Taanit 18

Kapitel 18

א אקרויה בחלמיה (זכריה יא, ח) ואכחיד את שלשת הרועים למחר כי הוו מיפטרי מיניה אמר להו ליזלו רבנן בשלמא:
1 Hierauf las man ihm im Traume vor: <i>Ich schaffte die drei Hirten weg.</i> Als sie sich am folgenden Tage von ihm verabschiedeten, sprach er zu ihnen: Mögen die Rabbanan in Frieden gehen!
ב רב שימי בר אשי הוה שכיח קמיה דרב פפא הוה מקשי ליה טובא יומא חד חזייה דנפל על אפיה שמעיה דאמר רחמנא ליצלן מכיסופא דשימי קביל עליה שתיקותא ותו לא אקשי ליה
2 R. Šimi b. Aši pflegte [die Vorträge des] R. Papa zu besuchen und ihn sehr mit Einwendungen zu bestürmen. Eines Tages bemerkte er, wie dieser auf sein Gesicht niederfiel und ausrief: Möge mich der Allbarmherzige vor den Beschämungen Šimis schützen! Da nahm er sich zu schweigen vor, und von nun richtete er gegen ihn keine Einwendungen mehr.
ג ואף ר"ל סבר מטר בשביל יחיד דאמר ר"ל מנין למטר בשביל יחיד דכתיב (זכריה י, א) שאלו מה' מטר בעת מלקוש ה' עושה חזיזים ומטר גשם יתן להם לאיש עשב בשדה
3 Und auch Reš Laqiš ist der Ansicht, der Regen [komme] auch wegen eines einzelnen, denn Reš Laqiš sagte: Woher, daß Regen wegen eines einzelnen [kommt]? Es heißt: <i>bittet den Herrn um Regen</i>, <i>Spätregen zur Zeit</i>, <i>der Herr spendet Wetterstrahlen und</i>, <i>einem jeden Kraut auf dem Felde.</i>
ד יכול לכל תלמוד לומר לאיש ותניא אי לאיש יכול לכל שדותיו ת"ל שדה אי שדה יכול לכל השדה ת"ל עשב
4 Man könnte glauben, nur wenn alle ihn brauchen, so heißt es: <i>einem jeden.</i> Man könnte glauben, nur wenn man ihn für all seine Felder braucht, so heißt es: <i>dem Felde.</i> Aus [dem Worte] <i>Felde</i> konnte man entnehmen, nur wenn er für das ganze Feld nötig ist, so heißt es <i>Kraut.</i>
ה כי הא דרב דניאל בר קטינא הוה ליה ההיא גינתא כל יומא הוה אזיל וסייר לה אמר הא מישרא בעיא מיא והא מישרא לא בעיא מיא ואתא מיטרא וקמשקי כל היכא דמיבעי ליה מיא
5 So hatte R. Daniél b.Qaṭṭina einen Garten, den er täglich besichtigte und sprach: Dieses Beet braucht Wasser, jenes Beet braucht kein Wasser. Sodann kam Regen und tränkte diejenigen, die Wasser brauchten.
ו מאי ה' עושה חזיזים א"ר יוסי (בר) חנינא מלמד שכל צדיק וצדיק הקב"ה עושה לו חזיז בפני עצמו מאי חזיזים אמר רב יהודה פורחות אמר רבי יוחנן סימן למטר פורחות מאי פורחות אמר רב פפא עיבא קלישא תותי עיבא סמיכתא
6 Was heißt: <i>der Herr spendet Wetterstrahlen</i>? R. Jose b. Ḥanina erwiderte: Dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, für jeden Frommen besonders einen Wetterstrahl macht. – Was sind Wetterstrahlen? R. Jehuda erwiderte: Schimmernde [Wolken]. R. Joḥanan sagte: Die schimmernden Wolken sind Anzeichen des Regens. – Was sind schimmernde Wolken? R. Papa erwiderte: Leichte Wolken unter schweren Wolken.
ז אמר רב יהודה נהילא מקמי מיטרא אתי מיטרא בתר מיטרא פסיק מיטרא מקמי מיטרא אתי מיטרא וסימניך מהולתא דבתר מיטרא פסיק מיטרא וסימניך חריא דעיזי:
7 R. Jehuda sagte: Geht ein feiner Regen dem Gußregen voran, so hält der Regen an; folgt er dem Gußregen, so hört der Regen bald auf. Wenn er dem Gußregen vorangeht, hält der Regen an, wofür dir ein Sieb als Merkzeichen diene: wenn er dem Gußregen folgt, so hört der Regen bald auf, wofür dir der Auswurf der Ziegen als Merkzeichen diene.
ח עולא איקלע לבבל חזא פורחות אמר להו פנו מאני דהשתא אתי מיטרא לסוף לא אתי מיטרא אמר כי היכי דמשקרי בבלאי הכי משקרי מיטרייהו
8 U͑la kam einst nach Babylonien, und als er schimmernde Wolken bemerkte, sprach er: Schafft die Geräte fort, Regen kommt. Als aber schließlich kein Regen kam, rief er: Wie die Babylonier lügen, so lügt sie auch der Regen an.
ט עולא איקלע לבבל חזי מלא צנא דתמרי בזוזא אמר מלא צנא דדובשא בזוזא ובבלאי לא עסקי באורייתא בליליא צערוהו אמר מלא צנא דסכינא בזוזא ובבלאי עסקי באורייתא
9 U͑la kam einst nach Babylonien, und als er einen vollen Korb Datteln um einen Zuz verkaufen sah, sprach er: Einen Korb voll Honig um einen Zuz, und die Babylonier befassen sich nicht mit der Tora! Als er aber nachts [durch deren Genuß] Leibschmerzen bekam, sprach er: Einen Korb voll Messer um einen Zuz, und dennoch befassen sich die Babylonier mit der Tora!
י תניא ר' אליעזר אומר כל העולם כולו ממימי אוקיינוס הוא שותה שנאמר (בראשית ב, ו) ואד יעלה מן הארץ והשקה את כל פני האדמה אמר לו רבי יהושע והלא מימי אוקיינוס מלוחין הן אמר לו ממתקין בעבים
10 Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte, die ganze Welt trinke vom Wasser des Ozeans, denn es heißt:<i>ein Dunst stieg von der Erde auf und tränkte die Oberfläche des ganzen Erdbodens.</i> R. Jehošua͑ sprach zu ihm: Das Wasser des Ozeans ist ja salzig!? Dieser erwiderte: Es wird durch die Wolken gesüßt.
יא ר' יהושע אומר כל העולם כולו ממים העליונים הוא שותה שנאמר (דברים יא, יא) למטר השמים תשתה מים אלא מה אני מקיים ואד יעלה מן הארץ מלמד שהעננים מתגברים ועולים לרקיע ופותחין פיהן כנוד ומקבלין מי מטר שנאמר (איוב לו, כז) יזקו מטר לאדו
11 R. Jehošua͑ sagte, die ganze Welt trinke vom oberen Gewässer, denn es heißt <i>: vom Regen des Himmels trinkt es Wasser.</i> Wieso aber halte ich aufrecht [den Schriftvers]: <i>ein Dunst stieg von der Erde auf?</i> Dies lehrt, daß die Wolken Kraft anwenden und nach dem Himmel steigen, ihren Mund wie einen Schlauch öffnen und Regenwasser aufnehmen, wie es heißt: <i>daß sie Regen sickern in die Dunstwolken.</i>
יב ומנוקבות הן ככברה ובאות ומחשרות מים על גבי קרקע שנאמר (שמואל ב כב, יב) חשרת מים עבי שחקים ואין בין טיפה לטיפה אלא כמלא נימא ללמדך שגדול יום הגשמים כיום שנבראו בו שמים וארץ)
12 Diese Wolken sind wie ein Sieb durchlöchert und sprengen das Wasser auf die Erde, wie es heißt: <i>die dichten Wolken sprengen Wasser.</i> Ein Regentropfen ist vom anderen nur eine Haarbreite entfernt. Dies lehrt dich, daß der Regentag so bedeutend ist wie der Tag, an dem Himmel und Erde erschaffen worden sind, denn hier heißt es:
יג שנאמר (איוב ט, י) עושה גדולות עד אין חקר וכתיב (איוב ה, י) הנותן מטר על פני ארץ וכתיב להלן (ישעיהו מ, כח) הלא ידעת אם לא שמעת אלהי עולם ה' אין חקר לתבונתו (וכתיב (תהלים סה, ז) מכין הרים בכחו וגו')
13 <i>der große Dinge tut, die unerforschlich sind,</i> ferner heißt es: <i>der der Erde Regen spendet,</i> und dort heißt es: <i>weißt du denn nicht</i>, <i>hast du denn nicht gehört: ein ewiger Gott ist der Herr, seine Einsicht ist unerforschlich,</i> und ferner heißt es: <i>der durch seine Kraft die Berge feststellt &amp;c.</i> –
יד כמאן אזלא הא דכתיב (תהלים קד, יג) משקה הרים מעליותיו וא"ר יוחנן מעליותיו של הקב"ה כמאן כרבי יהושע
14 Mit wem stimmt folgender Schriftvers überein: <i>der von seinen Söllern her die Berge tränkt,</i> und R. Joḥanan erklärte, von den Söllern des Heiligen, gepriesen sei er? Wohl mit R. Jehošua͑. –
טו ור' אליעזר כיון דסלקי להתם משקה מעליותיו קרי להו דאי לא תימא הכי (דברים כח, כד) אבק ועפר מן השמים היכי משכחת לה אלא כיון דמדלי להתם מן השמים קרי ליה הכא נמי כיון דסלקי להתם מעליותיו קרי ליה
15 Und R. Elie͑zer!? – Da [das Wasser] vorher nach oben steigt, so heißt es: <i>er tränkt von seinen Söllern her.</i> Wieso heißt es, wolltest du nicht so erklären: <i>Staub und Sand vom Himmel!</i>? Es heißt also vom Himmel, weil sie vorher nach oben steigen, ebenso heißt es: <i>von seinen Söllern,</i> weil es vorher nach oben steigt. –
טז כמאן אזלא [הא] דא"ר חנינא (תהלים לג, ז) כונס כנד מי הים נותן באוצרות תהומות מי גרם לאוצרות שיתמלאו בר תהומות כרבי אליעזר ור' יהושע ההוא
16 Wessen Ansicht vertritt das, was R. Ḥanina gesagt hat: <i>Er sammelt zu Haufen die Gewässer des Meeres, legt die Meeresfluten in Vorratskammern;</i> die Meeresfluten sind es, die es verursachten, daß die Vorratskammern sich mit Getreide füllen? Wohl die des R. Elie͑zer. – Und R. Jehošua͑!? –