Shevuot 54

Kapitel 54

א עד שיפרוט לך הכתוב יחדיו
1 es sei denn, daß die Schrift ausdrücklich <i>zusammen</i> sagt. –
ב אפי' תימא ר' יאשיה וסבר לה כר"ע דדריש רבויי ומיעוטי (ואייתר ליה או לחלק)
2 Du kannst auch sagen, nach R. Jošija, denn er ist der Ansicht R. A͑qibas, der hier [die Regel von der] Einschließung und Ausschließunganwendet, somit bleibt das <i>oder</i> wegen der Trennung zurück.
ג אי אמרת בשלמא בדבר הרשות כתיב ממעט דבר מצוה אלא אי אמרת בדבר מצוה כתיב ממאי קא ממעט:
3 Einleuchtend ist es nämlich, wenn du sagst, hier werde von freigestellten Handlungen gesprochen, demnach werden hier gesetzliche Vorschriften ausgeschlossen, was aber könnte hier ausgeschlossen werden, wenn du sagen wolltest, hier werde von gesetzlichen Vorschriften gesprochen!?
ד א"ר יהודה בן בתירא מה אם הרשות כו': ורבנן שפיר קאמרי ליה לר' יהודה בן בתירא
4 R. J<small>EHUDA B.</small> B<small>ETHERA SAGTE</small>: W<small>ENN MAN &amp;C. WEGEN EINER FREIGESTELLTEN</small> H<small>ANDLUNG</small>. Die Rabbanan haben ja R. Jehuda b. Betḥera treffend erwidert!? –
ה ור"י בן בתירא אמר לך אטו הטבת אחרים לאו אע"ג דליתא בכלל הרעת אחרים ורבי רחמנא הכא נמי בקיום מצוה אע"ג דליתיה בביטול מצוה רבייה רחמנא
5 R. Jehuda b. Bethera kann dir entgegnen: der Fall, wenn man anderen Gutes zugedacht hat, gleicht ja ebenfalls nicht dem Fall, wenn man anderen Böses zugedacht hat, dennoch hat ihn der Allbarmherzige einbegriffen, ebenso hat der Allbarmherzige den Schwur, eine gesetzliche Vorschrift auszuüben, einbegriffen, obgleich er nicht dem Fall gleicht, wenn man geschworen hat, eine gesetzliche Vorschrift zu unterlassen. –
ו ורבנן התם איתיה בלא איטיב הכא מי איתיה בלא אקיים:
6 Und die Rabbanan!? – Hierbei kann ja der Fall stattfinden: ich werde nicht Gutes tun, dort aber kann ja die Verneinung überhaupt nicht stattfinden. Eine andere Lesart: Und die Rabbanan!? – Hierbei kann der Fall stattfinden: ich werde nicht Gutes tun, dort aber kann ja nicht der Fall stattfinden: ich werde [das Gebot] nicht ausüben.
ז <big><strong>מתני׳</strong></big> שבועה שלא אוכל ככר זו שבועה שלא אוכלנה שבועה שלא אוכלנה ואכלה אינו חייב אלא אחת
7 <b>W</b><small>ENN JEMAND GESAGT HAT</small>:] <small>EIN</small> S<small>CHWUR, DASS ICH DIESEN</small> L<small>AIB NICHT ESSEN WERDE, EIN</small> S<small>CHWUR, DASS ICH IHN NICHT ESSEN WERDE, EIN</small> S<small>CHWUR, DASS ICH IHN NICHT ESSEN WERDE, UND IHN GEGESSEN HAT, SO IST ER NUR EINMAL</small><small>SCHULDIG</small>.
ח זו היא שבועת בטוי שחייבין על זדונה מכות ועל שגגתה קרבן עולה ויורד
8 D<small>IES IST EIN</small> B<small>EKRÄFTIGUNGSSCHWUR, WEGEN DESSEN</small> [V<small>ERLETZUNG</small>] <small>MAN BEI</small> V<small>ORSÄTZLICHKEIT SICH DER</small> G<small>EISSELUNG SCHULDIG MACHT UND BEI</small> U<small>NVORSÄTZLICHKEIT EIN AUF- UND ABSTEIGENDES</small> O<small>PFER DARBRINGEN MUSS</small>.
ט שבועת שוא חייבין על זדונה מכות ועל שגגתה פטור:
9 W<small>EGEN DES</small> N<small>ICHTIGKEITSSCHWURES MACHT MAN SICH BEI</small> V<small>ORSÄTZLICHKEIT DER</small> G<small>EISSELUNG SCHULDIG UND BEI</small> U<small>NVORSÄTZLICHKEIT IST MAN FREI</small>.
י <big><strong>גמ׳</strong></big> למה לי למיתני שבועה שלא אוכל שבועה שלא אוכלנה
10 GEMARA. Wozu lehrt er: ein Schwur, daß ich nicht essen werde, ein Schwur, daß ich ihnnicht essen werde!? –
יא הא קמ"ל טעמא דאמר שלא אוכל והדר אמר שלא אוכלנה דלא מיחייב אלא חדא אבל אמר שלא אוכלנה והדר אמר שלא אוכל מיחייב תרתי
11 Folgendes lehrt er uns: er ist nur dann einmal schuldig, wenn er zuerst gesagt hat: ich werde nicht essen, und nachher: ich werde ihn nicht essen, wenn er aber zuerst gesagt hat: ich werde ihn nicht essen, und nachher: ich werde nicht essen, so ist er zweimal schuldig.
יב כדרבא דאמר רבא שבועה שלא אוכל ככר זו כיון שאכל ממנה כזית חייב שלא אוכלנה אינו חייב עד שיאכל את כולה:
12 Dies nach Raba, denn Raba sagte: [Wenn jemand gesagt hat:] ein Schwur, daß ich diesen Laib nicht essen werde, so ist er schuldig, sobald er ein olivengroßes Quantum gegessen hat, wenn aber: daß ich ihn nicht essen werde, so ist er erst dann schuldig, wenn er ihn ganz aufgegessen hat.
יג שבועה שלא אוכלנה ואכלה אינו חייב אלא אחת כו': הא תו למה לי
13 E<small>IN</small> S<small>CHWUR, DASS ICH IHN NICHT ESSEN WERDE, SO IST ER NUR EINMAL SCHULDIG &amp;C</small>. Wozu ist die Wiederholungnötig!? –
יד הא קמ"ל חיובא הוא דליכא הא שבועה איכא דאי משכחת רווחא חיילא
14 Folgendes lehrt er uns: man ist nicht [wegen des dritten besonders] schuldig, wohl aber gilt er als Schwur, und wenn sich Gelegenheit findet, so hat er Gültigkeit. –
טו למאי הלכתא לכדרבא דאמר רבא שאם נשאל על הראשונה עלתה לו שניה תחתיה
15 In welcher Hinsicht? – Dies nach Raba, denn Raba sagte, wenn er sich den ersten auf lösen ließ, trete der zweite an seine Stelle.
טז לימא מסייעא ליה מי שנדר ב' נזירות ומנה ראשונה והפריש עליה קרבן ואח"כ נשאל על הראשונה עלתה לו שניה בראשונה
16 Für ihn wäre eine Stütze zu erbringen: Wenn jemand zwei Nazirategelobt, und nachdem er das erste absolviert und das Opfer dargebracht hat, sich das erste auflösen läßt, so wird ihm das erste für das andere angerechnet. –
יז הכי השתא התם נזירות מיהא איתא דכי מני לראשונה בעי מיהדר מימנא לשניה בלא שאלה הכא שבועה שניה מי איתא כלל
17 Ist es denn gleich: da ist ja das Nazirat vorhanden, und ohne Auflösung müßte er, wenn er das erste absolviert hat, auch das andere absolvieren, hierbei aber hat der zweite Schwur überhaupt keine Gültigkeit.
יח אמר רבא נשבע על ככר ואכלה אם שייר ממנה כזית נשאל עליה אכלה כולה אין נשאל עליה
18 Raba sagte: Wer sich einen Laib abgeschworen und ihn gegessen hat, kann, wenn er ein olivengroßes Quantum zurückgelassen hat, den Schwur auflösen lassen, hat er ihn aber ganz aufgegessen, so kann er ihn nicht mehr auflösen lassen.
יט א"ל רב אחא בריה דרבא לרב אשי ה"ד אי דאמר שלא אוכל מכזית קמא עבדיה לאיסוריה אי דאמר שלא אוכלנה מאי איריא כזית
19 R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: In welchem Falle, sagte er: daß ich nicht essen werde, so hat er ja mit dem ersten olivengroßen Quantumdas Verbot begangen, und sagte er: daß ich ihn nicht essen werde, so braucht er ja kein olivengroßes Quantum zurückgelassen zu haben, auch ein Minimum genügtja!? –