Shabbat 299

Kapitel 299

א מדוד והבא ואיכא דאמרי שאמרה מאד מאד הביא בלא מדה
1 medod vehabe [miß und gib her]. Manche erklären: Die zu sagen pflegte: meod meod habe [recht viel gib her, ohne Maß].
ב (דניאל ד, לג) ורבו יתירה הוספת לי אמר רב יהודה אמר רב ירמיה בר אבא מלמד שרכב על ארי זכר וקשר תנין בראשו לקיים מה שנא' (ירמיהו כז, ו) וגם את חית השדה נתתי לו לעבדו:
2 <i>Und noch größere Macht als zuvor wurde mir verliehen</i>. R. Jehuda erklärte im Namen des R. Jirmeja b. Abba: Dies lehrt, daß er auf einem männlichen Löwen ritt und ihm [als Zügel] eine Schlange an den Kopf band. Zur Bestätigung des Schriftverses: <i>Selbst die Tiere des Feldes gebe ich ihm, daß sie ihm dienstbar seien</i>.
ג <big><strong>מתני׳</strong></big> לא ישכור אדם פועלים בשבת ולא יאמר אדם לחבירו לשכור לו פועלים אין מחשיכין על התחום לשכור לו פועלים ולהביא פירות אבל מחשיך הוא לשמור ומביא פירות בידו כלל אמר אבא שאול כל שאני זכאי באמירתו רשאי אני להחשיך עליו:
3 <b>M</b><small>AN DARF AM</small> Š<small>ABBATH KEINE</small> A<small>RBEITER MIETEN, AUCH DARF MAN SEINEN</small> N<small>ÄCHSTEN NICHT BEAUFTRAGEN, FÜR IHN</small> A<small>RBEITER ZU MIETEN</small>. M<small>AN DARF NICHT DIE</small> D<small>UNKELHEIT AN DER</small> G<small>RENZE</small><small>ABWARTEN, UM</small> A<small>RBEITER ZU MIETEN ODER</small> F<small>RÜCHTE ZU HOLEN; MAN DARF ABER AN DER</small> G<small>RENZE DIE</small> D<small>UNKELHEIT ABWARTEN, UM DA</small> F<small>RÜCHTE ZU BEWACHEN, SODANN DARF MAN WELCHE IN DER</small> H<small>AND MITNEHMEN</small>. A<small>BBA</small> Š<small>AÚL SAGTE EINE</small> R<small>EGEL</small>: W<small>EGEN EINER</small> S<small>ACHE, MIT DER ICH JEMAND BEAUFTRAGEN DARF, DARF ICH DIE</small> D<small>UNKELHEIT</small> [<small>AN DER</small> G<small>RENZE</small>] <small>ABWARTEN</small>.
ד <big><strong>גמ׳</strong></big> (פשיטא) מ"ש הוא ומ"ש חבירו אמר רב פפא חבר נכרי מתקיף לה רב אשי אמירה לנכרי שבות
4 GEMARA. Selbstverständlich, welchen Unterschied gibt es denn zwischen ihm und seinem Nächsten!? R. Papa erwiderte: Wenn der Nächste ein Nichtjude ist.
ה אלא אמר רב אשי אפילו תימא חבירו ישראל הא קמ"ל לא יאמר אדם לחבירו שכור לי פועלים אבל אומר אדם לחבירו הנראה שתעמוד עמי לערב ומתני' מני כרבי יהושע בן קרחה דתניא לא יאמר אדם לחבירו הנראה שתעמוד עמי לערב רבי יהושע בן קרחה אומר אומר אדם לחבירו הנראה שתעמוד עמי לערב
5 R. Aši wandte ein: Einen Nichtjuden zu beauftragen ist ja des Feierns wegen [verboten]!? – Du kannst auch sagen, wenn der Nächste ein Jisraélit ist, und er lehrt uns folgendes, daß man nämlich zu seinem Nächsten nicht sagen darf: ‘Miete für mich Arbeiter’, wohl aber [zum Arbeiter] sagen darf: ‘Wir wollen sehen, ob du dich abends bei mir einfinden wirst.’ Unsere Mišna vertritt die Ansicht des R. Jehošua͑ b. Qorḥa, denn es wird gelehrt: Man darf nicht zu einem sagen: ‘Wir wollen sehen, ob du dich abends bei mir einfinden wirst.’
ו אמר רבה בר בר חנה אמר רבי יוחנן הלכה כרבי יהושע בן קרחה ואמר רבה בר בר חנה אמר רבי יוחנן מ"ט דרבי יהושע בן קרחה דכתיב (ישעיהו נח, יג) ממצוא חפצך ודבר דבר דיבור אסור הרהור מותר
6 R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagt, man dürfe zu einem sagen: ‘Wir wollen sehen, ob du dich abends bei mir einfinden wirst.’ Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist wie R. Jehošua͑ b. Qorḥa. Ferner sagte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans: Was ist der Grund des R. Jehošua͑ b. Qorḥa? Es heißt: <i>deinen Geschäften nachzugehen und Gespräche zu führen</i>; das [geschäftliche] Sprechen ist verboten, das Denken ist erlaubt.
ז רמי ליה רב אחא בר רב הונא לרבא מי אמר ר' יוחנן דיבור אסור הרהור מותר אלמא הרהור לאו כדיבור דמי והאמר רבה בר בר חנה אמר רבי יוחנן בכל מקום מותר להרהר חוץ מבית המרחץ ומבית הכסא שאני התם דבעינן (דברים כג, טו) והיה מחניך קדוש וליכא
7 R. Aḥa b. R. Hona wies Raba auf einen Widerspruch hin: Kann R. Joḥanan denn gesagt haben, nur das Sprechen sei verboten, das Denken aber erlaubt, wonach das Denken nicht dem Sprechen gleicht, Rabba b. Bar Ḥana sagte ja im Namen R. Joḥanans, man dürfe überall [über Worte der Tora] nachdenken, nur nicht in der Badestube und im Aborte!? – Anders ist es da; es heißt: <i>dein Lager soll heilig sein</i>, was da nicht der Fall ist. –
ח הכא נמי כתיב (דברים כג, טו) ולא יראה בך ערות דבר ההוא מיבעי ליה לכדרב יהודה דאמר רב יהודה עכו"ם ערום אסור לקרות קרית שמע כנגדו
8 Es heißt ja aber auch: <i>es soll bei dir kein schändliches Wort sein</i>!? – Dies ist wegen einer Lehre R. Jehudas nötig, denn R. Jehuda sagte: Es ist verboten, vor einem nackten Nichtjuden das Šema͑ zu lesen. –
ט מאי איריא עכו"ם אפי' ישראל נמי לא מיבעיא קאמר לא מיבעיא ישראל דאסור אבל עכו"ם כיון דכתיב ביה (יחזקאל כג, כ) אשר בשר חמורים בשרם אימא שפיר דמי קמ"ל
9 Wieso vor einem Nichtjuden, dies ist ja auch vor einem Jisraéliten verboten!? – Dies ist selbstverständlich. Vor einem Jisraéliten ist es selbstverständlich verboten; man könnte aber glauben, vor einem Nichtjuden sei es erlaubt, da es von ihm heißt: <i>deren Fleisch dem Fleische des Esels gleicht</i>, so lehrt er uns. –
י אימא הכי נמי אמר קרא (בראשית ט, כג) וערות אביהם לא ראו
10 Vielleicht ist es tatsächlich so!? – Die Schrift sagt: <i>und die Scham ihres Vaters sahen sie nicht</i>!? –
יא ודיבור מי אסיר והא רב חסדא ורב המנונא דאמרי תרוייהו חשבונות של מצוה מותר לחשבן בשבת וא"ר אלעזר פוסקים צדקה לעניים בשבת וא"ר יעקב בר אידי אמר רבי יוחנן מפקחין פיקוח נפש ופיקוח רבים בשבת והולכין לבתי כנסיות לפקח על עסקי רבים בשבת
11 Ist denn das Sprechen verboten, R. Ḥisda und R. Hamnuna sagten ja beide, man dürfe am Šabbath Kalkulationen zu gottgefälligen Zwecken aufstellen!? Auch sagte R. Elea͑zar, man dürfe am Šabbath Gaben für die Armen festsetzen. Auch sagte R. Ja͑qob b. Idi im Namen R. Joḥanans, man dürfe sich am Šabbath mit der Lebensrettung und Gemeindeinteressen befassen. Ferner darf man Bethäuser besuchen, um für öffentliche Angelegenheiten Sorge zu tragen.
יב וא"ר שמואל בר נחמני א"ר יוחנן הולכין לטרטיאות ולקרקסאות ולבסילקאות לפקח על עסקי רבים בשבת ותנא דבי מנשה משדכין על התינוקות ליארס בשבת ועל התינוק ללמדו ספר וללמדו אומנות אמר קרא ממצוא חפצך ודבר דבר חפציך אסורים חפצי שמים מותרין
12 Auch sagte R. Šemuél b. Naḥmani im Namen R. Jonathans, man dürfe am Šabbath Theater, Zirkusse und Basiliken besuchen, um für öffentliche Interessen zu sorgen. Und in der Schule Menašes wurde gelehrt, man dürfe sich am Šabbath um ein Mädchen bemühen, es zu verheiraten, ebenso um einen Knaben, ihm die Schriftkunde und ein Handwerk zu lehren. – Die Schrift sagt: <i>deinen Geschäften nachzugehen und Gespräche zu führen</i>; deine Geschäfte sind verboten, göttliche Geschäfte sind erlaubt.
יג א"ר יהודה אמר שמואל חשבונות של [מלך] ושל מה בכך מותר לחשבן בשבת תנ"ה חשבונות שעברו ושעתידין להיו' אסור לחשבן של) מלך
13 R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Kalkulationen, von [welchen man sagt:] ‘Was geht es dich an?’, oder ‘Was ist dabei?’ sind am Šabbath erlaubt. Ebenso wird gelehrt: Kalkulationen über vergangene oder zukünftige Angelegenheiten sind am Šabbath verboten;