Temurah 31

Kapitel 31

א אמר רב יוסף דופי של סמיכה קתני
1 R. Joseph erwiderte: Er spricht von einem Makel hinsichtlich des Stützens. –
ב והא יוסף בן יועזר גופיה מיפליג פליג בסמיכה כי איפליג בה בסוף שניה דבצר ליבא
2 Aber Joseph b. Joe͑zer selber streitet ja über das Stützen!? – Er stritt am Ende seiner Lebensjahre, wenn das Verständnis nachläßt.
ג גופא אמר רב יהודה אמר שמואל שלשת אלפים הלכות נשתכחו בימי אבלו של משה אמרו לו ליהושע שאל א"ל (דברים ל, יב) לא בשמים היא
3 Der Text. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dreitausend Halakhoth sind in den Trauertagen über Moše vergessen worden. Sie sprachen zu Jehošua͑: Frage. Er erwiderte ihnen:<i>Sie ist nicht im Himmel</i>.
ד אמרו לו לשמואל שאל אמר להם אלה המצות שאין הנביא רשאי לחדש דבר מעתה אמר ר' יצחק נפחא אף חטאת שמתו בעליה נשתכחה בימי אבלו של משה
4 Sie sprachen zu Šemuél: Frage. Er erwiderte ihnen:<i>Dies sind die Gebote</i>, der Prophet darf von nun ab nichts erneuern. R. Jiçḥaq der Schmied sagte: Auch [das Gesetz] über das Sündopfer, dessen Eigentümer gestorben ist, ist in den Trauertagen über Moše vergessen worden.
ה אמרו לפנחס שאל אמר ליה לא בשמים היא א"ל לאלעזר שאל אמר להם אלה המצות שאין נביא רשאי לחדש דבר מעתה
5 Sie sprachen zu Pinḥas: Frage. Er erwiderte ihnen: <i>Dies sind die Gebote</i>, der Prophet darf von nun ab nichts erneuern.
ו אמר רב יהודה אמר רב בשעה שנפטר משה רבינו לגן עדן אמר לו ליהושע שאל ממני כל ספיקות שיש לך אמר לו רבי כלום הנחתיך שעה אחת והלכתי למקום אחר לא כך כתבת בי (שמות לג, יא) ומשרתו יהושע בן נון נער לא ימיש מתוך האהל מיד תשש כחו של יהושע ונשתכחו ממנו שלש מאות הלכות ונולדו לו שבע מאות ספיקות ועמדו כל ישראל להרגו
6 R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Als unser Meister Moše in den Edengarten schied, sprach er zu Jehošua͑: Frage mich über alle Zweifel, die du hast. Er erwiderte ihm: Meister, habe ich dich je auch nur eine Stunde verlassen und mich nach einem anderen Orte begeben? Du selbst hast ja von mir geschrieben:<i>und sein Diener Jehošua͑, der Sohn Nuns, ein Jüngling, wich nicht aus dem Zelte</i>. Da erschlaffte die Kraft Jehošua͑s, sodaß er dreihundert Halakhoth vergaß und siebenhundert Zweifel ihm entstanden. Als nun ganz Jisraél ihn zu erschlagensich aufmachte,
ז אמר לו הקב"ה לומר לך אי אפשר לך וטורדן במלחמה שנאמר (יהושע א, א) ויהי אחרי מות משה עבד ה' ויאמר ה' וגו'
7 sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu ihm: Sagen kannst du es ihnen nicht, geh und verwickle sie in einen Krieg. So heißt es:<i>und es geschah nach dem Tode Mošes, des Knechtes des Herrn, da sprach der Herr &amp;c</i>.
ח במתניתין תנא אלף ושבע מאות קלין וחמורין וגזירות שוות ודקדוקי סופרים נשתכחו בימי אבלו של משה
8 In einer Barajtha wurde gelehrt: Tausendsiebenhundert [Folgerungen durch Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere und durch Wortanalogie und Minutiösitäten der Schriftgelehrten sind in den Trauertagen über Moše vergessen worden.
ט אמר רבי אבהו אעפ"כ החזירן עתניאל בן קנז מתוך פלפולו שנאמר (יהושע טו, יז) וילכדה עתניאל בן קנז אחי כלב (הקטן ממנו) [ויתן לו את עכסה בתו לאשה] ולמה נקרא שמה עכסה שכל הרואה אותה כועס על אשתו
9 R. Abahu sagte: Trotzdem rekonstruierte sie O͑thniél, der Sohn des Qenaz, durch seine scharfsinnige Disputation, denn es heißt:<i>und O͑thniél, der Sohn des Qenaz, der Bruder Kalebs, der jünger als er, eroberte sie</i>. <i>Und er gab ihm seine Tochter A͑khsa zur Frau</i>; weshalb hieß sie A͑khsa? – Weil jeder, der sie sah, seiner Fraugrollte.
י (יהושע טו, יח) ויהי בבואה ותסיתהו לשאל מאת אביה שדה ותצנח מעל החמור מאי ותצנח אמר רבא א"ר יצחק אמרה לו מה חמור זה כיון שאין לו מאכל באבוסו מיד צועק כך אשה כיון שאין לה תבואה בתוך ביתה מיד צועקת
10 <i>Und als sie einzog, beredete sie ihn, von ihrem Vater das Feld zu erbitten, und sie glitt vom Esel herab</i>. Was heißt <i>sie glitt</i>? Raba erwiderte im Namen R. Jiçḥaqs: Sie sprach zu ihm: Wie ein Esel, sobald er kein Futter in der Krippe hat, sofort schreit, ebenso schreit sofort ein Weib, sobald es kein Getreide im Hause hat.
יא (יהושע טו, יט) ותאמר תנה לי ברכה כי ארץ הנגב נתתני בית שמנוגב מכל טובה ונתתה לי גולות מים אדם שאין בו אלא תורה בלבד (יהושע טו, יט) ויתן לה כלב את גולות עליות ואת גולות תחתיות אמר לה מי שדר עליונים ותחתונים יבקש ממנו מזונות
11 <i>Und sie sprach: Gib mir einen Segen, denn dürres Land hast du mir gegeben</i>; ein Haus, das gedörrt ist von allem Guten.<i>So gib mir Wasserquellen</i>; einen Menschen, der nichts anderes als die Tora besitzt.<i>Und er gab ihr die oberen Quellen und die niederen Quellen</i>. Er sprach zu ihr: Dem die Geheimnisse droben und hieniedeneigen, von dem sollte noch Nahrung verlangt werden!? –
יב וכלב בן קנז הוא והלא כלב בן יפונה הוא מאי יפונה שפנה מעצת מרגלים
12 War denn Kaleb ein Sohn des Qenaz, er war ja ein Sohn des Jephunne!? – Jephunne bedeutet, er wandte [pana] sich vom Ratschlage der Kundschafterab.
יג ואכתי בן קנז הוא בן חצרון הוא דכתיב (דברי הימים א ב, יח) וכלב בן חצרון הוליד את עזובה אמר רבא חורגיה דקנז הוא
13 Aber immerhin war er ja nicht ein Sohn des Qenaz, er war ja ein Sohn des Ḥeçron, denn es heißt:<i>und Kaleb, der Sohn Ḥeçrons, zeugte A͑zuba</i>!? Raba erwiderte: Er war ein Stiefsohn des Qenaz.
יד תנא הוא עתניאל הוא יעבץ ומה שמו יהודה אחי שמעון שמו עתניאל שענאו אל יעבץ שיעץ וריבץ תורה בישראל
14 Es wird gelehrt: Er hieß O͑thniél, er hieß Ja͑beç, und sein wirklicher Name war Jehuda, Bruder Šimo͑ns. O͑thniél hieß er, weil Gott [él] ihn erhört [a͑neo] hat. Ja͑beç hieß er, weil er beraten [jie͑ç] und die Tora in Jisraél verbreitet [ribeç] hat. –
טו ומנלן שענאו אל דכתיב (דברי הימים א ד, י) ויקרא יעבץ לאלהי ישראל לאמור אם ברך תברכני והרבית את גבולי והיתה ידך (עמדי ועשה מרעתי) לבלתי עצבי ויבא אלהים את אשר שאל
15 Woher, daß Gott ihn erhört hat? – Es heißt:<i>und Ja͑beç rief zum Gott Jisraéls und sprach: Wenn du mich doch segnetest und mein Gebiet vergrößertest, und deine Hand mit mir wäre, und du wirktest gegen das Übel, daß es mich nicht kränke. Und Gott brachte, was er erbeten hatte. </i>
טז אם ברך תברכני בתורה והרבית את גבולי בתלמידים והיתה ידך עמדי שלא ישתכח תלמודי מלבי ועשה מרעתי שיזדמנו לי ריעים כמותי לבלתי עצבי שלא ישגבני יצה"ר מלשנות אם אתה עושה כן מוטב ואם לאו הריני הולך לנסיסי לשאול מיד ויבא אלהים את אשר שאל
16 Wenn du mich segnetest, mit der Gesetzeskunde; <i>mein Gebiet vergrößertest</i>, mit Schülern; <i>und deine Hand mit mir wäre</i>, daß meine Gesetzeskunde nicht aus meinem Herzen vergessen werde; <i>und du wirktest gegen das Übel</i>, daß sich mir Freunde meinesgleichen anschließen; <i>daß es mich nicht kränke</i>, daß nicht der böse Trieb sich meiner bemächtige und mich vom Studium zurückhalte. Tust du dies, so ist es recht, wenn aber nicht, so gelange ich in meinem Kummer in die Unterwelt. Hierauf: <i>und Gott brachte, was er erbeten hatte</i>.
יז כיוצא בדבר אתה אומר (משלי כט, יג) רש ואיש תככים נפגשו מאיר עיני שניהם ה' בשעה שהתלמיד הולך אצל רבו ואומר לו למדני תורה אם מלמדו מאיר עיני שניהם ה' ואם לאו (משלי כב, ב) עשיר ורש נפגשו עושה כולם ה' מי שעשאו חכם לזה עושה אותו טיפש טיפש לזה עושה אותו חכם זו משנת ר' נתן
17 Desgleichen heißt es:<i>begegnen Armer und Bedrücker einander, so erleuchtet der Herr beider Augen</i>. Wenn der Jünger zu seinem Lehrer geht und zu ihm spricht: lehre mich das Gesetz, und er es ihn lehrt, so erleuchtet er die Augen beider, wenn aber nicht, dann:<i>Reicher und Armer begegnen einander, aller Schöpfer ist der Herr</i>; wer diesen weise gemacht hat, macht ihn töricht, und wer jenen töricht gemacht hat, macht ihn weise. Dies die Auslegung R. Nathans,
יח ר' יהודה הנשיא אומר אם ברך תברכני בפריה ורביה והרבית את גבולי בבנים ובבנות והיתה ידך עמדי במשא ובמתן ועשית מרעתי שלא יהא בי מיחוש ראש ומיחוש אזנים ומיחוש עינים לבלתי עצבי שלא ישגבני יצה"ר מלשנות אם אתה עושה כן מוטב ואם לאו הריני הולך בנסיסי לשאול ויבא לו אלהים את אשר שאל
18 R. Jehuda der Fürst erklärte: <i>Wenn du mich segnetest</i>, bei der Fortpflanzung; <i>und mein Gebiet vergrößertest</i>, mit Söhnen und Töchtern; <i>und deine Hand mit mir wäre</i>, beim Geschäftsverkehre; <i>und du wirktest gegen das Übel</i>, daß ich verschont bleibe von Kopfschmerzen, von Ohrenschmerzen und von Augenschmerzen; <i>daß es mich nicht kränke</i>, daß nicht der böse Trieb sich meiner bemächtige und mich vom Studium zurückhalte. Tust du dies, so ist es recht, wenn aber nicht, so gelange ich in meinem Kummer in die Unterwelt. Hierauf: <i>und Gott brachte (ihm), was er erbeten hatte</i>.
יט כיוצא בדבר אתה אומר רש ואיש תככים נפגשו מאיר עיני שניהם ה' בשעה שעני הולך אצל בעל הבית ואמר פרנסני אם מפרנסו מוטב ואם לאו עשיר ורש נפגשו עושה כולם ה' מי שעשאו עשיר לזה עושה אותו עני עני לזה עושה אותו עשיר
19 Desgleichen heißt es: <i>begegnen Armer und Bedrücker einander, so erleuchtet der Herr beider Augen</i>. Wenn der Arme zum Hausherrn geht und zu ihm spricht: unterhalte mich, und er ihn unterhält, so ist es recht, wenn aber nicht, dann: <i>Reicher und Armer begegnen einander, aller Schöpfer ist der Herr</i>; wer diesen reich gemacht hat, macht ihn arm, und wer jenen arm gemacht hat, macht ihn reich.
כ אר"ש מה מצינו כו'
20 R. Š<small>IMO͑N SAGTE</small>: W<small>IE WIR FINDEN &amp;C</small>.
כא ת"ר רבי שמעון אומר חמש חטאות מתות ולד חטאת ותמורת חטאת וחטאת שמתו בעליה וחטאת שכפרו בעליה וחטאת שעיברה שנתה
21 Die Rabbanan lehrten: R. Šimo͑n sagte: Fünf Sündopfer sind verenden zu lassen: das Junge eines Sündopfers, das Eingetauschte eines Sündopfers, das Sündopfer, dessen Eigentümer gestorben ist, das Sündopfer, dessen Eigentümer Sühne erlangthat, und das Sündopfer, das das Jahr überschrittenhat.
כב אי אתה יכול לומר ולד חטאת בציבור לפי שאין חטאת נקבה בציבור ואי אתה יכול לומר תמורת חטאת בציבור לפי שאין ציבור עושין תמורה ואי אתה יכול לומר חטאת שמתו בעליה בציבור לפי שאין הציבור מתים
22 Das Junge eines Sündopfers kann bei einer Gemeinde nicht vorkommen, weil eine Gemeinde kein Weibchen als Sündopfer darbringt; das Umgetauschte eines Sündopfers kann bei einer Gemeinde nicht vorkommen, weil eine Gemeinde nicht umtauschen kann; ein Sündopfer, dessen Eigentümer gestorben ist, kann bei einer Gemeinde nicht vorkommen, weil eine Gemeinde nicht stirbt;
כג שכיפרו בעליה ושעיברה שנתה לא מצינו יכול יהו נוהגות בין ביחיד בין בציבור
23 aber über das, dessen Eigentümer Sühne erlangt hat, und über das, das das Jahr überschritten hat, finden wir nichts. Man könnte somit glauben, dies gelte sowohl von dem eines Privaten als auch von dem einer Gemeinde,
כד אמרת ילמד (אדם) סתום ממפורש מה מפורש ביחיד ולא בצבור אף בשכיפרו בעליה ושעיברה שנתה ביחיד דברים אמורים ולא בציבור
24 so will ich erwidern: man folgere hinsichtlich dessen, von dem man es nicht weiß, von dem, von dem man es weiß; wie es bei dem, von dem man es weiß, nur von dem eines Privaten gilt und nicht von dem einer Gemeinde, ebenso gilt dies bei dem, dessen Eigentümer Sühne erlangt hat, und bei dem, das das Jahr überschritten hat, nur von dem eines Privaten und nicht von dem einer Gemeinde. –