Taanit 55

Kapitel 55

א דאית ליה רווחא:
1 Anders ist es da, wo man Spielraum hat.
ב פרשה גדולה קורין אותה בשנים בשחרית ובמוסף ובמנחה קורין על פיהן כו': איבעיא להו היכי קאמר בשחרית ובמוסף קורין אותה בספר ובמנחה קורין אותה על פה כקורין את שמע או דלמא הכי קתני בשחרית קורין אותה בספר ובמוסף ובמנחה קורין אותה על פה כקורין את שמע
2 E<small>IN GRÖSSERER</small> A<small>BSATZ IST VON ZWEIEN ZU LESEN</small>. S<small>O BEIM</small> M<small>ORGENGEBETE UND BEIM</small> Z<small>USATZGEBETE, UND BEIM</small> V<small>ESPERGEBETE LASEN SIE AUSWENDIG</small> &amp;<small>C</small>. Man fragte: Wie meint er es: beim Morgengebete und beim Zusatzgebete lese man aus dem Buche, und beim Vespergebete lese man wie das Šema͑ auswendig, oder aber wie folgt: beim Morgengebete aus dem Buche, und beim Zusatzgebete und beim Vespergebete lese man wie das Šema͑ auswendig? –
ג תא שמע דתניא בשחרית ובמוסף נכנסין לבית הכנסת וקורין כדרך שקורין כל השנה ובמנחה יחיד קורא אותה על פה אמר ר' יוסי וכי יחיד יכול לקרות דברי תורה על פה בצבור אלא כולן נכנסין וקורין אותה על פה כקורין את שמע:
3 Komm und höre: Es wird gelehrt: Beim Morgengebete und beim Zusatzgebete versammle man sich im Bethause und lese wie man das ganze Jahr liest, beim Vespergebete aber kann sie jeder Einzelne auswendig lesen. R. Jose sprach: Darf denn ein Einzelner Worte der Tora auswendig lesen, wenn er sich in einer Gemeinde befindet!? Vielmehr, alle versammeln sich im Bethause und lesen auswendig, wie man das Šema͑ liest.
ד כל יום שיש בו הלל אין בו מעמד כו': מה הפרש בין זה לזה הללו דברי תורה והללו דברי סופרים:
4 A<small>N EINEM</small> T<small>AGE, AN DEM DAS</small> L<small>OBLIED GELESEN WIRD, FÄLLT DER</small> B<small>EISTAND</small> [<small>MORGENS</small>] <small>AUS</small> &amp;<small>C</small>. Welchen Unterschied gibt es zwischen dem einen und dem anderen? – Das eine ist Gebot der Tora und das andere ist eine Anordnung der Schriftkundigen.
ה זמן עצי כהנים והעם כו' ת"ר למה הוצרכו לומר זמן עצי כהנים והעם אמרו כשעלו בני הגולה לא מצאו עצים בלשכה ועמדו אלו והתנדבו משלהם
5 W<small>AR</small> H<small>OLZSPENDE FÜR</small> P<small>RIESTER UND</small> V<small>OLK</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Welches Bewenden hat es mit den Holzspenden für Priester und Volk? Man erzählt. Als die Exulanten zurückkehrten, fanden sie kein Holz in der Kammer vor; da kamen diese und spendeten von ihrem.
ו וכך התנו נביאים שביניהן שאפי' לשכה מלאה עצים יהיו אלו מתנדבין משלהן שנאמר (נחמיה י, לה) והגורלות הפלנו על קרבן העצים הכהנים הלוים והעם להביא לבית אלהינו לבית אבותינו לעתים מזומנים שנה בשנה לבער על מזבח ה' אלהינו ככתוב בתורה:
6 Die Propheten, die unter ihnen waren, ordneten dann an: selbst wenn die Rammer voll Holz ist, müssen diese von ihrem spenden, denn es heißt: <i>und wir, die Priester, die Leviten und das Volk warfen das Los wegen der Holzspenden, daß wir es jahraus jahrein familienweise zur festgesetzten Zeit für den Tempel unseres Gottes liefern wollten, damit es auf dem Altar des Herrn, unseres Gottes, brenne, wie es im Gesetze vorgeschrieben ist</i>.
ז ועמהם כהנים ולוים וכל מי כו': תנו רבנן מה היו בני גונבי עלי ובני קוצעי קציעות
7 M<small>IT IHNEN AUCH</small> P<small>RIESTER UND</small> L<small>EVITEN, ALLE</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Welches Bewenden hat es mit den Keulenschmugglern und den Feigenpressern?
ח אמרו פעם אחת גזרה המלכות גזירה על ישראל שלא יביאו עצים למערכה ושלא יביאו בכורים לירושלים והושיבו פרוזדאות על הדרכים כדרך שהושיב ירבעם בן נבט שלא יעלו ישראל לרגל
8 Man erzählt. Einst verhängte die ruchlose Regierung Religionsverfolgung über Jisraél, kein Holz für das Altarfeuer zu liefern und keine Erstlinge nach Jerušalem zu bringen; sie setzten Wachen auf die Wege, wie einst Jerobea͑m, der Sohn Nebaṭs, solche gesetzt hatte, daß die Jisraéliten nicht zur Wallfahrt hinaufziehen.
ט מה עשו כשרין (שבאותו הדור ויראי חטא) הביאו סלי בכורים וחיפום בקציעות ונטלום ועלי על כתפיהן וכיון שהגיעו אצל פרוזדאות אמרו להם להיכן אתם הולכין אומרין להם לעשות שני עיגולי דבילה במכתשת שלפנינו ובעלי שעל כתפינו כיון שעברו מהן עיטרום בסלים והביאום לירושלים
9 Was aber taten die Frommen und die Sündenscheuen jenes Zeitalters? Sie holten Körbe mit Erstlingsfrüchten und überdeckten sie mit getrockneten Feigen; diese und eine Keule nahmen sie auf die Schulter, und wenn sie an die Wache herankamen und gefragt wurden, wohin sie gehen, erwiderten sie: Wir gehen mit dem Mörser vor uns und der Keule auf unserer Schulter ein paar Feigenkuchen pressen. Waren sie an dieser vorüber, so bekränzten sie die Körbe und brachten sie nach Jerušalem.
י תנא הן הן בני סלמאי הנתופתי ת"ר מה הן בני סלמאי הנתופתי אמרו פעם אחת גזרה המלכות גזירה על ישראל שלא יביאו עצים למערכה והושיבו פרוזדאות על הדרכים כדרך שהושיב ירבעם בן נבט על הדרכים שלא יעלו ישראל לרגל
10 Es wird gelehrt: So machten es die Angehörigen der Familie Salmaj Netophati. Die Rabbanan lehrten: Welches Bewenden hat es mit den Angehörigen der Familie Salmaj Netophati? – Man erzählt. Einst verhängte die ruchlose Regierung Religionsverfolgung über Jisraél, kein Holz für das Altarfeuer zu bringen; sie setzten Wachen auf die Wege, wie einst Jerobea͑m, der Sohn Nebaṭs, solche gesetzt hatte, daß die Jisraéliten nicht zur Wallfahrt hinaufziehen.
יא מה עשו יראי חטא שבאותו הדור הביאו גזיריהן ועשו סולמות והניחו על כתפיהם והלכו להם כיון שהגיעו אצלן אמרו להם להיכן אתם הולכין אמרו להם להביא גוזלות משובך שלפנינו ובסולמות שעל כתפינו כיון שעברו מהן פירקום והביאום והעלום לירושלים
11 Was aber taten die Sündenscheuen jenes Zeitalters? Sie machten Leitern aus dem Holze und nahmen sie auf die Schulter, und wenn sie au die Wache herankamen und gefragt wurden, wohin sie gehen, erwiderten sie: Mit diesen Leitern, die auf unserer Schulter, gehen wir junge Tauben vom Taubenschlage holen. Waren sie an diesen vorüber, so nahmen sie sie auseinander und brachten sie nach Jerušalem.
יב ועליהם ועל כיוצא בהם הוא אומר (משלי י, ז) זכר צדיק לברכה ועל ירבעם בן נבט וחבריו נאמר ושם רשעים ירקב:
12 Über diese und ihresgleichen heißt es: <i>das Gedächtnis des Gerechten bleibt zum Segen</i>; über Jerobea͑m, den Sohn Nebaṭs, und über seine Genossen heißt es: <i>der Gottlosen Name wird verwesen</i>.
יג בעשרים בו בני פחת מואב בן יהודה: תנא בני פחת מואב בן יהודה הן הן בני דוד בן יהודה דברי ר' מאיר רבי יוסי אומר הן הן בני יואב בן צרויה:
13 A<small>M ZWANZIGSTEN DESSELBEN FÜR DIE</small> F<small>AMILIE</small> P<small>AḤATH</small> M<small>OAB VOM</small> S<small>TAMME</small> J<small>EHUDA</small>. Es wird gelehrt: Die Familie Paḥath Moab vom Stamme Jehuda ist mit der Familie David vom Stamme Jehuda identisch – so R. Meír; R. Jose sagt, diese sei mit der Familie Joab, Sohn der Çeruja, identisch.
יד בעשרים באלול בני עדין בן יהודה וכו' תנו רבנן בני עדין בן יהודה הן הן בני דוד בן יהודה דברי רבי יהודה רבי יוסי אומר הן הן בני יואב בן צרויה:
14 A<small>M ZWANZIGSTEN</small> E<small>LUL FÜR DIE</small> F<small>AMILIE</small> A͑<small>DIN VOM</small> S<small>TAMME</small> J<small>EHUDA</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Die Familie A͑din vom Stamme Jehuda ist mit der Familie David vom Stamme Jehuda identisch – so R. Jehuda; R. Jose sagt, sie sei mit der Familie Joab, Sohn der Çeruja, identisch.
טו באחד בטבת שבו בני פרעוש שניה כו': מני מתני' לא ר' מאיר ולא רבי יהודה ולא רבי יוסי אי ר"מ ליתני שבו בני דוד בן יהודה שניה
15 A<small>M ERSTEN</small> Ṭ<small>EBETH WIEDERUM FÜR DIE</small> F<small>AMILIE</small> P<small>ARO͑Š</small> &amp;<small>C</small>. Unsere Mišna [lehrt] also weder nach R. Meír noch nach R. Jehuda noch nach R.Jose!? Nach R. Meír müßte es heißen: wiederum für die Familie David vom Stamme Jehuda,
טז אי רבי יהודה ליתני שבו בני דוד בן יהודה שניה אי רבי יוסי ליתני שבו בני יואב בן צרויה שניה
16 nach R. Jehuda müßte es ebenfalls heißen: wiederum für die Familie David vom Stamme Jehuda, und nach R. Jose müßte es heißen: wiederum für die Familie Joab, Sohn der Çeruja. –
יז לעולם ר' יוסי ותרי תנאי אליבא דר' יוסי:
17 Tatsächlich nach R. Jose, nur streiten zwei Tannaím über die Ansicht R. Joses.
יח באחד בטבת לא היה בו מעמד כו': אמר ליה מר קשישא בריה דרב חסדא לרב אשי
18 A<small>M ERSTEN</small> Ṭ<small>EBETH FIEL DER</small> B<small>EISTAND AUS</small> &amp;<small>C</small>. Mar Qašiša, Sohn des R. Ḥisda, sprach zu R. Aši: