Shevuot 56

Kapitel 56

א שתיהן במזיד אכליה לתנאיה והדר אכליה לאיסוריה מיחייב אכליה לאיסוריה והדר אכליה לתנאיה פלוגתא דרבי יוחנן וריש לקיש למ"ד התראת ספק שמה התראה חייב למ"ד לאו שמה התראה פטור
1 wenn beide vorsätzlich, so ist er, wenn er zuerst den gegessen hat, von dem die Bedingung abhing, und nachher den durch Schwur verbotenen, schuldig, wenn aber zuerst den durch Schwur verbotenen und nachher den von dem die Bedingung abhängigen, so besteht hierüber ein Streit zwischen R. Joḥanan und Reš Laqiš. Nach demjenigen, welcher sagt, die eventuelle Warnunggelte als Warnung, ist er schuldig, und nach demjenigen, welcher sagt, sie gelte nicht als Warnung, ist er frei.
ב תלאן זו בזו לא אוכל זו אם אוכל זו לא אוכל זו אם אוכל זו ואכל זו בזדון עצמה ובשגגת חבירתה וזו בזדון עצמה ובשגגת חבירתה פטור
2 Hat er einen vom anderen abhängig gemacht: ich werde diesen nicht essen, wenn ich jenen esse, und ich werde jenen nicht essen, wenn ich diesen esse, und den einen vorsätzlich bei Unvorsätzlichkeit hinsichtlich des anderen, und den anderen vorsätzlich bei Unvorsätzlichkeit hinsichtlich des einen gegessen, so ist er frei;
ג זו בשגגת עצמה ובזדון חבירתה וזו בשגגת עצמה ובזדון חבירתה חייב
3 wenn den einen unvorsätzlich bei Vorsätzlichkeit hinsichtlich des anderen, und den anderen unvorsätzlich bei Vorsätzlichkeit hinsichtlich des einen, so ist er schuldig;
ד שתיהן בשוגג פטור
4 wenn beide unvorsätzlich, so ist er frei;
ה שתיהן במזיד אשניה מיחייב אראשונה פלוגתא דרבי יוחנן וריש לקיש
5 wenn beide vorsätzlich, so ist er wegen des anderen schuldig und über den erstenbesteht der Streit zwischen R. Joḥanan und Reš Laqiš.
ו אמר רב מרי אף אנן נמי תנינא (ארבעה נדרים התירו חכמים נדרי זרוזין נדרי הבאי נדרי שגגות נדרי אונסין)
6 R. Mari sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Vier Gelöbnisschwüre erklärten die Weisen als aufgelöst: Anspornungsgelübde, Übertreibungsgelübde, irrtümliche Gelübde und Zwangsgelübde.
ז נדרי שגגות כיצד קונם אם אכלתי ואם שתיתי ונזכר שאכל ושתה שאיני אוכל שאיני שותה שכח ואכל ושתה מותר ותני עלה כשם שנדרי שגגות מותרין כך שבועות שגגות מותרות
7 Welches heißt ein irrtümliches Gelübde? [Wenn jemand sagt:] Qonam, wenn ich gegessen oder getrunken habe, und sich erinnert, daß er gegessen oder getrunken hat, oder: daß ich nicht essen oder nicht trinken werde, und vergessentlich gegessen oder getrunken hat; diese gelten als aufgelöst. Hierzu wird gelehrt, wie irrtümliche Gelübde als aufgelöst gelten, ebenso gelten auch irrtümliche Schwüre als aufgelöst.
ח (שבועות שגגות ה"ד לאו כי האי גוונא שמע מינה)
8 Irrtümliche Schwüre sind ja wahrscheinlieh solche, wie in unserem Falle. Schließe hieraus.
ט עיפא תני שבועות בי רבה פגע ביה אבימי אחוה אמר ליה שבועה שלא אכלתי שבועה שלא אכלתי מהו אמר ליה אינו חייב אלא אחת א"ל אישתבשת הרי יצאה שבועה לשקר
9 Epha studierte [den Traktat vom] Eide in der Schule Rabbas; da traf ihn sein Bruder Abimi und fragte ihn: Wie ist es, [wenn jemand gesagt hat:] ein Schwur, daß ich nicht gegessen habe, ein Schwur, daß ich nicht gegessen habe? Dieser erwiderte: Er ist nur einmal schuldig. Jener entgegnete: Du irrst dich; es ist ja ein falscherSchwur geleistet worden. –
י שבועה שלא אוכל תשע ועשר מהו חייב על כל אחת ואחת אמר ליה אישתבשת אי תשע לא אכיל עשר לא אכיל
10 Wie ist es, [wenn jemand gesagt hat:] ein Schwur, daß ich keineneun, und [ein Schwur], daß ich keine zehn essenwerde? – Er ist wegen eines jeden [Schwures] besonders schuldig. Jener entgegnete: Du irrst dich; wenn er keine neun essen darf, so darf er keine zehnessen. –
יא שבועה שלא אוכל עשר ותשע מהו אינו חייב אלא אחת אמר ליה אישתבשת עשר הוא דלא אכיל הא תשע מיהא אכיל
11 Wie ist es, [wenn jemand gesagt hat:] ein Schwur, daß ich keine zehn, und [ein Schwur], daß ich keine neun essen werde? – Er ist nur einmal schuldig. Jener entgegnete: Du irrst, zehn durfte er nicht essen, neun aber durfte er wohlessen.
יב אמר אביי זימנין דמשכחת לה להא דעיפא כדמר דאמר רבה שבועה שלא אוכל תאנים וענבים וחזר ואמר שבועה שלא אוכל תאנים
12 Abajje sagte: Zuweilen können auch Fälle nach der Ansicht Ephas Vorkommen, und zwar nach einer Lehre des Meisters, denn Rabba sagte: [Wenn jemand sagte:] ein Schwur, daß ich keine Feigen und Trauben essenwerde, und darauf sagte: ein Schwur, daß ich keine Feigen essenwerde,