Sukkah 92

Kapitel 92

א מחזיק מלא אינו מחזיק אבל מדת הקב"ה מלא מחזיק ריקן אינו מחזיק שנא' (דברים כח, א) והיה אם שמוע תשמע וגו' אם שמוע תשמע ואם לאו לא תשמע ד"א אם שמוע בישן תשמע בחדש (דברים ל, יז) ואם יפנה לבבך שוב לא תשמע:
1 ein volles aber nimmt nicht mehr auf; beim Heiligen, gepriesen sei er, nimmt aber das Volle auf und das Leere nimmt nicht auf, denn es heißt: <i>wenn du hören wirst &amp;c</i>; wenn du bereits gehört hast, wirst du hören, wenn aber nicht, so wirst du nicht hören. Eine andere Erklärung: Hast du das Alte gehört, so wirst du auch das Neue <i>hören</i>,<i>wendet sich aber dein Herz weg,</i> so wirst du nichts mehr hören.
ב מיד תינוקות וכו': א"ר יוחנן אתרוג בשביעי אסור בשמיני מותר סוכה אפי' בשמיני אסורה וריש לקיש אמר אתרוג אפילו בשביעי נמי מותר
2 G<small>LEICH DARAUF RISSEN DIE</small> K<small>INDER</small> &amp;<small>C</small>. R. Joḥanan sagte: Der Etrog ist am siebenten [Festtage zum Essen] verboten und am achten erlaubt; die Festhütte aber ist sogar am achten [zur Nutznießung] verboten. Reš Laqiš aber sagt, der Etrog sei auch am siebenten erlaubt. –
ג במאי קא מיפלגי מר סבר למצותה אתקצאי ומ"ס לכולי יומא אתקצאי
3 Worin besteht ihr Streit!? – Dieser ist der Ansicht, er sei nur für das Gebot abgesondert worden, und jener ist der Ansicht, er sei für alle Festtage abgesondert worden.
ד איתיביה ריש לקיש לר' יוחנן מיד תינוקות שומטין את לולביהן ואוכלין אתרוגיהן מאי לאו הוא הדין לגדולים לא תינוקות דוקא
4 Reš Laqiš wandte gegen R. Joḥanan ein: Gleich darauf rissen die Kinder ihre Palmenzweige heraus und aßen ihre Etrogim. Dies gilt wohl auch von den Erwachsenen!? – Nein, nur Kinder.
ה איכא דאמרי איתיביה רבי יוחנן לריש לקיש מיד התינוקות שומטין את לולביהן ואוכלין אתרוגיהן תינוקות אין גדולים לא הוא הדין דאפילו גדולים והאי דקתני תינוקות אורחא דמלתא קתני
5 Manche lesen: R. Joḥanan wandte gegen R. Laqiš ein: Gleich darauf rissen die Kinder ihre Palmenzweige heraus und aßen ihre Etrogim. Nur Kinder, Erwachsene aber nicht!? – Nein, dasselbe gilt auch von Erwachsenen, und nur deshalb lehrt er es von den Kindern, weil dies das Gewöhnliche ist.
ו א"ל רב פפא לאביי לרבי יוחנן מאי שנא סוכה מאי שנא אתרוג
6 R. Papa sprach zu Abajje: Womit ist nach R. Joḥanan die Festhütte anders als der Etrog?
ז א"ל סוכה דחזיא לבין השמשות דאי איתרמי ליה סעודתא בעי מיתב בגווה ומיכל (בה) בגווה אתקצאי לבין השמשות ומיגו דאתקצאי לבין השמשות אתקצאי לכולי יומא דשמיני אתרוג דלא חזי לבין השמשות לא אתקצאי לבין השמשות ולא אתקצאי לכולי יומא דשמיני
7 Dieser erwiderte: Die Festhütte ist, da sie noch bei Abenddämmerung gebraucht werden kann, denn wenn man eine Mahlzeit abhalten will, muß man sich in diese setzen und essen, noch für die Abenddämmerung abgesondert, und da sie für die Abenddämmerung abgesondert ist, ist sie auch für den ganzen achten Tag abgesondert; der Etrog aber, der für die Abenddämmerung nicht mehr brauchbar ist, ist für die Abenddämmerung auch nicht abgesondert, so mit ist er für den ganzen achten Tag nicht abgesondert.
ח ולוי אמר אתרוג אפילו בשמיני אסור ואבוה דשמואל אמר אתרוג בשביעי אסור בשמיני מותר קם אבוה דשמואל בשיטתיה דלוי קם ר' זירא בשיטתיה דאבוה דשמואל דא"ר זירא אתרוג שנפסלה אסור לאוכלה כל שבעה
8 Levi aber sagt, der Etrog sei sogar am achten verboten. Der Vater Šemuéls sagt, der Etrog sei am siebenten verboten und am achten erlaubt. Der Vater Šemuéls bekannte sich zur Ansicht Levis, und R. Zera bekannte sich zur Ansicht des Vaters Šemuéls. R. Zera sagte nämlich, es sei verboten, einen untauglich gewordenen Etrog innerhalb der sieben [Festtage] zu essen.
ט א"ר זירא לא ליקני איניש הושענא לינוקא ביומא טבא קמא מ"ט דינוקא מקנא קני אקנויי לא מקני ואשתכח דקא נפיק בלולב שאינו שלו
9 R. Zera sagte: Man darf am ersten Festtage seinem Kinde die Hošana nicht geben, weil ein Kind wohl erwerben, nicht aber zueignen kann, und es ergibt sich dann, daß man mit einem fremden Feststrauße seiner Pflicht genügt.
י וא"ר זירא לא לימא איניש לינוקא דיהיבנא לך מידי ולא יהיב ליה משום דאתי לאגמוריה שיקרא שנא' (ירמיהו ט, ד) למדו לשונם דבר שקר
10 Ferner sagte R. Zera: Man darf nicht einem Kinde etwas versprechen und es ihm nicht geben, weil man es dadurch lügen lehrt, denn es heißt: <i>sie gewöhnen ihre Zunge, Lügen reden.</i>
יא ובפלוגתא דר' יוחנן ור"ש בן לקיש דאיתמר הפריש שבעה אתרוגין לשבעה ימים אמר רב כל אחת ואחת יוצא בה ואוכלה לאלתר ורב אסי אמר כל אחת ואחת יוצא בה ואוכלה למחר במאי קא מיפלגי מר סבר למצותה אתקצאי ומ"ס לכולי יומא אתקצאי
11 Der Streit zwischen R. Joḥanan und R. Šimo͑n [b. Laqiš:] Es wurde gelehrt: Hat man sieben Etrogim für die sieben Festtage abgesondert, so kann man, wie Rabh sagt, mit jedem einzelnen seiner Pflicht genügen und ihn sofort essen, und wie R. Asi sagt, mit jedem einzelnen seiner Pflicht genügen und ihn erst am nächsten Tage essen. Worin besteht ihr Streit? Einer ist der Ansicht, er sei nur für das Gebot abgesondert worden, und einer ist der Ansicht, er sei für den ganzen Tag abgesondert worden. –
יב ואנן דאית לן תרי יומי היכי עבדינן אמר אביי שמיני ספק שביעי אסור תשיעי ספק שמיני מותר מרימר אמר אפי' שמיני ספק שביעי מותר
12 Wie machen wir es, die wir zwei Tage haben? Abajje erwiderte: Am achten, der das Zweifelhafte des Siebenten ist, ist er verboten, am neunten, der das Zweifelhafte des Achten ist, ist er erlaubt. Meremar sagte, selbst am achten, der das Zweifelhafte des siebenten ist, sei er erlaubt.
יג בסורא עבדי כמרימר רב שישא בריה דרב אידי עביד כאביי והלכתא כאביי
13 In Sura verfuhren sie nach Meremar. R. Šiša, Sohn des R. Idi, verfuhr nach Abajje. Die Halakha ist wie Abajje.
יד אמר רב יהודה בריה דרב שמואל בר שילת משמיה דרב שמיני ספק שביעי שביעי לסוכה ושמיני לברכה ור' יוחנן אמר שמיני לזה ולזה מיתב כ"ע לא פליגי דיתבינן כי פליגי
14 R. Jehuda sagte im Namen des R. Šemuél b. Šilath im Namen Rabhs: Der achte ist das Zweifelhafte des siebenten, und er gilt daher hinsichtlich der Festhütte als der siebente und hinsichtlich des Segens als der achte. R. Joḥanan sagte, er gelte in dieser Hinsicht und in jener Hinsicht als der achte. Alle stimmen überein, daß man [am achten] in der Festhütte sitze, sie streiten nur,