Shabbat 92

Kapitel 92

א השירים והנזמים והטבעות הרי הן ככל הכלים הנטלים בחצר ואמר עולא מה טעם הואיל ואיכא תורת כלי עליה הכא נמי הואיל ואיכא תורת כלי עליה א"ר נחמן בר יצחק בריך רחמנא דלא כסיפיה רבא לרב אויא
1 Es wird ja auch gelehrt: Armbänder, Nasenringe und Ringe gleichen allen anderen Geräten, die man im Hofe fortbewegen darf. Hierzu sagte U͑la: Aus dem Grunde, weil sie den Charakter eines Gerätes tragen. Ebenso auch hierbei, weil sie den Charakter eines Gerätes trägt. R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach: Gepriesen sei der Allbarmherzige, daß Raba den R. Ivja nicht beschämt hat.
ב רמי ליה אביי לרבה תניא מותר השמן שבנר ושבקערה אסור ורבי שמעון מתיר אלמא לר' שמעון לית ליה מוקצה ורמינהו רבי שמעון אומר כל שאין מומו ניכר מעי"ט אין זה מן המוכן
2 Abajje wies Rabba auf einen Widerspruch hin. Es wird gelehrt, das Öl, das in der Lampe oder in der Schüssel zurückbleibt, sei verboten, und R. Šimo͑n erlaube es; demnach hält R. Šimo͑n nichts vom Abgesonderten, und dem widersprechend lehrt R. Šimo͑n, daß, wenn der Fehler nicht bereits am Vortage des Festes kenntlich war, es nicht Vorrätiges heiße!? —
ג הכי השתא התם אדם יושב ומצפה אימתי תכבה נרו הכא אדם יושב ומצפה מתי יפול בו מום מימר אמר מי יימר דנפיל ביה מומא ואת"ל דנפיל ביה מומא מי יימר דנפיל ביה מום קבוע ואם תמצי לומר דנפל ביה מום קבוע מי יימר דמזדקק ליה חכם
3 Es ist ja nicht gleich. Allerdings kann jemand sitzen und warten, daß die Lampe ausgehe, aber kann etwa jemand sitzen und warten, daß [das Tier] einen Fehler bekomme? Man denkt ja: wer weiß, ob es einen Fehler bekommen wird; und wenn du auch annimmst, es werde einen Fehler bekommen, wer weiß, ob es ein bleibender Fehler sein wird; und wenn du auch annimmst, es werde einen bleibenden Fehler bekommen, wer weiß, ob ein Sachverständiger zu haben sein wird?
ד מתיב רמי בר חמא מפירין נדרים בשבת [ונשאלין לנדרים שהן] לצורך השבת ואמאי לימא מי יימר דמיזדקק לה בעל
4 Rami b. Ḥama wandte ein: Man darf am Šabbath Gelübde aufheben, wenn der Šabbath dies erheischt. Weshalb denn, man sollte auch hierbei sagen: wer konnte [vorher] wissen, daß der Ehemann einschreiten wird!? —
ה התם כדרב פנחס משמיה דרבא דאמר רב פנחס משמיה דרבא כל הנודרת על דעת בעלה היא נודרת
5 Hierbei ist es nach R. Pinḥas im Namen Rabas zu erklären, denn R. Pinḥas sagte im Namen Rabas: Jede Gelobende gelobt im Sinne ihres Ehemannes. —
ו ת"ש נשאלין לנדרים של צורך השבת בשבת ואמאי לימא מי יימר דמזדקק ליה חכם התם אי לא מיזדקק ליה חכם סגיא ליה בג' הדיוטות הכא מי יימר דמיזדקק ליה חכם
6 Komm und höre: Man darf am Šabbath, wenn der Šabbath dies erheischt, um die Auflösung von Gelübden nachsuchen. Weshalb denn, man sollte ja sagen: wer konnte [vorher] wissen, ob ein Gelehrter zu haben sein wird!? — Hierbei können es, wenn kein Gelehrter zu haben ist, auch drei Laien tun, dort aber weiß man nicht, ob ein Sachverständiger zu haben sein wird.
ז רמי ליה אביי לרב יוסף מי אמר ר' שמעון כבתה מותר לטלטלה כבתה אין לא כבתה לא מאי טעמא דילמא בהדי דנקיט לה כבתה הא שמעינן ליה לר' שמעון דאמר דבר שאין מתכוין מותר דתניא ר' שמעון אומר גורר אדם כסא מטה וספסל ובלבד שלא יתכוין לעשות חריץ
7 Abajje wies R. Joseph auf einen Widerspruch hin. Kann R. Šimo͑n denn gesagt haben, wenn sie erlischt, dürfe man sie fortbewegen, nur wenn sie erlischt, nicht aber, wenn sie nicht erlischt, und zwar aus dem Grunde, weil sie, während er sie hält, erlöschen kann, wir wissen ja von R. Šimo͑n, daß er der Ansicht ist, die unbeabsichtigte Tätigkeit sei erlaubt!? Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagt, man dürfe [am Šabbath] ein Bett, einen Stuhl oder eine Bank rücken, nur darf man absichtlich keine Schramme machen. —
ח כל היכא דכי מיכוין איכא איסורא דאורייתא כי לא מיכוין גזר ר"ש מדרבנן כל היכא דכי מיכוין איכא איסורא דרבנן כי לא מיכוין שרי ר"ש לכתחילה
8 In dem Falle, wenn die Tätigkeit bei Absicht ein biblisches Verbot sein würde, verbietet sie R. Šimo͑n ohne Absicht rabbanitisch, und in dem Falle, wenn sie bei Absicht ein rabbanitisches Verbot sein würde, erlaubt R. Šimo͑n absichtslos von vornherein.
ט מתיב רבא מוכרי כסות מוכרין כדרכן ובלבד שלא יתכוין בחמה מפני החמה ובגשמים מפני הגשמים והצנועין מפשילין במקל לאחוריהן והא הכא דכי מיכוין איסורא דאורייתא איכא כי לא מיכוין שרי רבי שמעון לכתחילה
9 Raba wandte ein, Kleiderhändler dürfen [Mischgewebe] wie gewöhnlich verkaufen, jedoch nicht beabsichtigen, sich bei Sonnenschein gegen die Sonne oder im Regen gegen den Regen [zu schützen]. Die Strengfrommen pflegen sie rückwärts auf einen Stab über den Rücken zu legen. Hierbei ist ja das Tragen bei Absicht ein biblisches Verbot, dennoch erlaubt es R. Šimo͑n absichtslos von vornherein!?
י אלא אמר רבא
10 Vielmehr, sagte Raba,