Sukkah 98

Kapitel 98

א כשם שניסוכו בקדושה כך שריפתו בקדושה מאי משמע אמר רבינא אתיא קדש קדש כתיב הכא (במדבר כח, ז) בקדש הסך נסך וכתיב התם (שמות כט, לד) ושרפת את הנותר באש לא יאכל כי קדש הוא
1 wie das Gießen in Heiligkeit, ebenso das Verbrennen in Heiligkeit. – Wieso geht dies hieraus hervor? Rabina erwiderte: Dies ist durch [das Wort] <i>Heiligkeit</i> zu folgern; hier heißt es <i>in Heiligkeit,</i> und dort heißt es: <i>du sollst das übrige im Feuer verbrennen, es darf nicht gegessen werden, denn es ist heilig. –</i>
ב כמאן אזלא הא (דתניא) נסכים בתחילה מועלין בהן ירדו לשיתין אין מועלין בהן לימא רבי אלעזר בר צדוק היא דאי רבנן הא נחתו להו לתהום
2 Die Lehre, daß man am Gußopfer zu Beginn eine Veruntreuung begehen könne, nachdem es aber in die Abflußkanäle gekommen ist, keine Veruntreuung begehen könne, vertritt also die Ansicht des R. Elea͑zar b. Çadoq, denn nach den Rabbanan fließt es ja in den Abgrund hinunter. –
ג אפילו תימא רבנן בדאיקלט
3 Du kannst auch sagen, die der Rabbanan, wenn man es nämlich auffängt.
ד ואיכא דאמרי לימא רבנן היא ולא ר' אלעזר בר צדוק דאי רבי אלעזר אכתי בקדושתייהו קיימי אפילו תימא רבי אלעזר אין לך דבר שנעשה מצותו ומועלין בו אמר ריש לקיש בזמן שמנסכין יין על גבי מזבח פוקקין את השיתין לקיים מה שנאמר בקדש הסך נסך שכר לה'
4 Manche lesen: Sie vertritt also die Ansicht der Rabbanan und nicht die des R. Elea͑zar b. Çadoq, denn nach R. Elea͑zar behält es ja seine Heiligkeit. – Du kannst auch sagen, die des R. Elea͑zar, denn du hast ja nichts, woran man eine Veruntreuung begeht, nachdem damit das Gebot ausgeübt worden ist. Reš Laqiš sagte: Wenn man den Wein auf den Altar gießt, verstopfe man die Abflußkanäle, zur Aufrechterhaltung der Worte: <i>Rauschtrank-Gußopfer dem Herrn zu gießen. –</i>
ה מאי משמע אמר רב פפא שכר לשון שתיה לשון שביעה לשון שכרות אמר רב פפא שמע מינה כי שבע איניש חמרא מגרוניה שבע אמר רבא צורבא מרבנן דלא נפישא ליה חמרא ליגמע גמועי רבא אכסא דברכתא אגמע גמועי
5 Wieso geht dies hieraus hervor? R. Papa erwiderte: <i>Šekhar</i> [Rauschtrank] hat die Bedeutung ‘Trinken’, ‘Sättigung’ und ‘Trunkenheit’. R. Papa sprach: Hieraus, daß, wenn jemand vom Weine gesättigt ist, die Sättigung im Halse erfolgt. Raba sagte: Ein Gelehrtenjünger, der nicht viel Wein hat, schlürfe ihn daher in großen Zügen. Raba pflegte den Becher des Segens in großen Zügen zu schlürfen.
ו דרש רבא מאי דכתיב (שיר השירים ז, ב) מה יפו פעמיך בנעלים בת נדיב מה יפו פעמותיהן של ישראל בשעה שעולין לרגל בת נדיב בתו של אברהם אבינו שנקרא נדיב שנא' (תהלים מז, י) נדיבי עמים נאספו עם אלהי אברהם אלהי אברהם ולא אלהי יצחק ויעקב אלא אלהי אברהם שהיה תחילה לגרים
6 Raba trug vor: Es heißt:<i>Wie schön sind deine Füße in den Schuhen, du Tochter des Edlen;</i> wie schön sind die Füße Jisraéls, wenn es zur Wallfahrt zieht; du Tochter des Edlen, die Tochter unseres Vaters Abraham, der Edler genannt wird, denn es heißt: <i>die Edlen der Völker haben sich versammelt, ein Volk des Gottes Abrahams;</i> des Gottes Abrahams und nicht des Gottes Jiçḥaqs und Ja͑qobs? Vielmehr, des Gottes Abrahams, der der erste Proselyt war.
ז תנא דבי רב ענן מאי דכתיב (שיר השירים ז, ב) חמוקי ירכיך למה נמשלו דברי תורה כירך לומר לך מה ירך בסתר אף דברי תורה בסתר
7 In der Schule R. A͑nans wurde gelehrt: Es heißt: <i>die Wölbungen deiner Hüften;</i> weshalb werden die Worte der Tora mit der Hüfte verglichen? Um dir zu sagen: wie die Hüfte verborgen ist, ebenso sind die Worte der Tora verborgen.
ח והיינו דא"ר אלעזר מאי דכתיב (מיכה ו, ח) הגיד לך אדם מה טוב ומה ה' דורש ממך כי אם עשות משפט ואהבת חסד והצנע לכת עם אלהיך עשות משפט זה הדין ואהבת חסד זו גמילות חסדים והצנע לכת עם אלהיך זו הוצאת המת והכנסת כלה לחופה והלא דברים ק"ו ומה דברים שדרכן לעשותן בפרהסיא אמרה תורה הצנע לכת דברים שדרכן לעשותן בצנעא על אחת כמה וכמה
8 Das ist es, was R. Elea͑zar sagte. Es heißt: <i>er hat dir gesagt, o Mensch, was frommt! Und was fordert der Herr von dir außer Gerechtigkeit zu tun, sich der Liebe zu befleißigen und bescheiden zu wandeln vor deinem Gott</i>. Gerechtigkeit zu tun, das ist das Recht; sich der Liebe zu befleißigen, das ist die Wohltätigkeit; bescheiden zu wandeln vor deinem Gott, einem Verstorbenen das Geleit geben und eine Braut unter den Baldachin führen. Nun ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die Tora von Dingen, die öffentlich zu erfolgen pflegen, gesagt hat: <i>und bescheiden zu wandeln,</i> um wieviel mehr gilt dies von Dingen, die heimlich erfolgen sollen.
ט א"ר אלעזר גדול העושה צדקה יותר מכל הקרבנות שנאמר (משלי כא, ג) עשה צדקה ומשפט נבחר לה' מזבח וא"ר אלעזר גדולה גמילות חסדים יותר מן הצדקה שנאמר (הושע י, יב) זרעו לכם לצדקה וקצרו לפי חסד אם אדם זורע ספק אוכל ספק אינו אוכל אדם קוצר ודאי אוכל
9 Ferner sagte R. Elea͑zar: Almosen geben ist bedeutender als alle Opfer, denn es heißt: <i>Almosen und Gerechtigkeit ist dem Herrn lieber als Opfer.</i> Ferner sagte R. Elea͑zar: Liebeswerke sind bedeutender als Almosen, denn es heißt: <i>Almosen</i><i>sei eure Aussaat, und erntet nach Liebe.</i> Beim Säen ist es zweifelhaft, ob man davon auch essen wird oder nicht, beim Ernten ist es aber sicher, daß man davon auch essen wird.
י וא"ר אלעזר אין צדקה משתלמת אלא לפי חסד שבה שנאמר זרעו לכם לצדקה וקצרו לפי חסד
10 Ferner sagte R. Elea͑zar: Das Almosen wird nur nach der damit geübten Liebe bezahlt, denn es heißt: <i>Almosen sei eure Aussaat, und erntet nach Liebe.</i>
יא ת"ר בשלשה דברים גדולה גמילות חסדים יותר מן הצדקה צדקה בממונו גמילות חסדים בין בגופו בין בממונו צדקה לעניים גמילות חסדים בין לעניים בין לעשירים צדקה לחיים גמילות חסדים בין לחיים בין למתים
11 Die Rabbanan lehrten: Durch dreierlei ist die Wohltätigkeit bedeutender als das Almosen. Das Almosen erfolgt mit seinem Gelde, die Wohltätigkeit sowohl mit seinem Gelde als auch mit seinem Körper: Almosen nur an Arme, die Wohltätigkeit sowohl an Arme als auch an Reiche; Almosen nur an Lebende, die Wohltätigkeit sowohl an Lebende als auch an Tote.
יב וא"ר אלעזר כל העושה צדקה ומשפט כאילו מילא כל העולם כולו חסד שנאמר (תהלים לג, ה) אוהב צדקה ומשפט חסד ה' מלאה הארץ שמא תאמר כל הבא לקפוץ קופץ ת"ל (תהלים לו, ח) מה יקר חסדך אלהים (חסד ה' מלאה הארץ) וגו' יכול אף ירא שמים כן ת"ל (תהלים קג, יז) וחסד ה' מעולם ועד עולם על יראיו
12 Ferner sagte R. Elea͑zar: Wenn jemand Recht und Gerechtigkeit übt, so ist es ebenso, als hätte er die ganze Welt mit Liebe gefüllt, denn es heißt: <i>er liebt Recht und Gerechtigkeit, von der Liebe des Herrn ist die Erde voll.</i> Man könnte glauben, wer danach langt, erlange es, so heißt es: <i>wie selten ist deine Huld, o Gott &amp;c.</i> Man könnte glauben, dies gelte auch von den Gottesfürchtigen, so heißt es: <i>die Huld des Herrn währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten.</i>
יג א"ר חמא בר פפא כל אדם שיש עליו חן בידוע שהוא ירא שמים שנא' חסד ה' מעולם ועד עולם על יראיו וא"ר אלעזר מאי דכתיב (משלי לא, כו) פיה פתחה בחכמה ותורת חסד על לשונה וכי יש תורה של חסד יש תורה שאינה של חסד אלא תורה לשמה זו היא תורה של חסד שלא לשמה זו היא תורה שאינה של חסד איכא דאמרי תורה ללמדה זו היא תורה של חסד שלא ללמדה זו היא תורה שאינה של חסד:
13 R. Ḥama b. Papa sagte: Ein Mensch, dem Huld eigen, ist sicherlich gottesfürchtig, denn es heißt: <i>die Huld des Herrn währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten.</i> Ferner sagte R. Elea͑zar: Es heißt: <i>ihren Mund tut sie mit Weisheit auf, und eine huldvolle Lehre auf ihrer Zunge;</i> gibt es denn eine huldvolle Lehre und eine nicht huldvolle Lehre? Vielmehr, die Lehre um ihrer selbst willen ist eine huldvolle Lehre, nicht um ihrer selbst willen ist sie eine nicht huldvolle Lehre. Manche sagen: Die Lehre, wegen [studiert wird], ist eine huldvolle Lehre, die nicht des Lehrens wegen [studiert wird], ist eine nicht, huldvolle Lehre.
יד כמעשהו בחול כו': ואמאי נייתי במקודשת אמר זעירי קסבר אין שיעור למים וכלי שרת מקדשין שלא מדעת
14 W<small>IE AM</small> W<small>OCHENTAGE</small> &amp;<small>C</small>. Weshalb denn, man sollte es doch in einem geweihten holen? Zee͑ri erwiderte: Er ist der Ansicht, für das Wasser gebe es kein festgesetztes Maß, und die Dienstgefäße heiligen auch ohne Absicht,