Temurah 35

Kapitel 35

א אי דאשם גמירי לה דלרעייה אזלא דכל שבחטאת מתה באשם רועה (לעולה) [לעולם בחטאת] והילכתא גמירי לה למיתה וקרא למעוטי להקרבה
1 und wenn eines Schuldopfers, so ist es ja überliefert, daß man es weiden lasse, denn was bei einem Sündopfer verenden zu lassen ist, ist bei einem Schuldopfer weiden zu lassen!? – Tatsächlich ist es eine überlieferte Lehre, daß man es verenden lasse; der Schriftvers aber schließt die Darbringung aus. –
ב והא בהא תליא כיון דלמיתה אזלא ממילא לא קרבה אלא הלכתא לחטאת וקרא למעוטי תמורת אשם
2 Eines hängt ja vom anderen ab: wenn man es verenden lasse, kann es ja nicht dargebracht werden!? – Vielmehr, die Lehre bezieht sich auf das Sündopfer, der Schriftvers aber schließt das Eingetauschte des Schuldopfers aus. –
ג הא נמי הילכתא גמירי לה דאמרי כל שבחטאת מתה באשם רועה אלא קרא מיבעי ליה דאי עבר ומקריב קאי בעשה
3 Auch von diesem ist es ja eine überlieferte Lehre, denn was bei einem Sündopfer verenden zu lassen ist, ist bei einem Schuldopfer weiden zu lassen!? – Vielmehr, der Schriftvers deutet darauf, daß, wenn man übertreten und es dargebracht hat, man ein Gebot übertreten hat.
ד ר"ע אומר אינו צריך כו' הוא קרב ואין תמורתו קריבה ל"ל קרא והא הילכתא גמירי לה
4 «R. A͑qiba sagt, dies sei nicht nötig &c. dieses ist darzubringen, nicht aber ist sein Eingetauschtes darzubringen.» Wozu ist der Schriftvers nötig, wir haben ja eine überlieferte Lehre!? –
ה אין ה"נ אלא קרא ל"ל מיבעי ליה לכדרב הונא דאמר רב הונא אשם שניתק לרעייה ושחטו סתם כשר לשם עולה
5 Dem ist auch so. – Wozu ist nun der Schriftvers nölig!? – Wegen einer Lehre des R. Hona, denn R. Hona sagte: Wenn man ein zur Weide ausgeschiedenes Schuldopferohne nähere Bestimmung geschlachtet hat, so ist es als Brandopfer tauglich.
ו ניתק אין לא ניתק לא מ"ט (ויקרא ה, יט) הוא בהווייתו יהא
6 Nur ein ausgeschiedenes, nicht aber ein nicht ausgeschiedenes, denn [es heißt:]<i>es</i>, es verbleibe; bei seinem Wesen. –
ז ולהאי תנא דקא יליף מהני קראי תיפוק לי (ויקרא ג, א) מזכר ונקבה ההוא מיבעי ליה לולד בעלי מומין ולתמורת בעלי מומין
7 Auch nach dem Autor, der es aus diesen Schriftversen entnimmt, geht es ja hervor aus [den Worten] <i>männlich</i> und <i>weiblich</i>!? – Diese sind nötig wegen des Jungen eines Fehlerbehafteten und wegen des Eingetauschten eines Fehlerbehafteten. –
ח ותיפוק לי כולהו מהאי קרא אם לא משמע ליה
8 Sollte er doch alles aus demselben Schriftverse entnehmen!? –
ט ולהאי תנא דנפקא ליה מזכר אם נקבה תשא ובאת מה עביד להו אפילו ממירעייהו ל"א ממורגייהו
9 Die Auslegung [des Wortes] <i>wenn</i>leuchtet ihm nicht ein. – Wofür verwendet der Autor, der es aus [den Worten] <i>wenn männlich</i> und <i>wenn weiblich</i> folgert, [den Vers:] <i>sollst du nehmen und damit kommen? –</i> Auch von der Weideweg. Eine andere Lesart: Von der Dreschwalze weg.
י <big><strong>מתני׳</strong></big> ר"א אומר ולד שלמים לא יקרב שלמים וחכ"א יקרב
10 <b>R.</b> E<small>LIE͑ZER SAGT, DAS</small> J<small>UNGE EINES</small> H<small>EILSOPFERS SEI NICHT ALS</small> H<small>EILSOPFER</small><small>DARZUBRINGEN; DIE</small> W<small>EISEN SAGEN, ES SEI DARZUBRINGEN</small>.
יא אמר ר"ש לא נחלקו על ולד ולד שלמים ועל ולד ולד תמורה שלא יקרב על מה נחלקו על הולד ר"א אומר לא יקרב וחכ"א יקרב
11 R. Š<small>IMO͑N SPRACH</small>. S<small>IE STREITEN NICHT ÜBER DAS</small> J<small>UNGE DES</small> J<small>UNGEN EINES</small> H<small>EILSOPFERS UND DAS</small> J<small>UNGE DES</small> J<small>UNGEN EINES</small> E<small>INGETAUSCHTEN, OB SIE NICHT DARZUBRINGEN SIND, SIE STREITEN NUR ÜBER DAS</small> J<small>UNGE</small>. R. E<small>LIE͑ZER SAGT, ES SEI NICHT DARZUBRINGEN, UND DIE</small> W<small>EISEN SAGEN, ES SEI DARZUBRINGEN</small>.
יב העיד ר' יהושע ור' פפייס על ולד שלמים שיקרב שלמים אמר ר' פפייס אני מעיד שהיתה לנו פרה של זבחי שלמים ואכלנוה בפסח ואכלנו ולדה שלמים בחג
12 R. J<small>EHOŠUA͑ UND</small> R. P<small>APJAS BEKUNDETEN ÜBER DAS</small> J<small>UNGE DES</small> H<small>EILSOPFERS, DASS ES ALS</small> H<small>EILSOPFER DARZUBRINGEN SEI</small>. R. P<small>APJAS SPRACH</small>: I<small>CH BEZEUGE, DASS WIR EINE</small> H<small>EILSOPFER</small>-K<small>UH HATTEN, DIE WIR AM</small> P<small>ESAḤFESTE ASSEN, UND IHR</small> J<small>ÜNGES ALS</small> H<small>EILSOPFER AM</small> [H<small>ÜTTEN</small>]<small>FESTE</small>.
יג <big><strong>גמ׳</strong></big> א"ר אמי א"ר יוחנן מ"ט דר"א אמר קרא (ויקרא ג, א) ואם זבח שלמים קרבנו (לי"י) ואם ולא ולד
13 GEMARA. R. Ami sagte im Namen R. Joḥanans: Was ist der Grund R. Elie͑zers? Die Schrift sagt:<i>und wenn ein Heilsschlacht opfer sein Opfer ist,</i> die Mutterund nicht das Junge.
יד א"ל ר' חייא בר אבא לר' אמי אלא מעתה (ויקרא ז, יב) אם על תודה יקריבנו ה"נ דאם ולא ולד וכי תימא ה"נ והתניא ולדה ותמורתה וחילופיה מנין ת"ל אם על תודה מ"מ
14 R. Ḥija b. Abba sprach zu R. Ami: Es heißt ja auch:<i>wenn er es als Dankopfer darbringt,</i> demnach auch hierbei die Mutter und nicht das Junge!? Wolltest du sagen, dem sei auch so, so wird ja gelehrt: Woher dies von seinemJungen, seinem Eingetauschten und seinem Ersatze? Es heißt: <i>wenn er es als Dankopfer darbringt,</i> in jedem Falle.
טו אלא א"ר חייא בר אבא א"ר יוחנן היינו טעמא דר"א גזירה שמא יגדל מהם עדרים עדרים
15 Vielmehr, erklärte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans, ist folgendes der Grund R. Elie͑zers: es ist zu berücksichtigen, man könnteaus ihnen ganze Herden züchten.
טז אר"ש לא נחלקו כו'
16 R. Š<small>IMO͑N SAGTE</small>: S<small>IE STREITEN NICHT &amp;C</small>.
יז איבעיא להו היכי תני לא נחלקו שלא יקרבו אלא יקרבו או דילמא לא נחלקו שיקרבו אלא לא יקרבו
17 Sie fragten: Wie lautet die Lehre: sie streiten nicht, ob sie nicht darzubringen sind, sie sind vielmehr darzubringen, oder aber: sie streiten nicht, ob sie darzubringen sind, sie sind vielmehr nicht darzubringen?
יח אמר רבה מסתברא לא נחלקו שלא יקרבו אלא יקרבו מ"ט ע"כ לא פליג ר"א עליה דרבנן אלא בולד אבל ולד ולד אקראי בעלמא הוא
18 Rabba erwiderte: Es ist einleuchtend, sie streiten nicht, ob sie nicht darzubringen sind, vielmehr sind sie darzubringen. – Weshalb? – Die Rabbanan und R. Elie͑zer streiten nur über das Junge, das Junge des Jungen aber ist nur ein seltenerFall.
יט ור' יהושע בן לוי אמר לא נחלקו שיקרבו אלא לא יקרבו מ"ט ע"כ לא פליגי רבנן עליה דר"א אלא בולד אבל ולד ולד מתוך מעשיה ניכרת מחשבתו דלגדל קא בעי ליה
19 R. Jehošua͑ b. Levi erwiderte: Sie streiten nicht, ob sie darzubringen sind, vielmehr sind sie nicht darzubringen. – Weshalb? – Die Rabbanan und R. Elie͑zer streiten nur über das Junge, beim Jungen des Jungen aber ist aus seinem Handeln zu ersehen, daß er es zu züchten beabsichtigt.