Taanit 13

Kapitel 13

א נימרינהו לתרוייהו אל ההודאות ורוב ההודאות
1 sage man beides: ‘Gott der Danksagungen’ und ‘Dem die meisten Danksagungen gebühren’.
ב אמר ר' אבהו גדול יום הגשמים מתחיית המתים דאילו תחיית המתים לצדיקים ואילו גשמים בין לצדיקים בין לרשעים ופליגא דרב יוסף דאמר רב יוסף מתוך שהיא שקולה כתחיית המתים קבעוה בתחיית המתים
2 R. Abahu sagte: Ein Regentag ist bedeutender als die Auferstehung; die Auferstehung erfolgt nur für die Frommen, während der Regen sowohl für die Frommen als auch für die Frevler bestimmt ist. Er streitet somit gegen R. Joseph, denn R. Joseph sagte: Man hat [die Erwähnung des Regens] deshalb in den Auferstehungssegen eingeschaltet, weil er der Auferstehung gleicht.
ג אמר רב יהודה גדול יום הגשמים כיום שניתנה בו תורה שנא' (דברים לב, ב) יערף כמטר לקחי ואין לקח אלא תורה שנא' (משלי ד, ב) כי לקח טוב נתתי לכם תורתי אל תעזובו רבא אמר יותר מיום שניתנה בו תורה שנאמר יערף כמטר לקחי מי נתלה במי הוי אומר קטן נתלה בגדול
3 R. Jehuda sagte: Ein Regentag ist so bedeutend wie der Tag, an dem die Tora gegeben wurde, denn es heißt: <i>meine Lehre ergieße sich wie Regen,</i> und unter Lehre ist nichts anderes als die Tora zu verstehen, denn es heißt: <i>denn eine gute Lehre gab ich euch, meine Tora verlasset nicht</i>. Raba sagte, er sei noch bedeutender als der Tag, an dem die Tora gegeben wurde, denn es heißt: <i>meine Lehre ergieße sich wie Regen;</i> wer bezieht sich auf wen? Doch wohl der Unbedeutende auf den Bedeutenden.
ד רבא רמי כתיב יערף כמטר לקחי וכתיב תזל כטל אמרתי אם תלמיד חכם הגון הוא כטל ואם לאו עורפהו כמטר
4 Raba wies auf einen Widerspruch hin; es heißt: <i>meine Lehre ergieße sich wie Regen</i>, dagegen heißt es: <i>meine Rede träufle wie der Tau</i>!? Ist der Gelehrte würdig, so gleicht er dem Tau, wenn aber nicht, so schlage ihn nieder, wie der Regen.
ה תניא היה ר' בנאה אומר כל העוסק בתורה לשמה תורתו נעשית לו סם חיים שנאמר (משלי ג, יח) עץ חיים היא למחזיקים בה ואומר (משלי ג, ח) רפאות תהי לשרך ואומר (משלי ח, לה) כי מוצאי מצא חיים וכל העוסק בתורה שלא לשמה נעשית לו סם המות שנאמר יערף כמטר לקחי ואין עריפה אלא הריגה שנאמר (דברים כא, ד) וערפו שם את העגלה בנחל
5 Es wird gelehrt: R. Banaá sagte: Wer sich mit der Tora um ihrer selbst willen befaßt, für den ist sie eine Mixtur des Lebens, denn es heißt: <i>sie ist ein Baum des Lebens, für die, die sie ergreifen;</i> ferner: <i>sie wird eine Heilung für deinen Leib sein</i>; ferner: <i>denn wer mich findet, findet Leben.</i> Wer sich aber mit der Tora nicht um ihrer selbst willen befaßt, für den wird sie eine Mixtur des Todes, denn es heißt: <i>meine Lehre ergieße sich [ja͑rophj wie Regen,</i> und ‘a͑ripha’ bedeutet ‘erschlagen’, denn es heißt: <i>sie sollen dort im Tale dem Kalbe das Genick brechen [vea͑rphu]</i>.
ו א"ל ר' ירמיה לר' זירא ליתי מר ליתני א"ל חלש לבאי ולא יכילנא לימא מר מילתא דאגדתא א"ל הכי אמר ר' יוחנן מאי דכתיב (דברים כ, יט) כי האדם עץ השדה וכי אדם עץ שדה הוא
6 R. Jirmeja sprach zu R. Zera: Möge der Meister kommen und etwas lehren. Dieser erwiderte: Mein Herz ist schwach und ich kann nicht. – So möge doch der Meister etwas Agadisches vortragen. Da sprach er: Folgendes sagte R. Joḥanan: es heißt: <i>der Mensch ist ein Baum des Feldes;</i> ist denn der Mensch wirklich ein Baum des Feldes?
ז אלא משום דכתיב (דברים כ, יט) כי ממנו תאכל ואותו לא תכרת וכתיב אותו תשחית וכרת הא כיצד אם ת"ח הגון הוא ממנו תאכל ואותו לא תכרת ואם לאו אותו תשחית וכרת
7 Vielmehr, es heißt: <i>genieße seine Früchte, ihn selbst haue aber nicht um</i>, dagegen aber heißt es: <i>den verdirb und haue ihn um;</i> wie ist dies zu erklären? Ist der Gelehrte würdig: genieße seine Früchte, ihn selbst haue aber nicht um, wenn aber nicht, <i>den verdirb und haue ihn um.</i>
ח אמר רבי חמא (אמר רבי) חנינא מאי דכתיב (משלי כז, יז) ברזל בברזל יחד לומר לך מה ברזל זה אחד מחדד את חבירו אף שני תלמידי חכמים מחדדין זה את זה בהלכה
8 R. Ḥama sagte im Namen R. Ḥaninas: Es heißt: <i>Eisen schärft Eisen;</i> dies besagt, wie das eine Eisen das andere Eisen schärft, so schärfen auch zwei Schriftgelehrte einander in der Halakha.
ט אמר רבה בר בר חנה למה נמשלו דברי תורה כאש שנאמר (ירמיהו כג, כט) הלא כה דברי כאש נאם ה' לומר לך מה אש אינו דולק יחידי אף דברי תורה אין מתקיימין ביחידי
9 Rabba b.Bar Ḥana sagte: Weshalb werden die Worte der Tora mit dem Feuer verglichen, wie es heißt: <i>ist mein Wort nicht vielmehr Feuer, Spruch des Herrn</i>? Dies besagt, wie das Feuer nicht allein brennt, so bleiben auch Worte der Tora nicht einem einzelnen erhalten.
י והיינו דאמר רבי יוסי בר חנינא מאי דכתיב (ירמיהו נ, לו) חרב אל הבדים ונואלו חרב על שונאיהן של תלמידי חכמים שעוסקין בד בבד בתורה ולא עוד אלא שמטפשין שנאמר ונואלו
10 Das ist es, was R. Jose b. Ḥanina gesagt hat: Es heißt:ein <i>Schwert über die einzelnen, sie</i> <i>werden töricht;</i> ein Schwert über die Feinde der Schriftgelehrten, die sich einzeln mit der Tora befassen. Und noch mehr, sie werden auch töricht, denn es heißt: <i>sie werden töricht.</i>
יא ולא עוד אלא שחוטאין כתיב הכא ונואלו וכתיב התם (במדבר יב, יא) אשר נואלנו ואשר חטאנו ואיבעית אימא מהכא (ישעיהו יט, יג) נואלו שרי צוען [וגו'] והתעו את מצרים
11 Und noch mehr, sie sündigen auch, denn hier heißt es: <i>sie werden töricht,</i> und dort heißt es: <i>daß wir uns betören ließen und gesündigt haben.</i> Wenn du aber willst, entnehme ich dies hieraus: <i>betört wurden die Fürsten von Çoa͑n.</i>
יב אמר רב נחמן בר יצחק למה נמשלו דברי תורה כעץ שנאמר (משלי ג, יח) עץ חיים היא למחזיקים בה לומר לך מה עץ קטן מדליק את הגדול אף תלמידי חכמים קטנים מחדדים את הגדולים והיינו דאמר ר' חנינא הרבה למדתי מרבותי ומחבירי יותר מרבותי ומתלמידי יותר מכולן
12 R. Naḥman b.Jiçḥaq sagte: Weshalb werden die Worte der Tora mit einem Baume verglichen, wie es heißt: <i>sie ist ein Baum des Lebens für die, die sie ergreifen</i>? Dies besagt, wie ein kleines Stück Holzein großes in Brand steckt, so schärfen auch bei den Schriftgelehrten die kleinen die großen. Das ist es, was R. Ḥanina gesagt hat: Viel habe ich von meinem Lehrer gelernt, mehr als von meinen Lehrern von meinen Kollegen, und am allermeisten von meinen Schülern.
יג רבי חנינא בר פפא רמי כתיב (ישעיהו כא, יד) לקראת צמא התיו מים וכתיב (ישעיהו נה, א) הוי כל צמא לכו למים אם תלמיד הגון הוא לקראת צמא התיו מים ואי לא הוי כל צמא לכו למים
13 R. Ḥanina b. Papa wies auf einen Widerspruch hin; es heißt: <i>bringet den Durstigen Wasser entgegen,</i> dagegen aber heißt es: <i>ihr Durstigen alle, geht zum Wasser</i>!? Ist ein Gelehrter würdig: <i>bringet den Durstigen Wasser entgegen,</i> wenn aber nicht: <i>ihr Durstigen alle, geht zum Wasser.</i>
יד רבי חנינא בר חמא רמי כתיב (משלי ה, טז) יפוצו מעינותיך חוצה וכתיב (משלי ה, יז) יהיו לך לבדך אם תלמיד הגון הוא יפוצו מעינותיך חוצה ואם לאו יהיו לך לבדך
14 R. Ḥanina b.Ḥama wies auf einen Widerspruch hin; es heißt: <i>deine Quellen sollen nach außen über fließen,</i> dagegen aber heißt es: <i>dir allein sollen sie gehören</i>!? Ist ein Gelehrter würdig: <i>deine Quellen sollen nach außen überfließen,</i> wenn aber nicht: <i>dir allein sollen sie gehören.</i>
טו (ואמר) רבי חנינא בר אידי למה נמשלו דברי תורה למים דכתיב הוי כל צמא לכו למים לומר לך מה מים מניחין מקום גבוה והולכין למקום נמוך אף דברי תורה אין מתקיימין אלא במי שדעתו שפלה
15 R. Ḥanina b.Idi sagte: Weshalb werden die Worte der Tora mit dem Wasser verglichen, wie es heißt: <i>ihr Durstigen alle, geht zum Wasser</i>? Dies besagt, wie das Wasser die Höhe verläßt und in die Tiefe fließt, ebenso bleiben Worte der Tora nur dem erhalten, der demütig ist.
טז ואמר רבי אושעיא למה נמשלו דברי תורה לשלשה משקין הללו במים וביין ובחלב דכתיב הוי כל צמא לכו למים וכתיב (ישעיהו נה, א) לכו שברו ואכלו ולכו שברו בלא כסף ובלא מחיר יין וחלב לומר לך מה שלשה משקין הללו אין מתקיימין אלא בפחות שבכלים אף דברי תורה אין מתקיימין אלא במי שדעתו שפלה
16 Auch sagte R. Oša͑ja: Weshalb werden die Worte der Tora mit den folgenden drei Getränken verglichen, mit dem Wasser, mit dem Weine und mit der Milch? Es heißt nämlich: <i>ihr Durstigen alle, geht zum Wasser</i>; ferner heißt es: <i>kommt, kauft Getreide und esset; kommt, kauft Getreide ohne Geld, und ohne Bezahlung Wein und Milch.</i> Dies besagt, wie diese drei Getränke sich nur in den einfachsten Gefäßen erhalten, so erhält sich die Tora nur bei dem, der demütig ist.
יז כדאמרה ליה ברתיה דקיסר לר' יהושע בן חנניה אי חכמה מפוארה בכלי מכוער אמר לה אביך רמי חמרא במני דפחרא אמרה ליה אלא במאי נירמי אמר לה אתון דחשביתו רמו במאני דהבא וכספא
17 So sprach einst die Tochter des Kaisers zu R. Jehošua͑ b.Ḥananja: Ei, herrliche Weisheit in einem häßlichen Gefäße! Dieser erwiderte: Ei, Tochter dessen, der Wein in irdenen Gefäßen verwahrt! Jene sprach: Worin denn sollte man ihn verwahren!? Dieser erwiderte: Ihr Vornehmen solltet ihn in silbernen und goldenen Gefäßen verwahren.
יח אזלה ואמרה ליה לאבוה רמייא לחמרא במני דהבא וכספא ותקיף אתו ואמרו ליה אמר לה לברתיה מאן אמר לך הכי אמרה ליה רבי יהושע בן חנניה קריוהו אמר ליה אמאי אמרת לה הכי אמר ליה כי היכי דאמרה לי אמרי לה והא איכא שפירי דגמירי
18 Hierauf ging sie und sagte es ihrem Vater. Da ließ er den Wein in silberne und goldene Gefäße gießen, und er wurde sauer. Als man ihm dies berichtete, fragte er seine Tochter: Wer sagte dir dies? Sie erwiderte: R. Jehošua͑ b. Ḥananja. Darauf ließ er ihn kommen und fragte ihn: Weshalb sagtest du ihr dies? Dieser erwiderte: Wie sie zu mir sagte, sagte ich auch zu ihr. – Es gibt ja aber auch Schöne, die gelehrt sind!? –