Sotah 82

Kapitel 82

א מאתחלתא דמועד
1 am Beginne des Festes.
ב וחזן הכנסת נוטל ס"ת ונותנו לראש הכנסת שמעת מינה חולקין כבוד לתלמיד במקום הרב אמר אביי כולה משום כבודו דמלך
2 D<small>ER</small> S<small>YNAGOGENDIENER NIMMT DIE</small> T<small>ORAROLLE UND REICHT SIE DEM</small> S<small>YNAGOGENVORSTEHER</small>. Hierauswäre zu entnehmen, daß man einem Schüler in Gegenwart seines Lehrers Ehrung erweisen dürfe? Abajje erwiderte: Alles erfolgt zur Ehrung des Königs.
ג והמלך עומד ומקבל וקורא יושב אגריפס המלך עמד וקיבל וקרא עומד עומד מכלל דיושב והאמר מר אין ישיבה בעזרה אלא למלכי בית דוד בלבד שנא' (שמואל ב ז, יח) ויבא המלך דוד וישב לפני ה' ויאמר וגו' כדאמר רב חסדא בעזרת נשים הכא נמי בעזרת נשים
3 D<small>ER</small> K<small>ÖNIG STEHT DANN AUF, NIMMT SIE IN</small> E<small>MPFANG UND LIEST SITZEND VOR</small>. D<small>ER</small> K<small>ÖNIG</small> A<small>GRIPPA STAND AUF, NAHM SIE IN</small> E<small>MPFANG UND LAS STEHEND VOR</small>. Wenn er auf steht, so sitzt er ja wahrscheinlich, und dem widersprechend sagte ja der Meister, daß nur den Königen aus dem Davidischen Hause das Sitzen im Tempelhofe erlaubt war!? So heißt es: <i>da kam der König David, setzte sich vor den Herrn und sprach &amp;c</i>. Wie R. Ḥisda erklärt hat: im Frauenvorhofe, ebenso auch hierbei im Frauenvorhofe.
ד ושבחוהו חכמים שבחוהו מכלל דשפיר עבד האמר רב אשי אפי' למ"ד נשיא שמחל על כבודו כבודו מחול מלך שמחל על כבודו אין כבודו מחול שנא' (דברים יז, טו) שום תשים עליך מלך שתהא אימתו עליך
4 D<small>IE</small> W<small>EISEN LOBTEN IHN</small>. Wenn sie ihn lobten, so hat er ja wahrscheinlich recht getan, und dem widersprechend sagte ja R. Aši, daß selbst nach demjenigen, welcher sagt, daß, wenn ein Fürst auf seine Ehrung verzichtet, der Verzicht gültig sei, der Verzicht eines Königs auf seine Ehrung ungültig sei, denn es heißt:<i>du sollst über dich einen König setzen</i>, daß du Ehrfurcht vor ihm hast!? –
ה מצוה שאני
5 Anders verhält es sich bei einem Gebote.
ו וכשהגיע ללא תוכל לתת תנא משמיה דרבי נתן באותה שעה נתחייבו שונאי ישראל כלייה שהחניפו לו לאגריפס
6 A<small>LS ER HERANREICHTE</small> [<small>ZUM</small> S<small>CHRIFTVERSE</small>:] <i>du darfst nicht einsetzen &amp;c</i>. Im Namen R. Nathans wird gelehrt: In jener Stunde hatten sich die Feinde Jisraélsder Vernichtung schuldig gemacht, weil sie Agrippa schmeichelten.
ז אמר ר' שמעון בן חלפתא מיום שגבר אגרופה של חנופה נתעוותו הדינין ונתקלקלו המעשים ואין אדם יכול לומר לחבירו מעשי גדולים ממעשיך
7 R. Šimo͑n b. Ḥalaphta sagte: Seit dem Tage, wo die Faust der Schmeichelei an Macht gewann, ist das Recht verdreht und sind die Werke verderbt worden; keiner kann zum anderen sagen: meine Werke sind besser als deine.
ח דרש ר' יהודה בר מערבא ואיתימא ר' שמעון בן פזי מותר להחניף לרשעים בעולם הזה שנאמר (ישעיהו לב, ה) לא יקרא עוד לנבל נדיב ולכילי לא יאמר שוע מכלל דבעולם הזה שרי
8 R. Jehuda aus dem Westen, nach anderen R. Šimo ͑n b. Pazi, trug vor: Es ist erlaubt, den Frevlern auf dieser Welt zu schmeicheln, denn es heißt:<i>nicht soll mehr der Ruchlose edel genannt werden, noch der Geizige vornehm heißen</i>; demnach ist dies auf dieser Welt erlaubt.
ט ר' שמעון בן לקיש אמר מהכא (בראשית לג, י) כראות פני אלהים ותרצני
9 R. Šimo͑n b. Laqiš entnimmt dies hieraus:<i>[Ja͑qob sprach &amp;c.]: wie man das Antlitz Gottes schaut, und da warst zu mir gütig</i>.
י ופליגא דרבי לוי דאמר רבי לוי משל של יעקב ועשו למה הדבר דומה לאדם שזימן את חבירו והכיר בו שמבקש להורגו אמר לו טעם תבשיל זה שאני טועם כתבשיל שטעמתי בבית המלך אמר ידע ליה מלכא מיסתפי ולא קטיל ליה
10 Er streitet somit gegen R. Levi, denn R. Levi sagte: Das Ereignis von Ja͑qob und E͑sav ist mit folgendem zu vergleichen. Einst lud jemand seinen Nächsten zu einer Mahlzeit, und als dieser merkte, daß jener ihn umbringen wolle, sprach er: Dieses Gericht schmeckt wie das Gericht, das ich im Hause des Königs gegessen habe. Hieraus folgerte jener, daß der König ihn kenne, und fürchtete sich, ihn zu töten.
יא אמר רבי אלעזר כל אדם שיש בו חנופה מביא אף לעולם שנא' (איוב לו, יג) וחנפי לב ישימו אף ולא עוד אלא שאין תפלתו נשמעת שנאמר (איוב לו, יג) לא ישועו כי אסרם
11 R. Elea͑zar sagte: Ein Mensch, dem Schmeichelei innewohnt, bringt Zorn über die Welt, denn es heißt:<i>die schmeichlerischen Herzens sind, bringen Zorn</i>. Und noch mehr, auch sein Gebet wird nicht erhört, denn es heißt:<i>sie flehen nicht, wenn er sie züchtigt</i>.
יב סימן א"ף עוב"ר גיהנ"ם ביד"ו ניד"ה גול"ה
12 
יג ואמר רבי אלעזר כל אדם שיש בו חנופה אפילו עוברין שבמעי אמן מקללין אותו שנא' (משלי כד, כד) אומר לרשע צדיק אתה יקבוהו עמים יזעמוהו לאומים ואין קוב אלא קללה שנא' (במדבר כג, ח) לא קבה אל ואין לאום אלא עוברין שנא' (בראשית כה, כג) ולאום מלאום יאמץ
13 Ferner sagte R. Elea͑zar: Einen Menschen, dem Schmeichelei innewohnt, verfluchen sogar Kinder im Leibe ihrer Mutter, denn es heißt:<i>wer zum Frevler spricht: du bist gerecht, den verfluchen [jiqbuhu] Völker, verwünschen Nationen [leúmim]. Qob bedeutet fluchen, wie es heißt:</i><i>wenn Gott nicht flucht [qaba], und leóm bedeutet Geburt, wie es heißt:</i>und <i>ein Volksstamm [leóm]</i><i>wird dem anderen überlegen sein</i>.
יד ואמר רבי אלעזר כל אדם שיש בו חנופה נופל בגיהנם שנא' (ישעיהו ה, כ) הוי האומרים לרע טוב ולטוב רע וגו' מה כתיב אחריו לכן כאכל קש לשון אש וחשש להבה ירפה וגו'
14 <i>Ferner sagte R. Elea͑zar: Ein Mensch, dem Schmeichelei innewohnt, stürzt ins Fegefeuer, denn es heißt</i>:<i>wehe denen, die das Böse gut und das Gute bös nennen &amp;c., und hierauf folgt</i>:<i>daher wird, wie die Feuerzunge Stoppeln frißt und Heu vor der Flamme zusammensinkt</i> &amp;c.
טו ואמר רבי אלעזר כל המחניף לחבירו סוף נופל בידו ואם אינו נופל בידו נופל ביד בניו ואם אינו נופל ביד בניו נופל ביד בן בנו שנא' (ירמיהו כח, ה) ויאמר ירמיה לחנניה אמן כן יעשה ה' יקם ה' את דבריך וכתי'
15 Ferner sagte R. Elea͑zar: Wer seinem Nächsten schmeichelt, fällt zuletzt in seine Hand, und wenn er nicht in seine Hand fällt, so fällt er in die Hand seiner Kinder, und wenn er nicht in die Hand seiner Kinder fällt, so fällt er in die Hand der Kinder seiner Kinder, denn es heißt: <i>da sprach Jirmejahu</i><i>zu Ḥananja: Amen, also tue der Herr; bestätigen</i><i>möge der Herr deine Worte</i>. Hierauf folgt: