Sotah 15

Kapitel 15

א התם קיימא דמסקינן לה ומחתינן לה כדי לייגעה דתניא רבי שמעון בן אלעזר אומר בית דין מסיעין את העדים ממקום למקום כדי שתטרף דעתן עליהן ויחזרו בהן
1 Man bringt sie hinauf und hinunter, um sie zu ermüden. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte; Das Gericht läßt die Zeugen von Ort zu Ort umherführen, damit sie verwirrt werden und zurücktreten.
ב ששם משקין את הסוטות וכו' בשלמא סוטות דכתיב (במדבר ה, יח) והעמיד הכהן את האשה לפני ה' מצורעין נמי דכתיב (ויקרא יד, יא) והעמיד הכהן המטהר וגו' אלא יולדת מאי טעמא
2 D<small>A LIESS MAN DIE</small> E<small>HEBRUCHSVERDÄCHTIGTEN TRINKEN &amp;C</small>. Allerdings die Ehebruchsverdächtigten, denn es heißt:<i>der Priester stelle das Weib vor den Herrn</i>, ebenso auch die Aussätzigen, denn es heißt:<i>der reinigende Priester stelle &amp;c</i>., weshalb aber die Wöchnerinnen!?
ג אילימא משום דאתיין וקיימין אקורבנייהו דתניא אין קרבנו של אדם קרב אלא אם כן עומד על גביו אי הכי זבין וזבות נמי אה"נ ותנא חדא מינייהו נקט
3 Wolltest du sagen, sie kommen da hin, um neben ihren Opfern zu stehen, denn es wird gelehrt, das Opfer werde für einen nur dann dargebracht, wenn er daneben steht, so sollte dies auch von den männlichen und weiblichen Samenflußbehaftetengelten!? — Dem ist auch so, nur nennt der Autor die einen von diesen.
ד ת"ר אין משקין שתי סוטות כאחת כדי שלא יהא לבה גס בחבירתה רבי יהודה אומר לא מן השם הוא זה אלא אמר קרא (במדבר ה, טז) אותה לבדה
4 Die Rabbanan lehrten: Man Iasse nicht zwei Ehebruchsverdächtigte zusammen trinken, damit nicht das Herz der einen durch die andere ermutigt werde. R. Jehuda sagte: Nicht aus diesem Grunde, sondern weil die Schrift sagt:<i>sie</i>, nur sie allein. —
ה ות"ק הכתיב אותה ת"ק ר"ש היא דדריש טעם דקרא ומה טעם קאמר מה טעם אותה לבדה כדי שלא יהא לבה גס בחבירתה
5 Und der erste Autor, es heißt ja <i>sie</i>!? — Der erste Autor ist R. Šimo͑n, der den Grund der Schrift erklärt; er gibt auch hierbei eine Begründung an: weshalb nur sie allein, damit nicht ihr Herz durch die andere ermutigt werde. —
ו מאי בינייהו איכא בינייהו רותתת
6 Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn sie zittert. —
ז ורותתת מי משקין והא אין עושין מצות חבילות חבילות
7 Läßt man sie denn zusammen trinken, selbst wenn sie zittern, man darf ja die Gebote nicht bündelweise ausüben!?
ח דתנן אין משקין שתי סוטות כאחת ואין מטהרין שני מצורעין כאחת ואין רוצעין שני עבדים כאחת ואין עורפין שתי עגלות כאחת לפי שאין עושין מצות חבילות חבילות
8 Es wird nämlich gelehrt: Man darf nicht zwei Ehebruchsverdächtigte zusammen trinken lassen, nicht zwei Aussätzige zusammen reinigen, nicht zweien Sklaven zusammen das Ohr bohren und nicht zwei Kälbernzusammen das Genick brechen, weil man die Gebote nicht bündelweise ausüben darf.
ט אמר אביי ואיתימא רב כהנא לא קשיא כאן בכהן אחד כאן בשני כהנים
9 Abajje, nach anderen R. Kahana, erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine durch einen Priester, das andere durch zwei Priester.
י והכהן אוחז בבגדיה תנו רבנן (במדבר ה, יח) ופרע את ראש האשה אין לי אלא ראשה גופה מנין ת"ל האשה אם כן מה ת"ל ופרע את ראשה מלמד שהכהן סותר את שערה
10 D<small>ER</small> P<small>RIESTER ERFASST SIE AM</small> G<small>EWANDE</small>. Die Rabbanan lehrten:<i>Er entblöße den Kopf des Weibes</i>; ich weiß dies nur vom Kopfe, woher dies vom Körper? Es heißt <i>des Weibes</i>. Weshalb heißt es demnach: <i>er entblöße den Kopf?</i> Dies lehrt, daß der Priester ihr Haar auseinanderlöst.
יא ר' יהודה אומר אם היה לבה וכו' למימרא דר' יהודה חייש להרהורא ורבנן לא חיישי
11 R. J<small>EHUDA SAGT, WENN SIE EINEN</small> [<small>SCHÖNEN</small>] B<small>USEN HAT &amp;C</small>. Demnach berücksichtigt R. Jehuda [sündhafte] Gedanken, die Rabbanan aber nicht,
יב והא איפכא שמעינן להו דתניא האיש מכסין אותו פרק אחד מלפניו והאשה שני פרקים אחד מלפניה ואחד מלאחריה מפני שכולה ערוה דברי רבי יהודה וחכ"א האיש נסקל ערום ואין האשה נסקלת ערומה
12 und wir wissen ja von ihnen, daß sie entgegengesetzter Ansicht sind!? Es wird nämlich gelehrt: Einem Manne bedecke manvorn einen Körperteil, einem Weibe zwei Körperteile, einen vorn und einen hinten, weil es ganz Scham ist — so R. Jehuda; die Weisen sagen, ein Mann werde nackt gesteinigt, ein Weib werde nicht nackt gesteinigt.
יג אמר רבה הכא טעמא מאי שמא תצא מב"ד זכאית ויתגרו בה פרחי כהונה התם הא מסתלקא וכי תימא אתי לאיגרויי באחרניית' האמר רבא גמירי דאין יצר הרע שולט אלא במה שעיניו רואות
13 Raba erwiderte: Hierbei ist zu berücksichtigen, sie könnte das Gericht freigesprochen verlassen, und die jungen Priester würden durch sie in Lüsternheit geraten, da aber wird sie ja gesteinigt. Wolltest du erwidern: auch da könnte durch sie die Lüsternheit zu einer anderen aufgestachelt werden, so sagte ja Raba, es sei bekannt, daß der böse Trieb nur über das Gewalt habe, was man mit den Augen sieht!? Raba entgegnete: Befindet sich etwa nur R. Jehuda mit sich selbst in einem Widerspruche und nicht auch die Rabbanan!?
יד אמר רבא דר' יהודה אדר' יהודה קשיא דרבנן אדרבנן ל"ק אלא אמר רבא דר' יהודה אדר' יהודה ל"ק כדשנין
14 Vielmehr, erklärte Raba, R. Jehuda befindet sich nicht mit sich selbst in einem Widerspruche, wie wir bereits erklärt haben, und die Rabbanan befinden sich ebenfalls nicht mit sich selbst in einem Widerspruche,