Temurah 14

Kapitel 14

א נדבה תעשה [אותו] זה קדשי בדק הבית ואין לי אלא נדבה נדר מנין ת"ל ולנדר
1 <i>Als Freiwilliges</i> <i>darfst du es herrichten</i>, das sind die Heiligtümerdes Tempelreparaturfonds. Ich weiß dies nur vom Freiwilligen, woher dies vom Gelobten? Es heißt: <i>und als Gelübde</i>.
ב יכול אפי' קדשי מזבח תלמוד לומר (ויקרא כב, כג) ולנדר לא ירצה זה קדשי מזבח ואין לי אלא נדר נדבה מנין ת"ל נדבה רבי אומר לא ירצה בהרצאת גופו הכתוב מדבר
2 Man könnte glauben, auch als Geheiligtes für den Altar, so heißt es:<i>als Gelobtes ist es nicht wohlgefällig</i>, das ist das Opfer für den Altar. Ich weiß dies nur vom Gelobten, woher dies vom Freiwilligen? Es heißt <i>Freiwilliges</i>. Rabbi sagte: <i>Es ist nicht wohlgefällig</i>, die Schrift spricht von der Wohlgefälligmachungdes Objektes. Da dies nun dasselbe ist,
ג היינו תנא קמא מאי לאו בהא קמיפלגי דתנא קמא סבר אפי' אקדשיה לדמי נסכים נמי לקי ורבי סבר בהרצאת גופו נמי לקי אבל בדמי נסכים לא לקי ש"מ
3 was auch der erste Autor sagt, so besteht wohl ihr Streit in folgendem: der erste Autor ist der Ansicht, auch wenn, man es wegen seines Geldwertes für Gußopfer geheiligt hat, sei dieserhalb zu geißeln, und Rabbi ist der Ansicht, wegen der Wohlgefälligmachung des Objektes sei zu geißeln, wegen seines Geldwertes für Gußopfer aber sei nicht zu geißeln. Schließe hieraus. –
ד ואלא אותו למה לי לכדתניא (ויקרא כב, כג) נדבה תעשה אותו אותו תעשה נדבה ואי אתה עושה תמים נדבה לבדק הבית מיכן אמרו המקדיש תמימים לבדק הבית עובר בעשה
4 Wozu ist demnach das <i>es</i> nötig? – Wegen der folgenden Lehre: <i>Als Freiwilliges darfst du es herrichten</i>, solches darfst du als freiwillige Gabe spenden, nicht aber darfst du ein Fehlerfreies als freiwillige Gabe für den Tempelreparaturfonds spenden. Hieraus folgernd sagten sie, wer Fehlerfreie für den Tempelreparaturfonds heiligt, übertrete ein Gebot.
ה ומנין אף בלא תעשה שנאמר (ויקרא כב, א) וידבר ה' אל משה לאמר לימד על הפרשה שהיא בלאו דברי ר' יהודה
5 Woher, daß auch ein Verbot? Es heißt: <i>und der Herr redete zu Moše also</i>, dies lehrt, daß hinsichtlich des ganzen Abschnittes ein Verbot bestehe – so R. Jehuda.
ו א"ל רבי לבר קפרא מאי משמע א"ל דכתיב לאמר לא נאמר בדברים בי רבי אמרי (לא) אמור
6 Rabbi sprach zu Bar Qappara: Wieso geht dies hieraus hervor? Dieser erwiderte: Es heißt <i>also</i>, in diesen Worten ist ein Verbotenthalten. In der Schule Rabhs erklärten sie: Sage es als Verbot.
ז איתמר המעלה אברי בעלי מומין לגבי מזבח אמר רבא עובר משום בל תקטירו כולו ומשום בל תקטירו מקצתו (אמר אביי) אין לוקין על לאו שבכללות
7 Es wurde gelehrt: Wenn jemand Glieder von Fehlerbehafteten auf den Altar bringt, so übertritt er, wie Raba sagt, die Verbote: ihr sollt nicht alles aufräuchern, und: ihr sollt nicht einen Teil aufräuchern. Abajje aber sagt, wegen eines allgemein gehaltenen Verbotessei nicht zu geißeln.
ח מיתיבי המקדיש בעלי מומין לגבי מזבח עובר משום חמשה שמות תיובתא דאביי
8 Man wandte ein: Wer Fehlerbehaftete für den Altar heiligt, übertritt fünf Verbote. Dies ist eine Widerlegung Abajjes!?
ט אמר אביי בגברי קתני אי בגברי עובר עוברין מיבעי ליה אלא פשיטא בחד גברא ותיובתא דאביי
9 Abajje [kann dir] erwidern: er spricht von verschiedenen Personen. – Wieso heißt es, wenn von verschiedenen Personen, ‘übertritt’, es sollte ja ‘übertreten’ heißen!? Dies gilt selbstverständlich von einer Person und ist eine Widerlegung Abajjes. –
י אמר אביי אפיק הקטרת מקצתו ועייל קבלת הדם קבלת דם לר' יוסי ברבי יהודה אית ליה לתנא קמא לית ליה קשיא
10 Abajje kann dir erwidern: man scheide das Aufräuchern eines Teiles aus und setze dafür die Aufnahme des Blutes. – [Von der Aufnahme des Blutes] hält ja nur R. Jose b. R. Jehudaund nicht der erste Autor!? – Dies ist ein Einwand.
יא ל"א והא מדסיפא רבי יוסי בר' יהודה היא רישא רבנן תיובתא דאביי תיובתא
11 Eine andere Lesart. Wenn der Schlußsatz die Ansicht des R. Jose b. R. Jehuda vertritt, vertritt ja der Anfangsatz die der Rabbanan!? Dies ist eine Widerlegung Abajjes. Eine Widerlegung.
יב <big><strong>מתני׳</strong></big> הכהנים ממירין בשלהן וישראל ממירין בשלהן אין הכהנים ממירין לא בחטאת ולא באשם ולא בבכור אמר רבי יוחנן בן נורי מפני מה אין ממירין בבכור אמר לו ר' עקיבא חטאת ואשם מתנה לכהן ובכור מתנה לכהן מה חטאת ואשם אין ממירין בו אף בכור אין ממירין בו
12 <b>P</b><small>RIESTER KÖNNEN IHRES UMTAUSCHEN UND</small> J<small>ISRAÉLITEN KÖNNEN IHRES UMTAUSCHEN</small>. P<small>RIESTER KÖNNEN KEIN</small> S<small>ÜNDOPFER, KEIN</small> S<small>CHULDOPFER, KEIN</small> E<small>RSTGEBORENES UMTAUSCHEN</small>. R. J<small>OḤANAN B</small>. N<small>URI SPRACH</small>: W<small>ESHALB SOLLTEN SIE KEIN</small> E<small>RSTGEBORENES</small><small>UMTAUSCHEN</small> K<small>ÖNNEN</small>? R. A͑<small>QIBA ERWIDERTE IHM</small>: S<small>ÜNDOPFER UND</small> S<small>CHULDOPFER SIND EINE</small> G<small>ABE FÜR DEN</small> P<small>RIESTER UND DAS</small> E<small>RSTGEBORENE IST EINE</small> G<small>ABE FÜR DEN</small> P<small>RIESTER; WIE SIE NUN</small> S<small>ÜNDOPFER UND</small> S<small>CHULDOPFER NICHT UMTAUSCHEN KÖNNEN, EBENSO KÖNNEN SIE DAS</small> E<small>RSTGEBORENE NICHT UMTAUSCHEN</small>.
יג אמר רבי יוחנן בן נורי מה לו אם אינו ממיר בחטאת ואשם שאין זכין בהן בחייהן תאמר בבכור שזכין בו בחייו אמר לו רבי עקיבא והלא כבר נאמר (ויקרא כז, י) והיה הוא ותמורתו יהיה קודש היכן קדושה חלה עליו בבית הבעלים אף תמורה בבית הבעלים
13 R. J<small>OḤANAN B</small>. N<small>URI ENTGEGNETE</small>: W<small>AS SOLL DIES: WENN ER</small> S<small>ÜNDOPFER UND</small> S<small>CHULDOPFER NICHT UMTAUSCHEN KANN, DIE IHM LEBEND NICHT ZUGEEIGNET SIND, SOLLTE DIES AUCH VOM</small> E<small>RSTGEBORENEN GELTEN, DAS IHM LEBEND ZUGEEIGNET IST</small>!? R. A͑<small>QIBA ERWIDERTE IHM: ES HEISST JA BEREITS</small>:<i>so soll es und sein Eingetauschtes heilig sein</i>; <small>WIE ES VON DER</small> H<small>EILIGKEIT ERFASST WIRD IM</small> H<small>AUSE DES</small> E<small>IGENTÜMERS, EBENSO DAS</small> U<small>MGETAUSCHTE NUR IM</small> H<small>AUSE DES</small> E<small>IGENTÜMERS</small>.
יד <big><strong>גמ׳</strong></big> תנן התם בכור מוכרין אותו תם חי ובעל מום חי ושחוט ומקדשין בו האשה אמר רב נחמן אמר רבה בר אבוה לא שנו אלא בזמן הזה הואיל ואית ליה לכהן זכייה בגוויה (הואיל ויש לכהן שותפות בו) אבל בזמן שבית המקדש קיים כיון דתם להקרבה הוא דקאי אין מוכרין אותו תמים חי
14 GEMARA. Dort haben wir gelernt: Das Erstgeborene darf man fehlerfrei lebend verkaufen, und fehlerbehaftet lebend und geschlachtet, auch kann man sich damitein Weib antrauen. R. Naḥman sagte im Namen Abahus: Dies gilt nur von der Jetztzeit, wo der Priester ein Anrecht darauf hat, weil der Priester daran beteiligt ist, zur Zeit aber, wenn der Tempel besteht, darf man es fehlerfrei nicht lebend verkaufen, weil es fehlerfrei zur Darbringung bestimmt ist.
טו איתיביה רבא לרב נחמן מוכרין אותו תמים חי חי אין שחוט לא אימת אילימא בזמן הזה מי איכא תם שחוט אלא פשיטא בזמן שבית המקדש קיים וקתני נמי מוכרין אותו תמים חי (אלמא אית ליה לכהן זכייה בגוויה)
15 Raba wandte gegen R. Nahman ein: Man darf es fehlerfrei lebend verkaufen. Nur lebend und nicht geschlachtet. Wann, wenn in der Jetztzeit, so darf es ja nicht fehlerfrei geschlachtet werden; doch wohl zur Zeit, wenn der Tempel besteht, und er lehrt, man dürfe es fehlerfrei lebend verkaufen. Demnach hat der Priester ein Anrecht darauf!? –
טז לא לעולם בזמן הזה מי קתני מוכרין אותו תמים חי אין שחוט לא הא גופא אתא לאשמועינן דבזמן הזה נמי מוכרין אותו תמים חי
16 Nein, tatsächlich in der Jetztzeit, aber lehrt er etwa, daß man es fehlerfrei lebend verkaufe und geschlachtet nicht? Das eben lehrt er uns, daß man es [in der Jetztzeit] auch fehlerfrei lebend verkaufen darf.