Sukkah 69

Kapitel 69

א <big><strong>גמ׳</strong></big> ת"ר (ויקרא כג, מ) פרי עץ הדר עץ שטעם עצו ופריו שוה הוי אומר זה אתרוג
1 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: <i>Prächtige Baumfrucht</i>, ein Baum, dessen Holz und Frucht den gleichen Geschmack haben, das ist der Etrog. –
ב ואימא פלפלין כדתניא היה רבי מאיר אומר ממשמע שנאמר (ויקרא יט, כג) ונטעתם כל עץ איני יודע שהוא עץ מאכל מה ת"ל עץ מאכל עץ שטעם עצו ופריו שוה הוי אומר זה פלפלין ללמדך שהפלפלין חייבין בערלה ואין א"י חסרה כלום שנאמר (דברים ח, ט) לא תחסר כל בה
2 Vielleicht der Pfeffer!? Es wird nämlich gelehrt: R. Meír sagte: Wenn es heißt: <i>ihr werdet Bäume pflanzen</i>, so weiß ich ja, daß ein Baum eßbarer Frucht gemeint sei, wozu heißt es: <i>Bäume eßbarer Frucht</i>? Auch ein Baum, dessen Holz und Frucht den gleichen Geschmack haben, nämlich die Pfefferstaude. Dies lehrt dich, daß die Pfefferstaude dem Gesetze vom Ungeweihten unterliege, und daß es im Jisraéllande an nichts fehle, wie es heißt: <i>darin nichts fehlt</i>. –
ג התם משום דלא אפשר היכי נעביד ננקוט חדא לא מינכרא לקיחתה ננקוט תרי או תלתא (אחד) אמר רחמנא ולא שנים ושלשה פירות הלכך לא אפשר
3 Dies ist ja nicht möglich; wie sollte man es machen: nimmt man ein Korn, so ist es ja nicht zu merken, und nimmt man zwei oder drei, so spricht ja der Allbarmherzige von einer Frucht und nicht von zwei oder drei Früchten. Dies ist also nicht möglich.
ד רבי אומר אל תקרי הדר אלא הדיר מה דיר זה יש בו גדולים וקטנים תמימים ובעלי מומין ה"נ יש בו גדולים וקטנים תמימים ובעלי מומין אטו שאר פירות לית בהו גדולים וקטנים תמימין ובעלי מומין אלא הכי קאמר עד שבאין קטנים עדיין גדולים קיימים
4 Rabbi sagte: Man lese nicht <i>hadar</i> [prächtig], sondern <i>haddir</i> [der Stall]; wie es in einem Stalle Große und Kleine, Heile und Fehlerhafte gibt, ebenso muß es bei dieser Große und Kleine, Heile und Fehlerhafte geben. – Gibt es denn nicht auch bei anderen Früchten Große und Kleine, Heile und Fehlerhafte!? – Er meint es vielmehr wie folgt: wenn bereits die Kleinen kommen, die Großen noch vorhanden sind.
ה ר' אבהו אמר אל תקרי הדר אלא (הדר) דבר שדר באילנו משנה לשנה בן עזאי אומר אל תקרי הדר אלא (אידור) שכן בלשון יווני קורין למים (אידור) ואיזו היא שגדל על כל מים הוי אומר זה אתרוג:
5 R. Abahu sagte: Man lese nicht <i>hadar</i>, sondern <i>haddar</i>, [eine Frucht,] die von einem Jahre zum anderen Jahre auf dem Baume ‘wohnen’ bleibt. Ben A͑zaj sagte: Man lese nicht <i>hadar</i>, sondern <i>hydor</i>, denn im Griechischen wird das Wasser <i>?δω?</i> genannt. Welche Frucht wächst an jedem Wasser? Sage, dies ist der Etrog.
ו של אשרה ושל עיר הנדחת פסול: מ"ט כיון דלשרפה קאי כתותי מיכתת שיעוריה:
6 D<small>ER VON EINER</small> A<small>ŠERA ODER EINER ABTRÜNNIGEN</small> S<small>TADT HERRÜHRENDE IST UNTAUGLICH</small>. Aus welchem Grunde? – Da er zum Verbrennen bestimmt ist, so hat er nicht die erforderliche Größe.
ז (ושל) ערלה פסול: מ"ט פליגי בה ר' חייא בר אבין ור' אסי חד אמר לפי שאין בה היתר אכילה וחד אמר לפי שאין בה דין ממון
7 V<small>OM</small> U<small>NGEWEIHTEN IST ER UNTAUGLICH</small>. Aus welchem Grunde? – Hierüber streiten R. Ḥija b. Abin und R. Asi; einer erklärt, weil er zum Essen nicht erlaubt ist, und einer erklärt, weil er keinen Geldwert hat.
ח קא סלקא דעתיה מאן דבעי היתר אכילה לא בעי דין ממון ומאן דבעי דין ממון לא בעי היתר אכילה תנן של תרומה טמאה (פסולה) בשלמא למ"ד לפי שאין בה היתר אכילה שפיר אלא למ"ד לפי שאין בה דין ממון אמאי הרי מסיקה תחת תבשילו
8 Sie glaubten, nach dem das Erlaubtsein zum Essen erforderlich ist, der Geldwert nicht erforderlich sei, und nach dem der Geldwert erforderlich ist, das Erlaubtsein zum Essen nicht erforderlich sei. Wir haben gelernt: Von unreiner Hebe ist er untauglich. Erklärlich ist dies nur nach demjenigen, welcher erklärt, weil er zum Essen verboten ist, weshalb aber nach demjenigen, welcher erklärt, weil er keinen Geldwert hat, er ist ja für den Küchenbrand verwendbar!? –
ט אלא בהיתר אכילה כ"ע לא פליגי דבעינן כי פליגי בדין ממון מר סבר היתר אכילה בעינן דין ממון לא בעינן ומר סבר דין ממון נמי בעינן מאי בינייהו
9 Vielmehr, alle stimmen überein, daß er zum Essen erlaubt sein müsse, sie streiten nur über den Geldwert; einer ist der Ansicht, das Erlaubtsein zum Essen sei erforderlich, der Geldwert sei nicht erforderlich, und einer ist der Ansicht, auch der Geldwert sei erforderlich. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? –
י איכא בינייהו מעשר שני שבירושלים אליבא דר' מאיר למ"ד לפי שאין בה היתר אכילה הרי יש בה היתר אכילה למ"ד לפי שאין בה דין ממון מעשר שני ממון גבוה הוא
10 Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei einem vom zweiten Zehnten in Jerušalem nach R. Meír; nach demjenigen, welcher erklärt, weil er zum Essen verboten ist, ist dieser ja zum Essen erlaubt, und nach demjenigen, welcher erklärt, weil er keinen Geldwert hat, ist ja der [zweite] Zehnt Eigentum Gottes.
יא תסתיים דר' אסי דאמר לפי שאין בה דין ממון דא"ר אסי אתרוג של מעשר שני לדברי ר' מאיר אין אדם יוצא בו ידי חובתו ביו"ט לדברי חכמים אדם יוצא בו ידי חובתו ביו"ט תסתיים
11 Es ist zu beweisen, daß R. Asi es ist, welcher erklärt, weil er keinen Geldwert hat, denn R. Asi sagte: Mit einem Etrog vom zweiten Zehnten genügt man nach R. Meír nicht seiner Pflicht am Feste, nach den Weisen aber genügt man damit seiner Pflicht am Feste. Zu beweisen.
יב גופא אמר ר' אסי אתרוג של מעשר שני לדברי ר' מאיר אין אדם יוצא בו ידי חובתו ביו"ט לדברי חכמים אדם יוצא בו ידי חובתו ביו"ט מצה של מעשר שני לדברי ר' מאיר אין אדם יוצא בה ידי חובתו בפסח לדברי חכמים אדם יוצא בה ידי חובתו בפסח עיסה של מעשר שני לדברי ר' מאיר פטורה מן החלה לדברי חכמים חייבת בחלה
12 Der Text. R. Asi sagte: Mit einem Etrog vom zweiten Zehnten genügt man nach R. Meír nicht seiner Pflicht am Feste, nach den Weisen aber genügt man damit seiner Pflicht am Feste. Mit Ungesäuertem vom zweiten Zehnten genügt man nach R. Meír nicht seiner Pflicht am Pesaḥfeste, nach den Weisen aber genügt man damit seiner Pflicht am Pesaḥfeste. Teig vom zweiten Zehnten ist nach R. Meír von der Teighebe frei und nach den Weisen zur Teighebe pflichtig.
יג מתקיף לה רב פפא בשלמא עיסה כתיב (במדבר טו, כ) ראשית עריסותיכם אתרוג נמי כתיב לכם משלכם אלא מצה מי כתיב מצתכם אמר רבה בר שמואל ואיתימא רב יימר בר שלמיא אתיא לחם לחם כתיב הכא (דברים טז, ג) לחם עוני וכתיב התם
13 R. Papa wandte ein: Einleuchtend ist dies vom Teige, denn es heißt: <i>das erste eurer Teige</i>, ebenso auch vom Etrog, denn es heißt: <i>euch</i>, von eurem, weshalb aber [nicht mit] Ungesäuertem, heißt es denn: euer Ungesäuertes!? Raba b. Jišma͑él, nach anderen R. Jemar b. Šelemja erwiderte: Dies ist aus [dem Worte] <i>Brot</i> zu entnehmen; hierbei heißt es: <i>Brot des Elends</i>, und dort heißt es: