Sotah 36

Kapitel 36

א ושומרת יבם וכנוסה אמן שלא נטמאתי ואם נטמאתי יבואו בי
1 <small>ALS</small> A<small>NWÄRTERIN DER</small> S<small>CHWAGEREHE ODER ALS</small> H<small>EIMGEFÜHRTE</small><small>ABGESCHWEIFT BIN</small>; A<small>MEN</small>, <small>DASS ICH MICH NICHT VERUNREINIGT HABE</small>, <small>UND WENN ICH MICH VERUNREINIGT HABE</small>, <small>SO TREFFE SIE MICH</small>.
ב ר"מ אומר אמן שלא נטמאתי אמן שלא אטמא
2 R. M<small>EÍR ERKLÄRTE</small>: A<small>MEN</small>, <small>DASS ICH MICH NICHT VERUNREINIGT HABE</small>, A<small>MEN</small>, <small>DASS ICH MICH NICHT VERUNREINIGEN WERDE</small>.
ג הכל שוין שאין מתנה עמה לא על קודם שתתארס ולא על אחר שתתגרש
3 A<small>LLE STIMMEN ÜBEREIN</small>, <small>DASS ER NICHT AUF DIE</small> Z<small>EIT VOR DER</small> V<small>ERLOBUNG UND NACH DER</small> S<small>CHEIDUNG</small> B<small>EZUG NEHME</small>.
ד נסתרה לאחד ונטמאת ואח"כ החזירה לא היה מתנה עמה
4 W<small>ENN SIE SICH</small><small>MIT JEMANDEM VERBORGEN UND VERUNREINIGT HAT</small>, <small>UND ER SIE WIEDER HEIRATET</small>, <small>SO NIMMT ER DARAUF</small><small>NICHT</small> B<small>EZUG</small>.
ה זה הכלל כל שתבעל ולא היתה אסורה לו לא היה מתנה עמה
5 D<small>IE</small> R<small>EGEL IST</small>: <small>WENN SIE DURCH DEN</small> B<small>EISCHLAF</small> [<small>IHREM</small> E<small>HEMANNE</small>] <small>NICHT VERBOTEN WIRD</small>, <small>SO NEHME ER DARAUF NICHT</small> B<small>EZUG</small>.
ו <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר רב המנונא שומרת יבם שזינתה אסורה ליבמה ממאי מדקתני שומרת יבם וכנוסה
6 GEMARA. R. Hamnuna sagte: Wenn eine Anwärterin der Schwagerehe gehurt hat, so ist sie ihrem Schwager verboten. – Woher dies? – Er lehrt: als Anwärterin der Schwagerehe oder als Heimgeführte;
ז אא"ב אסירה משום הכי מתנה בהדה אלא א"א לא אסירה היכי מתנה בהדה והתנן זה הכלל כל שאילו תיבעל ולא תהא אסורה לו לא היה מתנה עמה
7 erklärlich ist es, daß er darauf Bezug nimmt, wenn du sagst, sie sei ihm verboten, wieso aber nimmt er darauf Bezug, wenn du sagst, sie sei ihm nicht verboten, wir haben ja gelernt, die Regel sei, daß, wenn sie wegen des Beischlafes [ihrem Ehemanne] nicht verboten wird, er darauf nicht Bezug nehme!?
ח אמרי במערבא לית הילכתא כרב המנונא
8 Im Westen sagten sie, die Halakha sei nicht wie R. Hamnuna. –
ט אלא הא דקתני שומרת יבם וכנוסה הא מני ר"ע היא דאמר אין קידושין תופסין בחייבי לאוין ומשוי לה כי ערוה
9 Wessen Ansicht vertritt die Lehre, nach der die Anwärterin der Schwagerehe und die Heimgeführte [einbegriffen sind]!? – Diese vertritt die Ansicht R. A͑qibas, welcher sagt, die mit einem Verbote belegte Antrauungsei ungültig, da er sie mit der inzestuösen vergleicht.
י בעי רבי ירמיה מהו שיתנה אדם על נישואין הראשונים על נישואי אחיו מהו
10 R. Jirmeja fragte: Darf er die Bezugnahme auf die erste Heiratoder auf die Heirat seines Brudersausdehnen? –
יא ת"ש זה הכלל כל שתיבעל ולא תהא אסורה לו לא היה מתנה עמה הא אסירה ה"נ דמתנה ש"מ
11 Komm und höre: Die Regel ist: wenn sie durch den Beischlaf [ihrem Ehemanne] nicht verboten wird, so nehme er darauf nicht Bezug; demnach nehme er darauf Bezug, wenn sie ihm verboten wird. Schließe hieraus.
יב ר"מ אומר אמן שלא נטמאתי וכו' תניא לא כשאמר ר"מ אמן שלא אטמא שאם תטמא מים בודקין אותה מעכשיו אלא לכשתטמא מים מערערין אותה ובודקין אותה
12 R. M<small>EÍR ERKLÄRTE</small>: A<small>MEN</small>, <small>DASS ICH MICH NICHT VERUNREINIGT HABE</small> &amp;<small>C</small>. Es wird gelehrt: Wenn R. Meír sagt: daß ich mich nicht verunreinigen werde, so ist dies nicht zu verstehen, daß, wenn sie sich später verunreinigen wird, das Wasser schon jetzt wirkend sei, sondern erst, wenn sie dies getan hat, stößt das Wasser auf und wirkt auf sie.
יג בעי רב אשי מהו שיתנה אדם על נישואין האחרונים השתא מיהא לא אסירה ליה או דילמא זימנין דמגרש לה והדר מהדר לה
13 R. Aši fragte: Darf er auf eine später folgende Heirat Bezugnehmen? [Sagen wir,] jetzt ist sie ihm nicht verboten, oder aber, es kann ja vorkommen, daß er sich von ihr scheiden läßt und sie wieder nimmt!? –
יד ת"ש הכל שוין שלא היה מתנה עמה לא על קודם שתתארס ולא על אחר שתתגרש נסתרה לאחד נטמאת ואח"כ יחזירנה לא היה מתנה הא יחזירנה ותיטמא ה"נ דמתני ש"מ
14 Komm und höre: Alle stimmen überein, daß er nicht auf die Zeit vor der Verlobung und nach der Scheidung Bezug nehme. Wenn sie sich mit jemandem verborgen und verunreinigt hat, und er sie darauf wieder heiratet, so nimmt er darauf nicht Bezug. Demnach nimmt er Bezug auf den Fall, wenn er sie wieder heiratet und sie sich nachher verunreinigt. Schließe hieraus.
טו ת"ר (במדבר ה, כט) זאת תורת הקנאות מלמד שהאשה שותה ושונה
15 Die Rabbanan lehrten:<i>Dies ist das Gesetz über die Eifersucht</i>; dies lehrt, daß die Frau trinke und eswiederhole.
טז רבי יהודה אומר זאת שאין האשה שותה ושונה אמר ר' יהודה מעשה והעיד לפנינו נחוניא חופר שיחין שהאשה שותה ושונה וקיבלנו עדותו בשני אנשים אבל לא באיש אחד
16 R. Jehuda sagt, <i>dies</i>, daß eine Frau, die getrunken hat, es nichtwiederhole. R. Jehuda sagte: Einst bekundete Neḥunja der Brunnengräber vor uns, daß eine Frau, die getrunken hat, es wiederhole. Wir erkannten seine Bekundung an hinsichtlich zweier Ehemänner, nicht aber hinsichtlich desselben Ehemannes.
יז וחכ"א אין האשה שותה ושונה בין באיש אחד בין בב' אנשים
17 Die Weisen aber sagen, eine Frau, die getrunken hat, wiederhole es nicht, einerlei ob beim selben Ehemanne oder bei zwei Ehemännern. –
יח ות"ק נמי הכתיב זאת ורבנן בתראי נמי הא כתיב תורת
18 Wie erklärt der erste Autor [das Wort] <i>dies</i>, und wie erklären die Rabbanan der anderen Lehre [das Wort] <i>Gesetz</i>!?
יט אמר רבא באיש אחד ובועל אחד דכ"ע לא פליגי דאין האשה שותה ושונה
19 Raba erwiderte: Hinsichtlich desselben Ehemannes und desselben Ehebrechers stimmen alle überein, daß eine Frau, die getrunken hat, es nicht wiederhole,