Shabbat 279

Kapitel 279

א לפי שאין עושין אותה אלא לגוון
1 Weil dies nur wegen der Färbung geschieht.
ב איתמר חרדל שלשו מע"ש למחר אמר רב ממחו בכלי אבל לא ביד
2 Es wurde gelehrt: Wenn man am Vorabend des Šabbaths Senf vermengt hat, so darf man ihn, wie Rabh sagte, am nächsten Tage mit einem Geräte durchrühren, nicht aber mit der Hand.
ג א"ל שמואל ביד אטו כל יומא ממחו ליה ביד מאכל חמורים הוא אלא אמר שמואל ממחו ביד ואינו ממחו בכלי
3 Šemuél sprach zu ihm: Rührt man ihn denn an jedem anderen Tage mit der Hand durch, das wäre ja eine Speise für Esel!? Vielmehr, sagte Šemuél, rühre man ihn mit der Hand durch, nicht aber mit einem Geräte.
ד אתמר ר"א אמר אחד זה ואחד זה אסור ורבי יוחנן אמר אחד זה ואחד זה מותר אביי ורבא דאמרי תרוייהו אין הלכה כרבי יוחנן
4 Es wurde gelehrt: R. Elea͑zar sagt, ob so oder so sei es verboten; R. Joḥanan sagt, ob so oder so sei es erlaubt. Abajje und Raba sagten beide, die Halakha sei nicht wie R. Joḥanan.
ה קם רבי יוחנן בשיטתיה דר"א קם רבי אלעזר בשיטתיה דשמואל אביי ורבא דאמרי תרוייהו הלכה כרבי יוחנן
5 Später bekannte sich R. Joḥanan zur Ansicht R. Elea͑zars, und R. Elea͑zar bekannte sich zur Ansicht Šemuéls. Abajje und Raba sagten dann beide, die Halakha sei wie R. Joḥanan.
ו אימיה דאביי עבדא ליה ולא אכל דביתהו דזעירא עבדא ליה לרב חייא בר אשי ולא אכיל א"ל לרבך עבידי ליה ואכל ואת לא אכלת אמר רבא בר שבא הוה קאימנא קמיה דרבינא ובחשי ליה בשופתא דתומא ואכל
6 Die Mutter Abajjes bereitete es für ihn, und er aß nicht. Die Frau Zee͑ris bereitete es für R. Ḥija b. Aši, und er aß nicht. Da sprach sie zu ihm: Ich habe es für deinen Meister bereitet, und er aß, du aber issest nicht! Raba b. Šaba erzählte: Einst stand ich vor Rabina, als man ihm [den Senf] mit einem Knoblauchstengel umrührte, und er aß.
ז אמר מר זוטרא לית הלכתא ככל הני שמעתתא אלא כי הא דאתמר חרדל שלשו מע"ש למחר ממחו בין ביד בין בכלי ונותן לתוכו דבש ולא יטרוף אלא מערב
7 Mar Zuṭra sagte: Die Halakha ist nicht wie all diese Lehren, sondern wie folgende Lehre: Wenn man am Vorabend des Šabbaths Senf vermengt hat, so darf man ihn am nächsten Tage sowohl mit der Hand, als auch mit einem Geräte durchrühren; ferner darf man Honig hineintun, jedoch nicht umrühren, sondern nur mischen.
ח שחליים ששחקן מע"ש למחר נותן לתוכן שמן וחומץ וממשיך לתוכן אמיתא ולא יטרוף אלא מערב שום שריסקו מע"ש למחר נותן לתוכו פול וגריסין ולא ישחוק אלא מערב וממשיך את אמיתא לתוכן מאי אמיתא נינייא אמר אביי ש"מ האי נינייא מעליא לתחלי:
8 Wenn man am Vorabend des Šabbaths Kresse zerrieben hat, so darf man am folgenden Tage Öl, Essig und Minze hineintun, jedoch nicht umrühren, sondern nur mischen. Wenn man am Vorabend des Šabbaths Knoblauch zerrieben hat, so darf man am folgenden Tage Bohnen und Graupen hineintun, jedoch nicht umrühren, sondern nur mischen. — «Und Minze hineintun.» Was ist Minze? — Nanja. Abajje sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß Nanja gut für die Kresse ist.
ט ועושין אנומלין בשבת: ת"ר עושין אנומלין בשבת ואין עושין אלונטית ואיזו היא אנומלין ואיזו היא אלונטית אנומלין יין ודבש ופלפלין אלונטית יין ישן ומים צלולין ואפרסמון דעבדי לבי מסותא למיקר
9 M<small>AN DARF AM</small> Š<small>ABBATH</small> H<small>ONIGWEIN BEREITEN</small>. Die Rabbanan lehrten: Man darf am Šabbath Honigwein bereiten, nicht aber Ölwein. — Was heißt Honigwein und was heißt Ölwein? — Honigwein wird aus Wein, Honig und Pfeffer bereitet; Öl wein wird aus altem Weine, klarem Wasser und Balsam bereitet, und zwar als Abkühlungsmittel im Badehause.
י אמר רב יוסף זימנא חדא עלית בתר מר עוקבא לבי באני כי נפקי אתאי אשקיין חמרא חד כסא וחשי מבינתא דראשי ועד טופרא דכרעי ואי אשקיין כסא אחרינא הואי מסתפינא דלמא מנכו לי מזכותא דעלמא דאתי והא מר עוקבא דשתי כל יומא שאני מר עוקבא דדש ביה:
10 R. Joseph erzählte: Einst folgte ich Mar U͑qaba ins Bad; als ich herauskam, reichte er mir einen Becher solchen Weines, und ich fühlte [die Kälte] von meinem Kopfhaare bis zu den Zehennägeln. Hätte er mir noch einen zweiten Becher zu trinken gegeben, so würde ich gefürchtet haben, man werde mir dies in der zukünftigen Welt von meinem Verdienste abziehen. — Aber Mar U͑qaba trank ihn ja täglich!? — Anders war es bei Mar U͑qaba, der daran gewöhnt war.
יא <big><strong>מתני׳</strong></big> אין שורין את החילתית בפושרין אבל נותן לתוך החומץ ואין שולין את הכרשינין ולא שפין אותן אבל נותן לתוך הכברה או לתוך הכלכלה
11 <b>M</b><small>AN DARF NICHT</small> A<small>SANT IN LAUWARMES</small> W<small>ASSER WEICHEN, WOHL ABER DARF MAN IHN IN</small> E<small>SSIG TUN</small>. M<small>AN</small> D<small>ARF NICHT</small> W<small>ICKEN EINWEICHEN</small> <small>NOCH SPÜLEN, WOHL ABER DARF MAN SIE IN EIN</small> S<small>IEB ODER IN EINEN</small> K<small>ORB TUN</small><small></small>.
יב אין כוברין את התבן בכברה ולא יתננו על גבי מקום גבוה בשביל שירד המוץ אבל נוטל הוא בכברה ונותן לתוך האיבוס:
12 M<small>AN DARF NICHT</small> H<small>ÄCKSEL IM</small> S<small>IEBE SIEBEN ODER AUF EINEN HOHEN</small> P<small>LATZ TUN, DAMIT DIE</small> S<small>PREU ABFALLE, WOHL ABER DARF MAN ES MIT DEM</small> S<small>IEBE AUFNEHMEN UND IN DIE</small> K<small>RIPPE TUN</small>.
יג <big><strong>גמ׳</strong></big> איבעיא להו שרה מאי תרגמא רב אדא נרשאה קמיה דרב יוסף שרה חייב חטאת
13 GEMARA. Sie fragten: Was geschieht, wenn man eingeweicht hat? R. Ada aus Nereš antwortete vor R. Joseph: Hat man eingeweicht, so ist man ein Sündopfer schuldig.
יד א"ל אביי אלא מעתה שרה אומצא במיא הכי נמי דמיחייב אלא אמר אביי מדרבנן שלא יעשה כדרך שהוא עושה בחול
14 Abajje sprach zu ihm: Demnach ist man schuldig, wenn man ein Stückchen rohes Fleisch in Wasser einweicht!? Vielmehr, erklärte Abajje, dies ist nur rabbanitisch [verboten], weil man nicht so verfahren darf, wie man am Wochentage verfährt.
טו בעא מיניה רבי יוחנן מר' ינאי מהו לשרות את החלתית בצונן א"ל אסור והא אנן תנן אין שורין את החלתית בפושרין הא בצונן מותר
15 R. Joḥanan fragte R. Jannaj: Darf man Asant in kaltes Wasser weichen? Dieser erwiderte: Es ist verboten. — Wir haben ja aber gelernt, man dürfe nicht Asant in lauwarmes Wasser weichen, wonach es in kaltes erlaubt ist!?
טז א"ל א"כ מה בין לי ולך מתניתין יחידאה היא דתניא אין שורין את החלתית לא בחמין ולא בצונן רבי יוסי אומר בחמין אסור בצונן מותר
16 Dieser erwiderte: Welchen Unterschied gibt es demnach zwischen mir und dir!? Unsere Mišna lehrt die Ansicht eines einzelnen. Es wird nämlich gelehrt: Man darf Asant weder in warmes noch in kaltes Wasser weichen; R. Jose sagt, in warmes sei es verboten, in kaltes sei es erlaubt. —
יז למאי עבדי ליה ליוקרא דליבא רב אחא בר יוסף חש ביוקרא דליבא אתא לקמיה דמר עוקבא א"ל זיל שתי תלתא תיקלי חילתתא בתלתא יומי אזל אישתי חמשא בשבת ומעלי שבת לצפרא אזל שאל בי מדרשא אמרו ליה תנא דבי רב אדא ואמרי לה תנא דבי מר בר רב אדא שותה אדם קב או קביים ואינו חושש
17 Wofür wird dies verwendet!? — Gegen Herzbeschwerden. R. Aḥa b. Joseph litt an Herzbeschwerden, und als er vor Mar U͑qaba kam, sprach dieser zu ihm: Geh und trinke drei Šeqel Asant in drei Tagen. Da ging er und trank ihn am Donnerstag und am Freitag. Am folgenden Tage kam er ins Lehrhaus und fragte diesbezüglich, und man erwiderte ihm: In der Schule R. Adas, wie manche sagen, in der Schule des Mar b. Ada, wurde gelehrt: Man darf ohne Bedenken auch einen Kab oder zwei Kab trinken.
יח אמר להו לשתות לא קמיבעיא לי כי קא מיבעיא לי לשרות מאי אמר להו רב חייא בר אבין בדידי הוה עובדא ואתאי שאילתיה לרב אדא בר אהבה ולא הוה בידיה אתאי שאילתיה לרב הונא ואמר הכי קאמר רב שורה בצונן ומניח בחמה
18 Da sprach er: Ich frage nicht, ob man ihn trinken darf, ich frage nur, ob man ihn einweichen darf. Da sprach R. Ḥija b. Abin: Ich hatte einen solchen Fall, und als ich zu (deinem Lehrer) R. Ada b. Ahaba kam und ihn fragte, wußte er es nicht. Hierauf ging ich zu R. Hona und er erwiderte: So sagte Rabh, man weiche ihn in kaltes Wasser und stelle es warm. —
יט כמאן דשרי אפילו למאן דאסר ה"מ היכא דלא אישתי כלל אבל הכא כיון דאישתי חמשא ומעלי שבתא אי לא שתי בשבת מיסתכן
19 Nach dem, der es erlaubt? — Auch nach dem, der es verbietet, gilt dies nur von dem Falle, wenn man ihn [an den Tagen vorher] nicht getrunken hat, in diesem Falle aber, wo er ihn am Donnerstag und am Freitag getrunken hat, könnte er, wenn er ihn am Šabbath nicht trinkt, in Lebensgefahr geraten.
כ מיסתמיך ואזיל רב אחא בר יוסף אכתפיה דרב נחמן בר יצחק בר אחתיה א"ל כי מטינן לבי רב ספרא עיילינא כי מטו עייליה בעא מיניה מהו לכסכוסי כיתניתא בשבתא לרכוכי כיתניתא קא מיכוין ושפיר דמי או דילמא לאולודי חיורא קמיכוין ואסיר א"ל לרכוכי קא מיכוין ושפיר דמי
20 R. Aḥa b. Joseph ging gestützt an der Schulter seines Schwestersohnes R. Naḥman b. Jiçḥaq. Da sprach er zu ihm: Wenn wir an das Haus R. Saphras kommen, führe mich zu ihm. Als sie an dasselbe herankamen, führte er ihn hinein. Da fragte er ihn: Darf man am Šabbath ein Hemd reiben? Bezweckt man damit, es geschmeidig zu machen, somit ist es erlaubt, oder bezweckt man damit, einen Glanz zu erzielen, somit ist es verboten? Jener erwiderte: Man bezweckt damit, es geschmeidig zu machen, somit ist es erlaubt.
כא כי נפק אתא א"ל מאי בעא מר מיניה א"ל בעי מיניה מהו לכסכוסי כיתניתא בשבתא ואמר לי שפיר דמי
21 Als er herauskam, sprach [R. Naḥman] zu ihm: Was fragte ihn der Meister? Dieser erwiderte: Ich fragte ihn, ob man am Šabbath ein Hemd reiben dürfe, und er erwiderte mir, es sei erlaubt. —
כב ותבעי ליה למר סודרא סודרא לא קא מיבעיא לי דבעי מרב הונא ופשיט לי
22 Dem Meister sollte es ja auch hinsichtlich eines Sudariums fraglich sein!? — Bezüglich eines Sudariums war es mir nicht fraglich; diesbezüglich fragte ich bereits R. Hona, und er entschied mir, es sei verboten. —
כג ותיפשיט ליה למר מסודרא א"ל התם מיחזי כי אולודי חיורא הכא לא מיחזי כאולודי חיורא
23 Sollte es doch der Meister vom Sudarium entscheiden!? Dieser erwiderte: Bei diesem hat es den Anschein, als wolle man einen Glanz erzielen, bei jenem aber nicht.
כד אמר רב חסדא האי כיתניתא
24 R. Ḥisda sagte: Man darf das Hemd