Sotah 53

Kapitel 53

א דומה ואל ישא בת דומה שזו באה מטיפה כשרה וזו באה מטיפה פסולה
1 eine Verrufene, nicht aber die Tochter einer Verrufenen, denn jene kommt von einem reinen Tropfen, diese aber von einem bemakelten Tropfen.
ב ור' יוחנן אמר ישא אדם בת דומה ואל ישא דומה שזו עומדת בחזקת כשרות וזו אינה עומדת בחזקת כשרות
2 R. Joḥanan aber sagte: man heirate lieber die Tochter einer Verrufenen, nicht aber eine Verrufene, denn jene befindet sich im Zustande der Reinheit, diese aber befindet sich nicht im Zustande der Reinheit.
ג מיתיבי נושא אדם דומה אמר רבא ותסברא נושא לכתחלה אלא אם נשא תני נמי בת דומה
3 Man wandte ein: Man heirate eine Verrufene!? Raba erwiderte: Glaubst du etwa, daß man sie von vornherein heirate!? Vielmehr [ist zu berichtigen:] wenn man geheiratet hat, ebenso berichtige auch: die Tochter einer Verrufenen.
ד והלכתא ישא אדם בת דומה ואל ישא דומה דתני רב תחליפא בר מערבא קמיה דר' אבהו אשה מזנה בניה כשרין רוב בעילות אחר הבעל
4 Die Halakha ist, man heirate lieber die Tochter einer Verrufenen, nicht aber eine Verrufene. R. Taḥlipha aus dem Westen lehrte nämlich vor R. Abahu, daß die Kinder eines hurenden Weibes als legitim gelten, weil die meisten Beschlafungen auf den Ehemann zurückzuführen sind.
ה בעי רב עמרם היתה פרוצה ביותר מהו אליבא דמ"ד אין אשה מתעברת אלא סמוך לווסתה לא תיבעי לך דלא ידע בה ולא מנטר לה
5 R. A͑mram fragte: Wie ist es, wenn [die Frau] besonders ausgelassen ist!? Nach demjenigen, welcher sagt, eine Frau werde nur nahe der Periode schwanger, ist dies nicht fraglich, denn [der Ehemann] weiß dies nicht, um sie bewachenzu können,
ו כי תיבעי לך אליבא דמ"ד אין אשה מתעברת אלא סמוך לטבילתה מאי כיון דידע בה נטורי מנטר לה או דלמא כיון דפרוצה ביותר לא תיקו
6 fraglich ist es nur nach demjenigen, welcher sagt, eine Frau werde nur nahe dem Reinigungsbadeschwanger. Wie ist es nun: bewacht er sie dann, da er [diese Zeit] kennt, oder vermag er dies nicht, da sie besonders ausgelassen ist? – Dies bleibt unentschieden.
ז ואלו שב"ד כו' ת"ר איש מה ת"ל איש איש לרבות אשת חרש ואשת שוטה ואשת שעמום ושהלך בעלה למדינת הים ושהיה חבוש בבית האסורין שב"ד מקנין להן לפוסלן מכתובתן
7 I<small>N FOLGENDEN</small> F<small>ÄLLEN</small> &amp;<small>C</small>. <small>DAS</small> G<small>ERICHT</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: <i>Mann</i>, wozu heißt es zweimal <i>Mann</i>? Dies schließt die Frau eines Tauben, die Frau eines Blöden, die Frau eines Schwachsinnigen, die Frau dessen, der in überseeischen Ländern verreist ist, und die Frau dessen, der im Gefängnisse eingesperrt ist, ein, daß für diese die Verwarnung durch das Gericht erfolge, um sie der Morgengabe verlustig zu machen.
ח יכול אף להשקותן ת"ל (במדבר ה, טו) והביא האיש את אשתו ר' יוסי אומר אף להשקותה ולכשיצא בעלה מבית האסורין ישקנה
8 Man könnte glauben, auch um sie trinken zu lassen, so heißt es:<i>der Mann bringe seine Frau</i>. R. Jose sagt, auch um sie trinken zu lassen, denn wenn der Mann das Gefängnis verläßt, kann er sie trinken lassen. –
ט במאי קא מיפלגי רבנן סברי בעינן וקינא והביא ור' יוסי סבר לא בעינן וקינא והביא
9 Worin besteht ihr Streit? – Die Rabbanan sind der Ansicht, Verwarnung und Bringenmüssen durch ihn selbsterfolgen, und R. Jose ist der Ansicht, Verwarnung und Bringen brauchen nicht durch ihn selbst zu erfolgen.
י ת"ר (במדבר ה, כט) אשר תשטה אשה תחת אישה להקיש איש לאשה ואשה לאיש למאי הלכתא אמר רב ששת כשם שאם הוא סומא לא היה משקה דכתיב (במדבר ה, יג) ונעלם מעיני אישה כך היא אם היתה סומא לא היתה שותה רב אשי אמר כשם שחיגרת וגידמת לא היתה שותה דכתיב
10 Die Rabbanan lehrten:<i>Wenn eine Frau abschweift unter ihrem Manne</i>, dies vergleicht den Mann mit der Frau und die Frau mit dem Manne. – In welcher Hinsicht? R. Šešeth erwiderte: Wie sie nicht trinkt, wenn er blind ist, denn es heißt:<i>und dies vor den Augen ihres Mannes verborgen geblieben ist</i>, ebenso trinkt sie nicht, wenn sie blind ist. R. Aši erwiderte: Wie sie nicht trinkt, wenn sie lahm oder armlos ist, denn es heißt: