Shabbat 65

Kapitel 65

א דאכלן ולא עבדן וכתיב (עמוס ד, ט) הכיתי אתכם בשדפון ובירקון הרבות גנותיכם וכרמיכם ותאניכם וזיתיכם יאכל הגזם וכתיב (יואל א, ד) יתר הגזם אכל הארבה ויתר הארבה אכל הילק ויתר הילק אכל החסיל וכתי' (ישעיהו ט, יט) ויגזור על ימין ורעב ויאכל על שמאל ולא שבעו איש בשר זרועו יאכלו אל תקרי בשר זרועו אלא בשר זרעו:
1 die wohl essen, aber nichts tun. Darauf folgt: <i>ich schlug euch mit Brand und Rost [&amp;c.]; euere Feigenbäume und Ölbäume zehrte der Nager auf</i>. Ferner: <i>was der Nager verschonte, zehrte die Heuschrecke auf, was die Heuschrecke noch verschonte, zehrte der Abfresser auf, und was auch der Abfresser verschonte, zehrte der Abschäler auf</i>. Ferner: <i>sie rissen rechts ab und blieben doch hungrig; sie fraßen links und wurden doch nicht satt. Sie fraßen ein jeder das Fleisch seines eigenen Armes</i>. Man lese nicht <i>besar zeroo͑</i> [das Fleisch seines Armes], sondern <i>besar zaro͑</i> [das Fleisch seines Kindes].
ב בעון עינוי הדין ועיוות הדין וקלקול הדין וביטול תורה חרב וביזה רבה ודבר ובצורת בא ובני אדם אוכלין ואינן שבעין ואוכלין לחמם במשקל דכתיב (ויקרא כו, כה) והבאתי עליכם חרב נוקמת נקם ברית וגו' ואין ברית אלא תורה שנאמר (ירמיהו לג, כה) אם לא בריתי יומם ולילה וגו' וכתיב (ויקרא כו, כו) בשברי לכם מטה לחם ואפו עשר נשים וגו' וכתיב (ויקרא כו, מג) יען וביען במשפטי מאסו:
2 Wegen der Sünde der Gerichtsquälerei, Rechtsverdrehung, Fahrlässigkeit bei Gericht und Vernachlässigung der Tora mehren sich Schwert und Raub, Pest und Dürre brechen herein, die Leute essen und werden nicht satt, und nach Gewicht verzehren sie ihr Brot, denn es heißt: <i>ich will ein Schwert über euch kommen lassen, das Rache nehmen soll für den [Bruch des] Bündnisses</i>, und Bündnis ist nichts anderes als die Tora, denn es heißt: <i>wenn nicht mein Bündnis tags und nachts &amp;c</i>.; dann heißt es: <i>wenn ich euch die Stütze des Brotes zerbreche, so werden zehn Weiber backen &amp;c</i>.; ferner heißt es: <i>dieweil sie meine Rechte verworfen haben</i>.
ג בעון שבועת שוא ושבועת שקר וחילול השם וחילול שבת חיה רעה רבה ובהמה כלה ובני אדם מתמעטין והדרכים משתוממין שנא' (ויקרא כו, כג) ואם באלה לא תוסרו לי אל תקרי באלה אלא באלה וכתיב והשלחתי בכם את חית השדה וגו' וכתיב בשבועת שקר (ויקרא יט, יב) ולא תשבעו בשמי לשקר וחללת את שם אלהיך ובחלול השם כתיב (ויקרא כב, לב) ולא תחללו את שם קדשי ובחלול שבת כתיב (שמות לא, יד) מחלליה מות יומת ויליף חילול חילול משבועת שקר:
3 Wegen der Sünde des unnützen Schwörens, des Meineides, der Entweihung des [göttlichen] Namens und der Entweihung des Šabbaths vermehren sich die wilden Tiere, das Vieh wird vernichtet, die Menschen vermindern sich, und die Straßen veröden, denn es heißt: <i>wenn ihr euch dadurch nicht von mir warnen lasset</i>, und man lese nicht <i>baéle</i> [dadurch], sondern <i>beála</i> [durch Schwur]; und es heißt: <i>ich werde die wilden Tiere auf euch reizen &amp;c</i>. Vom Meineid heißt es: <i>ihr sollt bei meinem Namen nicht falsch schwören, daß du den Namen deines Gottes entweihest</i>. Von der Entweihung des [göttlichen] Namens heißt es: <i>und entweihet nicht meinen heiligen Namen</i>. Von der Entweihung des Šabbaths heißt es: <i>wer ihn entweiht, soll sterben</i>. Man folgere dies [bezüglich der letzteren] durch [das Wort] <i>entweihen</i> vom Meineid.
ד בעון שפיכות דמים בית המקדש חרב ושכינה מסתלקת מישראל שנאמר (במדבר לה, לג) ולא תחניפו וגו' ולא תטמא את הארץ אשר אתם יושבים בה אשר אני שוכן בתוכה הא אתם מטמאים אותה אינכם יושבים בה ואיני שוכן בתוכה:
4 Wegen der Sünde des Blutvergießens ist das Heiligtum zerstört und die Göttlichkeit von Jisraél gewichen, denn es heißt: <i>ihr sollt das Land nicht entweihen &amp;c</i>. <i>Und verunreinigt das Land nicht, in dem ihr wohnet, da auch ich darin wohne</i>; wenn ihr es aber verunreinigt, so werdet ihr darin nicht wohnen, und auch ich wohne nicht darin.
ה בעון גלוי עריות ועבודת כוכבים והשמטת שמיטין ויובלות גלות בא לעולם ומגלין אותן ובאין אחרים ויושבין במקומן שנאמר (ויקרא יח, כז) כי את כל התועבות האל עשו אנשי הארץ וגו' וכתיב ותטמא הארץ ואפקוד עונה עליה וגו' וכתיב (ויקרא יח, כח) ולא תקיא הארץ אתכם בטמאכם אותה
5 Wegen der Sünde der Hurerei, des Götzendienstes und des [Nicht-]Erlassens im Erlaß- und Jobeljahre kommt Verbannung über die Welt; die einen werden verbannt, und andere kommen und lassen sich an ihrer Stelle nieder, wie es heißt: <i>denn all diese Greueltaten haben die Bewohner des Landes verübt &amp;c.</i>; ferner: <i>da wurde das Land unrein, und ich suchte seine Verschuldung an ihm heim &amp;c.</i>; ferner: <i>daß nicht etwa das Land euch ausspeie, wenn ihr es verunreinigt</i>.
ו ובעבודת כוכבים כתיב (ויקרא כו, ל) ונתתי את פגריכם וגו' וכתיב והשמותי את מקדשיכם וגו' ואתכם אזרה בגוים
6 Bezüglich des Götzendienstes heißt es: <i>und ich will euere Leichen werfen &amp;c.</i>; ferner: <i>und euere Heiligtümer verwüsten &amp;c</i>., <i>euch aber will ich unter die Völker zerstreuen</i>.
ז בשמיטין וביובלות כתיב (ויקרא כו, לד) אז תרצה הארץ את שבתותיה כל ימי השמה ואתם בארץ אויביכם וגו' וכתיב (ויקרא כו, לד) כל ימי השמה תשבות:
7 Bezüglich des Erlaß- und Jobeljahres heißt es: <i>dann wird das Land seine Ruhezeiten ersetzt bekommen die ganze Zeit hindurch, in der es wüste liegt, während ihr im Lande euerer Feinde seid &amp;c</i>.; ferner: <i>die ganze Zeit hindurch, in der es wüste liegt, wird es Ruhe haben</i>.
ח בעון נבלות פה צרות רבות וגזירות קשות מתחדשות ובחורי שונאי ישראל מתים יתומים ואלמנות צועקין ואינן נענין שנא' (ישעיהו ט, טז) על כן על בחוריו לא ישמח ה' ואת יתומיו [ואת] (ו) אלמנותיו לא ירחם כי כלו חנף ומרע וכל פה דובר נבלה בכל זאת לא שב אפו ועוד ידו נטויה
8 Wegen der Sünde obszöner Reden mehren sich die Leiden, harte Verhängnisse werden erneuert, die Jünglinge der Feinde Jisraéls sterben, Waisen und Witwen schreien und werden nicht erhört. Denn es heißt: <i>Darum freut sich der Herr nicht seiner Jünglinge, und seiner Waisen und Witwen erbarmt er sich nicht; denn sie alle sind Ruchlose und Bösewichter, und jeder Mund redet Schändliches. Bei alledem wandte sich sein Zorn nicht, und blieb seine Hand noch ausgestreckt</i>. –
ט מאי ועוד ידו נטויה א"ר חנן בר רבא הכל יודעין כלה למה נכנסה לחופה אלא כל המנבל פיו אפי' חותמין עליו גזר דין של שבעים שנה לטובה הופכין עליו לרעה אמר רבה בר שילא אמר רב חסדא כל המנבל את פיו מעמיקין לו גיהנם שנאמר (משלי כב, יד) שוחה עמוקה פי זרות רב נחמן בר יצחק אמר אף שומע ושותק שנאמר (משלי כב, יד) זעום ה' יפול שם
9 Was heißt: <i>und blieb seine Hand noch ausgestreckt</i>? R. Ḥanan b. Raba erwiderte: Jeder weiß, wozu die Braut unter den Baldachin geführt wird, allein, wer seinen Mund beschmutzt, dem wird, selbst wenn ihm ein siebzigjähriger Beschluß zum Guten besiegelt war, derselbe zum Bösen verwandelt. Rabba b. Šila sagte im Namen R. Ḥisdas: Wer seinen Mund beschmutzt, dem wird die Hölle tief gemacht, denn es heißt: <i>eine tiefe Grube</i> [für den] <i>Lastermund</i>. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Auch dem, der solches schweigend anhört, denn es heißt: <i>der Verhaßte des Herrn fällt darein</i>.
י אמר רב אושעיא כל הממרק עצמו לעבירה חבורות ופצעין יוצאין בו שנאמר (משלי כ, ל) חבורות פצע תמרוק ברע ולא עוד אלא שנדון בהדרוקן שנאמר (משלי כ, ל) ומכות חדרי בטן אמר רב נחמן בר יצחק . סימן לעבירה הדרוקן
10 R. Oša͑ja sagte: Wer sich dem Laster hingibt, wird von Wunden und Geschwüren befallen, wie es heißt: <i>wunde Geschwüre säubern den Bösewicht</i>. Und noch mehr, er wird auch mit Wassersucht gestraft, wie es heißt: <i>und Schläge bis in das Innere des Leibes</i>. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Wassersucht ist ein Zeichen des Lasters.
יא ת"ר ג' מיני הדרוקן הן של עבירה עבה ושל רעב תפוח ושל כשפים דק
11 Die Rabbanan lehrten: Es gibt drei Arten von Wassersucht. Infolge des Lasters ist sie hart, infolge des Hungers ist sie angeschwollen, und infolge der Behexung ist sie dünn.
יב שמואל הקטן חש ביה אמר רבש"ע מי מפיס איתסי אביי חש ביה אמר רבא ידענא ביה. בנחמני דמכפין נפשיה רבא חש ביה והא רבא הוא דאמר נפישי קטילי קדר מנפיחי כפן שאני רבא דאנסי ליה רבנן בעידניה בעל כורחיה
12 Šemuél der Kleine litt daran, da sprach er: Herr der Welt, wer wird unterscheiden!? Und er genas. Abajje litt daran. Da sprach Raba: Ich weiß, daß Naḥmani Hunger leidet. Raba litt daran. – Raba selber sagte ja aber, zahlreicher seien die Toten des Stuhles, als die vor Hunger Geschwollenen!? – Anders war es bei Raba, die Schüler veranlaßten ihn dazu.
יג ת"ר ד' סימנין הן סימן לעבירה הדרוקן סימן לשנאת חנם ירקון סימן לגסות הרוח עניות סימן ללה"ר אסכרה
13 Die Rabbanan lehrten: Es gibt vier Zeichen. Wassersucht ist ein Zeichen des Lasters, Gelbsucht ist ein Zeichen des grundlosen Hasses, Armut ist ein Zeichen des Hochmuts, und die Bräune ist ein Zeichen der Verleumdung.
יד ת"ר אסכרה באה לעולם
14 Die Rabbanan lehrten: Bräune kommt über die Welt wegen [der Unterlassung]