Shevuot 86

Kapitel 86

א <big><strong>גמ׳</strong></big> אהייא אילימא אסיפא ותיפוק ליה דשבועה גבי מלוה
1 GEMARA. Worauf bezieht sich dies: wollte man sagen, auf den Schlußsatz, so wird ja der Eid ohnehin dem Gläubiger auferlegt!?
ב אמר שמואל ארישא וכן אמר רבי חייא בר רב ארישא וכן א"ר יוחנן ארישא
2 Šemuél erwiderte: Auf den Anfangsatz. Ebenso sagte auch R. Ḥija b. Rabh: auf den Anfangsatz, und ebenso sagte auch R. Joḥanan: auf den Anfangsatz.
ג מאי רישא סיפא דרישא סלע הלויתיך עליו ושקל היה שוה והלה אומר לא כי אלא סלע הלויתני עליו ושלשה דינרין היה שוה חייב דשבועה גבי לוה היא ושקלוה רבנן מלוה ושדיוה אמלוה
3 Auf welchen [Fall des] Anfangsatzes? – Auf den Schluß des Anfangsatzes: ich habe dir darauf einen Sela͑ geborgt und es war nur einen Seqel wert, und der andere sagt: nein, du hast mir darauf einen Sela͑ geborgt und es war drei Denar wert, so ist er schuldig. Eigentlich sollte der Schuldner schwören, die Rabbanan aber nahmen [den Eid] dem Schuldner ab und schoben ihn dem Gläubiger zu.
ד והשתא דאמר רב אשי דקיימא לן זה נשבע שאינה ברשותו וזה נשבע כמה שוה הכי קאמר מי נשבע תחלה מי שהפקדון אצלו שמא ישבע זה ויוציא הלה את הפקדון
4 Jetzt aber, wo R. Aši gesagt hat, es sei uns überliefert, daß der eine schwören müsse, daß es sich nicht in seinem Besitze befinde, und der andere schwören müsse, wieviel es wert war, ist dies wie folgt zu verstehen: Wer schwört zuerst? Bei dem das Verwahrte sich befindet, damit nicht, wenn jener geschworen hat, dieser das Verwahrte hervorhole.
ה אמר שמואל האי מאן דאוזפיה אלפא זוזי לחבריה ומשכן ליה קתא דמגלא אבד קתא דמגלא אבד אלפא זוזי אבל תרתי קתאתי לא
5 Šemuél sagte: Wenn jemand seinem Nächsten tausend Zuz geborgt und dieser ihm einen Sichelstiel als Pfand gegeben hat, so sind, wenn der Sichelstiel verloren geht, die tausend Zuz verloren; nicht aber, wenn es zwei Sichelstielewaren.
ו ורב נחמן אמר אפי' תרתי קתאתי אבד חדא אבד חמש מאה אבד אידך אבד כוליה אבל קתא ונסכא לא נהרדעי אמרי אפילו קתא ונסכא אבד נסכא אבד פלגא אבד קתא אבד כוליה
6 R.Naḥman aber sagte, selbst wenn es zwei Sichelstiele waren; ging der eine verloren, so sind fünfhundert verloren, ging auch der andere verloren, so ist alles verloren. Dies gilt aber nicht von einem Stiele und einem Barren. Die Nehardee͑nser aber sagen, dies gelte auch von einem Stiele und einem Barren; geht der Barren verloren, so ist die Hälfte verloren, geht auch der Stiel verloren, so ist alles verloren.–
ז תנן סלע הלויתיך עליו ושקל היה שוה והלה אומר לא כי אלא סלע הלויתני עליו ושלשה דינרין היה שוה חייב לימא ליה הא קבילתיה
7 Wir haben gelernt: wenn aber: ich habe dir darauf einen Sela͑ geborgt und es war einen Šeqel wert, und der andere sagt: nein, du hast mir darauf einen Sela͑ geborgt und es war drei Denar wert, so ist er schuldig. Weshalb denn, er kann ja zu ihm sagen: du hast es [als Pfand]genommen!? –
ח מתניתין בדפריש שמואל בדלא פריש
8 Unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn sie vereinbarthaben, Šemuél aber spricht von dem Falle, wenn sie nicht vereinbart haben.
ט לימא כתנאי המלוה את חבירו על המשכון ואבד המשכון ישבע ויטול את מעותיו דברי רבי אליעזר רבי עקיבא אומר יכול הוא שיאמר לו כלום הלויתני אלא על המשכון אבד המשכון אבדו מעותיך
9 Es ist anzunehmen, daß hierüber folgende Tannaim [streiten]: Wenn jemand seinem Nächsten [Geld] auf ein Pfand geborgt hat, und das Pfand abhanden gekommen ist, so muß er, wie R. Elie͑zer sagt, schwören und er erhält sein Geld; R. A͑qiba sagt, dieser könne zu ihm sagen: du hast mir ja nur auf ein Pfand geborgt, da nun das Pfand verloren ist, so ist dein Geld verloren.
י אבל המלוה אלף זוז בשטר והניח משכון בידו דברי הכל אבד המשכון אבדו מעותיו
10 Wenn aber jemand einem tausend Zuz auf einen Schuldschein geborgt und dieser ihm auch ein Pfand gegeben hat, so stimmen alle überein, daß, wenn das Pfand abhanden gekommen ist, er sein Geld verloren habe.
יא היכי דמי אי דשוי שיעור זוזי
11 In welchem Falle: hat es den Wert des Schuldbetrages,