Shabbat 89

Kapitel 89

א הכי נמי מיסתברא דרב כר' יהודה סבירא ליה דאמר רב מניחין נר על גבי דקל בשבת ואין מניחין נר ע"ג דקל בי"ט אי אמרת בשלמא דרב כרבי יהודה סבירא ליה היינו דשני בין שבת לי"ט אלא אי אמרת כרבי שמעון סבירא ליה מה לי שבת ומה לי י"ט
1 daß Rabh der Ansicht R. Jehudas ist, denn Rabh sagte: Man darf am Šabbath eine Lampe auf eine Dattelpalme setzen, nicht aber darf man am Feste eine Lampe auf eine Dattelpalme setzen. Einleuchtend ist es, wenn du sagst, Rabh sei der Ansicht R. Jehudas, daß er zwischen Šabbath und Fest unterscheidet, welchen Unterschied aber gibt es zwischen Šabbath und Fest, wenn du sagst, er sei der Ansicht R. Šimo͑ns!? —
ב ורב כרבי יהודה ס"ל והא בעו מיניה דרב מהו לטלטולי שרגא דחנוכתא מקמי חברי בשבתא ואמר להו שפיר דמי שעת הדחק שאני דהא א"ל רב כהנא ורב אשי לרב הכי הלכתא אמר להו כדי הוא ר' שמעון לסמוך עליו בשעת הדחק
2 Ist Rabh denn der Ansicht R. Jehudas, man fragte ihn ja, ob man wegen der Geber [am Šabbath] keine Ḥanukalampe fortnehmen dürfe, und er erlaubte dies!? — Anders ist es in einem Notfalle. So sagte auch Rabh zu R. Kahana und R. Aši, als sie ihn fragten, ob denn die Halakha so sei: R. Šimo͑n verdient es, daß man sich in einem Notfalle auf ihn stütze.
ג בעא מיניה ריש לקיש מר' יוחנן חטים שזרען בקרקע וביצים שתחת תרנגולת מהו כי לית ליה לר' שמעון מוקצה היכא דלא דחייה בידים היכא דדחייה בידים אית ליה מוקצה או דילמא לא שנא א"ל אין מוקצה לרבי שמעון אלא שמן שבנר בשעה שהוא דולק הואיל והוקצה למצותו הוקצה לאיסורו
3 Reš Laqiš fragte R. Joḥanan: Wie verhält es sich mit dem Weizen, den man in die Erde als Aussaat, und Eiern, die man unter die Henne [zum Brüten] gelegt hat: hält R. Šimo͑n nichts vom Abgesonderten nur dann, wenn man den Gegenstand nicht mit Händen weggesondert hat, wenn man ihn aber mit Händen weggesondert hat, hält er wohl vom Abgesonderten, oder gibt es hierin keinen Unterschied? Dieser erwiderte: Nach R. Šimo͑n gibt es nichts Abgesondertes, als das Öl in der Lampe während des Brennens, das sowohl bezüglich des Gebotes als auch bezüglich des Verbotes abgesondert ist. —
ד ולית ליה הוקצה למצותו והתניא סיככה כהלכתה ועיטרה בקרמים ובסדינין המצויירין ותלה בה אגוזין אפרסקין שקדים ורמונין ואפרכלי של ענבים ועטרות של שבולין יינות שמנים וסלתות אסור להסתפק מהן עד מוצאי י"ט האחרון ואם התנה עליהן הכל לפי תנאו
4 Hält er denn nichts vom Abgesonderten bezüglich des Gebotes, es wird ja gelehrt, daß, wenn man [die Festhütte] vorschriftsmäßig überdacht, mit Tapeten und gewirkten Teppichen verziert und darin Nüsse, Pfirsiche, Mandeln, Granatäpfel, Weinreben, Ährenkränze, Weine, Öle und Mehl ausgehängt hat, es verboten sei, davon bis zum Ablaufe des letzten Festtages zu genießen, und wenn man sich dies vorbehalten hat, alles von seinem Vorbehalte abhänge!? —
ה וממאי דר' שמעון היא דתני ר' חייא בר יוסף קמיה דר' יוחנן אין נוטלין עצים מן הסוכה בי"ט אלא מן הסמוך לה ור' שמעון מתיר ושוין בסוכת החג בחג שהיא אסורה ואם התנה עליה הכל לפי תנאו כעין שמן שבנר קאמרינן הואיל והוקצה למצותו הוקצה לאיסורו איתמר נמי א"ר חייא בר אבא א"ר יוחנן אין מוקצה לרבי שמעון אלא כעין שמן שבנר בשעה שהוא דולק הואיל והוקצה למצותו הוקצה לאיסורו
5 Woher, daß hier die Ansicht R. Šimo͑ns vertreten ist? — R. Ḥija b. Joseph lehrte vor R. Joḥanan: Man darf am Feste kein Holz von einer Laubhütte nehmen, sondern nur vom daran lehnenden; R. Šimo͑n erlaubt dies. Sie stimmen hinsichtlich der Festhütte am Feste überein, daß es dann verboten sei, und daß, wenn man es sich vorbehalten hat, alles von seinem Vorbehalte abhänge. — Ich meine: wie beim Öl in der Lampe, das, da es für das Gebot abgesondert wurde, auch bezüglich des Verbotes abgesondert ist. Ebenso wird gelehrt: R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Nach R. Šimo͑n gibt es Abgesondertes nur bei dem, was dem Öl einer Lampe während des Brennens gleicht, das, da es für das Gebot abgesondert wurde, auch bezüglich des Verbotes abgesondert ist.
ו אמר רב יהודה אמר שמואל אין מוקצה לר' שמעון אלא גרוגרות וצימוקים בלבד ומידי אחרינא לא והתניא היה אוכל בתאנים והותיר והעלן לגג לעשות מהן גרוגרות בענבים והותיר והעלן לגג לעשות מהן צימוקין לא יאכל עד שיזמין וכן אתה אומר באפרסקין וחבושין ובשאר כל מיני פירות
6 R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Nach R. Šimo͑n gibt es Abgesondertes nur bei Trockenfeigen und Rosinen. — Etwa nicht auch bei anderen Dingen, es wird ja gelehrt: Wenn jemand Feigen ißt und [einen Teil] zurückläßt und aufs Dach bringt, um daraus Trockenfeigen zu bereiten, oder Weintrauben ißt und [einen Teil] zurückläßt und aufs Dacb bringt, um daraus Rosinen zu bereiten, so darf er davon [am Feste] nur dann essen, wenn er sie vorher reserviert hat; dasselbe gilt auch von Pfirsichen, Quitten und allen anderen Arten von Früchten.
ז מני אילימא רבי יהודה ומה היכא דלא דחייה בידים אית ליה מוקצה היכא דדחייה בידים לא כל שכן
7 Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Jehuda, so gibt es ja nach ihm Abgesondertes sogar in dem Falle, wenn man es nicht mit den Händen weggesondert hat, um wieviel mehr, wenn man es mit Händen weggesondert hat;
ח אלא לאו ר' שמעון היא לעולם רבי יהודה ואוכל אצטריכא ליה סד"א כיון דקאכיל ואזיל לא ליבעי הזמנה קמ"ל כיון דהעלן לגג אסוחי אסחי לדעתיה מינייהו
8 doch wohl nach R. Šimo͑n!? — Tatsächlich nach R. Jehuda, dennoch ist dies nötig, weil man davon gegessen hat; man könnte glauben, man brauche sie, da man davon gegessen hat, nicht zu reservieren, so lehrt er uns, daß man, da man sie aufs Dach gebracht, nicht mehr an sie gedacht hat.
ט בעא מיניה רבי שמעון בר רבי מרבי
9 R. Šimo͑n, der Sohn Rabbis, fragte Rabbi: