf am Feste Früchte durch eine Luke [vom Dache] herablassen, nicht aber am Šabbath!? –
טז ומי לא גזרינן והתנן אין בין יו"ט לשבת אלא אוכל נפש בלבד
16 Ist es denn dieserhalb nicht verboten, wir haben ja gelernt, das Fest unterscheidet sich vom Šabbath nur hinsichtlich der Bereitung von Speisen!?
יז אמר רב יוסף לא קשיא הא ר' אליעזר הא רבי יהושע דתניא אותו ואת בנו שנפלו לבור ר' אליעזר אומר מעלה את הראשון על מנת לשוחטו ושוחטו והשני עושה לו פרנסה במקומו בשביל שלא ימות ר' יהושע אומר מעלה את הראשון על מנת לשוחטו ואינו שוחטו ומערים ומעלה את השני רצה זה שוחט רצה זה שוחט
17 R. Joseph erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine nach R. Elie͑zer, und das andere nach R. Jehošua͑. Es wird nämlich gelehrt: Wenn ein Vieh und sein Junges in eine Grube gefallen sind, so hole man, wie R. Elie͑zer sagt, das eine herauf, um es zu schlachten, und schlachte es, und das andere füttere man an Ort und Stelle, damit es nicht verende. R. Jehošua͑ sagt, man bediene sich einer List: man hole eines herauf, um es zu schlachten, schlachte es aber nicht, sodann hole man das andere herauf und schlachte, welches man will. –
יח ממאי דילמא עד כאן לא קאמר ר' אליעזר התם אלא דאפשר לפרנסה אבל היכא דלא אפשר לפרנסה לא
18 Wieso denn, vielleicht ist R. Elie͑zer der Ansicht nur da, wo man [das Vieh] füttern kann, nicht aber sonst, wo dies nicht möglich ist.
יט אי נמי עד כאן לא קאמר רבי יהושע התם דאפשר בהערמה אבל היכא דלא אפשר בהערמה לא
19 Oder vielleicht ist R. Jehošua͑ dieser Ansicht nur da, wo man sich ja einer List bedienen kann, nicht aber sonst, wo dies nicht möglich ist.
כ אלא אמר רב פפא לא קשיא הא בית שמאי הא בית הלל דתנן בית שמאי אומרים
20 R. Papa erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine nach der Schule Šammajs, das andere nach der Schule Hillels. Wir haben nämlich gelernt: Die Schule Šammajs sagt,